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Husten & ab wann muss ich zum Arzt?

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Keuchhusten
© Africa Studio - Fotolia.com

Winter und Herbst sind Erkältungszeit, dann machen Schnupfen und Husten vielen Menschen das Leben schwer. „Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage“, sagt der Volksmund, und so oder so ähnlich ist es auch mit dem meist dazugehörigen Husten. Doch ab wann sollten Sie mit einem Husten zum Arzt gehen und sich durchchecken lassen?

Im Allgemeinen ist ein normaler Husten an sich noch kein Grund, sofort einen Arzt aufzusuchen. Sobald allerdings Fieber und ein allgemeines körperliches Schwächegefühl hinzukommen, sollten Sie sich untersuchen lassen. Möglicherweise handelt es sich dann um eine Bronchitis oder bereits um eine Lungenentzündung. Bei diesen Erkrankungen ist dann eine Behandlung mit Antibiotika nötig. Doch auch wenn Sie kein Fieber haben und der Husten nach zwei Wochen nicht verschwunden ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Einem lange andauernden Husten können bestimmte Erkrankungen zugrunde liegen, welche man am besten möglichst früh behandeln sollte. So kündigt sich zum Beispiel auch der Lungenkrebs durch hartnäckigen und langanhaltenden Husten an. Doch es muss nicht gleich eine so ernste Diagnose vorliegen – auch verschiedene allergische Prozesse sind mit ständigem Husten verbunden. Sobald Sie einen Husten bei sich feststellen, der mit blutigem Auswurf verbunden ist, sollten Sie ebenfalls sofort einen Arzt aufsuchen. Ernstere Erkrankungen wie zum Beispiel die Tuberkulose äußern sich nämlich durch einen blutigen Husten und müssen effektiv behandelt werden.

Husten und wie er entsteht

Generell entsteht ein Husten dadurch, dass Bakterien oder Viren durch Mund oder Nase auch in die Atemwege gelangen und diese angreifen. Es wird vermehrt Schleim produziert, der dann abgehustet wird, so dass die Keime nach draußen transportiert werden. Inhalieren mit ätherischen Ölen ist eine gute Möglichkeit, den oft festsitzenden Schleim zu lockern. Außerdem sollten Sie auch beim Husten wie bei jeder Erkältung möglichst viel trinken. So werden die Schleimhäute besser durchblutet und feucht gehalten, so dass zum Einen das Abhusten leichter fällt, zum Anderen sind gut durchfeuchtete Schleimhäute auch besser gegen Keime geschützt als ausgetrocknete Schleimhäute. Abzuraten ist in der Regel von hustenstillenden Medikamenten, da diese den Hustenreiz unterdrücken und als Konsequenz aber der Schleim nicht mehr abgehustet wird. Gerade dieser Prozess ist aber wichtig, um die Keime aus dem Körper heraus zu befördern. Hustenstiller sollten Sie nur auf ärztliche Anweisung einnehmen, sie sind zum Beispiel dann geeignet, wenn Sie unter einem hartnäckigen Reizhusten mit geringer Schleimbildung leiden. Gut für den Husten auch viel Bewegung in frischer Luft, da diese das Immunsystem stimuliert und die Durchblutung anregt. Weiterhin sollten Sie vor allem in der Winterzeit darauf achten, dass die Luft in Ihren vier Wänden nicht zu trocken wird, da durch trockene Heizungsluft auch die Schleimhäute austrocknen. Luftbefeuchter oder eine Schale mit Wasser auf der Heizung schaffen da Abhilfe. Weiterhin sollten Sie regelmäßig lüften.

Was macht der Lungenfacharzt?

Wenn Sie sich mit einem Husten zu Ihrem Arzt in Behandlung begeben haben, kann es sein, dass dieser Sie an einen Lungenfacharzt überweist, um die genaue Ursache abzuklären. Ein Lungenfacharzt ist auf Lungenerkrankungen spezialisiert und kann zum Beispiel mittels einer Bronchioskopie die genaue Struktur der Lunge untersuchen. Für diese Untersuchung wird ein dünner Schlauch in die Lunge geschoben und eine Gewebeprobe entnommen. In der Regel findet sie unter einer kurzen Schlafnarkose statt, so dass Sie nichts von der etwas unangenehmen Prozedur mitbekommen. Auch kann der Facharzt den ausgehusteten Schleim untersuchen und so genau feststellen, welche Keime den Husten verursachen.

Generell sollten Sie bei jedem länger andauernden Husten aufmerksam werden und einen Arzt aufsuchen. Je länger Sie zögern, umso schwieriger kann sich nämlich dann hinterher auch die Behandlung gestalten.