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Stimmungstief oder echte Depression?

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Stimmungstief oder Depression
© Syda Productions - Fotolia.com

„Ich bin schlecht drauf“, „Ich fühle mich deprimiert“, solche oder ähnliche Äußerungen haben Sie sicher schon einmal von Freunden, Bekannten oder Verwandten gehört. Meist befinden sich die Betroffenen in einem normalen Stimmungstief, wie es jeden hin und wieder einmal befällt, sei es aufgrund von Misserfolgserlebnissen oder anderen Einflussfaktoren. Schnell ist dann der Begriff Depression bei der Hand, doch hinter dieser mittlerweile zu einem Volksleiden avancierten Erkrankung verbirgt sich deutlich mehr als eine Gemütsverstimmung.

Eine Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die nicht selten damit endet, dass die Betroffenen sich das Leben nehmen wollen. Dabei ist die Depression eine Krankheit, die eine sehr komplexe Entstehungs- und Verlaufsgeschichte aufweisen kann, wobei es mehrere Leitsymptome gibt, welche bei der Erkennung und Diagnose sowie der letztendlichen Behandlung eine wichtige Rolle spielen.

Merkmale einer Depression

Merkmale einer Depression sind zunächst einmal eine gedrückte Stimmung, die von Weinanfällen begleitet sein kann, die sich aber auch dahingehend äußern kann, dass die Patienten keine Gefühle mehr zu empfinden scheinen, egal ob Freude, Wut oder Trauer. Die Betroffenen fühlen sich dem Leben gegenüber gleichgültig, sind teilnahmslos und äußern nicht selten, dass sie sich wie unter einer Glasglocke fühlen. Weitere typische Symptome sind Antriebshemmung, Appetitlosigkeit und eine Vielzahl körperlicher Beschwerden, die psychosomatischer Natur sind und die Diagnose einer Depression letztendlich sehr schwer machen können. So klagen depressive Patienten häufig über unerklärliche Schmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden oder Verdauungsprobleme und machen eine Odyssee zu den verschiedensten Ärzten durch, die dann meist aber keine körperliche Ursache finden können. Die Antriebshemmung depressiver Menschen kann so weit gehen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, das Bett zu verlassen und ihren Alltag zu bewältigen. Schlaflosigkeit oder auch übermäßiger Schlaf, Angstzustände und andere psychische Symptome bis hin zu Wahnvorstellungen können eine Depression ebenfalls begleiten. So sollte bei all den genannten Symptomen, die über einen längeren Zeitraum andauern, sich nicht bessern und auch keine sonstigen körperlichen Ursachen haben, an eine mögliche Depression gedacht werden.

Depressionen werden in Schweregrade unterteilt

Durch die große Vielzahl der Symptome werden Depressionen in verschiedene Schweregrade eingeteilt, von leicht über mittelschwer bis hin zu schwer. Weiterhin wird zwischen endogenen und exogenen Depressionen differenziert. Endogene Depressionen werden durch eine Störung des Neurotransmitterstoffwechsels im Gehirn ausgelöst, exogene Depressionen dagegen haben ihren Auslöser in Erlebnissen oder anderen Einflüssen von außen, die von der betroffenen Person nicht verarbeitet wurden. Neurotransmitter sind Botenstoffe in unserem Gehirn, die auch die Ausprägung der Gefühle und des allgemeinen psychischen Zustandes regulieren. Ein Botenstoff, der bei der Entstehung von Depressionen eine wichtige Rolle spielt, ist das Serotonin. Bestimmte Medikamente, die so genannten Antidepressiva, sorgen dafür, dass der Stoffwechsel der Botenstoffe im Gehirn wieder richtig funktioniert und die Depression letztendlich verschwindet. Der genaue Wirkmechanismus der Antidepressiva ist noch nicht in allen Einzelheiten bekannt, und bis die Wirkung dieser Medikamente einsetzt, dauert es in der Regel zwei bis drei Wochen. Neben der Behandlung mit Antidepressiva ist vor allem bei den exogenen Depressionen eine begleitende Psychotherapie sehr wichtig, um die auslösenden Faktoren aufzuarbeiten.

Bei besonders schweren Depressionen, die in vielen Fällen mit einer akuten Selbstmordgefährdung der Patienten einhergehen, ist ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik oft unvermeidbar. Nur hier können die Betroffenen mit den entsprechenden Medikamenten und Therapien effektiv behandelt werden. Bei leichteren und mittelstarken Depressionen ist ein Neurologe und Psychiater im Allgemeinen der richtige Ansprechpartner, welcher die Behandlung überwachen und begleiten kann. Treten die Depressionen nur in sehr leichter Form auf, kann auch Johanniskraut als pflanzliches Präparat zur Behandlung eingesetzt werden.

Neben den beschriebenen Formen der Depression gibt es auch noch die so genannte Winterdepression, bei der es sich um einen depressiven Zustand aufgrund von Lichtmangel handelt. Durch die fehlende Lichteinstrahlung im Winter kommt es zum Mangel an bestimmten Transmittern im Gehirn. In den meisten Fällen ist hier eine medikamentöse Behandlung nicht erforderlich, sondern die Betroffenen werden mit dem Licht spezieller Lampen behandelt, die im Prinzip die fehlende Sonne ersetzen.

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Bildnachweis: fabsn / photocase.com