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Ernährung bei einer Kuhmilchallergie – So füttern Sie Ihr Baby richtig

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Ernährung bei Kuhmilchallergie - So füttern Sie Ihr Baby richtig
© komokvm - Fotolia.com

Die Kuhmilchallergie ist einer der häufigsten Nahrungsmittelallergien im Baby- bzw. Kindesalter. Um die Symptome zu lindern, gilt es die Ernährung umzustellen und der Allergie entsprechend anzupassen.

An einer speziellen Lebensmittelallergie leiden Babys und Kleinkinder eher selten. Viel mehr sind es Grundlebensmittel, die zu allergischen Reaktionen führen können. Am häufigsten tritt dabei die Kuhmilchallergie aus. Die Symptome sind dabei unterschiedlich. Sie können sich sowohl auf die Haut, auf den Magen-Darm-Trakt, die Atemwege oder aber auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Jedes Kind reagiert anders. Wer sich unsicher ist, bekommt unter nestlehealthscience.de einen schnellen Überblick über die Kuhmilchallergie. Einfach die auftretenden Symptome anklicken und im Anschluss bekommen Sie den Hinweis, ob es sich um eine mögliche Kuhmilchallergie handelt oder nicht.

Aber Vorsicht! Handeln Sie nicht auf eigene Faust. Die endgültige Diagnose kann nur der Kinderarzt bzw. ein Allergologe stellen. Dieser führt Haut- und Bluttests durch, um Ihnen schnellstmöglich ein Ergebnis geben zu können, damit Sie mit einer geeigneten Therapie fortfahren können.

Ernährungsumstellen schafft Linderung

Wurde eine Kuhmilchallergie bei Ihrem Baby oder Kleinkind festgestellt, gibt es nur eine Maßnahme: Milch- und Milchprodukte müssen gänzlich vermieden werden. Das bedeutet in den meisten Fällen eine komplette Ernährungsumstellung für die ganze Familie.

Damit es für Sie einfacher ist, möchten wir Ihnen hier gern ein paar Tipps geben.

1. Stillen und Milchersatznahrung

Die beste Ernährung für Ihr Baby ist Muttermilch. Sie schützt vor Allergien und bietet hervorragende Inhaltsstoffe, um das Immunsystem des Kindes aufzubauen. Trotzdem kann es vorkommen, dass Ihr Baby Symptome einer Kuhmilchallergie aufweist. Dann sollten Sie als stillende Mutter unbedingt für mehrere Tage auf Milch- und Milchprodukte verzichten. Verbessern sich die Symptome ist eine Allergie gegen Kuhmilcheiweiß sehr wahrscheinlich. Suchen Sie einen Arzt auf und besprechen Sie das weitere Vorgehen.

Natürlich gibt es auch Mütter, die nicht stillen können oder wollen, dann bieten Milchersatznahrungen eine wertvolle Alternative. Von normalen Säuglingsnahrungen sollten Sie im Falle einer Kuhmilchallergie allerdings Abstand nehmen, weil diese zu viel Kuhmilcheiweiß enthalten. Einige Babynahrungshersteller bieten aber dazu spezielle Milchersatznahrungen an, damit ihr Kind trotzdem mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird.

2. Von der Milch zum Brei

Ab dem 5. Lebensmonat können Sie sich langsam an die Beikost heranwagen. Löffel für Löffel tasten Sie Ihr Baby an die feste Nahrung und ersetzen dadurch nach und nach eine Still- bzw. Flaschenmahlzeit.

Empfehlenswert ist es hier, dass Sie die Beikost selbst zubereiten, damit Sie genau wissen was in dem Brei enthalten ist. Bei der Herstellung sollten Sie immer nur ein neues Lebensmittel hinzufügen, damit Sie andere Lebensmittelunverträglichkeiten direkt erkennen können.

3. Lebensmittelkennzeichnung beachten

Wer selber kocht, musst die verwendeten Lebensmittel genau unter die Lupe nehmen. Auf jedem verpackten Lebensmittel finden Sie eine Zutatenliste. Mit dieser müssen Sie sich genau auseinandersetzen, um gegebenenfalls auch versteckte Kuhmilch in den Produkten erkennen zu können.

Seit dem Jahr 2005 müssen die 14 häufigsten Allergene auf den Lebensmittelverpackungen klar und deutlich aufgelistet sein. Dazu gehören laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter bmel.de folgende Zutaten:

  • Eier
  • Erdnüsse
  • Krebstiere
  • Milch
  • Schalenfrüchte
  • Sellerie
  • Sesamsamen
  • Soja
  • Glutenhaltiges Getreide
  • Schwefeldioxid und Sulfite
  • Fische
  • Senf
  • Lupinen
  • Weichtiere

Wie oben schon kurz erwähnt, gibt es auch Lebensmittel, bei denen auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar ist, dass dort Kuhmilcheiweiße enthalten sind.

Sollte sich einer der folgenden Inhaltsstoffe im jeweiligen Produkt befinden, sollten Sie es nicht verwenden:

» Milchpulver
» Caseinate
» Molke
» Molkepulber
» Lactose
» Galaktose
» Lactalbumin
» Lactoglobulin
» Milchsäure
» Lactate
» Milcheiweiß
» Milchtrockenmasse
» Casein
» Lab
» Milchfett

4. Alternativen zu Kuhmilch finden

Milch und Milchprodukte sind eine der wichtigsten Kalziumquellen in der Ernährung. Es wäre also falsch diese Lebensmittel komplett vom Essensplan zu streichen. Vielmehr gilt es Alternativen zu finden, um einen Nährstoffmangel vorzubeugen.

Größeren Kindern ab dem ersten Lebensjahr können Sie auch Sojamilch geben. Achten Sie hier allerdings darauf, dass sie eine kalziumreiche Milch verwenden. Auch Reis-, Hafer-, Mandel- und Kokosmilch können uneingeschränkt zum Kochen und Backen verwendet werden, solange keine weiteren Allergien auftreten. Diese Sorten enthalten aber nicht ausreichend Kalzium, sodass Sie auf eine Extra-Gabe nicht verzichten sollten. Kalzium finden Sie z.B. in:

  • kalziumreichem Mineralwasser
  • Gemüse wie Spinat, Fenchel, Grünkohl und Spinat oder
  • Sesamsamen
  • Tofu
  • Mandeln

Es gibt auch Schaf- und Ziegenmilch – diese sollten Sie nicht verwenden, da die enthaltenen Eiweiße mit denen der Kuhmilch sehr ähnlich sind. Die könnten so genannte Kreuzallergien auslösen.

5. Süßigkeiten für Kinder

Kinder lieben Süßigkeiten – auch schon im kleinsten Alter. Normale Schokolade ist hier zwar nicht möglich, aber es gibt genügend Alternativen. Schauen Sie mal hier:

  • Wassereis
  • Gummibärchen
  • Lakritze
  • Wackelpudding und Fruchtgrütze
  • Pudding mit alternativer Milch
  • Es gibt sogar spezielle Schokolade, die ohne Kuhmilch hergestellt wurde.

» Übrigens: Frau Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (kurz: DAAB) hat in einem Interview unter kindergesundheit-info.de folgendes erwähnt: Umso früher die Allergie auftritt, desto schneller werden die Kinder diese Allergie wieder los. Deshalb ist es auch wichtig, dass nach einigen Jahren noch einmal neu getestet wird.