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Hauhechel als Heilpflanze | Inhaltsstoffe und deren Wirkung

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Heilpflanze Hauhechel
© emer - Fotolia.com

Die Hauhechel, lat. Ononis spinosa, gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler. Sie wächst als dorniger, niedriger Halbstrauch mit einer Höhe von 20 bis 60 Zentimetern. Sie ist auch als Dornige Hauhechel bekannt. Auffallend ist der unangenehme Geruch der Pflanze. Dafür treibt sie schöne rosafarbene, süßlich duftende Blüten aus. Blütezeit ist Juli bis August.

Verbreitet ist die Hauhechel in Europa, Westasien und Nordafrika. Bevorzugt wächst sie auf trockenen Wiesen, Ödland und an Wegrändern. Weitere Namen sind Harnkraut, Haudorn, Hechelkraut, Stachelkraut und Weiberkrieg.

Seinen eigentlichen Namen Hauhechel erhielt dieser Strauch durch die Bauern, welche die bis zu 50 Zentimeter tief in den Erdboden ragende Wurzel mit der Haue ausgruben, aus Angst, dass ihr Pflug beschädigt werden könnte. In einigen Gegenden hielt sich sogar der Aberglaube, die Hauhechel könnte den Pferden die Eisen von den Hufen ziehen.

Die Wurzel der Hauhechel wird in der Medizin verwendet. Erntezeit ist im Frühjahr oder Spätherbst.

Ein wichtiger Bestandteil ist Saponin. Dieser hat eine harntreibende Wirkung. Deshalb war die Hauhechel bereits bei den Griechen und Römern als Arzneimittel gegen Nierensteinerkrankungen bekannt.

Auch heute noch wird die getrocknete Wurzel als mildes, wassertreibendes Mittel zur Durchspülungstherapie bei Infektionen der ableitenden Harnwege, bei Nierengrieß und zur Vorbeugung von Nierensteinen verwendet. Die Anwendung in der Volksmedizin bei Rheuma und Gicht ist allerdings wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Für den Hausgebrauch ist die Zubereitung von Tee aus der Hauhechelwurzel üblich. Hierzu übergießen Sie etwa 2 Teelöffel, dies entspricht 2 bis 4 Gramm, Hauhechelwurzel mit 150 ml kochendem Wasser. Halten Sie diesen Sud nun warm und seihen Sie nach 30 Minuten ab. Trinken Sie 2 bis 3 Mal täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten. Da die Wirkung nach einiger Zeit nachlässt, sollten Sie nach ein paar Tagen pausieren und danach wieder in der vorherigen Dosierung weiter behandeln.

Fertige Teemischungen aus der Hauhechelwurzel können Sie käuflich erwerben. Weiterhin ist die sie Bestandteil von fertigen Arzneimitteln zur Behandlung von Blasen- und Nierenerkrankungen sowie von wassertreibenden Mitteln, den Diuretika.

Bei bestimmungsmäßigen Gebrauch sind keine Nebenwirkungen bekannt. Während der Behandlung sollten Sie allerdings auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Dazu zählen aber keine koffeinhaltigen oder alkoholischen Getränke.

Auf eine Anwendung sollten Sie vollständig verzichten, wenn Sie unter Wasseransammlungen in Folge einer eingeschränkten Herz- oder Nierentätigkeit leiden.