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Chinarindenbaum als Heilpflanze | Inhaltsstoffe und deren Wirkung

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Heilpflanze Chinarindenbaum
© Von Forest & Kim Starr, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6113503

Die Chinarindenbäume sind immergrün, werden bis zu zehn Meter hoch und bilden eine Gattung mit mehr als 40 verschiedenen Arten. Der Baum hat ein sehr dichtes Laubkleid und eine rundliche Krone. Die Blätter sind groß, gestielt und elliptisch und auf der Unterseite dicht behaart.

Ursprünglich kommt der Chinarindenbaum aus den Bergregionen des nördlichen Südamerikas. Kultiviert wird er vor allem in Indien und im Kongo. Aus der Rinde des Chinarindenbaums werden bitter schmeckende Präparate hergestellt. Früher wurde die Rinde des gelben Chinarindenbaums als Medikament gegen Malaria und Fibereingesetzt.

Erstmals wurden die Wirkstoffe Chinin und Chinidin 1820 isoliert. Jedoch sind nicht in allen Bäumen der Chinarindenbäume die Wirkstoffe gleichermaßen enthalten.

Die Chinarinde wirkt sich fördernd auf Magensaft- und Speichelsekretion aus und wird bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl eingesetzt. In der Volksmedizin wird die Chinarinde auch als Grippemittel propagiert. Jedoch besteht hierbei keine wissenschaftliche Grundlage. Neben der Medizin verwendet auch die Lebensmittelindustrie die Chinarinde zur Aromatisierung von Getränken (Tonics).

Chinarinde wird meist in Form von Tee angeboten, wobei ein halber Teelöffel zerkleinerte Chinarinde mit ca. 150ml kochendem Wasser übergossen wird und dann zehn Minuten ziehen sollte.

Nach der Einnahme von chininhaltigen Arzneimitteln kann es gelegentlich zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautallergien oder Fieber kommen. In wenigen Fällen kann es auch zu einer erhöhten Blutungsneigung durch die Verminderung der Blutplättchen kommen. Ist dies der Fall, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Aufgrund dieser schwerwiegenden Nebenwirkungen ist die Chinarinde verschreibungspflichtig.

Die Chinarinde sollte in keinem Fall während der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern angewendet werden. Zudem wird von einer Anwendung über einen längeren Zeitraum hinweg in einer höheren Dosierung abgeraten. Bei einer lang andauernden Anwendung kann es zu „Cinchonismus“ kommen, was zu Sehstörungen, Kopfschmerzen, Hautausschlägen, Magen- und Darmgeschwüren und zu Ohrensausen führen kann. Gelegentlich treten auch Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge oder Fieber auf. Zudem darf die Chinarinde nicht zeitgleich mit Mitteln, die die Blutgerinnung hemmen, wie Aspirin, angewendet werden, da es zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen kann.