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Blutspenden – Die 14 wichtigsten Fragen und Antworten

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Blut spenden
© pressmaster - Fotolia.com

Das Deutsche Rote Kreuz veröffentlicht regelmäßig Zahlen zum Bedarf von Blutspenden. Rund 15.000 Blutkonserven sind es aktuell, die jährlich benötigt werden. Zu Zeiten des Ausbruchs von EHEC beispielsweise waren Blutkonserven aufgrund des erhöhten Bedarfs besonders rar.

Seit dem Jahr 2004 findet jeweils am 14. Juni eines Jahres der sogenannte Weltblutspendetag statt. An diesem Tag werden Blutspender vom Deutschen Roten Kreuz besonders intensiv geehrt. Weiterhin erfolgt durch das Deutsche Rote Kreuz eine Erinnerung, dass regelmäßige Blutspenden benötigt werden, denn letztlich sind es Millionen von Portionen, die im Jahr vergeben werden.

Der Blutspendetag geht auf das Geburtsdatum von Carl Lendensteiner zurück, das im Jahr 1868 war. Der Arzt war der Entdecker des Systems der Blutgruppen. Er beobachtete, dass sich bei einer Blutübertragung lebensgefährliche Verklumpungen ergeben können, nämlich dann, wenn zwei Blutgruppen aufeinander treffen. Diese Erkenntnis brachte dem Mediziner im Jahr 1930 den Nobelpreis für Medizin ein und heute den bekannten Blutspendetag.

» 1. Wozu wird das Spenderblut überhaupt benötigt?
» 2. Wieso ist seit EHEC der Bedarf an Spenderblut gestiegen?
» 3. Gibt es Alternativen zur Blutkonserve?
» 4. Wer eignet sich als Blutspender?
» 5. Welche Formen der Blutspende gibt es?
» 6. Wie läuft eine Blutspende ab?
» 7. Ist Blutspenden schädlich für die Gesundheit?
» 8. Welche Vorteile habe ich vom Blutspenden?
» 9. Warum muss ich so viele Fragen beantworten?
» 10. Warum gibt es kein Geld für die Blutspende?
» 11. Verdient das DRK mit den Blutspenden Geld?
» 12. Sind die Blutspenden vom DRK wirklich sicher?
» 13. Wie groß ist das Risiko, sich mit einer Blutspende zu infizieren?
» 14. Kann man sich beim Blutspenden mit HIV anstecken?

1. Wozu wird das Spenderblut überhaupt benötigt?

Nach Aussagen des Deutschen Roten Kreuzes wird das meiste Spendenblut dafür benötigt, um Krebspatienten bei Blutbedarf zu versorgen. Die zweitgrößte Gruppe der Spendenempfänger sind Herz- sowie Magen- und Darmpatienten. Erst auf Platz vier der Spendenempfänger sind dann Unfallopfer aus Sport- und Verkehrsunfällen zu verzeichnen.

Grundsätzlich wird die Blutspende zunächst in ihre Bestandteile aufgeteilt. Rote Blutkörperchen sind für den Ausgleich von Blutverlusten zuständig, während Blutplättchen für den Verschluss von größeren Verletzungen benötigt werden.

Ein Anteil vom gespendeten Blutplasma wird an Pharmafirmen weitergegeben, die aus diesem Plasma Medikamente produzieren.

Im Jahr werden etwa fünf Millionen Blutspenden in Deutschland gegeben, woran das Rote Kreuz einen Anteil von 75 Prozent hat. Für den normalen Bedarf reichen diese Blutspenden aus, für Katastrophenfälle sind aber aus diesen Spenden keine Rücklagen möglich.

2. Wieso ist seit EHEC der Bedarf an Spenderblut gestiegen?

Wer an EHEC besonders schwer erkrankt war, musste eine Blutwäsche über sich ergehen lassen. In diesem Zusammenhang wird das Blutplasma der Patienten gegen das Plasma aus den Blutspenden ausgetauscht, damit die Zellgifte, die die EHEC-Bakterien verursachen, aus dem Blut herausgewaschen werden. Der Bedarf an Blutplasma ist in Zeiten von EHEC erheblich gestiegen und genau für diese Ausnahmefälle stehen nicht genug Blutspenden zur Verfügung.

Innerhalb der intensiven Zeit von EHEC wurden teilweise in drei Wochen die Mengen an Blutplasma verbraucht, die ansonsten in drei bis vier Monaten verbraucht worden wären.

3. Gibt es Alternativen zur Blutkonserve?

Schon seit Jahren arbeiten Forscher daran, eine Alternative zur Blutspende zu entwickeln und somit künstliches Ersatzblut herzustellen. Unterschiedliche Chemikalien werden dabei für den Transport des Sauerstoffes genutzt. Einige der hergestellten Präparate wurden in Tierversuchen getestet oder werden dies auch noch heute. Bis heute ist aber noch keines der Ersatznlut-Präparate zugelassen.

Vor drei Jahren konnten US-Wissenschaftler aus Stammzellen rote Blutkörperchen herauszuzüchten, die den natürlichen Vorbildern sehr ähnlich sind. Ersatzblut aus dem Labor hätte nicht nur den Vorteil, dass die Mengen an Blut, die auch in Katastrophenfällen sowie bei Epidemien benötigt würden, jederzeit vorhanden wären. Ein weiterer Vorteil läge darin, dass das Risiko für Infektionen, das sich aus einer Blutspende heraus ergibt, reduziert werden könnte.

Bis ein künstliches Ersatzblut auf dem Markt erhältlich ist, werden allerdings noch Jahre der Forschung und Entwicklung vergehen.

4. Wer eignet sich als Blutspender?

Grundsätzlich kann jeder Mensch zwischen 18 und 69 Jahren Blut spenden. Bedingung ist absolute Gesundheit.

Zudem darf

  • innerhalb des letzten halben Jahres keine größere Operation vorhanden gewesen sein.
  • Bei tätowierten und gepiercten Spendern muss das Tattoo oder Piercing mindestens fünf Wochen bestehen.
  • Der Blutspender muss über ein Mindestkörpergewicht von 50 Kilogramm verfügen.

» Wer darf kein Blut spenden
Auf keinen Fall spenden dürfen Drogenkonsumenten sowie auch Homosexuelle. Diese beiden Gruppen weisen ein höheres Infektionsrisiko auf.

5. Welche Formen der Blutspende gibt es?

» Vollblutspende
Die am häufigsten umgesetzte Form der Blutspende ist die sogenannte Vollblutspende. Hierbei wird ein halber Liter Blut aus dem Organismus entnommen, der im Nachhinein in seine einzelnen Bestandteile aufgespalten wird.

Männer können die Vollblutspende sechsmal im Jahr durchführen lassen, Frauen viermal jährlich

» Plasmaspende
Weiterhin besteht die Möglichkeit der Plasmaspende. Dazu wird das Blut zunächst aus dem Körper geleitet und danach wird das Plasma maschinell abgespalten. Die Blutplättchen sowie die Zellen werden danach wieder injiziert. Zwischen zwei Plasmaspenden sollte ein Zeitraum von einer Woche vergehen. Gerade die Plasmaspenden werden der pharmazeutischen Industrie zugeführt.

» Spende von Blutplättchen
Die dritte Variante der Blutspende ist die Spende von Blutplättchen. Hierbei wird das Blut entnommen und dann in einem sogenannten Zellseparator aufgespalten.

6. Wie läuft eine Blutspende ab?

Bevor die Blutspende stattfindet, wird der jeweilige Spender registriert. Dazu muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, in dem mögliche Risiken im Zusammenhang mit der Blutspende eruiert werden.

  1. Danach erfolgt die Bestimmung der Hämoglobinwerte, damit eine Blutarmut ausgeschlossen werden kann.
  2. Ein Arzt entscheidet schließlich nach den ermittelten Werten, ob am entsprechenden Tag die Konstitution für eine Blutspende in Ordnung ist.
  3. Die Vollblutspende dauert ca. 10 Minuten. Danach ruht der Spender sich noch für etwa 30 Minuten aus, damit der Körper sich an die reduzierte Blutmenge gewöhnt. In dieser Zeit wird kontrolliert, ob der Blutverlust gut verkraftet wurde.
  4. Nach der Blutspende benötigt der Körper etwa zwei Tage, um das reduzierte Plasmaeiweiß wieder neu zu produzieren. Die Anzahl der Blutzellen befindet sich nach ungefähr zwei Wochen wieder auf einem normalen Niveau. Der Eisenspiegel benötigt etwa zwei Monate, bis er sich wieder normalisiert hat.
  5. Im Anschluss an die Blutspende wird das Blut auf Krankheiten untersucht. Hier wird auf Hepatitis A, B und C sowie auf den Aidserreger HIV und auf Syphilis untersucht. Bei Auffälligkeiten wird die Blutspende verworfen. Darüber hinaus wird der Hausarzt informiert, der dann den Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung abklärt.

Auch wenn die Analysen sehr aufwendig und gründlich sind, besteht für den Empfänger von Blut ein gewisses Restrisiko. Gerade frische Infektionen, die nur einige Wochen zurückliegen, können in der Regel nicht nachgewiesen werden. Genau deshalb wird bei Tätowierungen und Piercings auch eine Wartezeit von fünf Wochen vorgegeben, bevor wieder Blut gespendet werden darf.

Die Verwendung von Blutplasma darf erst vier Monate nach dem Spendetermin erfolgen, wenn der Plasmaspender eine Nachuntersuchung über sich hat ergehen lassen.

Ablauf einer Blutspende beim DRK

7. Ist Blutspenden schädlich für die Gesundheit?

Wer Blut spendet, muss sich um seine Gesundheit nicht sorgen. Blutspender behaupten sogar, dass das Gegenteil der Fall ist, nämlich, dass Blutspenden sehr gut für den Organismus ist.

Fakt ist, dass die gespendete Menge Blut im Vergleich zur Gesamtblutmenge so gering ausfällt, dass der Körper den Verlust sehr schnell wieder ausgleichen kann. Gerade die weißen Blutkörperchen, die für die Infekt-Abwehr zuständig sind sowie die Blutflüssigkeit, also das sogenannte Plasma, werden vom Körper innerhalb eines Tages wieder aufgebaut. Die roten Blutkörperchen benötigen etwas länger, bis sie wieder einen Normalstatus haben.

Das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit werden durch die Blutspende nicht beeinträchtigt. Manche Blutspender fühlen sich nach der entsprechenden Spende sogar vitaler und fitter als vorher.

8. Welche Vorteile habe ich vom Blutspenden?

» Ermittlung der Blutgruppe
Zunächst einmal erfährt der Blutspender seine Blutgruppe, sofern er diese vorher noch nicht wusste. Auch der Rhesusfaktor wird ermittelt und in den persönlichen Unfall- und Blutspenderpass eingetragen.

» Kostenloser Antikörpertest
Weiterhin wird eine Reihe von Laboruntersuchungen durchgeführt. Dazu gehört ein Antikörper-Test, der sich auf körperfremde Blutzellen ausrichtet und der gefährliche Zwischenfälle bei eigenem Blutbedarf verhindert.

» Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten
Untersucht wird zudem, ob eine gefährliche Geschlechtskrankheit wie Syphilis gegeben ist. Dazu wird auf eine entzündliche Lebererkrankung oder eine Leberfunktionsstörung untersucht. Einen wichtigen Teil der Voruntersuchungen bildet der Test auf Antikörper gegen die Erreger der Immunschwäche AIDS.

» aktuelle Befunde
Bei Abweichungen von der Norm erfolgt eine Information vom Blutspendedienst und auf Wunsch des Spenders auch eine Weitergabe des Befundes an den behandelnden Hausarzt.

» Unfall- und Blutspendepass
Zusätzlich zum Unfall- und Blutspendepass, der auch bei eigenem akutem Blutbedarf sehr hilfreich sein kann, erhält der Blutspender auch noch eine gewisse Kontrolle der eigenen Gesundheit.

Zudem spielt auch der soziale Aspekt eine Rolle, denn mit einer Blutspende wird schließlich einem Bedürftigen geholfen.

9. Warum muss ich so viele Fragen beantworten?

Die Fragestellung durch den Arzt erfolgt, damit der Mediziner sich schon vor der eigentlichen Blutspende ein Bild vom Gesundheitsstatus des Spenders machen kann. Das ist nicht nur für die Verwendbarkeit des Bluters sehr wichtig, sondern auch dahingehend, ob für den Spender oder den Empfänger des Blutes ein Risiko besteht.

So kann beispielsweise ein Herzinfarkt, der bereits vor zwei Jahren stattgefunden hat, einen Zwischenfall während der Spende nach sich ziehen.

Auch eine Malariainfektion, die während eines Tropenaufenthaltes erworben wurde, kann sich für viele Monate stumm verhalten. Trotzdem ist für den Empfänger des Blutes natürlich ein Übertragungsrisiko gegeben.

Die intensive Befragung soll daher Spendern und Empfängern von Blut höchstmögliche Sicherheit gewährleisten. Dabei spielt das Verantwortungsbewusstsein des Spenders eine wichtige Rolle, denn er muss die Fragen auch so ehrlich wie möglich beantworten.

10. Warum gibt es kein Geld für die Blutspende?

Generell gilt, dass das Deutsche Rote Kreuz Blut nicht zu einer Handelsware machen möchte. Für Blut gibt es keinen Ersatz und so erfolgt die Blutspende auf Gegenseitigkeit und kein Beteiligter soll hier einen finanziellen Nutzen haben.

Sowohl das Deutsche Rote Kreuz als auch die Weltgesundheitsorganisation halten strenge ethische Normen im Zusammenhang mit der Blutspende ein. Hierzu gehört auch das Prinzip, dass Blutspenden unentgeltlich stattfinden. Niemand soll bedingt durch eine finanzielle Notlage zu einer Blutspende genötigt werden.

Sowohl

  • die Helfer und Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes
  • als auch die Firmen, die während der Arbeitszeit eine Blutspende ermöglichen
  • sowie auch Medien, die Anzeigen innerhalb der Sendezeiten schalten
  • und öffentliche Einrichtungen, die Räumlichkeiten für die Blutspende bereitstellen,

arbeiten alle unentgeltlich.

11. Verdient das DRK mit den Blutspenden Geld?

Das Deutsche Rote Kreuz erzielt aus den Blutspenden generell keine Einnahmen, da es gemeinnützige Arbeit leistet. Hier gilt das Prinzip der Kostendeckung. Somit werden die Kosten, die für die Blutkonserve anfallen, den jeweiligen Krankenhäusern, die die Spende erhalten, in Rechnung gestellt.

Die Kosten für die Blutspende setzen sich zusammen aus:

  • der Entnahme des Blutes,
  • der Aufbereitung,
  • der Laboruntersuchung
  • sowie dem Transport,
  • der Forschung und der Entwicklung
  • dem Personal- und Materialaufwand, der im Rahmen der Gewinnung der Blutspende anfällt.

Als gemeinnützige Einrichtung darf das Deutsche Rote Kreuz keine Gewinne erzielen.

12. Sind die Blutspenden vom DRK wirklich sicher?

Vor dem nationalen und auch internationalen Vergleich schneidet das Deutsche Rote Kreuz im Hinblick auf die Sicherheit der Blutspenden sehr gut ab, erzielt hier sogar den höchstmöglichen Standard. Einen wichtigen Sicherheitsfaktor begründet das Deutsche Rote Kreuz in der Freiwilligkeit der Spenden, ohne Entgeltleistung sowie der gründlichen Spenderauswahl. Durch Dauerspender wird die Sicherheit der Blutspenden beim Deutschen Roten Kreuz noch einmal deutlich erhöht.

13. Wie groß ist das Risiko, sich mit einer Blutspende zu infizieren?

In Deutschland ist das Risiko, sich durch eine Blutspende mit einer gefährlichen Krankheit zu infizieren, sehr gering. Eine absolute Sicherheit kann allerdings nicht gewährleistet werden. Innerhalb einer Krankheit ist immer eine sogenannte diagnostische Lücke gegeben, die sich zwischen der frischen Ansteckung und der Nachweisbarkeit der Krankheit im Blut befindet. Diese diagnostische Lücke hat einen Verlauf von rund 65 Tagen.

Das Restrisiko, sich in Deutschland durch eine Blutspende mit einer gefährlichen Erkrankung zu infizieren, wird von Experten mit 1:1 Million beziffert. Auf deutsche Verhältnisse übertragen heißt das, dass bei vier bis fünf Millionen Blutpräparaten jährlich ca. vier bis fünf Infektionen gegeben sind.

Auch wenn gerade die Infektion mit dem HI-Virus dramatisch ist, so sollte man aber berücksichtigen, dass Blutspenden nur im Falle des lebensbedrohlichen Zustandes eines Menschen verabreicht werden. Vergleicht man die Risiken des täglichen Lebens mit der Wahrscheinlichkeit, sich durch eine Blutspende zu infizieren, so fällt letzteres Risiko sehr gering aus.

14. Kann man sich beim Blutspenden mit HIV anstecken?

Nein, für einen Blutspender besteht keinerlei Risiko, sich innerhalb der Spende zu infizieren. Sämtliche für die Spende verwendeten Geräte sind sterilisiert und werden auch nur einmalig verwendet. Gleiches gilt auch dann, wenn innerhalb einer Blutplasmaspende das Blut wieder in den Kreislauf des Spenders zurückgeführt wird. In diesem Fall ist auch die Zentrifuge, die die Blutflüssigkeit von den Zellen trennt, keimfrei, kann daher keine Infektionen übertragen.

Für Blutspender ist der Spendenvorgang damit absolut sicher und frei vom Risiko, sich mit HIV oder einer anderen Krankheit zu infizieren.

Wenn Sie sich jetzt für eine freiwillige Blutspende entschieden haben, finden Sie auf www.drk-blutspende.de einen Blutspendedienst in Ihrer Nähe. (Rechts unten auf der Website)