Rheuma – Symptome, Behandlung und Ernährungstipps

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Rheuma
© Africa Studio - Fotolia.com

Wenn das Immunsystem plötzlich in falscher Richtung arbeitet und den Körper angreift, können auch die Gelenke des Körpers unter Beschuss gelangen. Die Diagnose ist dann letztlich Rheuma. Die Gelenkentzündung kann schon im Kindesalter ausbrechen und dann zu dauerhaften Beschwerden führen.

Rund 15 Prozent der Deutychen leiden mindestens einmal jährlich unter rheumatischen Beschwerden und müssen durch die Intensität des Schubs einen Arzt aufsuchen. Dabei sind Frauen etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Dazu kommen bundesweit noch 12.000 bis etwa 15.000 Kinder und Jugendliche, die unter der sogenannten juvenilen Arthritis leiden.

» Symptome bei Rheuma
» Ursachen für Rheuma
» Die 4 Rheuma-Stadien
» Diagnose Rheuma
» Ernährung bei Rheuma
» Der Verlauf des Rheumas
» Was tun bei einem Rheumaschub?
» Behandlung von Rheuma

Symptome bei Rheuma

Wird Rheuma rechtzeitig erkannt und sofort behandelt, gibt es gute Aussichten auf Stabilisierung der Krankheit. Leider gibt es keine eindeutigen Symptome, die bereits zu Beginn der Krankheit der Rheumatoiden Arthritis zugeordnet werden können. Erste Warnzeichen sind:

  • Morgensteife der Finger- und Handgelenke
  • einzelne, schlecht durchblutete Finger
  • Schwellungen an den Gelenken (Finger)
  • Knoten an den Gelenken

Ursachen für Rheuma

» Genetische Vorbelastung

Die genetische Vorbelastung ist eine der Ursachen für Rheuma. Das Risiko, an Rheuma zu erkranken, erhöht sich um das 7 bis 14fache, wenn bereits ein Familienmitglied an Rheuma erkrankt ist. Oftmals sind in diesen Familien aber auch noch andere Autoimmunerkrankungen zu verzeichnen, so dass eine genetische Disposition für Rheuma speziell unwahrscheinlicher ist, als eine Disposition für die Autoimmunerkrankung generell.

» Infektionen

Jüngere Patienten erkranken häufig durch vorangegangene Infektionen oder geschädigtes Gewebe.

» Hormonelle Umstellungen

Bei Frauen spielen die weiblichen Hormone in Bezug auf Rheuma eine besondere Rolle. Frauen erkranken häufiger als Männer und erleben ihren ersten Krankheitsschub häufig nach hormonellen Umstellungen. (Schwangerschaft)

» Bakterielle und nichtbakterielle Ursachen

Wenn die weißen Blutzellen plötzlich das eigene Gewebe angreifen, kann dies ebenfalls zu Rheuma führen. Hierdurch entsteht nämlich eine Entzündung, die sowohl mit als auch ohne bakterielle Ursache auftreten kann.

Die 4 Rheuma-Stadien

Rheuma Stadium 1

Von Stadium 1 spricht man, wenn die Beschwerden schubweise auftreten. Zu den Beschwerden gehören Schmerzen, sowie schmerzhafte Entzündungen der Gelenke. Zu Beginn der Krankheit sind hiervon meist nur die Fingergelenke betroffen, synchron an beiden Händen. Rötungen und Schwellungen gehören hier zur Symptomatik. Eine Einschränkung im alltäglichen Leben ist im 1. Stadium noch nicht gegeben.

Rheuma Stadium 2

Im Stadium 2 stellt der Arzt fest, dass eine Einschränkung der Gelenkfunktion vorhanden ist. Auch Bindegewebe, Muskeln, Knochen, Sehnen und Schleimbeutel sind betroffen. Eine Sportliche Betätigung ist nur noch mit starker Einschränkung möglich.

Rheuma Stadium 3

Im Stadium 3 beginnt die Krankheit die Gelenke zu zerstören. Die Gelenkknorpel und die Knochen werden nach und nach zerstört. Meist sind Patienten in diesem Stadium nicht mehr in der Lage, ihren Beruf auszuüben. Hier beginnt auch in etwa die Fehlstellung der Gelenke.

Rheuma Stadium 4

Im Stadium 4 ist die Krankheit soweit fortgeschritten, dass die Patienten nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Ein Greifen, oder ein Festhalten von Gegenständen ist meist nicht mehr möglich. Die Gelenke sind versteift und grob verformt. Betroffene sind in diesem Stadium auf fremde Hilfe angewiesen.

Diagnose

Zur Diagnosestellung sind mehrere Untersuchungen notwendig. Diese können sein

  • Röntgen
  • Ultraschall
  • Gelenkspiegelung
  • Kernspintomographie
  • Szintigraphie.

Durch Blutuntersuchungen können Entzündungen festgestellt werden. Ebenso wichtig ist es, dass der Arzt über die genaue Krankengeschichte des Patienten Bescheid weiß. Auch eine komplette körperliche Untersuchung ist erforderlich, damit die Diagnose Rheuma gestellt werden kann.

Ernährung bei Rheuma

Wer von Rheuma betroffen ist, kann mit einer angepassten Ernährung die Probleme verringern. Durch die vielen Formen von Rheuma ist es unmöglich, einen allgemeingültigen Ernährungsplan aufzustellen. Wenig Zucker, möglichst wenig Fleisch – dabei der Verzicht auf Rind- und Schweinefleisch – kann schon sehr hilfreich sein, um die Probleme der Gelenkentzündung zu verringern.

Eine Ernährung mit reichlich ungesättigten Fettsäuren (Omega 3) ist besonders zu empfehlen.

Lebensmittel die besonders viele Omega 3 Fettsäuren enthalten:

  • Fisch (Makrele, Lachs, Hering)
  • Nüsse (Wallnüsse, Pinienkerne)
  • Leinsamen
  • Öle (Rapsöl, Walnussöl, Leinsamenöl, Sojaöl)

Der Verlauf des Rheumas

Erste Anzeichen von Rheuma spüren Sie in den kleinen Gelenken von Fingern und Zehen. Steife Finger und Zehen nach längeren Ruhephasen, die durch Bewegung wieder zu Beweglichkeit gelangen, sind der Anfang der Krankheit. Die morgendliche Steife der Gelenke hält in der Regel etwa 30 Minuten an. Schubartig wird der Verlauf der Erkrankung beschleunigt. Rheumaanfälle und völlig beschwerdefreie Zeiten wechseln sich ab. Patienten fühlen sich während eines Rheumaschubs krank, müde und sehr erschöpft. Zudem besteht gleichzeitig die Gefahr des Angriffs auf Bänder, Sehnen sowie Schleimbeutel.

Der Verlauf des Rheumas hängt im Wesentlichen davon ab, ob die Erkrankung rechtzeitig erkannt wurde. Nur dann kann der Arzt mit der richtigen Behandlung die Entwicklung aufhalten. Häufig sind Rheuma-Patienten nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Trotz immer neuer Behandlungsmethoden kommt es vor, dass Patienten den Kampf gegen das Rheuma verlieren.

Was tun bei einem Rheumaschub?

Bewegung – so schwer sie innerhalb des Schubs auch fällt – ist für Erkrankte sehr wichtig. Durch Bewegung kann der Verlauf der Erkrankung aufgehalten werden. Nachlassende Schmerzen, wenn die Gelenke in Bewegung sind, zeigen den Patienten die Wirksamkeit auf. Experten vermuten, dass die Verbesserung durch eine günstigere Stoffwechselversorgung der Gelenke bei Bewegung ausgelöst wird.

Schonung der Gelenke und ausbleibende Bewegung bewirken ein wahres “Einrosten” und die Gefahr, dass angegriffene Knochen in den Gelenken zusammenwachsen, ist sehr groß. Krankengymnastik sowie physikalische Anwendungen stehen bei Rheuma-Patienten ganz oben auf dem Behandlungsplan.

Behandlung von Rheuma

Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen neben einer medikamentösen Therapie auch Physiotherapien, Operationen und auch Strahlentherapie. Eine Aussicht auf Heilung gibt es zwar nicht, aber man kann die Krankheit stabilisieren, und so etwas einbremsen. Hierfür ist jedoch die Früherkennung unabdingbar, außerdem wird von den Patienten eine 100%-ige Mitarbeit erwartet. Die Therapie wird für jeden Patienten individuell zusammengestellt.

Rheumabehandlung mit Medikamenten

Damit die Abwehrkräfte des Körpers nicht weiter unterdrückt werden, verschreiben Ärzte unterschiedliche Medikamente.

  • Schmerzmittel
  • Cortison
  • Cortisonfreie Entzündungshemmer
  • Antirheumatika

Selbst kann der Patient die Schübe aber auch ohne Medikamente beeinflussen.

  • moderate und regelmäßige Bewegung
  • gesunde Ernährung (fleischarm)
  • Reduzierung von Körpergewicht

Rheumabehandlung mit Krankengymnastik und Ergotherapie

Krankengymnastik hat sich zur Behandlung von Rheuma über Jahre bewährt. Dazu muss individuell entschieden werden, ob diese in der Gruppe oder einzeln stattfindet.

Hauptziel der Ergotherapie bei Rheuma ist es, dem Patienten seine gewohnte häusliche Selbständigkeit zu erhalten. Dazu werden ihm Tipps für ein gelenkschonendes Verhalten gegeben.

Die Therapie von Rheuma erfolgt aus einer Kombination von Medikamenten und Physiotherapie.

Rheuma in den Händen – Wichtige Fragen und Antworten