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Barrierefrei duschen – Anforderungen an die Dusche

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Barrierefrei duschen - Anforderungen an die Dusche
© Jörg Lantelme - Fotolia.com

Immer mehr Bürger müssen sich mit dem Thema Pflege auseinandersetzen. Sei es aus Altersgründen, wegen einer Behinderung oder als Angehöriger. Schon jetzt sind über zwei Millionen Menschen dauerhaft auf Pflege angewiesen und aufgrund der demografischen Entwicklung steigt die Zahl ständig an.

Nur wenige sind bis ins hohe Alter gesundheitlich so fit, dass sie sich ohne Hilfe oder Hilfsmittel selbst versorgen können. Doch auch diejenigen, die nur wenig Hilfe wie etwa beim Duschen oder Baden benötigen, können mit einem barrierefreien Badezimmer wieder selbstständig der Körperpflege nachgehen und so ihre Intimsphäre wahren.

Sicherheit im barrierefreien Badezimmer

Mehr oder weniger barrierefreie Badezimmer, früher als behindertengerecht bezeichnet, gibt es schon viele Jahre. Seit der Anteil der älteren Mitbürger, die weiterhin in den eigenen Wänden wohnen möchten, jedoch immer mehr zunimmt, interessiert sich auch die Sanitärindustrie in größerem Maße für diesen Bereich. Badewannen, Duschen, Waschbecken und die dazugehörenden Hilfsmittel wurden weiterentwickelt und können daher beim Einbau im Badezimmer wieder Sicherheit und Bewegungsfreiheit geben. Ob Badewannenlifter, Badewannen mit Einstieg, bodengleiche Duschen, Duschhocker, Haltegriffe und -stangen, alles kann den individuellen Bedürfnissen der Benutzer angepasst werden.

Umbau und Kosten eines barrierefreien Badezimmers

Den Um- oder Neueinbau eines barrierefreien Badezimmers sollten Senioren schon vor dem Eintreten des Pflegefalls planen. Je nachdem, wie die körperliche Verfassung ist, reichen zunächst Hilfsmittel aus, um sich im Badezimmer sicher zu bewegen. Ideal ist eine barrierefreie Dusche. Bodengleich eingebaut, kann sie ohne Einstiegsprobleme genutzt werden. Auch für Rollstuhlfahrer sind diese Duschen eine exzellente Lösung. Natürlich hat so ein Um- oder Neueinbau seinen Preis. Doch unter bestimmten Voraussetzungen kann dafür ein Zuschuss oder ein zinsgünstiges Darlehen beantragt werden.

Anforderungen an eine barrierefreie Dusche

Damit eine Dusche auch wirklich barrierefrei ist, muss diese einige Anforderungen erfüllen.

  • Eine barrierefreie Dusche muss mindestens eine Größe von 150 cm x 150 cm aufweisen. Damit ist die Bewegungsfreiheit des Benutzers gewährleistet. Vor allem für Rollstuhlfahrer ist dies wichtig, da sie ausreichend Fläche zum Drehen und Wenden brauchen.
  • Wer den Neueinbau einer barrierefreien Dusche plant, sollte einer Duschkabine mit bodengleichem Einbau den Vorzug geben (siehe Duschkabinen). Damit ist die große Gefahr einer Stolperfalle ausgeschaltet.
  • Wichtig ist auch ein rutschfester Bodenbelag in der Dusche. Hier eignen sich geriffelte Fliesen oder spezielle Duscheinlagen.
  • Die Türen einer barrierefreien Dusche sollten sich nach außen öffnen lassen. Auch Schiebetüren, die sich weit genug einschieben lassen, sind geeignet. Für Rollstuhlfahrer ist dies besonders wichtig, da sie bei der Benutzung der Dusche eine nach innen zu öffnende Tür nicht mehr schließen können.
  • Duscharmaturen, bequem angebracht, leicht bedienbar und mit Thermostat um Verbrühungen zu verhindern, sind ebenfalls sehr hilfreich.

Hilfsmittel für die barrierefreie Dusche

Um Stürze durch Schwindel oder Schwäche zu verhindern, ist unbedingt eine Sitzmöglichkeit in der Dusche erforderlich. Dabei haben Sie die Wahl zwischen

  • fest eingebauten Klappsitzen,
  • Duschhockern
  • oder Einhängesitzen.

In besonderen Fällen können auch noch Armlehnen mit eingebaut werden. Duschhocker haben den Vorteil, dass sie leicht sind, stabil auf rutschfesten Füßen stehen und in jede Dusche passen. Außerdem sind sie mobil und erleichtern die tägliche Körperpflege, da sie die Benutzer auf eine bequeme Höhe zum Waschbecken bringen.

Weitere wichtige Hilfsmittel sind Armläufe und Haltegriffe, von denen ausreichend in der richtigen Höhe angebracht werden müssen. Sie geben Sicherheit und zusätzliche Stabilität. Auch die Ablagemöglichkeit für Seife, Duschbad und Shampoo sollten größer als normal und leicht erreichbar sein. Bei einer barrierefreien Dusche für Rollstuhlfahrer müssen diese Ablagen extra niedrig eingebaut werden. Idealerweise ist eine Handtuchstange für die Handtücher in bequemer Reichweite von der Dusche aus angebracht.

Mit einer barrierefreien Dusche und den richtigen Hilfsmitteln können Senioren und Rollstuhlfahrer selbstständig ihrer Körperpflege nachgehen und sich ein Stück Freiheit bewahren.