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Bewegung und Sport – 10 gute Gründe sich fit zu halten

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Antiaging Sport
© Rido - Fotolia.com

Dass Sport und Bewegung dem Körper gut tun, die Fitness fördern und sowohl für junge als auch für ältere Menschen die tägliche Bewegung das Wohlbefinden verbessert, ist inzwischen weit verbreitete Erkenntnis. Aber auch zwischen dem Gehirn und der sportlichen Betätigung bestehen Zusammenhänge, die in medizinischen Versuchen belegt wurden. Sowohl die körperliche als auch die geistige Beweglichkeit werden durch regelmäßigen Sport gefördert.

» 1. Bewegung gegen Vergesslichkeit
» 2. Bewegung fördert Konzentrationsfähigkeit
» 3. Bewegung fördert die Leistung des Gehirns
» 4. Bewegung macht das Herz aktiver
» 5. Bewegung Ja & Aber langsam angehen
» 6. Flüssigkeitsverlust durch Bewegung unbedingt ausgleichen
» 7. Erholungsphasen für Körper und Gehirn einhalten
» 8. Auf die richtige Kleidung kommt es an
» 9. Bewegung im Alltag mit einfachen Mitteln
» 10. Bewegung im Alter hält geistig fit

1. Bewegung gegen Vergesslichkeit

Im Prinzip sind sowohl Lernen neuer Dinge, das Bedenken von Sachverhalten als auch das Merken von Zahlen, Namen usw. Dinge, die das Gehirn sehr gut bewältigen kann. Leider tun sich aber manche Menschen mit diesen Dingen schwer und nicht selten werden mangelndes Aufnahmevermögen oder auch die Vergesslichkeit auf einen beginnenden Alterungsprozess geschoben – oder einfach auf Ungeübtheit bzw. mangelndes Talent, sich Dinge zu merken oder sie zu verstehen. Dabei kann die Gehirnleistung auf ein Mehrfaches des aktuellen Status gesteigert werden – wenn man weiß, wie das geht.

Sport ist nicht nur für den Körper, sonder auch für das Gehirn die Geheimformel, die den grauen Zellen ebenso wie den Muskeln des Körpers auf die Sprünge hilft. Studien haben zudem unterstrichen, dass nicht nur der Sport an sich die geistige Leistungsfähigkeit steigert – in jedem Alter übrigens. Auch das Lernen kann in der Bewegung viel einfacher fallen als in einer nahezu bewegungslos sitzenden Haltung.

2. Bewegung fördert Konzentrationsfähigkeit

Das menschliche Nervensystem stellt während der sportlichen Betätigung in vermehrtem Umfang Botenstoffe her, die alle Lern- und Gedächtnisprozesse wirkungsvoll unterstützten. Diese Botenstoffe sind in der Medizin als Neurotransmitter bekannt und sind im Gehirn für die Verknüpfung von unterschiedlichen Wissengebieten und der Speicherung des Wissens verantwortlich.

Bewegung jeglicher Art kann zudem die Blutzufuhr des Gehirns wesentlich erhöhen. Dadurch wird das Gehirn mit mehr Sauerstoff versogt und die Merkfähigkeit wird ebenso wie die Konzentrationskraft gefördert. Das geschieht bereits bei leichter körperlicher Betätigung und Leistungssport ist für diese Hirnleistungssteigerung nicht erforderlich.

3. Bewegung fördert die Leistung des Gehirns

Schon ausgesprochen moderate Bewegung wie langsames Fahren mit dem Rad oder auch ein Spaziergang können für eine gesteigerte Produktion von Neurotransmittern sorgen und so dem Gehirn bei dessen Arbeit effektiv unter die Arme greifen. Starke Anstrengungen sind hierfür absolut nicht erforderlich.

Regelmäßigkeit bei der Bewegung ist wichtiger als schweißtreibende Arbeit am Körper. Wer sich mit dem Fahrrad auf einer ebenen Fläche in langsamem Tempo fortbewegt oder das Ergometer auf eine Wattleistung von 25 einstellt und dort radelt, kann diese verstärkte Produktion der Neurotransmitter bereits erfolgreich ankurbeln. Bei diesen körperlichen Leistungen, die den Schweiß noch längst nicht auf die Stirn treibt, können die unterschiedlichen Bereiche des Gehirns bereits mit bis zu 20 Prozent mehr Leistung reagieren.

Interessant ist, dass selbst die Betätigung auf der Tastatur des Computers eine Hirnsteigerung gegenüber dem Schreiben mit der Hand auf Papier bewirken kann. Das sollte den Sport allerdings nicht ersetzen.

Konzentriertes Stillsitzen, wie es bereits Erstklässlern in der Vergangenheit vermittelt wurde, ist eine contraeffiziente Art zu Lernen und so plädieren Forscher dafür, dass diese Art des Lernens abgeschafft wird. Hintergrund dieser Forderungen ist, dass Studenten an einem Forschungsprogramm teilnahmen und sich neun Monate lang regelmäßig auf dem Fahrradergometer betätigen mussten. Vor und nach dieser Testphase wurde der IQ der Probanden ermitteln, der sich von einem Durchschnittswert von 99 auf 128 Punkte steigern konnte.

4. Bewegung macht das Herz aktiver

Der Mensch war schon in seiner jüngsten Geschichte dazu gezwungen, sich viel körperlich zu betätigen. Damals war es das Gehen oder auch das Laufen. Allerdings hat unser modernes Leben das Auto und andere Beförderungsmittel mit sich gebracht, die Bewegung und somit natürlichen Sport überflüssig machen. Allerdings gehört die körperliche Betätigung im genetischen Strickmuster des Menschen auch zum Überleben – nur wird dies in der zivilisierten Welt gern vergessen.

Der Körper ist bestrebt, zu jeder Minute des Tages sowohl den Zuckerspiegel als auch die Sauerstoffversorgung in allen Zellen des Körpers zu gewährleisten. Ist der Körper nun besonderen körperlichen Anforderungen ausgesetzt, wird grundsätzlich zum Grundumsatz Energie verbraucht. Um diese Energieversorgung zu gewährleisten, wird das Herz aktiver und die Zellen werden in der gleichen Zeiteinheit wie bisher mit deutlich mehr Blut versorgt. So ist der Stoffwechsel auch noch Stunden nach der körperlichen Betätigung auf einem höheren Niveau, um die Zellversorgung weiterhin zu gewährleisten. Sowohl die Herzmuskulatur als auch die restliche Muskulatur wird gestärkt und die erhöhte Versorgung mit Energie findet nun nach einiger Zeit der regelmäßigen Bewegung auch zwischen den körperlichen Aktivitäten statt.

5. Bewegung Ja & Aber langsam angehen

Grundsätzlich ist Sport für jeden gesund, aber wenn bereits Vorerkrankungen vorhanden sind oder aber Risikofaktoren wie Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, längerer Bewegungsmangel, erhöhte Blutfettwerte oder auch das Rauchen als Risikofaktoren bestehen, sollte vor der Aufnahme des Trainings unbedingt der Hausarzt für einen Check-up aufgesucht werden. Moderate Bewegung wie Spazieren gehen oder aber die Fortbewegung auf dem Rad in langsamem Tempo können generell immer und zu jeder Zeit gestartet werden.

Die sportliche Betätigung sollte dann langsam starten und eine Belastungserhöhung Stück für Stück erreicht werden. Wer drei- bis viermal pro Woche für etwa 20 bis 40 Minuten den Körper fordert, kann seine körperliche und seine Gehirnleistung schon schnell steigern und bereits nach einigen Wochen und Monaten deutliche Verbesserungen der Merk- und Konzentrationsfähigkeit erzielen.

Mehr hilft nicht mehr und das gilt auch für die sportliche Betätigung zur Gehirnleistungssteigerung. Überanstrengung verdirbt nicht nur den Spaß am Sport, die Leistung der grauen Zellen wird durch Übertreibung auch nicht noch weiter gesteigert.

6. Flüssigkeitsverlust durch Bewegung unbedingt ausgleichen

Profisportler wissen es längst und dies gilt auch für Freizeitsportler: Trinken ist ein Muss während und nach der körperlichen Betätigung. Das Gehirn besteht zu einem wesentlichen Teil aus Flüssigkeit und die beste und regelmäßigste sportliche Betätigung nützt den grauen Zellen nicht, wenn ein Flüssigkeitsmangel entsteht.

Flüssigkeitsverlust muss vorgebeugt werden und so muss regelmäßig – am besten mit Mineralwasser – der Flüssigkeitsspiegel im Körper aufgefüllt werden. Bei Hitze gilt das noch mehr als bei kühleren Temperaturen. Auch hier haben Forschungen gezeigt, dass das Gehirn bei Wassermangel seine Aufgaben nicht optimal wahrnehmen kann. Wer sich zudem noch kohlenhydrat- und ballaststoffreich ernährt und an Fett spart, kann hier im wahrsten Sinne des Wortes noch optimale Gehirnnahrung durch die optimale Ernährung zuführen.

7. Erholungsphasen für Körper und Gehirn einhalten

Die angenehme Müdigkeit direkt nach der körperlichen Betätigung hat ihren Sinn. Der Körper möchte sich jetzt erholen und so sollte sowohl für den Aufbau der Muskeln als auch der grauen Zellen für ausreichend Schlaf und regelmäßige Erholungsphasen gesorgt werden. Stress macht dumm – das ist nicht nur eine provokative Floskel von Forschern. Das Gehirn blockiert bei Überforderung und wer sich hier sportlich unter Stress setzt, bewirkt das Gegenteil von dem, was eigentlich gedacht war, nämlich die Hirnleistung zu steigern.

Bei Erkältungen, Grippe, Fieber oder Gliederschmerzen bzw. einem Mix aus mehreren Beschwerden sollte mit der sportlichen Betätigung aufgehört werden, ebenso dann, wenn eine andere Akuterkrankung den Körper im Griff hält. Nach der Erkrankung müssen sich Körper und Geist wieder langsam an das Training gewöhnen und die Einheiten sollten zu Anfang reduziert ausfallen.

8. Auf die richtige Kleidung kommt es an

Die Kleidung muss immer der Witterung angepasst sein und sie sollte dem Körper ebenso die Möglichkeit zum Schwitzen und einer Ableitung des Schweißes geben, wie sie auch vor Witterungseinflüssen schützen sollte. Während bei Kälte warme Kleidung gefragt ist, die den Wind abweist und die Feuchtigkeit von innen nach außen ableitet, Regen aber nicht durchdringen lässt, ist bei Hitze eine luftdurchlässige Bekleidung gefragt, die den Körper nicht überhitzen lässt und die eine ausreichende Ableitung von Körperschweiß ermöglicht.

9. Bewegung im Alltag mit einfachen Mitteln

Sportliche Betätigung bindet nicht unbedingt an eine Sportart. Die Anregung des Stoffwechsels und die vermehrte Bildung von Neurotransmittern lässt sich auch im Alltag umsetzen. Wer die Treppe statt des Liftes benutzt, kürzere Wegstrecken zu Fuß statt mit dem Auto erledigt und auch für längere Strecken mal auf das Fahrrad umsteigt, tut seinem Gehirn gute Dienste. Die Busfahrt zur Arbeit kann auch öfter mal zwei Stationen vor dem Ziel enden und der restliche Weg wird einfach zugunsten der grauen Zellen zu Fuß bewältigt.

Bewegung lässt sich für echte Sportmuffel auch sehr gut in den Alltag einbauen, denn dem Gehirn ist es egal, auf welche Weise die Unterstützung erzielt wird.

10. Bewegung im Alter hält geistig fit

Ob jung oder schon richtig gesetztes Alter – die Gehirnleistung profitiert in allen Fällen von körperlicher Betätigung. Interessant ist dabei auch, dass der Alterungsprozess im Gehirn durch regelmäßige Aktivität erheblich reduziert werden kann. Inzwischen wurden bereits Studien durchgeführt, die eine Verbindung von Alzheimer und Bewegungsmangel belegen konnten. Dreimal wöchentlich 15 bis 30 Minuten Sport senken gemäß den Studien das Risiko der über 65jährigen, als Alzheimer zu erkranken.

Dabei sind besonders rhythmische Sportarten zuträglich für die Reduzierung des Altersprozesses. Radfahren und Laufen sind hier ebenso empfehlenswert wie Turnen oder Tanzen. Kreativität und Gedächtnisleistung lassen sich bis zu 40 Prozent steigern – unabhängig vom Alter des Hobbysportlers.