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Fersensporn was ist das? – Symptome und Behandlung genau erklärt

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Fersensporn
© Whyona - Fotolia.com

Der Fersensporn wird auch als Kalkaneussporn bezeichnet. Er tritt relativ häufig auf, denn ungefähr jeder zehnte Deutsche hat solche Knochenauswucherungen im Bereich der Ferse. Der Fersensporn bildet sich für gewöhnlich an der Stelle, an der Sehnenstränge der Muskeln an den Knochen angewachsen sind. Dies ist das sogenannte Fersenbein oder der Kalkaneus. Oftmals wird der Fersensporn überhaupt nicht wahrgenommen. In einigen Fällen kann der Fersensporn aber Probleme bereiten.

» Was ist der Fersensporn genau?
» Wodurch entsteht Fersensporn?
» Der Plantare Fersensporn
» Symptome für Fersensporn
» Wie wird der Fersensporn diagnostiziert?
» Wie wird der Fersensporn behandelt?
» Fersensporn – Muss eine Operation sein?
» Wie verläuft der Fersensporn?
» Kann man dem Fersensporn vorbeugen?

Was ist der Fersensporn genau?

Der Fersensporn, der auch als Kalkaneussporn bezeichnet wird, ist ein dornartiger Knochenauswuchs unnatürlicher Form, der sich gerade im Ansatzbereich eines Muskels in der Ferse bzw. am Fersenbein befindet Die sogenannte Sehnenplatte ist vom Fersensporn besonders häufig betroffen. Das Fersenbein wird auch als Kalkaneus oder Calcaneus bezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen Knochen der Fußwurzel. Der Fersensporn bereitet häufig überhaupt keine oder so geringe Beschwerden, dass die Betroffenen sich nicht veranlasst sehen, einen Arzt aufzusuchen. Daher bleibt der Fersensporn bei vielen Menschen unerkannt und unentdeckt, bis eine zufällige Entdeckung durch eine Röntgenuntersuchung, die aus anderem Anlass vorgenommen wird, den Fersensporn zeigt.

» Entzündungen durch Fersensporn

Der Fersensporn kann eine Entzündung des umliegenden Gewebes mit sich bringen. In diesem Fall ist der Fersensporn dann mit Schmerzen verbunden. Aber es kann auch der umgekehrte Fall eintreten, in dem der Fersensporn nämlich durch eine zuvor ausgelöste Entzündung erst entsteht.

» Formen des Fersensporns

Der Fersensporn tritt überwiegen an zwei Bereichen des Fußes auf. Darin liegt auch die Unterscheidung in zwei Formen des Fersensporns begründet. Zum einen kann der Sporn sich unterhalb der Ferse bilden. Dann wird er als plantarer Fersensporn bezeichnet. Liegt der Sporn am Ansatz der Achillessehne, dann handelt es sich um einen oberen Fersensporn, der auch als dorsaler Fersensporn oder Haglund-Ferse bzw. Haglund-Exostose bezeichnet wird.

Wodurch entsteht Fersensporn?

Der Fersensporn entsteht durch Druck und Zug bei Überlastung. Besonders bei Fußfehlformen, beispielsweise dem Knick-Senkfuß tritt der Fersensporn mit seinen Beschwerden gehäuft auf. Bei diesen Fußfehlstellungen ist innerhalb der Sehnenplatte im Fußsohlenbereich eine erhöhte Zugbelastung gegeben. Weitere Faktoren für die Bildung vom Fersensporn sind

  • Qualitativ minderwertige Schuhe
  • Übergewicht
  • erhöhtes Alter

Bildet sich der Fersensporn am Fuß, dann befindet sich dieser entweder an der Fußsohle direkt unter der Ferse oder aber am Ansatz der Achillessehne an der Ferse. In der Regel bildet sich der Fersensporn als sogenannter unterer oder auch plantarer Fersensporn im unteren Bereich der Ferse. Relativ selten entsteht der Fersensporn am Ansatz der Achillessehne. Ein oberer oder auch dorsler Fersensporn wird auch als Haglund-Ferse oder auch Haglund-Exostose bezeichnet. Exostose heißt übersetzt „knöcherner Auswuchs“.

» Schlechtes Schuhwerk und übertriebener Sport

Schlechtes Schuhwerk kann ebenso wie intensiv betriebener Sport in untrainiertem Zustand einen Fersensporn begünstigen. Auch Übergewicht und Fettleibigkeit führen zu einem Fersesporn. Weiterhin sind Fußfehlstellungen häufig für die Entstehung des Fersensporns verantwortlich. Auch schwere körperliche Arbeiten sowie langes Stehen – insbesondere am Arbeitsplatz – begünstigen den Fersensporn in seiner Bildung.

Der Plantare Fersensporn

In der Regel befindet sich der Fersensporn, der sogenannte Kalkaneussporn, direkt hinten und unterhalb der Ferse an der Innenseite der Fußsohle am Fersenbein. Der Fersensporn ist hier in Richtung der Zehen ausgerichtet. Ein sogenannter unterer oder auch plantarer Fersensporn kann durch Verschleiß, der sich bedingt durch andauernde Fehl- und Überbelastung ergibt, entstehen. Die Hintergründe für diesen Fersensporn liegen in zu langem Stehen oder auch Übergewicht. Gelegentlich kann der plantare Fersensporn mit einer Entzündung des umgebenden Gewebes auftreten. Wenn der anliegende Sehnenstrang, die Plantarfaszie, entzündet ist, wird dies vom Mediziner als Plantarfasziitis bezeichnet. Die Entzündung, die hier besteht, kann sehr intensive Schmerzen nach sich ziehen.

Symptome für Fersensporn

Der Fersensporn bringt nur sehr selten eindeutige und deutliche Symptome mit sich. Deshalb bleibt der Kalkaneussporn auch häufig unentdeckt. Wenn überhaupt Beschwerden durch den Fersensporn auftreten, sind dies oftmals Schmerzen, die sich im Bereich der Sehnenansätze ergeben. Je nach Lage des Fersensporns unterscheiden sich auch die Symptome, die der Sporn auslöst.

  • Ist ein hinterer unterer sogenannter plantarer Fersensporn gegeben, zeigen sich die schmerzhaften Symptome des Fersensporns in stechenden Schmerzen an der Fußsohle. Diese Schmerzen treten belastungsabhängig auf, schränken allerdings die Aktivität des täglichen Lebens erheblich ein.
  • Der plantare Kalkaneussporn zeigt sich in seinem Symptomen besonders deutlich durch Schmerzen, die morgens nach dem Aufstehen bei den ersten Schritten auftreten. Die Gehstrecke, die schmerzfrei zurückgelegt werden kann, ist sehr stark eingeschränkt.
  • Durch Druck kann schon ein deutlich begrenzter Schmerz am Ansatz der Sehnenplatte, der sogenannten Aponeurose, gegeben sein. Dieses bezeichnet man auch als Druckschmerz, der im Bereich der Fußsohle angesiedelt ist.

Ist ein hinterer oberer dorsaler Fersensporn gegeben, der auch als Haglund-Exostose bezeichnet wird, äußern sich die Symptome auf zweierlei Weise.

  • Einerseits ist beim Abtasten der Achillessehne ein Druckschmerz vorhanden, andererseits treten bei dieser Form des Fersensporns auch Belastungsschmerzen auf. Der hintere Schuhrand drückt intensiv auf den Fersensporn, was wiederum eine Hautrötung und Entzündung nach sich zieht.
  • Der Druck des Schuhrandes sorgt zudem für eine Entzündung am Ansatz der Achillessehne, die dann oftmals auch mit einer Schleimbeutelentzündung gemeinsam auftritt.

Wie wird der Fersensporn diagnostiziert?

Die Diagnose des Fersensporn erfolgt oftmals durch Zufall. Wird eine Röntgenuntersuchung des Fußes notwendig, kann der Fersensporn – sofern er bisher keine Probleme bereitet hat – per Zufall auf der Röntgenaufnahme entdeckt werden. Wenn der Fersensporn Probleme bereitet, sind diese häufig durch Reize mechanischer Art gegeben, die von außen entstehend eine Entzündung des Fußsohlenstrangs, des Plantarfasziitis, mit sich bringen und so die Diagnose „Fersensporn“ ergeben.

» Diagnose durch Röntgen

Diese Beschwerden können schon auftreten, bevor sich durch die Entzündung ein knöcherner Fersensporn ausgebildet hat. Klarheit bringt dann sowohl die Untersuchung als auch die Röntgenaufnahme. Wenn ein plantarer Fersensporn vorliegt, erkennt man diesen in einer seitlichen Röntgenaufnahme der Rückseite des Fußes. Der Sporn ist meistens in Richtung der Zehen ausgerichtet und dabei mit einer Größe von einem bis fünf Millimetern erkennbar.

Ist die Haglund-Exostose gegeben, die als hinterer oberer oder dorsaler Fersensporn bezeichnet wird, kann die Diagnose häufig aufgrund der Tatsache gelingen, dass die Knochenverwachsungen im Röntgenbild kleiner sind, als ein klinisch tastbarer Befund, weil die Spitze des Fersensporns knorpelig ausgebildet ist.

» Andere Krankheiten ausschließen

Wenn vorhandene Schmerzen auf einen Fersensporn hindeuten, sind für die Diagnose zunächst andere Erkrankungen als Auslöser für die Beschwerden auszuschließen. Dazu gehört es, Rheuma und Morbus Bechterew sowie Gicht auszuschließen. Auch die Bestimmung der Blutwerte kann zur Diagnose beitragen. Ein Kalkaneussporn, der die Fähigkeit des Gehens beeinträchtigt, ist sehr leicht mit dem Morbus Ledderhose verwechselt. Bei diesem bilden sich innerhalb des Bereichs der Fußsohle Koten, wie sie bei der Dupuytren-Krankheit an der Hand auftreten.

Wie wird der Fersensporn behandelt?

Die Behandlung des Fersensporns ist nur dann notwendig, wenn der Sporn Beschwerden verursacht. Hier findet in der Regel die konservative Behandlung Anwendung, sprich eine nicht-operative Behandlung. Oftmals ist es schon ausreichend, wenn der Fersensporn durch Entlastung behandelt wird. Welche Maßnahmen die richtigen für die Behandlung des Fersensporns sind, ist nicht zuletzt von der Lage des Sporns abhängig.

» Fersensporn Behandlung mit Fersenkissen und Einlagen

Ist ein plantarer Fersensporn gegeben, kann ein Fersenkissen mit einer Locheinlage über der druckempfindlichen Stelle getragen, schon Linderung verschaffen. Diese Maßnahme ist für die Schmerzlinderung geeignet. Dazu können bei einem plantaren Fersensporn auch Einlagen – sogenannte Locheinlagen – sehr sinnvoll sein, denn diese unterstützen und entlasten das Längsgewölbe des Fußes.

» Fersensporn Behandlung mit den passenden Schuhen

Bei der Haglund-Exostose ist es ein hinter und oberer, sogenannter dorsaler, Fersensporn, der Probleme bereitet. Hier kann schon der Wechsel des Schuhwerkes Linderung bringen. Ist ein oberer Fersensporn gegeben, sollte zudem auf zu starres Schuhwerk verzichtet werden. Außerdem sollten die Schuhe nicht unmittelbar auf der Höhe des Fersensporns abschließen.

Mit physikalischen Maßnahmen kann in Form von Kälte- und Wärmebehandlungen sowie auch einer örtlichen Ultraschallbehandlung Linderung geschaffen werden.

» Fersensporn Behandlung mit Salbe

Medikamentöse Behandlungen sind beim Fersensporn in Form von Salbenverbänden möglich. Dazu können auch Lokalanästhetika sowie Kortikoid-Gemisch zum Einsatz kommen. Das heißt, dass die Salbe schon mit Kortison und örtlichen Betäubungsmitteln versetzt ist. Die Salbe muss im Bereich des Muskelansatzes aufgebracht werden. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Salbentherapie mit gezielten Spritzen, die in den Fersensporn selbst gesetzt werden, zu kombinieren.

» Fersensporn Behandlung mit Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie, die sogenannte extrakorporale Stoßwellentherapie, regt die Blutgefäße zum Wachstum an und unterstützt damit die Linderung von Entzündungen. Außerdem tragen diese Stoßwellen die Kalkablagerungen ab. Die Krankenkassen übernehmen die Behandlung mit den Stoßwellen allerdings in der Regel nicht.

Fersensporn – Muss eine Operation sein?

In der Regel ist bei einem Fersensporn eine erfolgreiche Therapie auch ohne Operation möglich. In den meisten Fällen bereitet der Fersensporn keine Probleme oder aber er ist mit einer äußeren Therapie behandelbar. Nur in Einzelfällen, wenn die konservativen Maßnahmen gegen die Beschwerden nicht greifen, kann eine Operation notwendig werden. Das ist im Regelfall dann gegeben, wenn auch nach neun bis zwölf Monten der konservativen Behandlung noch keine Besserung zu verzeichnen ist.

Wird die Operation notwendig, dann trägt der Chirurg den Fersensporn mit einem Meißel ab und entfernt zudem noch ein Stück des Sehnenstranges, das von dem Fersensporn betroffen war.

Ratsam ist es in jedem Fall, vor dem Entschluss zu einer Operation noch alle anderen Möglichkeiten der Behandlung auszuschöpfen. Eine Operation birgt immer Risiken und in diesem Fall das besondere Risiko, dass sich an der Ferse Narben bilden, die dann zu anhaltenden Schmerzen führen können. Weiterhin ist es sehr wichtig, die konservative Fersensporn-Behandlung mit entsprechenden Einlagen sorgfältig durchzuführen, um so das Risiko, dass eine Operation erforderlich ist, deutlich zu senken. Werden Einlagen angepasst, sollte diese Anpassung von einem erfahrenen Orthopädie-Schuhmacher erfolgen, der nach Möglichkeit schon viel Erfahrung mit dem Thema Fersensporn aufbringen kann.

Wie verläuft der Fersensporn?

Ein Fersensporn, der behandelt wurde, hat in der Regel einen sehr guten Verlauf aufzuweisen. In etwa 95 Prozent der Fälle kann der Fersensporn durch eine konservative Behandlung geheilt werden. Bei etwa fünf Prozent der Betroffenen kann dann allerdings auch nach Jahren noch eine Operation notwendig werden. In diesen operierten Fällen ist wiederum eine Heilungsrate von 80 bis 90 Prozent gegeben. Bedenken sollte man aber, dass nach einer Operation des Fersensporns eine sehr lange Erholungsphase eingeplant werden muss.

Kann man dem Fersensporn vorbeugen?

Dem Fersensporn kann man durchaus vorbeugen. Wichtig ist eine Schonung von Sehnen und Fußsohlen.

  • Diese Schonung kann erzielt werden, indem vor dem Sport eine ausreichende Dehnung und ein Aufwärmen erfolgt.
  • Zudem ist es sehr wichtig, passende Schuhe zu tragen, die natürlich nicht zu eng sein dürfen.
  • Wichtig ist auch eine Positionsveränderung am Arbeitsplatz, die dauerhaftes Sitzen oder Stehen ausschließt und so eine Überlastung vermeidet.
  • Wer einem Fersensporn vorbeugen möchte, sollte zudem sein Gewicht unter Kontrolle haben. Durch Übergewicht kann ein enormer Druck auf den Fuß aufgebaut werden, der dann wiederum den Fersensporn in seiner Entstehung begünstigt.
  • Bei einer genetischen Veranlagung zum Fersensporn ist das Risiko, hieran zu leiden, zwar erhöht. Dennoch können vorbeugende Maßnahmen sehr wirkungsvoll sein. Ist beispielsweise eine genetische Vorbelastung für den Fersensporn in Familien mit tendenziell hohem Körpergewicht gegeben, kann die Reduzierung des Gewichtes auch gleichzeitig die genetische Veranlagung aushebeln.

Zum Nachmachen: 3 Fersensporn Übungen zur Linderung und Heilung