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Fitnessstudio – Woran erkennt man gute Qualität?

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© Peter Atkins - Fotolia.com

Fitnessstudios, inzwischen wachsen sie förmlich wie Pilze aus dem Boden. Kaum vergeht ein Tag, an dem nicht ein Werbeprospekt im Briefkasten landet, der ein neues Fitnessstudio oder eine Fitnesskette, wie McFit oder Kieser, anpreist. Allen gemeinsam ist, dass sie sich selbst loben, was bei Werbung auch typisch ist.

Während einige Studios eher auf ihre Qualität hinweisen, werben andere Studios mit knallhartem Preiskampf gegenüber dem Wettbewerb.

Insgesamt 5 Millionen Männer und Frauen in Deutschland sind Mitglied in einem Fitnessstudio. Rund 5500 Studios verteilen sich auf das Bundesgebiet und jedes zweite Mitglied in einem Fitnessclub ist bereits älter als 40 Jahre. Krafttraining ist ein echter Volkssport geworden.

1. Ist Krafttraining gesund?
2. Gute Werbung gleich gutes Fitnessstudio?
3. Woran erkenne ich eine gute Betreuung?
4. Ganz wichtig – Die Geräte im Fitnessstudio!
5. Werden verschiedene Kurse angeboten?
6. Welche Klauseln sollte der Vertrag enthalten?
7. Ist die Lage des Studios von Bedeutung?
8. Welcher Preis ist realistisch?
9. Kann ich ein Probetraining absolvieren?
10. Wie sollten die räumlichen und hygienischen Bedingungen sein?
11. Müssen bestimmte Umweltkriterien erfüllt sein?
12. Muss mein Fitnessstudio eine TÜV-Zertifizierung haben?

Ist Krafttraining gesund?

Ein gutes Krafttraining unterstützt den Körper in vielen Bereichen. Zwischen dem 25. Und dem 80. Lebensjahr reduziert sich die Muskelmasse des Körpers um bis zu 40 Prozent. Verteilt ist dieser Muskelverlust auf insgesamt rund 640 Muskeln des Körpers. Wer gut und gezielt trainiert, kann diesen Rückgang der Muskulatur aufhalten und damit sowohl Gelenke und Knorpel als auch Bänder schonen. Zudem erhöhen gute Muskeln den Energieverbrauch des Körpers – und das rund um die Uhr. Das heißt, dass man umso mehr essen kann, ohne an Gewicht zuzulegen, wenn eine umfassende Muskulatur gegeben ist. Gerade mit fortschreitendem Alter kann ein gut trainierter Körper eine wichtige Hilfe sein. Ist die Muskulatur ausgebildet, dann verkraftet der Körper Stürze besser und auch das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt reduziert sich drastisch. Auch die Psyche kann von einem gezielten und guten Krafttraining profitieren. Studien belegen, dass mehr Muskeln im Körper eine bessere Stimmung bewirken.

Dies sind viele Gründe, um in einem Fitnessstudio aktiv zu werden. Auch wenn es durchaus möglich ist, in den eigenen vier Wänden ein Krafttraining zu betreiben, ist es dennoch meist sinnvoller und oft auch motivierender, das Training in einem Fitnessstudio durchzuführen. Zum einen sind hier Gleichgesinnte zu finden, zum anderen werden Fehlhaltungen beim Training sofort korrigiert und schleifen sich nicht ein. Weiterhin ist mit einem gezielten Trainingsplan der Effekt des Trainings deutlich schneller zu sehen und zu spüren.

Gute Werbung gleich gutes Fitnessstudio?

Schwierig ist es allerdings für den Laien, ein wirklich gutes Fitnessstudio zu finden. Allein an der Werbung sollte man sich dann nicht orientieren und auch der erste optische Eindruck ist nicht unbedingt zwingend repräsentativ. Allein die Tatsache, dass Hantel und Geräte vorhanden sind, ist auch kein Qualitätskriterium. Um nicht nur eine gute Figur zu bekommen, sondern auch etwas für die Gesundheit zu tun, dabei nicht möglicherweise durch falsches Training Schäden zu verursachen, bedarf es eines wirklich guten Studios. Der Preis, der monatlich für die Mitgliedschaft gezahlt werden muss, weist teure Fitnessstudios nicht zwingend als gut aus und über den Umkehrschluss günstige Ketten nicht als qualitativ minderwertig.

Woran erkenne ich eine gute Betreuung?

Unterschiedliche Mitglieder im Fitnessstudio möchten verschiedene Ziele erreichen. Auch der Zeitaufwand, der für die Erreichung der Ziele zur Verfügung steht, ist sehr unterschiedlich. Ein guter Trainer stellt sich auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden ein. Hierzu gehört ein erstes Gespräch, in denen Fragen gestellt werden, wo die Zielsetzung des Kunden liegt und welcher Zeitaufwand hierfür möglich ist. Aus den Antworten heraus erst kann der Trainer einen individuellen Trainingsplan erstellen.

Der Trainingsplan für Einsteiger umfasst in der Regel etwa acht Übungen. Individuell sollte der Plan sein, allerdings ist es in vielen Studios üblich, den Mitgliedern vorgefertigte Trainingspläne in die Hand zu geben und sie so trainieren zu lassen. General reicht es aber nicht, dem Sportler den Plan zur Verfügung zu stellen und ihn selbst trainieren zu lassen.

» 1. Trainingstag
Am ersten Tag des Trainings sollte der Trainer den Kunden circa 1 h begleiten und ihn sowohl mit den Geräten als auch mit den Bewegungsabläufen vertraut machen. Darüber hinaus kann in dieser Stunde auch festgelegt werden, wie viele Gewichte der Sportler auflegen darf, um einerseits Erfolge zu erzielen, andererseits den Körper aber nicht zu überlasten.

» 2. Trainingstag
Am zweiten Trainingstag, der nicht zwingend der Folgetag sein muss, sollte möglichst der gleiche Trainer noch einmal das Training kontrollieren, um herauszufinden, ob der Sportler die Übungen korrekt durchführt.

Eine weitere Kontrolle sollte dann nach einem Monat regelmäßiger Trainingseinheiten erfolgen. In der Folge sollten bei einem guten Fitnessstudio im Abstand von zwei Monaten jeweils einstündige Gesprächstermine mit dem Sportler durchgeführt werden. In diesem Gesprächsterminen werden erzielte Ergebnisse protokolliert, darüber hinaus neue Trainingspläne erstellt, die dann an die aktuellen Leistungen und die Fortschritte angepasst sind.

Ob diese Vorgehensweise annähernd erfüllt wird, lässt sich nur auf Nachfrage ermitteln.

» Faustregel bei einem guten Fitnessstudio ist,
dass auf der Trainingsfläche immer mindestens ein Trainer präsent ist, der Hilfe leistet oder der Korrekturen bei den Übungen durchführt.

Ganz wichtig – Die Geräte im Fitnessstudio!

Wie auch das gesamte Studio, so sollten die Geräte im Fitnessstudio sauber und gepflegt erscheinen. Der erste Eindruck zählt hier und zeigt zudem, wie wichtig die Sicherheit und Gesundheit der Sportler dem Betreiber des Fitnessstudiostudios ist. Dass die Geräte sauber und gepflegt sind, kann sogar ein Laie erkennen. Ob sie allerdings dem neuen technischen Standard entsprechen, ist für einen Laien nur schwer zu erkennen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass genügend Platz und auch Trainingsgeräte für Freihantelübungen vorhanden sind. Auch wenn das Training an Maschinen effektiv ist, gehört das Freihanteltraining für den ambitionierten Sportler zu absoluten Pflicht. Ein Drittel der Trainingsfläche sollte also dem Freihanteltraining zur Verfügung stehen und entsprechend viele Freihanteln sollten auch vorhanden sein, damit die Wartezeiten für die Sportler nicht zu lang ausfallen.

Werden verschiedene Kurse angeboten?

Immer noch gibt es die klassischen so genannten “Pumperstudios”, in dem sich ausschließlich Bodybuilder aufhalten und trainieren, die auf intensiven Muskelaufbau setzen. Fitnessstudios, die ein breites Publikum ansprechen wollen und die nicht nur auf Muskelaufbau, sondern auch auf Kondition und gesundheitliche Aspekte setzen, sollten auch ein ansprechendes Kursangebot liefern. Zur Verfügung stehen sollten täglich 5-10 Kurse. Step-Aerobic oder Yoga sowie Bauch-Beine-Po-Training sind hier die Klassiker der Kurse. Damit die Kurse auch nicht die Gesundheit beeinträchtigen, sollten die Kursräume mit einem guten Bodenbelag ausgestaltet sein. Schwingelemente bewirken, dass der Boden elastisch ist und dass die Gelenke beim Training während der Kurse nicht zu stark belastet werden.

Welche Klauseln sollte der Vertrag enthalten?

Ein mit dem Studio abgeschlossener Vertrag sollte vom Kunden jeweils zum neuen Quartal kündbar sein. Langfristige Jahresverträge ohne Kündigungsrecht im Verlauf des Jahres sind inzwischen unmöglich. Auch Aufnahmegebühren sind nicht mehr gängige Praxis bei Fitnessstudios, weil hierfür der Wettbewerb einfach zu groß ist. Sollten Sie dennoch Schwirigkeiten haben, aus dem Vertrag auszusteigen, dann empfehlen wir den Bericht der Stiftung Warentest.

» Fragen Sie nach einem Sonderkündigungsrecht
Vor dem Vertragsabschluss sollte zudem erfragt werden, ob es ein Sonderkündigungsrecht gibt. Arbeitslosigkeit oder ein Umzug machen häufig die Nutzung des Fitnessstudios nicht mehr möglich. Allerdings bestehen einige Betreiber auch in diesen Fällen auf eine Fortführung des Vertrages.

» Wichtig für Frauen
Wichtig für Frauen ist auch, dass die Mitgliedschaft bei Schwangerschaft unterbrochen oder sogar gekündigt werden kann. Niemand weiß, ob der Verlauf der Schwangerschaft ein weiteres Training möglich macht oder ob ein Training nach der Geburt überhaupt noch möglich ist. In all diesen Fällen sollte sich ein Fitnessstudio kulantz zeigen und dem Kunden die Sonderkündigungsrechte auch schriftlich im Vertrag erklären.

Ist die Lage des Studios von Bedeutung?

So attraktiv ein Fitnessstudio ist, wenn der Weg zum Sport durch die halbe Stadt führt, wird die Motivation, regelmäßig Sport zu treiben, schnell zunichte gemacht. Günstig ist die Lage des Fitnessstudios auf dem Weg von der Arbeit zur Wohnung. Nur dann ist gewährleistet, dass das Training auch regelmäßig stattfindet. Wer von der Arbeit erst regelmäßig nachhause fahren muss und dann erst wieder zum Studio fährt, wird schnell die Motivation zum Training verlieren. Wichtig ist also, eine möglichst geringe Entfernung zum Studio.

Welcher Preis ist realistisch?

Erfüllt ein Fitnessstudio möglichst viele Anforderungen, so sind fünfzig Euro pro Monat Kosten durchaus eine realistische Größe. Dieser Preis ist allerdings nur ein Richtwert, denn je nach Lage (Großstadt, ländliche Gegend) oder Größe des Fitnessstudios sind die Gebühren unterschiedlich und können auch schon mal unter zwanzig Euro liegen.

» Merke! Hohe Gebühren für das Studio sind nicht zwingend ein Qualitätskriterium.
Berücksichtigt werden sollte, dass der Preis für das Fitnessstudio auch langfristig finanziert werden kann. Zudem ergibt sich der Preis für ein Fitnessstudio in der Regel auch aus dem Angebot, dass dieses Studio bietet. Wer also die Sauna, das Solarium oder andere Angebote überhaupt nicht nutzen möchte, zahlt zu viel, wenn dann trotzdem der Vertrag mit diesem Fitnessstudio abgeschlossen wird. Hier sollte man sich die eigenen Bedürfnisse vor Augen halten, wenn der Preis für das Studio geprüft wird.

Kann ich ein Probetraining absolvieren?

Ein Probetraining, das einmalig durchgeführt wird, ist inzwischen gängige Praxis in den meisten Fitnessstudios. Leider lässt sich bei einem einzigen Training gerade für Laien nur schwer erkennen, ob das Fitnessstudio auch eine gute Qualität aufweist. Viele Studios bieten daher inzwischen einen Probemonat als Mitgliedschaft an. Auch wenn die Kosten für diesen Probemonat höher ausfallen als der grundsätzliche monatliche Beitrag für das Studio, kann ein solcher Probemonat sehr viel Aufschluss über die Qualität des Studios liefern. Gerade Kraftsport-Einsteiger können so prüfen, ob sie überhaupt längerfristig das Training durchführen möchten.

Wie sollten die räumlichen und hygienischen Bedingungen sein?

Wichtig ist, dass das Studio in einem Gerätebereich, einem Bereich für Freihanteln, einen Gymnastikraum sowie einen Dehnbereich mit Spiegeln unterteilt ist. Einige Studios verzichten inzwischen aus Kostengründen auf den Sanitärbereich. Ob dies sinnvoll ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Bedenken sollte man aber, dass das Training sowohl im Sommer als auch im Winter stattfindet. Während es im Sommer noch relativ einfach ist, mit den verschwitzten Trainingskleidungsstücken schnell nach Hause zu fahren und zu duschen, kann es sich im Winter als sehr unangenehm und teilweise auch gesundheitlich bedenklich erweisen, in der verschwitzten Garderobe nach Hause zu fahren und dann erst zu duschen.

Wichtig ist,

  • dass im Sanitärbereich des Studios abschließbare Spinde vorhanden
  • dass auch die Be- und Entlüftung im Sanitärbereich einwandfrei funktioniert
  • dass im gesamten Studio in allen Räumen ein Rauchverbot besteht
  • dass eine Handtuchpflicht besteht und auch befolgt wird, das heißt, dass alle Geräte nur mit dem eigenen aufgelegten Handtuch genutzt werden dürfen.

Müssen bestimmte Umweltkriterien erfüllt sein?

Zertifizierte Fitnessstudios müssen inzwischen auch im Rahmen des Umweltschutzes agieren. Hier sollte die Ressourcenschonung sowohl bei der Heizenergie als auch bei der Nutzung von Strom oberste Priorität haben. Zertifiziert werden im Rahmen der Umweltkriterien sowohl die Wärmedämmung des Hauses als auch gut isolierte Fenster. Auch wenn der Umweltaspekt auf die Trainingsergebnisse keinen direkten Einfluss hat, zeigt sich ein Fitnessstudio, dass umweltbewusst agiert, sehr verantwortungsbewusst. Das wiederum spiegelt sich dann auch im Umgang mit den Sportlern wieder.

Muss mein Fitnessstudio eine TÜV-Zertifizierung haben?

Ein Fitnessstudio, das auf den eigenen Ruf sehr großen Wert legt, kann sich auch durchaus TÜV-zertifizieren lassen. Das zertifizierte Fitnessstudio muss unterschiedliche Anforderungen erfüllen die regelmäßig vom TÜV geprüft werden.

Hierzu gehört unter anderem

  • dass bei den Geräten höchstmögliche Sicherheitsvorschriften eingehalten werden
  • dass modernste Geräte im Einsatz sind
  • dass Sauberkeit groß geschrieben wird.

Wer also eher auf gesundheitliche Aspekte setzt und daher ein entsprechendes Fitnessstudio sucht, sollte sich auch auf die Suche nach einem TÜV-zertifizierten Studio machen und sich damit die eigene Prüfung des Studios weitestgehend ersparen.

Generell sind diese 12 Aspekte sehr wichtige Kriterien bei der Auswahl des richtigen Fitnessstudios. Während einige Kriterien generell gelten, sind andere sehr individuell. Grundsätzlich sollten aber bei der Qualität des Fitnessstudios die gute Betreuung, die sinnvolle und vor allem saubere Ausstattung und auch das Angebot im Vordergrund stehen Bedenken sollte man dabei, dass die Entscheidung für ein Fitnessstudio oftmals für viele Jahre ausfällt.

Extra-Tipp
» Auf www.fitnessstudio-verzeichnis.de können Sie anhand der Postleitzahl nach einem Fitnessstudio in ihrer Nähe suchen.