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Tropenkrankheiten müssen kompetent behandelt werden

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Tropenkrankheiten
© Zerbor - Fotolia.com

Andere Länder, andere Krankheiten, das gilt vor allem für Reisen in die Tropen. Hier gibt es viele Erkrankungen, die uns in Deutschland und Europa so nicht bekannt sind. Dementsprechend ist auch die Diagnose für heimische Ärzte oft schwer zu stellen, wenn Patienten mit unklaren Krankheitssymptomen vorstellig werden. Sind Sie jedoch von einer Reise in die Tropen zurückgekehrt, so sollten Sie Ihren behandelnden Arzt immer darüber informieren, auch denn diese schon einige Wochen oder Monate zurückliegt. Denn viele Tropenkrankheiten zeigen sich erst nach einer gewissen Zeit, wobei dann eine kompetente und effektive Behandlung sehr wichtig sind, um ernstere Schäden zu verhindern. Zu diesem Zweck gibt es in Deutschland mittlerweile zahlreiche Tropenmediziner, an die Sie sich bei einem Verdacht auf eine Tropenkrankheit unbedingt wenden sollten.

Malaria

Die wohl bekannteste Tropenkrankheit ist die Malaria, die durch den Stich der Anophelesmücke übertragen wird. Fieberanfälle sind das Leitsymptom dieser durch einen einzelligen Parasiten ausgelösten Erkrankung, und die Diagnose ist meist nicht allzu schwer zu stellen, vor allem wenn die erkrankte Person zuvor ein Malariagebiet besucht hat.

Ruhr

Eine weitere Erkrankung, die besonders häufig in Entwicklungsländern vorkommt, ist die bakterielle Ruhr. Die Bakterien vermehren sich im Trinkwasser oder auf Nahrungsmitteln und werden auch über direkten Kontakt mit Infizierten übertragen. Schon kurz nach einer Infektion kommt es zu Fieber und wässrigen Durchfällen, die auch blutig-schleimig-eitrig werden können. Mit Antibiotika lässt sich die Erkrankung in den meisten Fällen gut behandeln.

Dengue-Fieber

Das Dengue-Fieber ist eine vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitete Virusinfektion mit mehreren Millionen Erkrankungsfällen pro Jahr. Die Viren werden durch Stiche bestimmter Moskitoarten übertragen. Die Erkrankung ist durch hohes Fieber, Hautausschlag sowie Kopf- und Gliederschmerzen gekennzeichnet und klingt in der Regel komplikationslos ab. Bei Kindern unter 15 Jahren kann es zum so genannten hämorrhagischen Verlauf (Dengue-Hämorrhagisches Fieber) mit inneren und äußeren Blutungen kommen. Da es bisher kein Medikament gegen die Viren gibt, kann die Behandlung nur die Symptome lindern, nicht aber die Ursachen bekämpfen. Die wirksamste Vorbeugung besteht in einer Vermeidung von Mückenstichen. In Europa und den USA gehört das Dengue-Fieber heute aufgrund der stark gestiegenen Zahlen von Reisen in ferne Länder zu den häufigsten mitgebrachten Infektionen.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine vor allem in den tropischen Gebieten Afrikas, Mittel- und Südamerikas verbreitete Viruserkrankung. Die Übertragung der Viren erfolgt durch den Stich von Moskitos. Es kommt zunächst zu uncharakteristischen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie Übelkeit und Erbrechen. Anschließend folgt in einigen Fällen die zweite Phase mit hohem Fieber sowie inneren und äußeren Blutungen. Derzeit kann das Virus nicht medikamentös behandelt werden. Jedoch ist es möglich, dem Gelbfieber durch eine Schutzimpfung vorzubeugen, die Sie auch dringend in Anspruch nehmen sollten, wenn Sie in ein Risikogebiet reisen.

Die Flussblindheit ist weniger bekannt

Die Flussblindheit (Onchozerkose) ist eine durch Fadenwürmer verursachte chronische Erkrankung. Im tropischen Afrika ist sie sehr weit verbreitet und auch in Mittel- und Südamerika kommt sie häufig vor. Sie wird durch Würmer übertragen, die sich bevorzugt im Unterhautgewebe einnisten und zur Bildung von typischen Hautknoten führen. Die Würmer können sich im Körper ausbreiten und gelangen auch ins Auge, wodurch es in zehn Prozent der Fälle ohne Behandlung zur Erblindung kommt. Es existiert eine wirksame medikamentöse Behandlung.