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Chronische Bronchitis – Ursachen, Symptome, Behandlung

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Chronische Bronchitis
© JPC-PROD - Fotolia.com

Bei der chronischen Bronchitis handelt es sich um eine dauerhafte Erkrankung, die die Atemwege betrifft und die mit einem dauerhaften Hustenreiz einhergeht. Durch eine frühzeitige Erkennung und ein konsequentes Meiden von auslösenden Giften lassen sich für die chronische Bronchitis gute Prognosen erzielen.

Der chronische Husten ist aber nicht nur für die chronische Bronchitis klassisch, sondern auch andere Erkrankungen können den Husten bewirken. Diese Krankheiten zeigen zwar ähnliche Symptome, die aber unterschiedliche Entstehungsweisen aufweisen. Sie alle werden unter dem Begriff der chronischen obstruktiven Lungenerkrankung zusammengefasst, die kurz als COPD bezeichnet wird und die ausgeschrieben als chronic obstruktive pulmonary disease bekannt ist. Der Begriff obstruktiv meint eine Verengung der Atemwege, die mit der Erkrankung gemeinsam auftaucht und die dann zur Atemnot führt.

» Was ist die chronische Bronchitis?
» Was ist COPD?
» Ursachen für die chronische Bronchitis
» Symptome für chronische Bronchitis
» Die Stadien der chronischen Bronchitis
» Diagnose chronische Bronchitis
» Chronische Bronchitis – Behandlung
» Folgen und Verlauf der chronische Bronchitis
» Kann man der chronischen Bronchitis vorbeugen?
» Welche Impfungen können notwendig sein?

Was ist die chronische Bronchitis?

Bei der chronischen Bronchitis handelt es sich um eine Dauererkrankung, die die Atemwege betrifft. Sie ist ständig gegeben und der oft auftretende Hustenreiz geht mit Auswurf einher. Dabei tritt die Erkrankung an mindestens drei Monaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf. Erst dann wird sie als chronisch bezeichnet.

Aufgrund ihrer speziellen Ausprägung wird die chronische Bronchitis von dem Asthma bronchiale oder dem Lungenemphysem eindeutig unterschieden. Bei der einfachen chronischen Bronchitis besteht nur der Husten mit Auswurf, eine Verengung der Bronchien ist nicht gegeben und es gibt auch keine Atemnot.

Was ist COPD?

Der typische Husten für die chronische Bronchitis kann sich auch bei anderen Erkrankungen zeigen. Diese Krankheiten haben unterschiedliche Hintergründe, zeigen sich aber sehr ähnlich in ihrer Ausprägung. Dese Krankheiten sind sehr vielschichtig, sind der chronischen Bronchitis sehr ähnlich. Die Verengung der Atemwege wird auch als COPD bezeichnet, die aber keine chronische Bronchitis widerspiegelt.

Bei der einfachen chronischen Bronchitis handelt es sich um eine mögliche Vorstufe für die chronisch obstruktive Bronchitis. Die einfache chronische Bronchitis selbst ist aber noch keine obstruktive Lungenerkrankung, weil hier die Bronchien noch nicht verengt sind.

Ursachen für die chronische Ursachen

» Rauchen
Die chronische Bronchitis hat unterschiedliche Ursachen. Die häufigste Ursache ist das Rauchen. Je mehr Zigaretten konsumiert werden, umso höher ist das Risiko, dass sich aus diesem Zigarettengenuss eine chronische Bronchitis entwickelt. Ungefähr 90 Prozent der Personen, die an einer chronischen Bronchitis leiden, waren zuvor aktive Raucher oder waren über einen langen Zeitraum als passive Raucher dem Zigarettenqualm ausgesetzt. Bei jedem zweiten Raucher, der über 40 Jahre alt ist, besteht eine chronische Bronchitis.

» Einatmen von Schadstoffen
Auch schädigende Stoffe können eine chronische Bronchitis auslösen, wenn sie durch das Einatmen in das Atmungssystem gelangen. Gerade Bergleute und Arbeiter, die in Betrieben beschäftigt sind, in denen eine intensive Belastung durch Dämpfe, Gas oder Staub besteht, haben ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens an einer chronischen Bronchitis zu erkranken. Die eingeatmeten Stoffe schädigen das Gewebe der Lunge und erhöhen damit das Risiko, an einer Infektion mit Viren oder Bakterien zu erkranken.

» Vererbung
Auch eine erbliche bedingte Veranlagung kann zu einer Überempfindlichkeit des Bronchialsystems und damit zu einer chronischen Bronchitis führen.

Die chronische Bronchitis wird durch verschiedene Erreger ausgelöst. In der Hauptsache sind das die Haemophilus influenzae und die Streptococcus pneumonae.

Symptome für chronische Bronchitis?

Die Symptome für die einfache chronische Bronchitis sind

  • chronischer Husten
  • weißlicher und zäher Schleim
  • gelblich-eitriger Auswurf

Gerade in den Morgenstunden husten Bronchitiker intensiv Schleim ab. Diese Symptome, die für die chronische Bronchitis typisch sind, können sich in Abhängigkeit vom Wetter verstärken. Bei einigen Betroffenen verschlechtert sich der Gesundheitszustand, wenn ein Wetter vorherrscht, bei dem durch mangelhafte Luftbewegung und zu geringem Luftaustausch zwischen verschiedenen Luftschichten die Konzentration von Gasen, Partikeln und Staub zunimmt.

Die Stadien der chronischen Bronchitis

In vielen Fällen verläuft die chronische Bronchitis in drei verschiedenen Stadien, die fortschreitend eine Intensivierung der Symptome zeigen.

» Stadium I
Hierbei handelt es sich um eine einfache Erkrankung mit häufigem Husten und einem weißen und bakteriellen Auswurf. Die Bronchien zeigen noch keine Verengung und es sind auch noch keine Anzeichen von Atemnot gegeben. In Stadium I ist die chronische Bronchitis noch heilbar, beispielsweise indem die Betroffenen mit dem Rauchen aufhören.

» Stadium II
Die einfache chronische Bronchitis geht dann in die chronisch obstruktive Bronchitis über, in der eine dauerhafte Verengung der Bronchien gegeben ist. Die Symptome zeigen sich dann in Anstrengungen, Atemnot und schweren Hustenattacken mit einem deutlichen Leistungsabfall.

» Stadium III
Das dritte Stadium bringt die chronische Bronchitis zu einem Lungenemphysem, das eine dauerhafte Schädigung der Lunge nach sich zieht. Durch den erhöhten Blutdruck innerhalb der Blutgefäße der Lunge sind eine Überlastung und eine Schädigung des Herzens nicht auszuschließen.

Diagnose chronische Bronchitis

Der Verdacht, dass eine chronische Bronchitis besteht, ergibt sich durch häufig auftretenden oder dauernden Husten, der mit weißem, zähem Auswurf einhergeht, wie es bei vielen Rauchern gegeben ist. Um ein Absicherung der Diagnose zu erzielen, stehen verschiedene Untersuchungen bereit.

  • Der erste Schritt zur Diagnose der chronischen Bronchitis besteht in der körperlichen Untersuchung der Betroffenen. Dazu gehören Abhören und Abklopfen der Lunge und die Untersuchung der Atemwege.
  • Mit der Blutuntersuchung erzielt der Arzt Informationen über möglicherweise vorhandene Komplikationen, die durch Infektionen oder andere Begleiterkrankungen bestehen.
  • Die Röntgenaufnahme bringt Aufschluss über die chronische Bronchitis und lässt andere Erkrankungen wie eine Tuberkulose oder Lungenkrebs ausschließen.
  • Das EKG macht es möglich, die Begleiterkrankungen, die sich aus der chronischen Bronchitis für das Herz ergeben, auszuschließen oder nachzuweisen. Ein ständig erhöhter Blutdruck im Lungensystem, der bei einer fortgeschrittenen Erkrankung gegeben sein kann, ist bei einer chronischen Bronchitis allerdings noch nicht vorhanden.

Chronische Bronchitis – Behandlung

Die Behandlung der chronischen Bronchitis besteht darin, dass die auslösenden Gifte zunächst gemieden werden und somit eine Linderung der Beschwerden erzielt wird. Außerdem stehen dem Arzt unterschiedliche Medikamente zur Behandlung der Bronchitis zur Verfügung.

Die chronische Bronchitis ist nur in minderschweren Fällen heilbar – und dann auch nur, wenn die Auslöser wirklich konsequent gemieden werden. Das bedeutet für Raucher, dass sie das Rauchen unbedingt aufgeben müssen. Nur wenige Raucher mit einer chronischen sogenannten Raucherbronchitis schaffen es allerdings trotz ihrer Beschwerden, die Sucht zu überwinden. Sowohl Warnungen als auch die Gefahr der Ausbildung von Lungenkrebs sind für zahlreiche Raucher kein überzeugender Grund, das Rauchen aufzugeben. Dabei ist aber ein rauchfreies Leben die Bedingung dafür, dass der Husten auch wirklich verschwindet.

Haben Umweltbelastungen die chronische Bronchitis ausgelöst, dann sollte ein Ortswechsel angestrebt werden, der beispielsweise zu einem Wohnort am Meer führt. Hier kann sich bei der chronischen Bronchitis eine schnelle Erleichterung ergeben.

» Wie werden akute Infekte therapiert?
Die Therapie akuter Infekte ist bei einer chronischen Bronchitis besonders wichtig. Sowohl Schleimbildung als auch Schmerzen, Fieber und Husten können mit verschiedenen Mitteln bekämpft werden.

» Behandlung mit schleimlösenden Medikamenten
Die chronische Bronchitis muss mit einer entsprechenden Behandlung mit schleimlösenden Medikamenten therapiert werden. Dazu eignen sich entweder Wirkstoffe wie Acetylcystein oder auch Efeuextrakt. Auch wenn die Medikamente selbst den Verlauf der chronischen Bronchitis nicht beeinflussen, ist es dennoch wichtig, akute Infekte und Schleimbildung mit entsprechenden Maßnahmen zu behandeln. Sind Fieber und Schmerzen gegeben, dann sollte auch hier eine entsprechende Therapie erfolgen. Wichtig ist es allerdings, dass das Fieber nicht sofort bekämpft wird, denn das Fieber trägt zur Bekämpfung des Infektes wesentlich bei und auch das Immunsystem kann hierdurch wichtige Unterstützung erfahren.

» Behandlung mit Hustenstillern
Wenn nur eine Infektion mit trockenem und lästigem Hustenreiz gegeben ist, kann die Therapie mit Hustenstillern stattfinden. Diese Medikamente dürfen allerdings nur über einen kurzen Zeitraum und in Ausnahmefällen eingenommen werden, denn der unterdrückte Hustenreiz ist unnatürlich und verhindert auch das Abhusten von natürlicher Schleimbildung. Setzt sich Schleim in den Bronchien fest, kann dies im schlimmsten Falle zu einer Lungenentzündung führen.

» antibakterielle Therapie
Die chronische Bronchitis selbst sollt immer dann mit einer antibakteriellen Therapie behandelt werden, wenn der Allgemeinzustand des Betroffenen sich verschlechtert. Auch bei Fieber verbunden mit grünlich-eitrigem Auswurf ist eine antibakterielle Therapie geboten. Auch wenn die Infektion einen viralen Hintergrund hat, kann bei einem schweren Verlauf eine antibakterielle Therapie sinnvoll sein, um die Bronchien für diesen Zeitraum vor Bakterienbefall zu schützen.

» Dauertherapie der chronischen Bronchitis
Wenn die chronische Bronchitis insgesamt komplikationsfrei verläuft, können entzündungshemmende und bronchienerweiternde Medikamente als Therapiemaßnahmen zum Einsatz gelangen. Erst dann, wenn in einem fortgeschrittenen Verlauf eine Verengung der Atemwege gegeben ist, sollten Medikamente als Dauertherapie zum Einsatz gelangen. Diese Medikamente können in Tabletten-, Pulver- oder Sprayform angewandt werden.

Folgen und Verlauf der chronische Bronchitis

Die chronische Bronchitis macht es notwendig, dass die auslösenden Gifte wie Tabakrauch oder auch Gifte in der Atemluft unbedingt gemieden werden. In diesem Fall ist eine günstige Prognose gegeben. Besteht weiterhin Kontakt zu den auslösenden Giften, wird die chronische Bronchitis einen schwereren Verlauf nehmen. In diesem Fall kann die chronische Bronchitis in das Stadium II übergehen. Dann sind eine Verengung der Bronchien und Atemnot sowie Leistungsabfall zu verzeichnen. Der weitere Verlauf in das Stadium III bringt eine Überblähung der Lunge, das sogenannte Lungenemphysem mit sich. Wenn der Blutdruck in den Lungengefäßen sich jetzt auch noch erhöht, findet eine Belastung und Schwächung des Herzens statt.
Durch einen dauerhaften Einfluss von Giften auf die geschädigten Bronchien kann sich die chronische Bronchitis langfristig zu Lungenkrebs entwickeln.

Kann man der chronischen Bronchitis vorbeugen?

Die chronische Bronchitis lässt sich vermeiden, wenn die auslösenden Gifte vermieden werden. Die wichtigste Maßnahme für die Vorbeugung vor der chronischen Bronchitis ist der Verzicht auf das Rauchen, denn 90 Prozent aller Bronchiker sind gleichzeitig auch Raucher oder ehemaliger Raucher. Bei Nichtrauchern entwickelt sich nur in sehr seltenen Fällen eine chronische Bronchitis.

Welche Impfungen können notwendig sein?

Wer eine chronische Bronchitis hat, kann eventuelle Komplikationen durch gezielten Impfschutz vermeiden.

» Grippeschutz-Impfung
Bei der Grippeschutz-Impfung handelt es sich um einen sinnvollen Schutz, wenn eine chronische Bronchitis gegeben ist oder sich bereits eine sogenannte COPD entwickelt hat. Der Impfschutz gegen die Influenza ist daher sehr sinnvoll. Wichtig ist auch ein Auffrischen der Impfung, was jährlich stattfinden soll. Die Grippeerreger wechseln regelmäßig, daher ist der aktuelle Impfschutz sehr wichtig. Gegen normale Erkältungskrankheiten kann die Impfung allerdings nicht helfen.

» Pneumokokken-Schutzimpfung
Bei der Pneumokokken-Schutzimpfung handelt es sich um einen weiteren sinnvollen Impfschutz, wenn bereits eine chronische Bronchitis besteht. Die Impfung muss alle drei Jahre aufgefrischt werden. Nicht sinnvoll ist es, den Impfschutz in kürzeren Zeiträumen zu aktualisieren, denn so ist die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen bei der Impfung erhöht.