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Plötzlicher Kindstod – Neue Erkenntnisse zu Ursachen und Prävention

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Plötzlicher Kindstod
© thingamajiggs - Fotolia.com

Stirbt ein Kind im ersten Lebensjahr unerwartet während des Schlafens, spricht man vom plötzlichen Kindstod. Auch wenn statistisch gesehen wenige Kinder dieses Schicksal erleiden, ist es doch ein Albtraum für alle Eltern.

Der plötzliche Kindstod ist auch unter der Bezeichnung Krippentod oder SIDS ( aus dem Englischen von Sudden Infant Death Syndrome) bekannt. In Deutschland sind etwa 300 Babys im Jahr davon betroffen, Jungen statistisch etwas häufiger als Mädchen.

Obwohl es bereits zahlreiche Studien zu SIDS gibt, sind sich die Wissenschaftler bis heute nicht darüber einig, wodurch der plötzliche Kindstod ausgelöst wird. Bislang existieren verschiedenste Theorien über die Ursache.

Ursachen für plötzlichen Kindstod

Laut neuesten Forschungen (Veröffentlichung im Fachmagazin “Neuron” von Wei-Hsiang Huang vom Baylor College of Medicine in Houston und seinen Kollegen) wird vermutet, dass genetische Ursachen für den Plötzlichen Kindstod verantwortlich sind.

» Genetische Ursachen
Demnach könnten Schäden an einem Gen mit Namen Atoh 1 eine zentrale Rolle spielen. Dieser Erbgutabschnitt ist wichtig, um die Atmung zu regulieren. Bislang wurde zwar nur ein Zusammenhang bei Mäusen nachgewiesen, Forscher vermuten aber eine ähnliche Steuerung der Atmung bei Menschen.

» Bakterien als Ursache
Forscher der Universität von Manchester hingegen stellen die Theorie auf, dass das Bakterium Helicobacter pylori ein weiterer Faktor für SIDS ist. Im “British Medical Journal” äußerten andere Wissenschaftler die These, dass gebrauchte Matratzen beziehungsweise die darin lebenden Bakterien sich ungünstig auf den Schlaf des Kindes auswirken. Und im Jahr 2008 berichteten Forscher aus Heidelberg vom European Molecular Biology Lab (EMBL) in der Fachzeitschrift Science erstmals von einem Zusammenhang zwischen einem zu niedrigem Serotoninspiegel im Gehirn und dem Plötzlichen Kindstod.

Noch sind die Gründe für den Plötzlichen Kindstod nicht endgültig geklärt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass mehrere Faktoren diesen unerwarteten Tod bei Babys auslösen können.

Maßnahem zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstods

  • vermeiden Sie Rauchen in der Wohnung und insbesondere im Schlafzimmer
  • Experten empfehlen das Schlafen des Babys in der Rückenlage
  • Studien zufolge sinkt das Risiko bei gestillten Kindern
  • entfernen Sie Kissen, Decken und Kuscheltiere aus dem Babybett
  • vermeiden Sie Überhitzung des Babys
  • verwenden Sie einen Babyschlafsack


Der Vorteil eines Babyschlafsacks: das Baby kann ihn sich nicht über den Kopf ziehen und ihn auch nicht wegstrampeln. Kinderärzte empfehlen deshalb auch, in den ersten zwei Lebensjahren auf eine Decke und ein Kissen zu verzichten. Es gibt spezielle Schlafsäcke für Neugeborene bis hin zu Kinderschlafsäcken für Kleinkinder.

Empfehlenswert sind mindestens 2 Schlafsäcke für unterschiedliche Temperaturen, zum Beispiel nach dem noch relativ neuen Tog-System Babyschlafsäcke. Tog ist die Maßeinheit für den Wärmewiderstand von Textilien – je größer die Tog-Zahl, umso wärmer ist der Schlafsack.

» So prüfen Sie, ob ihr Kind schwitzt
Um eine Überhitzung zu vermeiden, können Sie die Körpertemperatur ihres Kindes leicht am Nacken überprüfen. Fühlt dieser sich warm und trocken an, geht es dem Baby gut. Ist der Nackenbereich schwitzig, ist es zu warm.

Wenn Sie unsicher sind oder weitere Fragen zum Plötzlichen Kindstod haben, schildern Sie Ihre Sorgen Ihrem Kinderarzt, er wird Sie gerne beraten.


Foto1: © Nick Freund - Fotolia.com, Foto2: © antjeegbert - Fotolia.com