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Gicht – Ursachen, Verlauf und Behandlung

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Gicht
© Lovrencg - Fotolia.com

Gicht ist den meisten Menschen ein Begriff, haben sie doch schon einmal in irgendeinem Zusammenhang davon gehört. Das ist kein Wunder, sind doch über zwei Drittel aller Männer von der Erkrankung betroffen. Doch die Wenigsten wissen, um was für eine Krankheit es sich eigentlich handelt, wie diese
entsteht und wie man sie erfolgreich behandelt.

Ursache von Gicht ist die erhöhte Konzentration der Harnsäure

Generell handelt es sich bei der Gicht um eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Harnsäure im Blut erhöht ist. Es sind vor allem Männer von der Erkrankung betroffen, die durch eine eiweißreiche Ernährung, ausgeprägten Alkoholkonsum, Funktionsstörungen der Nieren und Erkrankungen mit einem erhöhten Zerfall von Zellen ausgelöst werden kann.

Wenn die erhöhte Konzentration von Harnsäure im Blut über einen längeren Zeitraum vorliegt, bilden sich Kristalle, welche in verschiedenen inneren Organen (vor allem der Niere) und den Gelenken abgelagert werden und hier zu Schäden führen können.

Unterschiede Gichtanfall und chronische Gicht

Generell wird der akute Gichtanfall von der chronischen Gicht unterschieden. Bei einem akuten Anfall von Gicht ist das betroffene Gelenk oft stark entzündet mit heftigen Schmerzen, Schwellungen und Rötungen. Häufig ist das Grundgelenk der großen Zehe betroffen, da sich hier besonders schnell Harnsäurekristalle ablagern.

Erkrankung an Gicht verläuft in 3 Phasen

Phase 1 – Die asymptomatische Phase
In der ersten, der so genannten asymptomatischen Phase, sammelt sich die Harnsäure im Organismus. Dies kann Jahre bis Jahrzehnte dauern und verläuft völlig ohne Symptome.

Phase 2 – Der Gichtanfall
Die zweite Phase bildet der akute Gichtanfall, bei dem die Harnsäurekonzentration ein kritisches Maß erreicht hat. Fast immer ist das Großzehengrundgelenk betroffen, es färbt sich rot, schwillt an und verursacht starke Schmerzen. Ein Auftreten ist nur noch auf der Ferse möglich.

Phase 3 – Die chronische Phase
Nach dem Anfall kann dann ein Übergang in die chronische Phase erfolgen, in der auch die inneren Organe von der Gicht betroffen sind. Besonders häufig wird in der chronischen Phase die Niere durch die Ablagerung von Harnsäure geschädigt. Es kann zu einem dauerhaften Verlust der Nierenfunktion kommen, was auch als chronische Gichtniere bezeichnet wird.

Gicht – Vorbeugung, Behandlung und Ernährung

Generell wird zwischen der Therapie des akuten Gichtanfalls sowie der Dauertherapie unterschieden, welche die Entwicklung einer chronischen Gicht verhindern soll. Bei einem akuten Anfall von Gicht wird mit Medikamenten behandelt. Weiterhin kann man die betroffenen Gelenke mit kalten Umschlägen kühlen und hoch lagern. Des Weiteren sollte man viel Flüssigkeit trinken und auf Alkohol verzichten.

Bei der chronischen Form kommen ebenfalls Medikamente zum Einsatz, die dann meist dauerhaft eingenommen werden müssen. Weiterhin ist in vielen Fällen eine Diät erforderlich, bei der bestimmte eiweißreiche Nahrungsmittel nur in geringen Mengen oder gar nicht verzehrt werden dürfen und auch das Trinken von Alkohol eingeschränkt werden muss.

Eine eiweißarme Ernährung und die Vermeidung von übermäßigem Alkoholkonsum werden auch zur Vorbeugung gegen Gicht empfohlen, damit es erst gar nicht zu einem akuten Anfall kommt. Ist ein solcher dagegen bereits einmal aufgetreten, sind die genannten Maßnahmen als Prophylaxe anzuraten, damit sich die Erkrankung nicht chronisch entwickelt.