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Vibrio-Infektionen & Die wenig bekannte Gefahr aus dem Meer

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Vibrio-Infektionen
© refresh(PIX) - Fotolia.com

Kaum jemandem kennt sie – die Vibrio-Infektionen. Dabei sind diese gar nicht so selten und können häufig ernste Folgen haben. Vibrio-Infektionen werden durch Bakterien, die so genannten Vibrionen ausgelöst. Vibrionen leben normalerweise im Wasser, wobei sie sowohl in Salz- als auch in Süßgewässern vorkommen können. Der bekannteste Vibrio-Erreger ist Vibrio cholerae, der die Cholera auslöst. Dabei handelt es sich um eine akute Magen-Darm-Infektion durch verunreinigtes Wasser, die tödlich enden kann. Ein anderer Vibrio Erreger wiederum wird durch Meeresfrüchte oder rohen Fisch übertragen und löst Brechdurchfall-Erkrankungen aus. Dieser kommt besonders häufig in Japan vor, was vermutlich auch mit der dortigen Esskultur zusammenhängt.

Vibrio vulnificus – gefährlicher Erreger auch an Deutschlands Küsten

Vor allem in den wärmeren Monaten ist der Erreger Vibrio vulnificus auch in Deutschland von Bedeutung, wobei immer wieder Fälle von Infektionen durch Ostseewasser bekannt geworden sind. Das Bakterium kommt weltweit in salzhaltigem Meerwasser und Brackwasser vor, wobei bei einer Temperatur von über 20 Grad Celsius eine besonders starke Vermehrung des Erregers erfolgt. Das Auftreten von Vibrio vulnificus steht in keinem Zusammenhang zu einer fäkalen Verschmutzung des Wassers.

Nach Verzehr von Lebensmitteln mit dem Erreger kann es nach etwa 16 Stunden zu Brechdurchfall kommen, wobei vor allem ältere und immungeschwächte Patienten nicht selten nur wenige Stunden nach Aufnahme kontaminierter Nahrungsmittel eine Blutvergiftung mit Multiorganversagen und Hautausschlägen ausbilden können. So kann bei gesundheitlich geschwächten Personen schon die geringe Keimzahl von etwa 100 Bakterien für eine Erkrankung ausreichen. Bei Kontakt von Hautverletzungen mit Meerwasser und bei Hautverletzungen durch Schalentiere wie Muscheln, Krebsen oder Austern kann es zu schwerwiegenden Wundinfektionen kommen. Oft müssen sogar Extremitäten amputiert werden.

Schnelle und effektive Therapie ist wichtig

Generell sind Erkrankungen durch Vibrionen in Deutschland selten, doch sie zeichnen sich oft durch einen sehr schwerwiegenden Verlauf aus, der in schweren Wundinfektionen und Blutvergiftungen resultieren kann. Vor allem Menschen mit chronischen Vorerkrankungen und offenen Wunden sind besonders gefährdet. Da die Krankheitsverläufe oft seht rasch und schwer sind, ist eine möglichst frühe antibakterielle Therapie entscheidend. Zudem sollten Sie zur Vermeidung von Lebensmittelinfektionen immer darauf achten, dass Sie Meerestiere nicht roh verzehren und Fisch gut durchgaren. Personen mit offenen oder schlecht heilenden Wunden sollten diese vor allem in den Sommermonaten nicht dem Kontakt mit Meerwasser aussetzen. Auch Menschen mit immunologischen Vorerkrankungen sollten im Bezug auf das sommerliche Baden im Meer Vorsicht walten lassen.

Vibrio vulnificus konnte in Deutschland sowohl an Badestellen an der Ostsee als auch der Nordsee nachgewiesen werden, wobei es auch bei mehreren Personen zu Infektionen gekommen ist.