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Heuschnupfen – Symptome, Therapie und Medikamente bei Pollenflug

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Heuschnupfen
© mkrberlin - Fotolia.com

Mit dem Monat März beginnt für viele Menschen endlich wieder die Zeit, in der längere Aufenthalte im Freien möglich sind, in denen mehr Sonne vorhanden ist und das Leben in der Natur wieder erwacht. Allerdings gilt auch hier, was dem einen seine Freude des andern Leid sein kann. Heuschnupfen ist nämlich ein Thema, das immer mehr Menschen betrifft. Die Zahlen der Allergiker steigen und das hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass aufgrund klimatischer Veränderungen die Belastung durch Pollen zum einen auch durch fremde Arten gegeben ist und dass die Pollenbelastung sich oft deutlich verlängert und keinesfalls auf das Frühjahr beschränkt. Bei Allergien gegen Pollen der Bäume und Sträucher, der Gräser und des Getreides heißt es also weiterhin: Tendenz steigend!

» Gründe für Heuschnupfen
» Unterschiedliche Reaktionen bei Allergikern
» Wichtige Symptome für Heuschnupfen
» Pollenflugkalender & Wann sind welche Pollen unterwegs?
» Die Kreuzallergie & Wenn die Nahrungsmittelallergie dazu kommt
» Die Therapie des Heuschnupfens
» Medikamente gegen Heuschnupfen
» Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen
» Übertriebene Hygiene fördert Heuschnupfen
» 15 Tipps für den Umgang mit Heuschnupfen

Gründe für Heuschnupfen

Die Pollen gelangen über den Atemweg in den Körper und können dort bei empfindlichen Menschen eine allergische Reaktion auslösen. Wenn die Temperaturen sehr mild sind, ist sogar im Winter bereits Pollenflug zu verzeichnen und somit startet die Saison für Allergiker gegen Erle und Haselnuss sogar schon im Februar. Experten sorgen sich wegen des Trends, dass der Pollenflug alljährlich ein klein wenig früher startet. Gemeinsam mit der zunehmenden Verschmutzung der Atemluft, die auch im Sommer häufig für Probleme sorgt, ist eine steigende Zahl von Allergikern zu verzeichnen und auch bereits Betroffene leiden deutlich länger und intensiver unter ihren Symptomen.

Unterschiedliche Reaktionen bei Allergikern

Pollenallergiker reagieren längst nicht auf alle Pollenarten gleichermaßen allergisch. Die Symptome der Pollenallergie treten also bei den einzelnen Allergikern zeitversetzt auf, je nachdem, welche Pflanze sich gerade in der Blüte befindet und dann ihre Pollen in die Natur verstreut. Dabei sind einige Allergiker allerdings über das gesamte Jahr von der Allergie betroffen.

Erste Beschwerden der Pollenallergie zeigen sich häufig in geröteten und stark juckenden Augen. Dazu ist häufig ein Kribbeln und Jucken der Nase zu verzeichnen. Die Schleimhäute schwellen an und verstärkter Tränenfluss kann nun ebenso eintreten wie auch die Niesattacke oder die verstopfte Nase. Mancher Pollenallergiker hat auch gleich alle Symptome zu verzeichnen.

Wichtige Symptome für Heuschnupfen

  • Fließender Schnupfen mit wässrigem Sekret
  • Verstopfte Nase
  • Geschwollene Schleimhäute von Augen und Nase
  • Augenrötungen
  • Juckreiz und Brennen in den Augen
  • Starke Lichtempfindlichkeit
  • Starker Tränenfluss
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Verstärkte Reizbarkeit

Diese harmlos erscheinenden Symptome zeigen in der Regel die eindeutigsten und eher ungefährlichen Anzeigen einer Pollenallergie und somit dem Heuschnupfen in dessen Anfängen an. Wer bereits über längere Zeit an Heuschnupfen leidet, kann auch mit Atemnot und Husten, einer Asthma bronchial, der Magen-Darm-Störung sowie Hautekzemen und Migräne auf die Pollen reagieren. Dazu sind beim ausgeprägten Heuschnupfen häufig auch Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und sogar Depressionen zu verzeichnen.

Pollenflugkalender & Wann sind welche Pollen unterwegs?

Sind die Symptome relativ typisch, gilt es nun och festzustellen, auf welche Pollen eine allergische Reaktion besteht. Hierbei ist es wichtig zu beobachten, wann der Heuschnupfen auftritt.

Allergiker gegen Haselnuss und Erlen verspüren häufig schon im Winter Heuschnupfen.

Zum April und Mai sind es dann eher Weide und Pappel sowie Eiche, Birke und Buche, die allergische Reaktionen hervorrufen.

Ende Mai bis Anfang Juni sind Roggenpollen sowie auch sonstige Getreidepollen aktiv. Weiterhin beginnt nun der Pollenflug der Süßgräser auf den Weiden und Wiesen.

Zum Juli und August hin schicken Brennnessel und Beifuss sowie der Wegerich, dazu die Schimmelpilze alternaria und Cladosporium ihre Pollen und Sporen in die Atemluft. Gerade die Pilzsporen brauchen sehr viel Luftfeuchtigkeit für ihre Aktivität. Somit sind es besonders kühle und eher feuchte Sommerabende, an denen die Pilzsporen aktiv werden – also dann, wenn sich Allergiker grundsätzlich auf beschwerdefreiere Zeiten einstellen.

Pollenallergiker können ihre Allergie mittels Hauttest durchführen lassen. Hierzu werden Pollenextrakte auf die Haut gegeben, die dann wiederum eingeritzt wird. Weiterhin dient die Blutuntersuchung, der sogenannte RAST-Test, einer weiteren Absicherung der Diagnose.

Die Kreuzallergie & Wenn die Nahrungsmittelallergie dazu kommt

Leider ist es aber bei den meisten Allergikern nicht der Fall, dass die Beschränkung auf eine Allergie vorliegt. Wer unter der Pollenallergie leidet, weist in der Regel auch eine Nahrungsmittelallergie auf. Hier spricht der Mediziner von den Kreuzallergien. Wer auch die Birkenpollen allergisch reagiert, kann beispielsweise auch Probleme beim Verzehr eines frischen Apfels bekommen, die sich durch Schwellungen sowie einem kribbelnden Gefühl im Mund und Rachen zeigen. Hier ist von den sogenannten pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien die Rede, die wiederum die häufigsten Nahrungsmittelallergien darstellen.

Die wichtigsten Kreuzallergien
Wer auf Birke, Haselnuss und Erle allergisch reagiert, weist häufig auch eine Allergie auf Aprikosen, Pflaumen, Pfirsiche und Kirschen, Äpfel und Birnen, Kiwi, Avocado, Litschi, Haselnüsse, Karotten und Mandeln des Weiteren auf Tomaten, Sellerie, Pfeffer, Senf, Kartoffeln, Koriander und Kümmel auf.

Besteht eine allergische Reaktion auf Gräser, sind auch Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Petersilie, Getreidemehl, Erdnüsse und Soja, Thymian und Sellerie problematische Nahrungsmittel.

Die Allergie gegen Kräuter wie Kamille, Beifuss und Wegerich bringt oft gleichzeitig die Kreuzallergie gegen Karotten und Fenchel, Sellerie, Curry, Anis, Koriander, Kümmel, Dill, Petersilie, Muskat, Pfeffer und Haselnüsse mit sich.

Naturlatexallergien gehen häufig mit Allergien gegen Bananen, Maracuja, Grapefruit sowie der beliebten Zimmerpflanze Ficus benjamini einher.

Die Therapie des Heuschnupfens

Wichtig beim Heuschnupfen ist, dass er konsequent therapiert wird. Erfolgt die Behandlung nicht, kann sich aus dem an sich zunächst harmlosen Heuschnupfen ein allergisches Asthma entwickeln. Zur Therapie des Heuschnupfens ist eine Beratung beim Allergologen notwendig. Dieser kann über die günstigste Art der Behandlung informieren. Einen Allergologen in ihrer Nähe finden Sie auf http:/www.aeda.de. Konsequenz ist für den Allergiker wichtig, denn nur eine kontinuierlich behandelte Pollenallergie kann das allergische Asthma als Folgeerkrankung verhindern.

Besteht der Verdacht auf eine Allergie, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Hier erfolgt eine Diagnose und auch die Beratung über geeignete Behandlungsmethoden. Auch ein Allergietest sowie die Verschreibung von entzündungshemmenden und antiallergischen Medikamenten gehört zur Therapie durch den Mediziner. Sowohl Tabletten als auch Nasensprays oder Augentropfen – häufig mit einem Cortisonanteil – bringen Linderung.

Medikamente gegen Heuschnupfen

  • Vorbeugend sowie auch begleitend zur Allergiebehandlung kann der Allergiker Kalziumtabletten sowie Nasensprays und Augentropfen verwenden.
  • Bei angeschwollenen Nasenschleimhäuten helfen vorübergehend angewandte abschwellende Nasentropfen.
  • Gerötete Augen können über einen kurzen Zeitraum mit Augetropfen gegen Bindehautentzündungen behandelt werden.
  • Bestehen akute und sehr starke Beschwerden im Zusammenhang mit dem Heuschnupfen, können Antihistaminika in Tabletten- oder Tropfenform eingenommen werden.
  • Vorbeugend und auch zu Behandlung gegen den Heuschnupfen können auch homöopathische Mittel eingesetzt werden.

Wichtig bei Heuschnupfenpatienten ist die Nasenpflege, damit sowohl die Schleimhäute als auch die Atemwege feucht bleiben, denn sie bilden den Schutz gegen eindringende Viren und Bakterien. Hier eignen sich milde Nasensprays oder Nasentropfen auf Kochsalz- oder Meerwasserbasis. Auch die Nasenspülung mit Salzlösungen ist sehr hilfreich zur Befeuchtung der Nase. Für die Atemwege kann die Inhalation mit Salzlösungen eine Ansiedlung von kleinsten Salzteilchen bewirken, die wiederum Wasser binden und damit die Atemwege feucht halten.

Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen

Neben einer Therapie der Symptome des Heuschnupfens ist auch eine Ursachentherapie sehr wichtig. Die Hyposensibilisierung ist derzeit die einzige Therapieform, die darauf abzielt, die Allergie komplett zu beseitigen. Hierbei handelt es sich um eine Art Allergieimpfung. Bei dieser Behandlung wird dem betroffenen Heuschnupfenpatienten das Allergen in kleinster Dosierung und mit langsamer Steigerung der Dosis gespritzt. So wird der Körper zur Desensibilisierung angeregt, also langsam unempfindlich gegen das Allergen gemacht. Das Immunsystem wird durch diese Hyposensibilisierung zur Umstellung angeregt und das Ziel geht dahin, die Überreaktion des Immunsystems auf die Allergene auszuschalten.

Übertriebene Hygiene fördert Heuschnupfen

Studien belegen, dass zu starke Hygiene die Neigung zum Heuschnupfen erhöht. So haben Kinder mit vielen Geschwistern eine geringere Gefahr, an Heuschnupfen zu erkranken. Experten bestätigen, dass die durch viele Kinder verstärkt vorhandenen Krankheitserreger sowie die ständige Austausch von Keimen und Allergenen ein Training des kindlichen Immunsystems erzielt. Umgekehrt kann zu starke Hygiene genau die Überreaktion des Immunsystems hervorrufen. Dreck macht gesunde Kinder gilt also gerade beim Heuschnupfen wirklich!

15 Tipps für den Umgang mit Heuschnupfen

Allergiker können sich – in Kombination mit einer gezielten Behandlung des Heuschnupfens – aber auch selbst das Leben erleichtern.

  1. In der akuten Pollenflugzeit der allergieauslösenden Pollen sollten Aufenthalte im Freien begrenzt sein. Besonders auf freien Flächen fliegen die Pollen verstärkt, während im Wald eine niedrigere Belastung zu verzeichnen ist.
  2. Kurzes Stoßlüften in der Nacht oder etwa eine halbe Stunde nach Regengüssen vermindert die Anzahl der Allergene, die in die Wohnung dringen.
  3. Im Auto sowie auch im Haus sollten Fenster während der Pollenflugzeit geschlossen bleiben. Weiterhin helfen Raumfilter für das Haus und Pollenfilter – die regelmäßig gewechselt werden müssen! – für das Auto weiter. Eine große Auswahl stellt amazon.de zur Verfügung.
  4. Während der Autofahrt sollten Fenster geschlossen und die Lüftung abgestellt werden.
  5. Regelmäßiges abendliches Haarewaschen vor dem Schlafengehen vermindert die Pollenbelastung über Nacht.
  6. Getragene Straßenkleidung gehört nicht ins Schlafzimmer. Im Schlafzimmer sollte zudem ein nasswischbarer Boden liegen, der häufig gereinigt wird.
  7. Für den Urlaub sind die Seeluft sowie das Hochgebirge ideal, da beispielsweise ab Höhenlagen über 1.500 Meter über dem Meeresspiegel praktisch keine Pollenbelastung besteht.
  8. Antiallergische Augentropfen, Nasensprays und Tabletten sollten ständig in der Hausapotheke bevorratet werden.
  9. Der Pollenflugkalender aus der Apotheke oder dem Internet (siehe http:/www.meteoros.de/pollen/kalender.htm) erleichtert die Planungen des Alltags.
  10. Frisches verträgliches Obst mit reichlich Vitamin C kann durch regelmäßigen Verzehr die Bildung von Histamin, den juckreizbildenden Botenstoff, reduzieren.
  11. Spitzwegerichtee hilft – dreimal täglich getrunken – gegen die entzündlichen Reaktionen des Körpers. Hier wird ein Teelöffel des Krauts mit 200 Milliliter kaltem Wasser übergossen, 30 Minuten ziehen lassen, anschließend abgeseiht.
  12. Auch Zedernöl kann eine antiallergische Wirkung erzielen. Ein Tropfen täglich auf etwas Zucker eingenommen und im Mund zergehen lassen kann Wirkung auf natürliche Art bringen.
  13. Apotheken haben im Sortiment verschiedene Fertigprodukte aus Pestwurz vorrätig, die allergische Reaktionen schwächen können.
  14. Die Nasenschleimhäute lassen sich durch spezielle Nasensalben oder durch etwas Olivenöl geschmeidig und damit schmerzfrei halten.
  15. Atemwegsinfekte gilt es zu vermeiden. Ein gut trainiertes Immunsystem, das durch viel Sport und eine ausgewogene Ernährung Unterstützung erfährt, hilft die allergiebegünstigenden Infekte zu vermeiden.

Extra-Tipp: Eine aktuelle Pollenvorhersage finden Sie auf www.heuschnupfen.de