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Besser leben mit Parkinson – Diese Hilfsmittel erleichtern den Alltag

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Pflege bei Parkinson - 6 Tipps für Angehörige
© Barabas Attila - Fotolia.com

Es beginnt häufig an den Händen und lässt sich einfach nicht unterdrücken. Wenn zu dem Zittern dann auch noch Muskelversteifungen, Gang- und Haltungsstörungen sowie auch Bewegungsstörungen dazu kommen, ist die Diagnose meist schon eindeutig: der Betroffene leidet unter Parkinson. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Nervensystems, bei der die Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. Neben der Alzheimer-Demenz zählt diese Erkrankung zu den häufigsten Krankheiten des Nervensystems. Im Alter von 55 bis 65 Jahren gibt es die meisten Erkrankten, wobei Männer leicht in der Überzahl sind. Aber auch junge Menschen können an Parkinson erkranken. Laut der UCB Pharma GmbH geht man in Deutschland von einer Gesamtzahl von 250.000 bis 400.000 Parkinson-Patienten aus. Und als wenn das nicht schon reicht, kommen jährlich auch noch 12.500 neue Erkrankungen dazu.

Das Schlimme an dieser Krankheit ist, dass sie sich leider noch nicht heilen lässt. Mit den heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Medikamenten können die Symptome der Krankheit jedoch sehr gut behandelt und so das Fortschreiten der Erkrankung hinausgezögert werden. Zwar ist es dennoch ein schwerer Weg, aber die Betroffenen können auch selber einiges tun, um ihre Lebensqualität zu verbessern und sich den Alltag zu erleichtern. Mit ein paar Hilfsmitteln im Haus sind sie nicht mehr auf die Hilfe anderer Personen angewiesen und somit viel unabhängiger.

Diese Hilfsmittel erleichtern den Alltag ungemein

Damit Sie einen besseren Überblick über die Hilfsmittel bekommen, haben wir diese in Kategorien eingeteilt. So sehen Sie auf einen Blick, was Sie z.B. bezüglich des Themas Fortbewegung noch alles verbessern können.

❖ Fortbewegung:

Lift:
Eines der Hauptsymptome von Parkinson sind neben Bewegungsarmut, Zittern und Muskelsteifheit insbesondere Gang- oder Gleichgewichtsstörungen. Der Gang wird kleinschrittig und schlurfend und bei Stößen durch z.B. Anrempeln können Betroffene das Gleichgewicht nicht mehr halten. Um das Risiko von Stürzen zu minimieren, ist daher ein Treppen- oder Homelift eine gute Lösung. Diese ermöglichen es Ihnen selbst in einem Haus mit vielen Stufen weiter wohnen bleiben zu können. GARAVENTA Lift bietet diesbezüglich z.B. für die unterschiedlichsten Wohnhäuser die perfekte Lösung an. Hier können Sie sich ausführlich über Sitz-, Plattform-, Hub- und Homelifte informieren.

Rollator:
Innerhalb und außerhalb der Wohnung können Sie sich das Gehen mit einem Rollator ungemein erleichtern. Sie können sich somit nicht nur besser bewegen, Sie haben mit einem Rollator auch „etwas in der Hand“ und können so Stürze effektiv vermeiden.

Anti-Freezing-Stock:
Parkinson-Patienten leiden unter dem Problem, dass ihre Bewegungen manchmal einfach einfrieren (Freezing-Phänomen). Man spricht dann auch von Bewegungsblockaden, die es den Betroffenen unmöglich machen, größere, optisch unstrukturierte Flächen zu Fuß zu überqueren. Sie benötigen dann ein Muster (z.B. zweifarbige Fliesen) oder ein Hindernis, um weitergehen zu können. Solch ein Hindernis ist z.B. im Anti-Freezing-Stock integriert. Dabei handelt es sich um eine Gehhilfe, die auf Knopfdruck eine Querleiste ausklappt, über die der Betroffene dann hinwegsteigen und somit die Bewegungsfähigkeit wieder ankurbeln kann. Diese Stöcke gibt es z.B. in fast jedem Sanitätshaus zu kaufen.

❖ Liegen & Sitzen:

Stühle mit Armlehnen:
Parkinson-Patienten können in der Regel immer schlecht aufstehen. Daher ist es enorm wichtig, dass alle Stühle im Haus zumindest über Armlehnen verfügen. So können die Betroffenen auch ohne die Hilfe von anderen aufstehen.

Bettgalgen/Bett-Aufstehhilfe:
Auch das Aufstehen und Zubettgehen kann für Parkinson-Patienten zu einem wahren Hindernis werden. Hier sind ein Bettgalgen oder eine Bett-Aufstehhilfe, die einfach zwischen Lattenrost und Matratze eingelegt werden muss, eine gute Hilfe. Letztere Variante (beispielsweise hier erhältlich) gibt besonders viel Halt beim Aufstehen und Zubettgehen und hilft dem Betroffenen dabei, sich aus dem Liegen aufzurichten.

❖ Körperhygiene:

Toilettensitzerhöhung und Bügel-Haltegriffe:
Um sich im Bad eigenständig bewegen zu können, sind Haltegriffe ein absolutes Muss. Das Gleiche gilt auch für die Toilettensitzerhöhung, denn mit ihr fällt das Aufstehen viel leichter.

Badewannenbrett/rutschfeste Matte:
Um den Einstieg in die Badewanne sicher zu gestalten, darf hier ein Badewannenbrett auf keinen Fall fehlen. Es erleichtert nicht nur den Einstieg, sondern bietet auch eine bequeme Möglichkeit zum Sitzen. Diese gibt es auch in jedem Sanitätshaus zu kaufen.

Damit Sie in Dusche und Badewanne nicht wegrutschen können, ist zudem auch eine rutschfeste Matte eine absolut wichtige Anschaffung.

elektrischer Rasierapparat:
Aus Sicherheitsgründen sollten Sie am besten einen elektrischen Rasierapparat verwenden. Das minimiert nicht nur die Verletzungsgefahr, das Rasieren wird Ihnen mit einem elektrischen Gerät auch sichtlich leichter fallen.

❖ Anziehen:

Strumpfanzieher:
Auch das An- und Ausziehen von Strümpfen kann für Menschen mit Bewegungseinschränkungen zu einer zeitraubenden und mühevollen Kraftanstrengung werden. Speziell hierfür gibt es im Handel (beispielsweise hier) aber einen Strumpfan- bzw. auszieher zu kaufen.

Knöpf- und Reißverschlusshilfe:
Knöpfe und Reißverschlüsse sind genau solch ein Problem beim An- und Ausziehen wie die Socken. Hier kann eine so genannte Knöpf- und Reißverschlusshilfe eine sehr hilfreiche Anschaffung sein. Auf der einen Seite besitzt sie eine Öse, mit der sich die Knöpfe mit nur einer Hand greifen und zumachen lassen, und auf der anderen Seite einen Haken, mit dem sich der Reißverschluss fassen und schließen lässt. Ein entsprechendes Modell bekommen Sie z.B. bei Amazon sehr günstig zu kaufen.

❖ Essen & Trinken:

Besteck/Tassen mit Spezialgriffen:
Auch das Essen kann zu einer kleinen Belastungsprobe werden. Hier können Sie sich das Leben erleichtern, indem Sie z.B. auf Besteck mit verbreiterten Griffen setzen. Das Gleiche gilt übrigens auch für Tassen. Hier sollten Sie zudem auch immer darauf achten, dass Sie diese nur halbvoll machen, damit Sie nichts verschütten.

Sie müssen sich jetzt aber nicht extra neues Besteck zulegen. Bei Seniorenland können Sie z.B. auch einfach einen Schaumstoffschlauch für Griffe kaufen und Ihr Besteck damit aufrüsten. Der Spezialschlauch nimmt kein Wasser auf und kann beliebig zurechtgeschnitten werden. So können Sie dann auch Kugelschreiber oder Ihre Zahnbürste mit einem dickeren Griff ausstatten.

Küchenutensilien mit Saugnäpfe:
Küchenutensilien wie z.B. das Frühstücksbrettchen oder der Eierbecher sollten am besten über Saugnäpfe verfügen. Alternativ dazu können Sie aber auch auf Anti-Rutsch-Unterlagen setzen.

❖ Sicherheit im Haushalt:

Greifzange:
Fällt Ihnen etwas herunter, dann am besten gar nicht erst danach bücken, denn dann könnte es passieren, dass Sie Ihr Gleichgewicht verlieren und stürzen. Hier kann eine Greifhilfe eine sinnvolle Sache sein, denn mit ihr lassen sich nicht nur heruntergefallene Dinge, sondern auch schwer erreichbare Gegenstände greifen. Um herauszufinden, welches Modell für Sie am besten geeignet ist bzw. ob Sie damit überhaupt klar kommen, einfach mal ins Sanitätshaus gehen und sich beraten lassen.

rutschfeste Unterlagen:
Unter Teppiche, Läufer und Vorleger gehören auf jeden Fall rutschfeste Unterlagen. Wenn Sie sich einen neuen Teppich, Läufer oder Ähnliches zulegen möchten, dann achten Sie am besten gleich darauf, dass diese eine rutschfeste Rückseite besitzen.

festes Schuhwerk:
Nichts ist wichtiger wie feste Schuhe. Denn nur so können Sie effektiv Stürze und somit schlimme Verletzungen vermeiden. Tragen Sie deshalb also niemals lockere Latschen. Die Schuhe müssen immer fest sitzen und sollten am besten über eine Ledersohle oder Gummiabsätze verfügen.