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Periimplantitis: Ursachen für entzündete Zahnimplantate

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Periimplantitis
© psdesign1 - Fotolia.com

Zahnpimplantate (Mehr Infos dazu hier) sind eine teure Angelegenheit. Sie kosten nicht nur viel Geld, sondern oft auch Nerven. Nach dem Einsetzen des Implantates kommt es bei vielen Trägern zu erheblichen Problemen. Am häufigsten tritt hierbei die Periimplantitis auf. Die Periimplantitis ist eine Entzündung des Zahnfleisches, die sich bis in den Kieferknochen ausbreiten und somit zum Knochenabbau führen kann.

Wenn die Entzündung in einem frühen Stadium erkannt wird, dann kann sie durch eine gezielte Behandlung schnell wieder in Ordnung gebracht werden. Hierbei spricht man dann aber nicht von einer Periimplantitis, sondern viel mehr von Mukositis oder periimüläntäre Mukositis. Hier ist das Zahnfleisch, das von dem Implantat umgeben ist, „nur“ entzündet.

Besonders verträglich: Biokompatible Implantantate
Eine Periimplantitis lässt sich leider nicht so schnell behandeln und kann, wie schon erwähnt, zum Knochenabbau und sogar zum Verlust des Implantats führen. In äußerst problematischen Fällen ist es hier sogar besser, das Implantat zu entfernen und durch ein speziell lasergefertigtes Implantat zu ersetzen. Vorausgesetzt der Knochenabbau ist nicht zu weit vorangeschritten und kann leicht wieder aufgebaut werden.

Die Concept Laser GmbH (www.concept-laser.de) aus Lichtenfels hat sich speziell auf diesem Gebiet einen Namen gemacht und stellt biokompatible, also für den Menschen besonders verträgliche Implantate her. In einigen Fällen ist es nämlich auch so, dass das Immunsystem verrückt spielt, das Implantat als Fremdkörper sieht und dementsprechend nicht nur Viren und Bakterien abtötet, sondern auch das eigene Gewebe in der Nähe des Implantats zerstört.

Zu diesem Austausch muss es aber erst gar nicht kommen, wenn Sie im Vorfeld einige Dinge beachten. Nur wer die Ursachen kennt, weiß auch wie man sich davor schützen kann.

» Lesen Sie auch: Verhalten nach Zahnimplantation – Diese 5 regeln gilt es zu beachten

➤ Ursachen von Periimplantitis

❍ Unzureichende Mundhygiene

Die häufigste Ursache für eine Periimplantitis ist eine unzureichende Mundhygiene. Wenn das Zahnfleisch erst einmal angegriffen ist, ist man mit der Zahnbürste besonders vorsichtig. Aber genau das ist der Fehler. Eine Periimplantitis ist in der Entstehung eigentlich vergleichbar mit eine Parodontitis.

Auf den Zähnen lagern sich Beläge an und wenn diese nicht regelmäßig und sauber entfernt werden (durch Zähne putzen), sammeln sich Bakterien an. Diese lagern sich dann am Übergang des Zahnfleisches zum Implantathals ab. Es dauert nicht lange bis der Zahn schmerzt und der Knochen anfängt abzubauen.

Putzen Sie also immer regelmäßig Ihre Zähne und nutzen Sie ein geeignetes Mundwasser. Sollten Sie Veränderungen an Ihrem Zahnfleisch feststellen oder auch nur leichte Schmerzen spüren, gehen Sie umgehend zu Ihrem Zahnfleisch. Je früher eine mögliche Entzündung festgestellt wird, desto früher kann sie behandelt werden. Zu einer Periimplantitis muss es also gar nicht erst kommen.

❍ Rauchen

Auch das Rauchen ist ziemlich oft die Ursache für eine anfängliche Periimplantitis. Dass das Rauchen nicht gut ist, wissen wir eigentlich. (Lesetipp: Nichtraucher werden – Endlich erfolgreich mit dem Rauchen aufhören). Das Rauchen aber auch bei Implantaten zu Misserfolgen führen kann, wissen die Wenigsten.

Besonders bei der Einheilung ist es wichtig, dass Sie auf Ihre heiß geliebten Zigaretten verzichten. Auch der Verlust des Zahnimplantates ist bei einem Raucher etwa 2 bis 4 Mal höher als bei einem Nichtraucher.

Erschwerend kommt hinzu, dass mögliche Anzeichen einer Periimplantitis oft nicht rechtzeitig oder sogar gar nicht bemerkt werden. Das bedeutet, wenn Sie Rauchen, kann es unter Umständen passieren, dass sich an Ihrem Zahnfleisch eine Entzündung entsteht und Sie es gar nicht mitbekommen.

Nutzen Sie die Chance und hören Sie mit dem Rauchen auf. Es ist nicht unbedingt einfach und es gehört auch viel Durchhaltevermögen dazu. Aber lieber so, als später ständige Besuche beim Zahnarzt, die mit vielen Schmerzen verbunden sind.


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❍ Diabetes

Wer an Diabetes mellitus leidet, muss vor dem Einsetzen des Implantates mit dem Hausarzt absprechen, ob er überhaupt für die Implantate geeignet ist. Ein schlecht eingestellter Blutzucker kann nämlich die Wundheilung beeinflussen. Und nicht nur das, es kann sogar durch die eingeschränkte Immunabwehr schneller zu einer Periimplantitis kommen.

Generell kann es aber auch bei einem gut eingestellten Blutzucker schneller zu einer Periimplantitis kommen. Sprechen Sie also vor der Behandlung mit Ihrem Haus- und Zahnarzt über Ihre Ängste und lassen Sie sich über alle Risiken aufklären.

❍ Einnahme von Medikamente

Medikamente (Immunsuppressive Medikamente), die die Funktionen des Immunsystems vermindern bzw. reduzieren, können ebenfalls eine Ursache für eine Periimplantitis sein. Wie bei Diabetes schon erwähnt, ist die Heilung bei einem eingeschränkten Immunsystem, deutlich gemindert.

Auch Blutgerinnungshemmer und Medikamente gegen Osteoporose können dafür verantwortlich sein, dass sich eine Periimplantitis bildet bzw. durch unzureichende Mundhygiene auch verschlimmert wird.

❍ Vernachlässigte Kontrollbesuche beim Zahnarzt

Das Setzen der Implantate ist nicht immer unbedingt schmerzfrei. Kein Wunder, dass man anschließend erst einmal die Nase voll hat von den ständigen Terminen beim Zahnarzt. Aber besonders die Nachsorge ist enorm wichtig, um eben auch einer Periimplantitis vorzubeugen.

Hier müssen Sie sich nämlich alle 3 Monate einer professionellen Zahnreinigung unterziehen. Hierbei wird fester Zahnstein entfernt und auch der Zahnfleischsaum und alle erreichbaren Wurzelflächen gereinigt. So können Bakterien entfernt und das Risiko einer Periimplantitis gesinkt werden.

Neben der Zahnreinigung ist aber auch regelmäßiges Röntgen, besonders in der Anfangszeit. enorm wichtig. So können Entzündungen schon frühzeitig erkannt werden.

➤ Der Markertest – Die schnelle Sicherheit

Es gibt eine Möglichkeit, wie sich ein Gewebeabbau frühzeitig erkennen lassen kann. Somit können Sie und Ihr Zahnarzt gezielt und rechtzeitig handeln. Die Rede ist hier von einem Markertest, bei dem die Kollagenasen (aMMP-8) gemessen werden. Kollagenasen sind körpereigene Stoffe, die das Gewebe abbauen.

Dieser Schnelltest wird direkt beim Zahnarzt und völlig schmerzfrei durchgeführt. Es wird eine Probe direkt am Implantat entnommen und binnen weniger Minuten ausgewertet. So kann Ihnen schnell gesagt werden, ob für Ihr Implantat ein Risiko besteht für eine Periimplantitis besteht. Mehr Informationen zum Markertest finden Sie unter www.zantomed.de.

➤ Schutz vor einer Periimplantitis – Kurz gesagt

  • regelmäßige Zahnarztbesuche
  • ausreichende Mundhygiene
  • jährliche Röntgenuntersuchungen
  • rauchen vermeiden
  • Diabetes vorbeugen