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Kariesprophylaxe: Zähne versiegeln ersetzt nicht die Zahnbürste

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Zähne versiegeln
© LIGHTFIELD STUDIOS - Fotolia.com

Karies ist der häufigste Grund, warum in deutschen Zahnarztpraxen Zähne gezogen werden. Kommen dann noch Wurzelentzündungen und Parodontose hinzu, kann selbst der beste Zahnmediziner nichts mehr machen. Fast 15 Prozent von 1000 Befragten gaben bei einer Umfrage an, dass Sie eine Zahnarztbehandlung aus Kostengründen aufgeschoben haben. Das Ganze klingt wie eine Milchmädchenrechnung, denn je später Sie zum Zahnarzt gehen, desto intensiver und auch teurer wird die Behandlung.

Regelmäßige Zahnhygiene ist das A und O, damit wir möglichst lange ohne Zahnersatz auskommen. Mehrmals täglich Putzen ist die Grundvorrausetzung, aber auch der Zahnarzt selbst kann einiges zur Kariesprophylaxe beitragen. Neben Zahnsteinentfernung bieten Stomatologen auch die gründliche Säuberung der Zähne an. Angebote für eine professionelle Zahnreinigung in Hamburg, Berlin, Stuttgart, aber auch in den kleineren Provinzen unseres Landes, sollten daher unbedingt wahrgenommen werden. Fragen Sie Ihren Zahnarzt! Eine weitere Möglichkeit, Zahnerkrankungen vorzubeugen ist die Zahnversiegelung. Nimmt man den Begriff wörtlich, könnte man meinen die kompletten Zähne werden in eine Schutzhülle gelegt und können so keinen Schaden mehr nehmen. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Zähne versiegeln & Warum?

Wussten Sie, dass wir Menschen in unserem Leben rund 18 Tonnen Lebensmittel vertilgen, die natürlich alle vorher gekaut werden müssen. Das ist Schwerstarbeit für unsere Zähne und hinterlässt Spuren. Genau diese Spuren finden sich dann vornehmlich auf den Backenzähnen wieder – kleinste Rillen und Fissuren bilden sich. Diese Einkerbungen sind so winzig, dass wir Sie gar nicht spüren. Für Keime und Bakterien reichen die Minifurchen allerdings aus um sich „einzunisten“. Wer meint, durch gründliches Zähneputzen würde er diese Zwischenräume schon sauber bekommen, der irrt. Die Borsten der Zahnbürste sind im Verhältnis zu den minimalen Fissuren zu groß, so dass sie diese nicht reinigen kann.

Zähne versiegeln & was ist das genau?

Um den Zahn trotzdem zu schützen, empfehlen Zahnärzte eine Zahnversiegelung. Im besten Fall ist der Zahn dazu vollkommen gesund. Sollten sich bereits Schäden zeigen, müssen diese erst komplett behandelt werden, ehe eine Zahnversiegelung erfolgen kann.

Zähne versiegeln – So ist der Ablauf

  1. Der Zahnarzt reinigt den oder die zu versiegelnden Zähne gründlich.
  2. Anschließend wird der Zahnschmelz, zur besseren Haftung der Versiegelungsschicht, angerauht.
  3. Zum Versiegeln wird flüssiger Kunststoff (Komposit) in die maximal 5 mm tiefen Fissuren eingebracht.
  4. Nach kurzer Wartezeit, der Zahn muss trocknen, wird die Oberfläche geglättet, so dass der Patient keine störenden Unebenheiten verspürt.

Zähne versiegeln bei Kindern & Je früher desto besser!

Eine Zahnversiegelung wird sehr häufig bei Kindern durchgeführt. Die „jungen Zähne“ weisen am meisten Fissuren auf den Kauflächen auf. Im Allgemeinen werden aber nur die bleibenden Zähne versiegelt. Bei Milchzähnen macht diese Art der Prophylaxe wenig Sinn, da die Fissuren deutlich kleiner sind, als bei bleibenden Zähnen. Allerdings sind Zahnärzte sich da nicht immer einig, so dass die Entscheidung meist den Eltern überlassen wird. Auch Erwachsene, deren Gebiss so gut in Ordnung ist, dass sie kaum mit Karies zu kämpfen haben, können auf diese Prophylaxemaßnahme verzichten.

Zähne versiegeln – Wer übernimmt die Kosten?

Lassen Eltern die Zähne der Kinder versiegeln, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten – allerdings nur bis zum 18. Lebensjahr und für die großen bleibenden Backenzähne. Sollen sowohl die kleineren Backenzähne als auch die Milchzähne versiegelt werden, müssen die Kosten selbst übernommen werden.

Hat Zähne versiegeln Nachteile?

Prinzipiell ist eine Zahnversiegelung positiv anzusehen, da sie die Kariesbildung verhindert. Dazu muss der Zahnarzt natürlich genau arbeiten, denn eine undichte Versiegelungsschicht ist quasi das Tor zum Eindringen von Bakterien. Hat man sich für diese vorbeugende Maßnahme entschlossen, sollten die versiegelten Zähne alle 6 Monate kontrolliert werden. Wer stark überempfindlich reagiert, lässt vor der Behandlung am besten einen Test auf Materialverträglichkeit machen.

Kurz und knapp – 3 Fragen und Antworten zur Zahnversiegelung

  1. Zähne versiegeln – tut das weh?
    Die gute Nachricht für alle Angsthasen: Zähne versiegeln ist absolut schmerzfrei.
  2. Darf man nach der Zahnversiegelung essen?
    Da der Zahn ja direkt in der Praxis komplett ausgehärtet wird, reicht es völlig aus, wenn Sie eine Stunde nach der Behandlung nichts essen.
  3. Wie lange hält eine Zahnversiegelung?
    Das ist abhängig vom Kauverhalten, der Zahnpflege und den Essgewohnheiten. In der Regel hält eine Zahnversiegelung aber bis zu 15 Jahre.

Fazit
Zähne versiegeln ist zur Kariesprophylaxe durchaus angebracht. Voraussetzung sind gesunde Zähne und eine anschließende gründliche Zahnpflege. Auch wenn die Versiegelung den Zahn schützt, ersetzt dies nicht den täglichen Griff zur Zahnbürste.