Start Krankheiten

Krampfadern – Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

221
0
TEILEN
Krampfadern
© toons17 - Fotolia.com

Krampfadern hat fast jeder Mensch. Ungefähr 90 Prozent aller Deutschen haben im Laufe ihres Lebens Änderungen an den Venen zu verzeichnen. Die Gefäße erweitern sich oder nehmen eine Knotenform an. Besonders die Beine sind von diesen Veränderungen betroffen.

Die Adern schimmern dann unter der Haut in einem blauen Ton. In den meisten Fällen sind diese Veränderungen allerdings nur ein kosmetisches Problem, gesundheitlich sind sie bei den meisten Betroffenen unbedenklich. Insgesamt benötigt jeder sechste Betroffene eine medizinische Behandlung der veränderten Venen, weil sich sonst weitere gesundheitliche Probleme einstellen können.

» Die Definition von Krampfadern
» Geschichtliche Hintergründe zu Krampfadern
» Ursachen für die Bildung von Krampfadern
» Varikose & Krampfadern im fortgeschrittenen Stadium
» Formen von Krampfadern
» Die Häufigkeit von Krampfadern
» Primäre und Sekundäre Krampfadern
» Symptome von Krampfadern
» Die Diagnose der Krampfadern
» Untersuchungsmethoden bei Krampfadern
» Therapiemaßnahmen zur Behandlung von Krampfadern
» Verwendung von Venenmitteln
» Die Verödung von Krampfadern
» Die Krampfadern – Operation
» Der Verlauf der Krampfadern
» Die Prognose bei Krampfadern
» Komplikationen bei Krampfadern
» Krampfadern vorbeugen

Die Definition von Krampfadern

Krampfadern werden auch als Varizen bezeichnet. Die Bezeichnung stammt aus der thailändischen Übersetzung von „varix“ Knoten. Bei den Krampfadern handelt es sich um erweiterte Venen, die eine geschlängelte oder knotenförmige Ausformung haben. Sie sind sehr leicht zu erkennen, weil sie direkt unter der Oberfläche der Haut liegen. Bei ausgebildeten Krampfadern spricht der Arzt von einem Krampfaderleiden oder einer Varikose.

Innerhalb der Krampfadern ist der Blutfluss langsamer als in den gesunden Venen und genau dies bewirkt einen Rückstau des Blutes. Dabei sind die Venen im Körper dafür verantwortlich, dass Blut sowohl aus den Organen als auch aus dem Gewebe zum Herzen zurück zu transportieren. Unterschieden werden dabei oberflächliche Venen, tiefe Venen innerhalb der Muskulatur und Verbindungsvenen die eben eine Verbindung zwischen den oberflächlichen und den tiefen Venen bewirken.

Fast immer sind es die Hauptvenen der Beine, die sich zu Krampfadern ausbilden. Diese Krampfadern haben eine typische Form, sie haben eine bläuliche Farbe und sind an einigen Stellen wie ein Knoten unter der Haut erkennbar.

Auch in anderen körperlichen Regionen können Krampfadern entstehen. Bei einem fortgeschrittenen Leberversagen beispielsweise bilden sich unter der Speiseröhre und Schleimhaut Krampfadern, die dann letztlich auch in der Speiseröhre zu finden sind.

Die häufigste Form der Krampfadern ist allerdings in den Beinen zu finden.

Geschichtliche Hintergründe zu Krampfadern

Das Wort Krampf in den Krampfadern stammt aus dem althochdeutschen Wort krimphan ab, das übersetzt sich krümmen oder sich krampfhaft zusammenziehen heißt. Schon seit dem 16. Jahrhundert ist der Begriff Krampfader im deutschsprachigen Raum etabliert. Sowohl der geschlängelte Verlauf der Krampfadern als auch die nächtlichen Wadenkrämpfe haben das Wort Krampfader mit geprägt.

Ursachen für die Bildung von Krampfadern

Der Ursache für die Bildung von Krampfadern liegt in einem schwachen Bindegewebe. Diese Bindegewebsschwäche ist angeboren. Durch das schwache Gewebe kommt es zu einer Funktionsstörung der Venenklappen. Der Arzt spricht dann von einem primären Krampfaderleiden. Die Funktionsweise der Venenklappen ist ähnlich einem Ventil. Öffnen sich die Venenklappen, dann kann das Blut ungehindert durchfließen. Sind die Venenklappen dagegen geschlossen, wird der Rückfluss des Blutes so verhindert.

Eine Störung der Venenklappen bewirkt, dass der Rücktransportport des Blutes zum Herzen hin nicht mehr einwandfrei funktioniert. Gerade bei Menschen, die häufig sitzen – beispielsweise einer Bürotätigkeit nachgehen – oder die sehr viel stehen – also im Verkauf tätig sind – staut sich das Blut in den Beinen. Die Folge dieses Blutstaus: nach einiger Zeit verändern sich die Venen zu Krampfadern.

» Übergewicht und Schwangerschaft
Weitere begünstigende Faktoren für Krampfadern sind Übergewicht und Schwangerschaft. Gerade in der Schwangerschaft lockert sich das Bindegewebe in der Vorbereitung auf die Geburt und genau hierfür liegen in Kombination mit dem höheren Körpergewicht die Voraussetzungen für die Ausbildung von Krampfadern.

» Thrombose
Ein weiterer Grund für Krampfadern liegt in einer Abflussbehinderung des Blutes auf dem Weg von den einer Oberfläche gelegenen Venen zu den Venen im tieferen Gewebe. Er spricht der Arzt dann von einem sekundären Krampfaderleiden dabei kann beispielsweise ein Blutgerinnsel, also eine Thrombose, oder auch ein Tumor für die Abflussbehinderung des Blutes verantwortlich sein.

Sowohl die großen als auch die kleinen Venen können von Krampfadern betroffen sein. Sind die großen Venen betroffen, dann nennt der Mediziner diese Stammvarizen. Sind die kleinen Venen betroffen, wird von Seitenastvarizen gesprochen.

Wenn die ersten Krampfadern auftauchen, sind sie häufig als kleine und blaue, so genannte Besenreiser, zu sehen. Diese Besenreiser sind ein Hinweis auf eine Venenschwäche, weshalb sie dem Arzt vorgestellt werden sollten.

Varikose & Krampfadern im fortgeschrittenen Stadium

Ist das Krampfaderleiden fortgeschritten, dann spricht der Mediziner von der so genannten Varikose. Diese Varikose zeigt sich durch unterschiedliche Symptome. Klassisch sind

  • die so genannten schweren Beine die häufig anschwellen
  • in der Nacht stören dann häufiger Wadenkrämpfe den Schlaf
  • zudem ist häufig eine Verfärbung der Haut zu verzeichnen

Formen von Krampfadern

Krampfadern in den Beinen zeigen sich in drei verschiedenen Formen, die davon abhängig sind, welche Venen vom Krampfaderleiden betroffen sind. Mediziner sprechen von

  • den Stammvarizen
  • den Seitenastvarizen
  • und den Besenreisern
  • sowie den retikulären Varizen.

» Die Stammvarizen
Die so genannten Stammvarizen sind an der Oberfläche der Beine zu sehen. Diese Art von Krampfadern bildet sich sowohl an den Ober- als auch an den Unterschenkeln aus und stellt mit einem Anteil von 85 Prozent der Erkrankungen die häufigste Variante der Krampfadern dar.

Diese Krampfadern entstehen in der Regel durch Funktionsstörungen von verletzten Venenklappen. Diese Venenklappen befinden sich sowohl in der Kniekehle als auch in der Leistenbeuge.

» Die Seitenastvarizen
Hierbei handelt es sich um eine weitere Form der Krampfadern, die sich aus kleinen Venen entwickeln. Auch diese Krampfadern sind sowohl an den Ober- als auch an den Unterschenkeln zu finden.

» Besenreiser und retikuläre Varizen
Diese Krampfadern sind weitere sehr wichtige Formen der Venenerkrankung. Betroffen sind bei dieser Venenerkrankung die kleinen Venen, deren Durchmesser weniger als 1 mm beträgt. Diese Art von Krampfadern verteilt sich netzartig über die Beine, zeigt eine blau-rötliche Färbung und ist stark verästelt. Besonders an der Außenseite der Oberschenkel oder Unterschenkel sowie auch im inneren Bereich des Knies sind diese Besenreiser sehr häufig zu finden.

Die Häufigkeit von Krampfadern

Krampfadern sind sehr verbreitet und etwa 90 Prozent der Deutschen hat eine mehr oder weniger ausgeprägte Veränderung der Venen zu verzeichnen. Aufgrund der Bindegewebsstruktur sind Frauen häufiger von Krampfadern betroffen als Männer. Generell sind diese Veränderungen ungefährlich, stellen aber ein kosmetisches Problem dar. Betroffene haben durch die Krampfadern fast immer nur leichte Beschwerden zu verzeichnen. Nur jeder sechste Betroffene muss seine Krampfadern ärztlich behandeln lassen.

Primäre und Sekundäre Krampfadern

Die Gründe für Krampfadern sind unterschiedlich. Dabei wird nach den Gründen für die Krampfadern in primäre und sekundäre Krampfadern unterschieden.

» Primäre Krampfadern
Wenn die Hintergründe für die Entstehung von Krampfadern nicht völlig geklärt sind, werden sie als primäre Krampfadern bezeichnet.

Die Gründe für primäre Krampfadern liegen in einem schwachen Bindegewebe, dass entweder angeboren ist oder dass sich im Laufe der Zeit geschwächt hat. Durch die Bindegewebeschwäche können die Venen, die in diesem Gewebe liegen, ihre Klappen nicht mehr korrekt schließen.

Gerade diese Art von Krampfadern kann durch den Blutstau eine Art von Domino-Effekt nach sich ziehen.

  • Die erweiterten Klappen büßen ihre Funktionstüchtigkeit mehr und mehr ein, was letztlich zu einer Undichtigkeit führt.
  • Weiterhin besteht eine erhöhte Menge Blut in diesen Venen, der dann wiederum den Druck auf die Venen erhöht.
  • Durch den hohen Druck in den Venen wird Flüssigkeit in das liegende Gewebe gepresst. Die klassischen Ödeme zeigen sich in Schwellungen der Füße und danach auch in den Unterschenkeln.

Längerfristig bewirkt dieser Rückstau des Blutes eine zunehmende Ausdehnung der Venenwände.

Verschiedene Verhaltensweisen könne primäre Krampfader begünstigen.

Dazu gehören:

  • Bewegungsmangel, der eine geringere Aktivität der Muskelpumpe nach sich zieht.
  • Viel Stehen oder Sitzen mit herunterhängenden Beinen, was dann die Schwerkraft des Blutes begünstigt.
  • Sehr enge Kleidung, die die Beine abschnürt, verhindert den Blutstrom.
  • Eine Schwangerschaft bewirkt durch die Lockerung des Bindegewebes und die hormonellen Umstellungen auch eine Begünstigung von Krampfadern.

» Sekundäre Krampfadern

Die Ursachen für diese Art von Krampfadern sind unterschiedlich. So können beispielsweise Blutgerinnsel einen Verschluss der tiefen Hauptvene des Beines bewirken oder auch Tumore dafür verantwortlich sein, dass im Bauchbereich eine Einengung stattfindet, die den Blutfluss behindert.

Symptome von Krampfadern

Die ersten Anzeichen für Krampfadern entwickeln sich bereits in der Jugend oder bei jungen Erwachsenen. Es bilden sich blaue und verdickte Venen aus, die für die Betroffenen ein kosmetisches Problem darstellen.

Mit einem Fortschritt des Leidens stellen sich dann auch körperliche Beschwerden ein. Der Anfang ist oft ein Schweregefühl in den Beinen, das sowohl im Sitzen als auch im Stehen zu spüren ist. Über den gesamten Tag schwellen die Beine dann an und besonders der Knöchelbereich ist hiervon betroffen. Weiterhin können sich Wadenkrämpfe im Schlaf einstellen. Welcher Zusammenhang zwischen den Wadenkrämpfen und den Krampfadern besteht, ist bis heute medizinisch nicht abschließend geklärt.

Die Beschwerden der Krampfadern können sich bei Frauen jeweils vor der Periode verstärken. Insgesamt sind bei allen Betroffenen die Symptome in den Sommermonaten stärker ausgeprägt als im Winter.

Die Diagnose der Krampfadern

Wichtig bei der Diagnose der Krampfadern ist es, den Umfang der Venenveränderungen zu erkennen. Auf dieser Erkenntnis basiert nämlich dann die ideale Therapie. Zur Diagnose fragt der Arzt unter anderem

  • nach den Beschwerden
  • nach der Intensität dieser Beschwerden
  • ob in der Familie Krampfadern verbreitet auftreten

Eine Begutachtung der Krampfadern bei der körperlichen Untersuchung ist weiterhin üblich.

Unterschiedliche diagnostische Tests können wichtige Hinweise darauf liefern, ob tiefer gelegene Venen für die Krampfadern verantwortlich sind oder ob es sich um eine Funktionsstörung der Venenklappen handelt.

Untersuchungsmethoden bei Krampfadern

» Duplexuntersuchung
Die sogenannte Duplexuntersuchung kombiniert den Ultraschall und die Doppler-Untersuchung. Mit dieser Duplexuntersuchung ist eine bildhafte Darstellung der krampfhaft veränderten Venen möglich, denn kranke Venen werden hier farbig abgebildet. Weitere Informationen liefert diese Untersuchung über die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den betroffenen Venen.

» Phlebographie
In verschiedenen Fällen der Erkrankung kann eine so genannte Phlebographie als Diagnosemaßnahme sehr hilfreich sein. Hierbei erfolgt eine Untersuchung der Krampfadern mittels Röntgenstrahlen. In die betroffenen Venen wird dazu ein jodhaltiges Kontrastmittel eingespritzt. Durch das Kontrastmittel können die Venen sowie krankhafte Veränderungen optisch dargestellt werden.

» Weitere Untersuchungsmethoden
Verschiedene andere Diagnoseverfahren für die Untersuchung der Krampfadern sind vorhanden. Sowohl

  • der Trendelenburg-Test
  • der Perthes-Test
  • und der Pratt-Test

können als Untersuchungsmethode eingesetzt werden. Diese Diagnoseverfahren werden allerdings heute nur noch selten eingesetzt, denn die bildgebenden Verfahren sind genauer.

Therapiemaßnahmen zur Behandlung von Krampfadern

Eine Therapie sollte möglichst früh stattfinden, damit spätere Schäden im Gewebe sich verhindern lassen. Belasten nämlich große Blutmengen über Jahre hinweg die Venen, können sich Komplikationen einstellen, die dann beispielsweise auch eine Venenentzündung zur Folge haben können. Verschiedene Maßnahmen können die Behandlung der Krampfadern unterstützen.

» Venenmittel
Eigene Behandlungsmaßnahmen können darin bestehen, dass Venenmittel zur Stärkung des Gewebes eingenommen werden. Diese Medikamente können dazu beitragen, dass die Gefäßwände stabilisiert werden. Damit wird die Durchblutung verbessert und die Entzündungen im Gewebe können reduziert werden.

» Kompressionstherapie
Eine Kompressionstherapie presst die Venen zusammen, so dass das Blut wieder leichter zum Herzen fließen kann. Kompressionsstrümpfe oder auch Kompressionsverbände, sind Hilfsmittel, die die Venen zusammenpressen und dabei den Abfluss des Blutes unterstützen.

Durch den Druck, den die Kompressionen auf die Beine ausüben, wird die Ausdehnung der Blutgefäße reduziert, der Abtransport des Blutes damit beschleunigt.

Kompressionsstrümpfe sind in der Regel so konzipiert, dass sie über das Kniegelenk bis zu den Oberschenkeln reichen. So wird gewährleistet, dass die Kompressionsstrümpfe auch bei Bewegung nicht rutschen und so möglicherweise zu weiteren Abschnürungen – beispielsweise in der Kniekehle – . führen. Die Strümpfe verstärken die Pumpfunktion der Fuß- und Wadenmuskeln. Deshalb sollten die Strümpfe beim Sport als auch bei ausgiebigen Spaziergängen getragen werden.

Die Kompressionstherapie wird als Basis genutzt, wenn verschiedene Gründe gegen die Operation oder die Verödung der Krampfadern sprechen.

Weitere Maßnahmen zur Behandlung der Krampfadern liegen in der Verödung oder der Operation.

Neben der ärztlichen Therapie können Betroffene viele verschiedene Maßnahmen nutzen, um die Beschwerden der Krampfadern zu reduzieren und auch ein fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Durch eigene Maßnahmen können die Krampfadern zwar nicht beseitigt werden, allerdings kann dazu beigetragen werden, dass die Symptome – beispielsweise schwere Beine und Wadenkrämpfe – sich vermindern.

» Einfache Sofortmaßnahmen
Ausreichende körperliche Bewegung ist die Basis für einen gesunden Blutfluss in den Venen. Der Wechsel zwischen der Anspannung und Entspannung innerhalb der Wadenmuskulatur unterstützt das Zurückpumpen des Blutes in die Venen.

Wer regelmäßig die Füße hoch lagert, entspannt nicht nur den eigenen Körper, sondern entstaut auch die Venen. Der Rückfluss des Blutes wird so unterstützt.

Kalte Wassergrüße sind weitere einfache Therapiemaßnahmen, um die Durchblutung zu steigern und die Stauung von Blut in den Venen zu reduzieren. Gerade bei leichten Krampfadern sind kalte Schenkelgüsse und Kniegüsse, die jeweils nur wenige Sekunden andauern, leicht in den Tagesablauf einzubauen. Schon der morgendliche kalte Guss der Beine nach dem Duschen entlastet die Venen und regt ganz nebenher den Kreislauf an.

Verwendung von Venenmitteln

» Kapseln oder Tabletten auf pflanzlicher Basis
Sowohl Kapseln als auch Tabletten auf pflanzlicher Basis können für die Stärkung der Venen eingesetzt werden. Dabei sorgen diese Venenmittel für eine Steigerung der Durchblutung und gleichzeitig eine Reduzierung der Durchlässigkeit der Gefäßwände. Neuer und sehr wirksamer natürlicher Wirkstoff soll hier das Troxerutin sein, das aus dem japanischen Schnurbaum gewonnen wird.

Klassiker bei der Behandlung von Krampfadern ist der Rosskastanienextrakt namens Aescin oder der rote Weinlaub als Flavonoid.

Alle natürlichen Medikamente wirken allerdings nicht sofort und müssen daher über einen längeren Zeitraum (einige Monate) eingenommen werden, um eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation zu erzielen. Werden die natürlichen Medikamente abgesetzt, stellen sich die Beschwerden, die durch die Krampfadern ausgelöst werden, schnell wieder ein.

» Venensalbe
In der Apotheke sind Venensalben in verschiedenen Varianten erhältlich. In der Regel sind in diesen Salben Wirkstoffe wie Tannin, Heparin oder Aescin enthalten. Auch die ätherischen Öle, gewonnen aus Latschenkiefer, Rosmarin oder Salbei sowie Arnikablüten, können kombiniert mit anderen Präparaten eine gute Wirkung erzielen.

Medizinisch nachgewiesen und begründet ist die Wirkung dieser natürlichen Mittel allerdings nicht. Den besten Erfolg erzielen natürliche Hilfsmittel, wenn sie kombiniert angewendet werden.

Die Verödung von Krampfadern

Gerade kleinere Krampfadern wie beispielsweise Besenreiser können durch die Verödung beseitigt werden. Weniger empfehlenswert ist es allerdings, wenn große Krampfadern verödet werden.

Bei der Verödung der Krampfadern wird eine Flüssigkeit oder ein Schaum in die Krampfader gespritzt. So werden die Innenwände der Adern beschädigt. Längerfristig verkleben sie dann und bilden einen Strang, der allerdings kein Blut mehr führt. Nach der Verödung sollte reichlich Bewegung auf dem Programm stehen, damit der Blutfluss in den restlichen Venen optimiert wird.

Die Krampfadern – Operation

Werden die Krampfadern operativ entfernt, dann stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung.

» Krampfadern Stripping
Die erste Möglichkeit ist das so genannte Stripping. Wie der Name schon sagt, werden bei dieser Operationsmethode Krampfadern mit einer Sonde aus dem Bein gezogen. Später werden dann auch noch die kleinen Seitenäste der Krampfader verödet. Nach der Operation müssen über einen längeren Zeitraum Kompressionsstrümpfe getragen werden.

» Crossektomie
Eine weitere Operationsmethode ist die Crossektomie. Hierbei wird die Stammkrampfader genau an der Stelle durchtrennt, an der sie in die tiefe Beinvene übergeht. Mit dieser Methode wird der Rückstrom des Blutes verhindert. Dieser Eingriff findet unter lokaler Anästhesie statt und ist deshalb besonders für ältere Menschen geeignet, bei denen das Risiko einer Vollnarkose zu hoch ist. Auch nach dieser Operation sollten für einige Zeit Kompressionsstrümpfe getragen werden.

Der Verlauf der Krampfadern

In der Regel haben Krampfadern einen harmlosen Verlauf. Wird rechtzeitig etwas für die Gesundheit der Venen getan, können sich die Leiden, die sich aus Krampfadern ergeben, verhindern lassen. Im Gegensatz dazu schreiten unbehandelte Krampfadern im Laufe der Zeit weiter voran und es folgen irgendwann auch starke Beschwerden.

Daher haben es Betroffene selbst in der Hand, inwieweit die Krampfadern letztlich gesundheitliche Probleme auslösen.

Die Prognose für Krampfadern

Die Prognose für den Verlauf der Krampfadern ist stark vom Umgang des Betroffenen mit dieser Problematik abhängig. Werden die Krampfadern rechtzeitig und regelmäßig behandelt, sind die Prognosen sehr günstig. Beim operativen Eingriff beispielsweise sind die Erfolge dauerhaft bei 95 Prozent angesiedelt. In den ersten fünf Jahren sind 95 Prozent der Betroffenen beschwerdefrei und auch nach 10 Jahren haben 90 Prozent der Operierten keine Probleme mehr mit ihren Krampfadern.

Auch die Verödung ist eine sehr wirksame Methode. Innerhalb von fünf Jahren sind 90 Prozent der Betroffenen frei von Beschwerden und Innerhalb von 10 Jahren treten bei 80 Prozent der Behandelten keinen neuen Krampfadern auf.

Komplikationen bei Krampfadern

Werden die Krampfadern nicht behandelt, stellen sich mehr oder weniger intensive Komplikationen ein.

  • Die Krampfadern dehnen sich im späten Stadium stark aus, dabei besteht die Gefahr, dass sie platzen und das stärkere Blutungen die Folge sind.
  • Weiterhin kann das Blut in den Krampfadern gerinnen, was eine Verklumpung zur Folge hat. Es bilden sich Blutgerinnsel und die oberen Venen verstopfen komplett.
  • Ein weiteres Problem besteht im Rückstau des Blutes. Durch diesen kann gerade an den Unterschenkeln die Haut stark beschädigt werden. Die Folge sind dann Verfärbungen der Haut, Entzündungen sowie auch Hautveränderungen, die mit starkem Juckreiz einhergehen.
  • Weiterhin ist in diesem Stadium eine Ansammlung von Gewebewasser in den Beinen sehr wahrscheinlich. Starke Schwellungen der Beine sind dann die Folge.
  • Wenn der Verlauf der Krampfadern sehr schwer ist, kann auch Gewebe absterben. Daraus können sich Geschwüre bilden, denn das gestaute Blut in den Adern verhindert die ausreichende Versorgung des Gewebes mit Nährstoffen und Sauerstoff. Die Folge können dann die so genannten offenen Beine sein, die der Mediziner als Ulcera cruris bezeichnet.
  • Entzündungen in den Venen sind weitere Folgeerkrankungen der Krampfadern. Durch diese können sich Blutgerinnsel in den Venen bilden. Wenn der Blutstrom dann diese Blutgerinnsel mitreißt, können sie auf diese Weise in die Lunge gelangen und im schlimmsten Falle dort Blutgefäße verstopfen, was dann die klassische Lungenembolie ist.
  • Krampfadern im tiefen Gewebe belasten dauerhaft die Venenwand. Diese Wand verhärtet sich im Laufe der Zeit. Dadurch ist die Möglichkeit, kleine Blutgerinnsel aufzulösen, stark eingeschränkt. Die Gefahr für Thrombosen steigt dabei. Zudem verhärten die Venenklappen immer mehr und hemmen so ihre Funktionsfähigkeit immer weiter. Ödeme, Beingeschwüre und offene Beine können dann die Folge sein.

Krampfadern vorbeugen

Auch dann, wenn ein schwaches Bindegewebe angeboren ist, lassen sich Krampfadern wirksam vorbeugen und müssen nicht zwangsläufig in einem Leiden enden.

Die wichtigste Vorsorge liegt in regelmäßiger Bewegung und der Vermeidung von Übergewicht. Zwischendurch die Beine hoch legen und ein kaltes Fußbad nehmen unterstützt das Venensystem.

» Krampfadern-Vorbeugung im Alltag
Auch wer aus beruflichen Gründen viel sitzen oder stehen muss, kann den Krampfadern trotzdem wirksam vorbeugen. In der Freizeit sollte dann sehr viel Bewegung auf dem Programm stehen haben. Krampfadern sind meist zu verzeichnen, wenn im Alltag die Bewegung keinen ausreichenden Platz hat. Die Faustregel lautet, viel laufen und Beine hochlegen, wenig sitzen und stehen.

» positive Sportarten
Wichtig ist auch die richtige Art der körperlichen Aktivität. Hier bilden sich gerade die Sportarten, die eine Unterstützung der Wadenmuskulatur und der Fußmuskulatur bewirken, positiv aus um Krampfadern zu vermeiden. Dabei sollte die Muskulatur über einen längeren Zeitraum hinweg gefordert werden, wobei Regelmäßigkeit wichtiger ist als hohe Leistung in einem kurzen Zeitraum.

» lockere Kleidung
Wichtig ist beim Sport ist immer lockere Kleidung. Kleidungsstücke, die die Venen einschnüren, behindern den Blutfluss und begünstigen damit die Krampfadern – auch bei sportlichen Aktivitäten.

» kein Kraftsport
Kraftsport beispielsweise, mit starkem Druck auf den Körper und die Venen ist eher ungünstig für Betroffene. Sehr viel besser ist Fahrradfahren, Schwimmen, Joggen oder Walken, oder auch Inlineskaten. Auch Wandern, Spazierengehen, Jazzdance oder Aerobic sind günstige Sportarten zur Bekämpfung der Krampfadern.

Ist die Krankheit vorangeschritten, sollte auf Sportarten verzichtet werden, bei denen längere Phasen des Stehens oder aber schnelle und kurze Bewegungen notwendig sind. Bei solchen Sportarten wird der Blutfluss kurzfristig erhöht, was sich kontraproduktiv für die Vermeidung oder Reduzierung von Krampfadern auswirkt. Gerade Kraftsport erhöht den Druck im Bauchraum, was dann eine kurzfristige Unterbrechung des Blutflusses durch die Venen zum Herzen bewirkt

Sinnvoll ist immer eine Absprache mit dem behandelnden Arzt, welche Sportarten günstig sind und welche eher vermieden werden sollten. Das gilt besonders dann, wenn bereits Krampfadern vorhanden sind oder wenn sich schon ein Krampfadernleiden eingestellt hat.

» Wichtige vorbeugende Maßnahme – die Venengymnastik
Venengymnastik ist eine ebenso effektive, wie leicht umsetzbare vorbeugende Maßnahme gegen Krampfadern und auch dann hilfreich, wenn bereits Krampfadern vorhanden sind. Gezielte Übungen können den Blutfluss in den Venen begünstigen. Vorteilhaft ist, dass die Übungen schnell zu erlernen sind und sich auch in den Alltag integrieren lassen.

» Wichtige Übungen gegen Krampfadern im Sitzen oder Stehen:

  • Das Gehen auf der Stelle
  • Das Abrollen der Füße aus dem Zehenstand und rückwärts
  • Wechselweises Gehen auf Fußballen und Fersen
  • Das Greifen von leichten Gegenständen mit den Zehen
  • Auch Kniebeugen unterstützen die Venengesundheit

» Wichtige Übungen gegen Krampfadern in der Rückenlage:

  • Fahrradfahren liegend
  • Leichte Tretbewegungen gegen eine Wand oder den Fußteil des Bettes
  • Strecken und Beugen der Zehen

Unser Buchtipp für Sie:
Erfolgreich gegen Krampfadern – www.amazon.de

Hier ein sehr interessanter Bericht über die Entstehung und Vorbeugung von Krampfadern.