Dammschnitt bei der Geburt - So beschleunigen Sie den Heilungsprozess

 

Dammschnitt bei der GeburtEine Geburt ist für viele Frauen schon eine körperliche Strapaze. Obwohl die meisten Frauen anschließend gleich alle Schmerzen vergessen haben und in das Gesicht Ihres kleinen süßen Kindes schauen, kämpfen viele Frauen auch noch Tage später mit starken Schmerzen im Dammbereich.


Bei vielen Geburten wird während einer Presswehe ein Dammschnitt vorgenommen, um den Scheideneingang zu erweitern und somit die Geburtsdauer zu verkürzen. Bei vielen Frauen reißt der Damm auch von ganz allein. Ob ein Schnitt oder ein Riss besser ist, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Klar ist jedoch, dass beide im Nachhinein von einem Arzt unter örtlicher Betäubung genäht werden müssen. Die Wunde kann besonders in den ersten Tagen zu starken Schmerzen führen, insbesondere beim Wasserlassen und beim Stuhlgang.


Es gibt aber einige Methoden die Schmerzen erträglicher zu machen und gleichzeitig den Heilungsprozess zu beschleunigen.




8 Tipps für eine schnellere Wundheilung

➤ Tipp 1: Liegen bleiben

Gerade das Sitzen macht nach einem Dammschnitt große Probleme, da hier ein erhöhter Druck auf die Wunde ausgeübt wird.


Bleiben Sie in den ersten Tagen nach der Geburt im Bett liegen, auch wenn es schwer fällt. So wird der Dammbereich entlastet und die Heilung geht schneller voran. Für später können Sie sich ein Sitzkissen (hier bei sieh-an gesehen) besorgen, dass macht das Sitzen bequemer und vor allem erträglicher.


➤ Tipp 2: Wunde kühlen

Bei vielen Frauen kommt es vor, dass die frische Wunde anschwillt und es möglicherweise zu Blutergüssen kommt.


Was hier hilft, ist immer und immer wieder Kühlen Kühlen Kühlen! Durch die Kälte geht die Schwellung zurück und die Wunde wird ein wenig betäubt. So lassen mit der Zeit auch die Schmerzen ein wenig nach.


Krankenhäuser und Geburtsstationen halten für solche Fälle oft spezielle Kühlkompressen bereit, die Sie sich bei der Schwester anfordern können. Für zu Hause können Sie sich dann selber welche zulegen (hier im 4er-Pack bei Amazon), die brauchen Sie mit Kindern später sowieso immer mal wieder.


» Extra-Tipp: Kühlkompressen vor der Verwendung immer mit einem Handtuch oder Waschlappen umwickeln.


➤ Tipp 3: Sitzbad nehmen

Ein Sitzbad kann wohltuend und entzündungshemmend wirken. Geben Sie dazu Badezusätze wie Calendula-Essenz oder Tannolact in das Bad und bleiben Sie für etwa zwei Minuten darin sitzen. Nicht zu lange baden, da die Naht sonst aufweicht.


Anschließend die Wunde mit einem weichen und sauberen Tuch vorsichtig trocken tupfen.


➤ Tipp 4: Schmerzlindernde Kompressen verwenden

Wenn das normale Kühlen mit Kompressen nicht ausreicht, können Sie auch etwas Hamamelis-Extrakt (gibt es in der Apotheke) verwenden. Dazu einen Teelöffel dieses Extraktes in 100 Milliliter lauwarmes Wasser geben und ein Tuch oder eine Binde darin eintauchen. Diese können Sie nun für etwa 20 Minuten auf Schambein und Naht auflegen. Diese Prozedur etwa 3 mal täglich wiederholen.


Hamamelis wirkt schmerzlindernd, reinigend, entzündungshemmend und kühlend.



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➤ Tipp 5: Die richtige Ernährung

Die wohl größte Sorgen bei Frauen ist, dass die Narbe beim ersten Stuhlgang wieder reißt. Aber keine Angst, das tut sie in den wenigsten Fällen.


Der Körper ist so darauf ausgerichtet, dass der erste Stuhlgang nach der Geburt sowieso erst 2 bis 3 Tage danach einsetzt. In dieser Zeit sollten Sie möglichst viel trinken. Am besten ist natriumarmes Mineralwasser. Wichtig ist auch, dass Sie sich ballaststoffreich ernähren und viel Obst und Gemüse essen. Das lockert den Stuhlgang.


Sollten Sie dennoch an Verstopfungen leiden, sollten Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrer Hebamme des Vertrauens ein leichtes und verträgliches Abführmittel verschreiben lassen.


➤ Tipp 6: Wunde optimal reinigen

Damit es nicht zu Entzündungen oder Infektionen kommt, ist es ganz wichtig, dass Sie Ihre Wunde regelmäßig reinigen. Verzichten Sie aber unbedingt auf sämtliche Pflegeprodukte.


Am einfachsten ist wenn, Sie warmes oder kaltes Wasser (je nachdem was für Sie angenehm ist) über Ihren Genitalbereich gießen bzw. laufen lassen. Beginnen Sie immer am Schambein, dann über die Schiede und anschließend den Damm. Auch nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten säubern, sodass die Wunde nicht mit den Darmbakterien in Verbindung kommt.


Nach dem Wasserlassen sollten Sie ebenfalls immer kaltes bzw. warmes Wasser über Ihren Genitalbereich gießen, sodass der Urin komplett weggespült wird.


➤ Tipp 7: Beckenboden trainieren

Während der Geburt ist der Beckenboden stark belastet worden. Diesen gilt es jetzt wieder in Top-Form zu bringen, um Inkontinenz im späteren Alter zu vermeiden.


Nach dem dritten oder vierten Tag nach der Geburt können Sie mit einem leichten Beckenbodentraining beginnen. So wird das Gewebe besser durchblutet und der Heilungsprozess ebenfalls angeregt.


Spezielle Übungen für die Zeit nach der Geburt finden Sie beispielsweise unter babycenter.de.


➤ Tipp 8: Auf Geschlechtsverkehr in den ersten Wochen verzichten

Nach einem Dammschnitt sollten Sie vorerst auf Geschlechtsverkehr verzichten. In den ersten Wochen nach der Geburt haben Sie ja noch den Wochenfluss, der obendrein auch sehr infektiös für Ihren Partner ist. Nach etwa 6 Wochen ist die Wunde verheilt und die Fäden haben sich aufgelöst, dann können Sie wieder die Intimität mit Ihrem Partner austauschen.


In der Zwischenzeit finden Sie sicherlich andere Möglichkeiten Ihrem Schatz ganz nah zu sein.


Dammschnitt oder Riss vorbeugen

Die Angst vor einem Dammschnitt oder einem Riss ist bei vielen Frauen enorm hoch. Deswegen beginnen Sie schon während der Schwangerschaft dem Schnitt vorzubeugen.


Sie können Ihren Damm elastischer und weicher machen, indem Sie mit einem natürlichen und hochwertigen Massageöl Ihren Damm massieren. In den ersten Schwangerschaftswochen reicht es, wenn Sie dies einmal in der Woche durchführen. Zum Ende der Schwangerschaft sollten Sie jeden Tag massieren.


Eine Anleitung zur richtigen Massage finden Sie unter hebamme4u.de.










Alle Tipps und Ratschläge wurden bestmöglich recherchiert.
Sie ersetzen jedoch in keinem Fall eine ärztliche Beratung oder Untersuchung! Bei gesundheitlichen Problemen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.