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Gehirntraining & So bleiben die grauen Zellen fit

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Gehirntraining
© photophonie - Fotolia.com

„Du bist ja schon verkalkt“ – so oder so ähnlich lauten häufig die saloppen Sprüche, wenn es um das Nachlassen der Gehirn- und insbesondere der Gedächtnisleistungen im Rahmen des Alterungsprozesses geht. Dabei ist diese allmähliche Verminderung kognitiver Leistungen mit zunehmendem Alter zunächst bis zu einem gewissen Grad völlig normal, ein starkes Nachlassen mit zunehmender Vergesslichkeit und Verwirrtheit kann aber auch auf eine Demenzerkrankung hinweisen. Diese Art der Gehirnerkrankung hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, unter anderem auch dadurch bedingt, dass die Menschen immer älter werden.

Ein Gehirntraining kann die kognitiven Leistungen verbessern

Doch es gibt immer neue Forschungsergebnisse, die belegen, dass ein regelmäßig ausgeführtes Gehirntraining dabei hilft, die kognitiven Fähigkeiten möglichst lange auf einem hohen Niveau zu halten oder sogar im Alter noch in bestimmten Bereichen zu verbessern. Dies gilt sogar für an leichter bis mittelschwerer Demenz erkrankte Personen, deren Erkrankung dadurch zumindest etwas verlangsamt werden kann. Früher wurde alten Menschen empfohlen, Kreuzworträtsel zu lösen, um die grauen Zellen in Schwung zu halten, heute dagegen gibt es immer mehr Gehirntrainings, die sich auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse berufen.

Generell wird ein Training der geistigen Leistungsfähigkeit mit dem Ziel, die Leistungen zu erhalten oder zu steigern, als Gehirntraining bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Methode, die nicht vom Alter abhängig ist. Forscher gehen davon aus, dass mentale Aktivität aber besonders im Alter wichtig ist, um die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten. Dabei sorgt ein Gehirntraining vor allem dafür, dass neue Verknüpfungen zwischen den Gehirnzellen (Neuronen) gebildet oder bereits vorhandene Verknüpfung gestärkt werden.

Geistige Leistungsfähigkeit – komplexes Zusammenspiel verschiedener Komponenten

Die geistige Leistungsfähigkeit wird im Allgemeinen durch drei grundlegende Größen definiert. Bei diesen handelt es sich um die Gedächtnisspanne, die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und die Basis-Lerngeschwindigkeit. Das Produkt aus der Gedächtnisspanne und der Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung ergibt die Kurzspeicherkapazität des Gehirns. Das regelmäßige Training dieser Kapazität führt dementsprechend zu einer Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit.

Gehirntrainings bestehen dabei in der Regel aus verschiedenen Aufgabenstellungen, welche das Kurzzeitgedächtnis als Arbeitsspeicher, die Filterfunktion zur Einstufung der Bedeutung von Dingen, die Konzentration und auch die Feinmotorik fördern. Bei regelmäßiger Durchführung dieser Trainings soll es dann zu einer Steigerung der Hirnleistung, der Durchblutung und der Neubildung von neuronalen Verknüpfungen kommen. Mittlerweile gibt es verschiedene Computerprogramme und mobile Spielkonsolen, auf denen sich Gehirntrainings durchführen lassen. Diese werden sehr erfolgreich verkauft und es wird von den Menschen, die solche Konsolen regelmäßig für ein Gehirntraining benutzen, eine merkliche Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit berichtet.

Gehirntraining muss auch Spaß machen

Bei der Auswahl der Methode des Gehirntrainings ist es besonders wichtig, dass die durchgeführten Übungen auch Spaß machen und motivierend sind. Denn das Training des Gehirns analog zum Aufbau der Muskeln durch regelmäßiges Training funktioniert in dieser Form nicht. Nur in Kombination mit Motivation und Begeisterung für die Inhalte, mit denen sich das Gehirn beschäftigen soll, ist auch ein dauerhafter Erfolg möglich. Eine Möglichkeit, mit Spaß und Freude seine grauen Zellen zu trainieren, kann auch darin bestehen, sich einer Gruppe anzuschließen, in der Gehirntraining betrieben wird, oder sich Freunde und Gleichgesinnte für ein solches Training zu suchen.