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Fieber behandeln

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Fieber behandeln
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Fieber ist immer ein Hinweis darauf, dass der Körper gegen etwas ankämpft, wobei es sich in den meisten Fällen um eine Infektion mit Bakterien oder anderen Krankheitserregern handelt. Um diese zu bekämpfen, erhöht der Körper seine Temperatur, damit die Eindringlinge durch die Wärme abgetötet werden. Im Allgemeinen ist Fieber zunächst einmal nichts Bedrohliches, sondern eine ganz natürliche Abwehrreaktion, die nicht unterdrückt werden sollte.

Das richtige Verhalten bei Fieber besteht zunächst einmal in körperlicher Schonung und der Aufnahme von viel Flüssigkeit. So kann der Körper seine Kräfte voll zur Bekämpfung der Infektion nutzen, denn eine zusätzliche körperliche Belastung ist gerade bei Fieber unbedingt zu vermeiden. Weiterhin sollte die Höhe des Fiebers regelmäßig kontrolliert werden, wobei man davon ausgeht, dass ab bei einer Körpertemperatur von über 37,5 Grad von leichter Temperatur gesprochen wird. Fieber, welches über 39 Grad hoch ist, gilt potentiell als bedrohlich, bei einer Temperatur von über 41 Grad besteht Lebensgefahr. Dies ist damit zu begründen, dass die für die wichtigsten körperlichen Vorgänge zuständigen Enzyme bei Temperaturen über 40 Grad nicht mehr arbeiten können. Enzyme sind Proteine (Eiweiße), die bei höheren Temperaturen denaturieren, d.h. ihre Struktur so verändern, dass sie nicht mehr arbeiten können. Dementsprechend fallen lebensnotwendige körperliche Vorgänge aus, wenn Fieber bestimmte Temperaturen überschreitet. So sollte hohes Fieber gesenkt werden, wofür professionelle medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte. Ein bewährtes Hausmittel zur Behandlung von Fieber sind so genannte Wadenwickel. Dabei handelt es sich um Wickel aus Stoff oder Handtüchern, die in kaltes Wasser getränkt und um die Waden des Patienten gelegt werden. Wadenwickel können neben einer ärztlich verordneten medikamentösen Behandlung unterstützend eingesetzt werden und sind sehr einfach anzuwenden. Vor allem bei Kindern kann Fieber sehr schnell in sehr hohe Bereiche steigen, hier ist die Anwendung von Wadenwickeln eine sehr sinnvolle und hilfreiche Maßnahme. Generell gilt, dass bei Fieber, welches 39 Grad überschreitet und zudem über mehrere Tage andauert, ein Arzt konsultiert werden sollte.

Zum Fiebermessen gibt es verschiedene Maßnahmen. Die so genannte Ohrmessung ist dabei eine schnelle Methode, die bei richtiger Anwendung des Ohrthermometers relativ zuverlässig ist. Man kann die Körpertemperatur auch unter der Zunge (oral), im After (rektal), vaginal, im Leistenbereich oder unter den Achselhöhlen messen. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die rektale Messung am zuverlässigsten.

Neben der erhöhten Körpertemperatur gibt es noch zahlreiche weitere Symptome, die auf Fieber hinweisen. Man spricht hierbei auch von den so genannten Fieberzeichen. Neben der erhöhten Temperatur kommt es zu einer Erhöhung der Pulsfrequenz um etwa zehn Herzschläge pro ein Grad Körpertemperaturerhöhung, sowie zu einer Erhöhung der Atemfrequenz. Weiterhin sind Mundatmung, glänzende Augen und eine Rötung der Haut (vor allem bei sinkender Temperatur) typisch. Steigt dagegen die Körpertemperatur weiter an, ist die Haut meistens blass. Die Zunge von Fieberpatienten ist in den meisten Fällen trocken und belegt, die Lippen sind spröde und rissig. Hier helfen eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und das Eincremen der Lippen mit Fett- und Feuchtigkeitscremes. Meist klagen die Patienten auch über einen erhöhten Durst, so dass die Flüssigkeitsaufnahme generell steigt. Ein weiteres für Fieber sehr typisches Symptom ist der so genannte Schüttelfrost, bei welchem es sich um ein Muskelzittern zusammen mit Frieren handelt. Hier hilft eine Erwärmung des Kranken, zum Beispiel mit warmen Decken und Getränken. Bei sehr hohem Fieber kann es schließlich zu Fieberkrämpfen, Unruhe, Verwirrtheitszuständen, Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen, Berührungsempfindlichkeit sowie einer verstärkten Licht- und Geräuschempfindlichkeit kommen. Diese Symptome bessern sich bei einer effektiven Senkung des Fiebers.

Durch den Verlauf einer Fieberkurve, wie sie von Medizinern oft angefertigt wird, kann man zudem auch Hinweise auf einige Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Malaria, Typhus oder Sepsis erhalten. Dementsprechend sollte Fieber auch nicht sofort durch Medikamente unterdrückt werden.

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