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Schwierigkeiten mit dem Darm – Morbus Crohn ist eine chronische Krankheit

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Morbus Crohn
© animaflora - Fotolia.com

Der Morbus Crohn ist eine Erkrankung, die in den meisten Fällen mit ganz unspezifischen Symptomen beginnt, die zum Beispiel auch bei einer Magen-Darm-Grippe auftreten können. Es kommt zu Müdigkeit, Bauchschmerzen und Durchfällen, aber auch Fieber, Gewichtsabnahme, Übelkeit und Erbrechen treten auf. Halten diese Symptome jedoch ungewöhnlich lange an, kommen immer wieder, und es ist keine Infektion mit anderen Erregern nachweisbar, handelt es sich vermutlich um Morbus Crohn.

Morbus Crohn – worum handelt es sich?

Die Krankheit tritt vermehrt bei jungen Erwachsenen auf und gehört zu den so genannten Autoimmunkrankheiten. Bei dieser Art von Erkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper, es ist quasi fehlgeleitet. Bei Morbus Crohn kann der gesamte Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After betroffen sein, und es kommt zu entzündlichen Veränderungen, die auch für die Symptome verantwortlich sind. Am häufigsten ist der Dünndarm von den Entzündungen betroffen. Die Krankheit ist nicht heilbar und tritt immer wieder in Schüben auf. Bei etwa der Hälfte der Patienten treten auch Symptome außerhalb des Magen-Darm-Bereiches auf, wie zum Beispiel Gelenkentzündungen, Hautveränderungen oder Augenentzündungen.

Wie entsteht die Krankheit?

Morbus Crohn wurde in den dreißiger Jahren von dem amerikanischen Magen-Darm-Spezialisten Crohn entdeckt und benannt, aber bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wie die Erkrankung entsteht. Es sind allerdings verschiedene Faktoren bekannt, welche zu einer Auslösung von Morbus Crohn beitragen können. Der derzeitige Stand der Forschung geht davon aus, dass eine genetische Komponente bei der Krankheit eine wichtige Rolle spielt, da eindeutige familiäre Häufungen bekannt sind. Wenn also in Ihrer engeren Familie bereits Morbus Crohn aufgetreten ist, besitzen auch Sie ein deutlich erhöhtes Risiko. Rauchen kann das Auftreten der Erkrankung ebenfalls stark begünstigen, generell besitzen Raucher ein doppelt so hohes Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken. Im Zusammenhang mit der Krankheit wird zudem vermutet, dass die übermäßige Hygiene in den westlichen Industrienationen zu einer erhöhten Zahl von Erkrankten führt. Dadurch, dass die Menschen in diesen Ländern Seifen, Weichmachern und Emulgatoren deutlich häufiger ausgesetzt sind als in weniger industrialisierten Gebieten, kann einer Schädigung der Darmschleimhaut Vorschub geleistet werden.

Diagnose und Behandlung

Der Morbus Crohn ist in manchen Fällen nicht leicht zu diagnostizieren und von anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen abzugrenzen. Zur Diagnose werden in der Regel unterschiedliche bildgebende Verfahren wie der Ultraschall oder die Darmspiegelung verwendet, zudem können verschiedene Blutuntersuchungen zur Aufklärung beitragen. Die Therapie der Erkrankung stützt sich vor allem darauf, die beschwerdefreien Phasen zwischen den Schüben möglichst lange beizubehalten und auftretende Schübe effektiv zu behandeln. Akute Schübe werden je nach Schweregrad eingeteilt und mit verschiedenen Medikamenten behandelt. Bei besonders schweren Fällen mit lebensgefährlichen Komplikationen können auch operative Eingriffe notwendig werden. Dabei spielt die Lage der Entzündungsherde eine wichtige Rolle. Spezielle Diäten können die Symptome während eines Schubes ebenfalls lindern, reichen jedoch zu einer alleinigen Behandlung im Allgemeinen nicht aus. Die Erhaltungstherapie zur Verhinderung erneuter Schübe besteht ebenfalls in Medikamenten, die zum Teil schwere Nebenwirkungen haben können, so dass eine genaue Einstellung der Medikation durch einen Facharzt unerlässlich ist. Eine gesunde Ernährung und die Vermeidung von Stress können ebenfalls unterstützend helfen, Schübe zu verhindern.