Start Krankheiten

Hypochondrie – Ursachen und Therapie bei eingebildeter Krankheit

175
0
TEILEN
Hypochondrie
© StockPhotoPro - Fotolia.com

Die Hypochondrie wird im Volksmund auch als Einbildung, krank zu sein, gehandelt. Allerdings handelt es sich bei dieser Erkrankung um eine ernsthafte Störung innerhalb der Gruppe der somatoformen Störungen. Bei der somatoformen Störung ist typisch, dass der Betroffene körperliche Beschwerden spürt, die allerdings medizinisch nicht nachweisbare Ursachen haben.

Die Hintergründe für die Hypochondrie liegen in verschiedenen Faktoren begründet, die sich allesamt gegenseitig beeinflussen. Aus der Sicht der Psychoanalytik sind es innere Konflikte, die aus Ängsten oder Schuldgefühlen entstehen und die dann diese Erkrankung auslösen. Um die Abwehr der Konflikte zu erzielen, verschieben die Betroffenen die Aufmerksamkeit auf körperliche Störungen, damit eine Beschäftigung mit Konflikten nicht mehr stattfinden muss.

Bei kaum einer psychischen Erkrankung sind so viele im Sprachgebrauch abfällige Bezeichnungen zu finden wie bei der Hypochondrie. Die Menschen, die häufig über ihre Erkrankungen sprechen – auch wenn diese vorhanden sind – werden von ihrer Umwelt oftmals schnell als Hypochonder bezeichnet. Der eingebildete Kranke ist eine weitere Bezeichnung für diese Menschen. Bedenken sollte man bei diesen Äußerungen, dass echte Hypochonder wirklich leiden. Auch wenn das Leiden nicht körperlicher Art, sondern psychisch begründet ist, haben Betroffene einen intensiven Leidenweg zu verzeichnen.

» Was ist die Hypochondrie genau?
» Wie und bei wem äußert sich Hypochondrie?
» Die abgeschwächte Form der Hypochondrie & der Morbus Clinicus
» Wie häufig tritt die Hypochondrie auf?
» Welche Ursachen hat die Hypochondrie?
» Wie verhalten sich Hypochonder?
» Welche Symptome zeigt die Hypochondrie?
» Wie wird die Hypochondrie diagnostiziert?
» Wie wird die Hypochondrie therapiert?
» Wie hilft Psychotherapie bei Hypochondrie?
» Welchen Verlauf kann die Hypochondrie nehmen?
» Kann man einer Hypochondrie vorbeugen?

Was ist die Hypochondrie genau?

Bei der Hypochondrie handelt es sich um eine Störung, die sich permanent um die Sorge um die eigene Gesundheit oder die Entwicklung und Ausbreitung einer Erkrankung dreht. Eine Hypochondrie ist medizinisch dann gegeben, wenn der Betroffene innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten davon überzeugt ist, mindestens eine ernstliche körperliche Erkrankung zu haben, die vermeintlich vorhandene Symptome auslöst, obwohl körperliche Untersuchungen ergeben haben, dass keine Krankheit gegeben ist.

Die Hypochondrie, die nicht-fachmännisch als Einbildung von Krankheiten bezeichnet wird, ist eine somatoforme Störung. Dabei sind es die körperlichen Beschwerden, die wiederholt auftreten oder auch anhalten, die aber nicht in einer Krankheit begründet sind, die eine somatoforme Störung ausmachen. Der Betroffene weigert sich, die Möglichkeiten seiner Erkrankung in einer psychischen Störung zu suchen. Das Leben von Betroffenen dreht sich oftmals sehr intensiv um ihre Erkrankung. Diese somatoforme Störung ist auch als psychosomatische Erkrankung bekannt, bei der ein Zusammenhang von Körper, also Soma, und Seele, also Psyche, gegeben ist. Die Annahme in der Psychosomatik geht dahin, dass sich seelische Probleme auch körperlich in Symptomen äußern können.

Keine andere psychische Erkrankung wird so stark im täglichen Sprachgebrauch eingebunden. So sind auch Menschen als Hypochonder bezeichnet, die sich um ihre Gesundheit sorgen oder mehr als andere Menschen auf Symptome achten – ohne deshalb aber wirklich unter Hypochondrie zu leiden. Aber auch der echte Hypochonder wird belächelt und als eingebildeter Kranker bezeichnet.

Wie und bei wem äußert sich Hypochondrie?

Die Ausbildung der sogenannten hypochondrischen Störung kann in jedem Lebensalter erfolgen. Die Verteilung der Erkrankung auf Männer und Frauen ist praktisch gleich. Zu dieser Erkrankung neigende Menschen sind oftmals besonders ängstlich und übervorsichtig. Darüber hinaus besteht bei den Betroffenen eine besonders hohe Selbstbeobachtung. Auch Informationen über Erkrankungen und die Wahrnehmung von Symptomen ist bei diesen Menschen besonders hoch ausgeprägt. Allein eine körperliche Erscheinung, auch wenn sie vorübergehender Art ist, lässt den Betroffenen schon annehmen, dass seine Gesundheit in Gefahr ist. Das körperliche Erregungsniveau erhöht sich und aus dieser körperlichen Reaktion heraus erhöht sich wiederum die Angst, die Symptome auch tatsächlich aufzuweisen, die eine schwere Erkrankung anzeigen.

Letztlich gelangt der Betroffene zu der festen Überzeugung, eine schwere Erkrankung zu haben. Auch wenn sich aus Untersuchungen keine Ergebnisse ergeben, können sich an der Überzeugung des Betroffenen, an einer schweren Erkrankung zu leiden, keine Veränderungen ergeben. Auch definitive Untersuchungsergebnisse aus Arztpraxen oder Kliniken überzeugen den Betroffenen nicht von seiner Gesundheit.

Die abgeschwächte Form der Hypochondrie & der Morbus Clinicus

Beim Morbus Clinicus handelt es sich um eine abgeschwächte Form der Hypochondrie, die zudem in der Regel zeitlich begrenzt ist. Gerade Medizinstudenten oder Pflegepersonal in der Ausbildung entwickeln häufig die Befürchtung, an bestimmten Erkrankungen zu leiden, die im eigenen beruflichen Umfeld gerade thematisiert werden. Dabei weisen viele Betroffene für einen begrenzten Zeitraum auch die Symptome auf, die diese Krankheiten mit sich bringen. In der Regel verschwindet der Morbus Clinicus nach einiger Zeit von allein wieder. Nur in seltenen Fällen entwickelt sich aus dem Morbus Clinicus eine echte Hypochondrie.

Wie häufig tritt die Hypochondrie auf?

Die Hypochondrie ist in der Gesamtbevölkerung mit einem Anteil von 9 bis 20 Prozent vertreten. Das Vollbild der Hypochondrie wird von 5 Prozent der Menschen ausgebildet. Männer und Frauen sind gleich betroffen von der Hypochondrie, was ungewöhnlich ist. In anderen somatoformen Störungen sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Welche Ursachen hat die Hypochondrie?

Die Ursachen für die Hypochondrie sind sehr vielfältig. Dabei können sich verschiedene Faktoren gegenseitig beeinflussen.

  • Die Entstehung der Hypochondrie liegt in einem gesteigerten Erregungsniveau der Betroffenen.
  • Schon lange bevor die Hypochondrie auftritt, haben Betroffene häufig eine sehr hohe psycho-physiologische Reaktivität zu verzeichnen.
  • Zu beobachten ist, dass Hypochonder besonders häufig mit erhöhtem Herzschlag und Puls auf leichte Reize reagieren. Die Reizschwelle ist bei diesen Menschen daher in der Regel deutlich niedriger angesiedelt als bei anderen Menschen.
  • Weiterhin haben Hypochonder die Neigung, verschiedene Ereignisse extrem auszuweiten oder auch negativer zu bewerten, als das andere Menschen in ihrem Umfeld tun.
  • Bevor die Ausbildung der Hypochondrie erfolgt, haben betroffene Menschen oftmals schon die Neigung, über Krankheiten besonders intensive Informationen einzuholen. Das geschieht beispielsweise auch über die Medien. Dazu nehmen Hypochonder auch in ihrem sozialen Umfeld Erkrankungen deutlich intensiver wahr, als dies gesunde Menschen tun.

Weitere ursächliche Auslöser für die Hypochondrie können verschiedene Anlässe oder Lebensumstände sein. Oftmals ist es zu beobachten, dass hypochondrische Mensche vor dem Ausbruch der Erkrankung unter intensivem Stress standen oder einschneidende Ereignisse in ihrem Leben zu verzeichnen waren. Nicht selten ist es dann so, dass körperliche Erscheinungen auftreten. Das kann ein

  • erhöhter Herzschlag,
  • Schwindel,
  • Kopfschmerzen
  • oder Verdauungsprobleme sein,

die vor dem Hintergrund dieses Ereignisses völlig normal sind und die bei den meisten Menschen auch von allein wieder verschwinden. Beim Hypochonder beginnt jetzt allerdings die Annahme, dass er an einer schweren Erkrankung leidet und dass dies die Symptome für die Erkrankung sind. Nicht selten ist es dann auch so, dass sie von einer Krankheit durch die Medien oder ihr soziales Umfeld gehört haben und dass sie nun anhand der bestehenden Symptome davon ausgehen, an eben dieser Krankheit zu leiden.

Wie verhalten sich Hypochonder?

Die Hypochondrie ist ein echter Teufelskreis. Die Sicherheit, an einer bestimmten und gefährlichen Krankheit zu leiden, bringt für Betroffene und deren soziales Umfeld enormen Stress mit sich. Die gesteigerte Aufmerksamkeit gilt nun nur noch der vermeintlichen Erkrankung und deren Symptomen Der Betroffene versucht nun, über Literatur oder Medien zu mehr Informationen über die Erkrankung zu gelangen. Diese Faktoren wiederum bewirken, dass der Betroffene vermehrt seine Symptome wahrnimmt und damit in seiner Meinung bestärkt wird, an einer gefährlichen Erkrankung zu leiden.

Viele Menschen mit diesem Krankheitsbild schonen sich und sorgen sich extrem um ihre eigene Gesundheit. Dadurch wird die eigene körperliche Belastbarkeit reduziert und kleine Anforderungen können jetzt schon körperliche Beschwerden auslösen. Das wiederum bestärkt den Hypochonder in der Überzeugung, wirklich krank zu sein.

Zudem bekommen Hypochonder auch aus ihrer Umwelt viel Unterstützung. Zur Entlastung übernehmen viele Menschen in der Umgebung Aufgaben für den Hypochonder oder zeigen ihm besonders viel Aufmerksamkeit oder Mitgefühl. Das bewirkt, dass der Hypochonder in seinem Verhalten indirekt gelobt und bestärkt wird.

Aus der Sicht von Psychoanalytiker ist die Ursache für die Hypochondrie in inneren Konflikten des Betroffenen zu suchen. Das können sowohl Schuldgefühle als auch Ängste sein. Um die Konflikte von sich selbst abzuwehren, legen Hypochonder alle Aufmerksamkeit auf körperliche Störungen. So kann die Auseinandersetzung mit anderen Konflikten ausgeschaltet oder vermieden werden. Die körperlichen Beschwerden werden von Psychoanalytikern als symbolisch bewertet. Augenprobleme werden dann dazu genutzt, um etwas Unerwünschtes nicht mehr zu sehen. Diese These wird auch durch verschiedene Aussagen bestätigt, z. B. dass „etwas auf den Magen schlägt“ oder „Kopfschmerzen bereitet“.

Welche Symptome zeigt die Hypochondrie?

Die Symptome der Hypochondrie sind sehr vielfältig. Sie stehen allerdings nicht im Mittelpunkt dieser Erkrankung. Das Hauptsymptom der Hypochondrie besteht in der Überzeugung, an einer Krankheit zu leiden, die oftmals sogar als lebensbedrohlich empfunden wird. Hypochonder überschätzen normale körperliche Erscheinungen oder geringe Veränderungen am Körper. So kann ein erhöhter Herzschlag nach einer Anstrengung schon als Symptom für eine Herzerkrankung gewertet werden. Auch Verdauungsbeschwerden oder andere harmlose körperliche Erscheinungen werden völlig überbewertet. Alle Symptome werden als Beleg für die eigene Erkrankung gewertet. Auch dann, wenn medizinische Untersuchungen ergebnislos verlaufen sind, ist sich der Hypochonder dennoch ganz sicher, an einer schweren Erkrankung zu leiden. Das Fehlen von Untersuchungsergebnissen wird dahingehend erklärt, dass die eigene Erkrankung noch nicht ausreichend erforscht ist oder dass der untersuchende Arzt schlichtweg einem Irrtum bei seiner Diagnose erlegen ist.

Hypochonder gehen häufig sogar so weit, sich komplizierten und riskanten Operationen zu unterziehen, wenn sie sich daraus Ergebnisse für ihre Diagnose oder Behandlung der vermeintlichen Erkrankung versprechen.

Im Gegensatz zu den zahlreichen anderen somatoformen Störungen, die wechselnde Beschwerden in verschiedene Körperbereichen nach sich ziehen, konzentriert sich der Hypochonder immer auf ein oder zwei Organe und deren mögliche Erkrankungen. Das Anzeichen für die Hypochondrie besteht bei diesem darin, dass die Angst vor der Erkrankung im Vordergrund steht, während bei anderen Störungen die körperlichen Symptome selbst die Aufmerksamkeit erlangen.

Wie wird die Hypochondrie diagnostiziert?

Die Diagnose der Hypochondrie macht es notwendig, dass sowohl organische als auch psychosoziale Faktoren in die Diagnostizierung mit eingebunden werden. Die Verdachtsdiagnose ist dann gegeben, wenn der Betroffene schon über einen längeren Zeitraum davon überzeugt ist, dass er an einer schweren körperlichen Erkrankung leidet, wenn es den behandelnden Ärzten allerdings weder möglich ist, eine solche Erkrankung zu diagnostizieren noch den Betroffenen davon zu überzeugen, dass die Erkrankung nach medizinischen Einschätzungen nicht vorliegt.

Ein wichtiger Stellenwert bei der Diagnose liegt beim Gespräch mit dem Betroffenen. Dabei müssen innerhalb des Gespräches auch bereits in der Vergangenheit bestandene Beschwerden, der Umfang mit den Beschwerden und daraus resultierende Behandlungen mit einbezogen werden. Auch psychische Beeinträchtigungen des Betroffenen haben bei der Diagnosestellung einen wichtigen Spielraum einzunehmen.

Wie wird die Hypochondrie therapiert?

Weil Hypochonder wirklich intensiv leiden, ist eine Therapie für diese Menschen sehr sinnvoll. Innerhalb einer Therapie erlernt der Betroffene den richtigen Umgang mit seiner Erkrankung. Dazu kann es auch gehören, bestimmte Entspannungsmethoden – beispielsweise autogenes Training – zu erlernen und auch neue Erklärungsmodelle für die Ausbildung der eigenen Hypochondrie zu finden.

Bei einer Hypochondrie ist eine psychotherapeutische Maßnahme sehr wichtig. Bedingt durch die Überzeugung, dass er an einer schweren Erkrankung leidet, begibt sich der Betroffene allerdings fast nie oder nur sehr selten in eine entsprechende psychotherapeutische Behandlung. Die ersten Wege führen aufgrund der Überzeugung, körperliche krank zu sein, zum Internisten oder Hausarzt. Für den Arzt selbst ist die Therapie innerhalb einer Hypochondrie ein komplizierter Balanceakt.

Der Arzt erkennt zwar häufig sehr schnell, dass der Betroffene trotz seiner Symptome keine körperliche Erkrankung hat, allerdings fordern die Betroffenen häufig fast schon verzweifelt eine weitere Untersuchung, um die vermeintliche Krankheit doch noch nachzuweisen.

Wichtig ist es für den Arzt, dass er erkennt, dass beim Betroffenen wirklich ein Leidensdruck vorliegt, auch wenn dieser nicht körperlicher, sondern psychischer Natur ist. Die Hinführung zu einer Psychotherapie ist daher sehr wichtig.

Wie hilft Psychotherapie bei Hypochondrie?

Die Psychotherapie soll es dem Betroffenen möglich machen, sich ernst genommen zu fühlen und mit seinem Leiden auch umzugehen. Dazu kann die Psychotherapie beispielsweise auch zu Entspannungsverfahren wie dem autogenen Training hinführen. Außerdem zielt die Therapie bei der Hypochondrie darauf ab, dass der Betroffene den Zusammenhang zwischen Stress und körperlichem Befinden wieder deutlicher vor Augen geführt bekommt. Im Verlauf der Therapie arbeiten Therapeuten und Betroffene aus, wann die Symptomatik Veränderungen aufweist und mit welchen Situationen im sozialen Umfeld des Betroffenen die Erkrankung in Zusammenhang stehen könnte. Der Betroffene erfährt durch ein gezieltes Erklärungsmodell für die Hypochondrie, wie er seine Symptomatiken durch ängstliche Selbstbeobachtung erheblich steigert und wie er dies vermeiden kann.

Die Therapie geht auch auf die Neigung des Betroffenen ein, Ereignisse tendenziell negativer wahrzunehmen als seine Umgebung. Dazu werden dann im weiteren Verlauf auch positive Denkmuster entwickelt und antrainiert. Sind die Menschen im Umfeld des Betroffenen sehr stark in die Erkrankung mit eingebunden, kann es sinnvoll sein, sie auch in die Therapie mit einzubinden und ihnen deutlich zu machen, welchen Einfluss ihr Verhalten auf die Situation des Betroffenen hat. Durch eine Schonung des Betroffenen und eine zu starke Unterstützung in seiner Erkrankung können Menschen im Umfeld des Betroffenen dessen Erkrankung nämlich durchaus begünstigen und verstärken.

Wenn Anzeigen dahingehend bestehen, dass Angst und Depressionen Auslöser oder Mitauslöser für die Erkrankung sind, dann kann gegebenenfalls auch auf eine Therapie mit psychopharmakologischen Mitteln zurückgegriffen werden. Antidepressiva sind dann der erste Schritt, um aus der Hypochondrie herauszufinden.

Welchen Verlauf kann die Hypochondrie nehmen?

Hypochondrie kann sich in jedem Alter einstellen, sie kann aber auch ihre Ausprägung ständig verändern. Oftmals beginnt die Erkrankung im frühen Erwachsenenalter, das heißt, Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren sind besonders häufig betroffen. Die Verläufe der Störung sind in der Regel chronisch. Das heißt, dass der Betroffene sich immer mehr und kontinuierlich mit körperlichen Beschwerden und deren Zusammenhang mit einer bestehenden Krankheit beschäftigt. Die Betroffenen entwickeln starke Persönlichkeitsmerkmale, die alle auf eine Erkrankung ausgerichtet sind und bei der sich das Verhalten des Betroffenen mehr und mehr um eine von ihm befürchtete Erkrankung dreht.

Die Hypochondrie kann schleichend aber auch sehr schnell und spontan auftreten. Wenn eine schleichende Hypochondrie besteht, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie länger anhält. Der Hintergrund liegt darin, dass der Betroffene bei einem schleichenden Verlauf mehr und mehr ein verändertes Verhalten in seiner Umgebung wahrnimmt. Das reicht von einer anfänglichen Schonung des Betroffenen bis hin zu erhöhter Aufmerksamkeit oder aber dauerhafter Abnahme von verschiedenen Aufgaben, die dann das soziale Umfeld stellvertretend für den Betroffenen erledigt. So erlernt der Betroffenen mehr und mehr ein Verhalten, das für ihn als hilfreich empfunden wird, das allerdings in der Realität die Erkrankung fixiert und ein Ausbrechen aus diesem Verhaltensmuster sehr erschwert.

Die schleichende Hypochondrie ist daher sehr viel schwerer zu therapieren und sie hält auch deutlich länger an, als wenn ein Betroffenen spontan eine Hypochondrie entwickelt und das soziale Umfeld nicht die Möglichkeit hat, sich langsam mit dem Verhalten an die Erkrankung des Betroffenen anzupassen.

Kann man Hypochondrie vorbeugen?

Bis heute sind die Formen und Ausprägungen der Hypochondrie nicht ausnahmslos bekannt. Daher ist es auch nicht möglich, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um die Hypochondrie zu verhindern. Eine Vorbeugung ist nicht möglich, zumal der Betroffene sich selbst auch nicht als hypochondrisch wahrnimmt, sondern der festen Überzeugung ist, real an einer bestimmten Krankheit zu leiden. Die Umgebung ist allerdings gefordert, die Erkrankung ernst zu nehmen und den Betroffenen in seinem Verhalten nicht zu unterstützen, sondern schnellstmöglich für geeignete therapeutische Maßnahmen zu sorgen bzw. ihn dort hin zu führen.

Ein Arztgespräch ist immer die sicherste Variante, wer aber wissen möchte ob er zur Hypochondrie neigt, der kann hier einen Hypochender-Test machen.