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Die Jugendgesundheitsuntersuchung

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Die Jugendgesundheitsuntersuchung
© Picture-Factory - Fotolia.com

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder sind mittlerweile den meisten Eltern ein Begriff, und die Mehrzahl der Kinder wird bei den neun Vorsorgeterminen bis zur Einschulung einem Arzt vorgestellt. Doch mit der Einschulung ist die körperliche Entwicklung eines Kindes natürlich noch nicht vorbei. Nachdem in den letzten Jahren deutlich wurde, dass viele Jugendliche unter gesundheitlichen Problemen und Entwicklungsstörungen leiden, wurde eine so genannte Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) eingeführt. Diese dient der frühzeitigen Erkennung von Erkrankungen, welche die körperliche, geistige und soziale Entwicklung der Jugendlichen gefährden. So sollen vor allem Fehlentwicklungen und mögliche Probleme in der Pubertät rechtzeitig erkannt werden, wenn sie noch relativ leicht zu beheben sind.

Die Jugendgesundheitsuntersuchung & was wird gemacht?

Generell sollten Sie Ihr Kind im Jugendalter etwa zwischen dem 13. Und 15. Lebensjahr zur Jugendgesundheitsuntersuchung vorstellen. Bei dieser wird vom Arzt zunächst eine differenzierte Erhebung der gesundheitlichen Vorgeschichte des Jugendlichen durchgeführt. Diese konzentriert sich auf mögliche auffällige seelische Entwicklungen und Verhaltensstörungen, auffällige schulische Entwicklungen, gesundheitsgefährdendes Verhalten wie zum Beispiel Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum sowie mögliche chronische Erkrankungen.

Nach dieser Erhebung der Vorgeschichte erfolgt dann die klinisch-körperliche Untersuchung Ihres Kindes. Bei dieser stehen neben der allgemeinen körperlichen Untersuchung die Erhebung der Körpermaße (Körperhöhe und Gewicht), eine mögliche verfrühte oder verzögerte Pubertätsentwicklung, eventuelle Störungen des Wachstums oder der körperlichen Entwicklung, Bluthochdruck, Erkrankungen der Hals-, Brust- und Bauchorgane sowie Auffälligkeiten des Skelettsystems im Vordergrund. Außerdem überprüft der Arzt den Impfstatus Ihres Kindes und nimmt möglicherweise notwendige Nachimpfungen vor.

Der Arzt informiert Sie und Ihr Kind nach der Untersuchung über die Ergebnisse und gibt Hinweise zur Vermeidung von Krankheiten und zum Abbau möglicher gesundheitsschädlicher Verhaltensweisen. So wird Ihr Kind direkt in den verantwortungsbewussten Umgang mit seiner eigenen Gesundheit einbezogen.

Sensibilität ist wichtig

Jugendliche in der Pubertät sind häufig sehr empfindlich, wenn es um Ihren eigenen Körper geht. Dementsprechend sollten Sie sensibel darauf reagieren, wenn Ihr Kind bestimmte Fragen oder Probleme mit dem Arzt alleine besprechen möchte. Weiterhin sollten Sie Ihr jugendliches Kind auch nicht dazu zwingen, den Arzt für die Vorsorgeuntersuchung aufzusuchen, sondern die Notwendigkeit dieser Untersuchung mit dem Jugendlichen ausführlich besprechen. So wird der Jugendliche freiwillig den Arzt aufsuchen und auch in Zukunft eher Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. Zudem sollten Sie einen Arzt aufsuchen, mit dem auch der Jugendliche einverstanden ist, und von dem er sich untersuchen lassen möchte.