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Volksleiden Rückenschmerzen: Was Sie aktiv dagegen unternehmen können

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Rückenschmerzen was tun
© Picture-Factory - Fotolia.com

Studien zeigen, dass Rückenschmerzen immer noch das Volksleiden Nummer 1 sind. Dabei muss das gar nicht sein, denn jeder kann aktiv etwas dagegen unternehmen.

Rückenschmerzen sind zur Volkskrankheit geworden[/caption]Für viele ist er ein alter Bekannter: der Rückenschmerz. In Deutschland ist er sogar das Volksleiden Nummer Eins. Bei kaum einer anderen Krankheit wird so häufig eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt wie bei Rückenschmerzen.

Dabei ist Rückenschmerz nicht gleich Rückenschmerz, denn die Ursachen sind ganz unterschiedlich.

Egal, wo die Ursache liegt, hinnehmen müssen Betroffene dies nicht. Im Gegenteil: Wer aktiv wird, kann das Risiko für Rückenschmerzen sogar reduzieren.

Rückenschmerzen sind häufigster Grund für Arbeitsfehltage

Ob Mann oder Frau, jung oder alt – Rückenschmerzen können jeden treffen. Auch junge Menschen sind nicht vor einer Erkrankung gefeit: Besonders in der Altersklasse der 11- bis 14-jährigen ist ein Anteil von mehr als der Hälfte zu verzeichnen. Die häufigste Ursache für Rückenschmerzen bei Kindern sehen Mediziner bei einer Blockierung (Dysfunktion) einzelner Wirbelsäulenbereiche. Hervorgerufen wird dies unter anderem durch schwere Schulranzen, einer zu intensiven Nutzung von Medien oder einen Mangel an Bewegung.

Bei Erwachsenen spielt wiederum der Arbeitsplatz bei Rückenschmerzen eine wichtige Rolle. Eine Befragung von Erwerbstätigen hat ergeben, dass sowohl Männer (40 Prozent) als auch Frauen (45 Prozent) nahezu gleich oft über Schmerzen im unteren Rücken klagen, während Frauen (58 Prozent) vermehrt an Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich als Männer (37 Prozent) leiden. Aufgrund der Beschwerden werden jährlich zahlreiche Arbeitsunfähigkeitstage verursacht – gegenüber anderen Erkrankungen entfällt fast die Hälfte auf die Diagnose Rückenschmerzen.

Die Ursachen für Rückenschmerzen sind am Arbeitsplatz meist auf eine einseitige Belastung, langes Sitzen und Fehlhaltungen zurückzuführen. Darüber hinaus sind auch andere Auslöser möglich:

  • schlechte Schlafumgebung, beispielsweise eine zu weiche oder zu harte Matratze
  • psychische oder psychosoziale Belastungen, beispielsweise hervorgerufen durch hohe Arbeitsanforderung, geringe Arbeitszufriedenheit, Stress
  • Tragen schwerer Lasten
  • Darüber hinaus können ebenso Verletzungen, Entzündungen oder ein Verschleiß zur Problemen am Rücken führen.

Aktiv gegen Rückenschmerzen

Ein Zwicken hier, ein dumpfes Pochen dort – Rückenschmerzen machen sich auf unterschiedlichste Weise bemerkbar. Dabei ist es in vielen Fällen gar nicht nötig, sich mit den Beschwerden herumzuschlagen. Denn nur bei den wenigsten handelt es sich um spezifische Rückenschmerzen, die beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufen wurden. Da die Ursachen für Rückenschmerzen häufig im alltäglichen Leben zu finden sind, können Betroffene selbst aktiv werden.

➜ Bewegung tut gut

Es muss nicht unbedingt das Fitnessstudio oder die Rückenschule sein, auch für zu Hause gibt es einfache Übungen gegen Rückenschmerzen. Im Fokus der Übungen steht nicht nur die Kräftigung des Rückens, sondern auch die von Rumpf und Bauch.

➜ Rückenfreundlicher Arbeitsplatz

Wer lange am Schreibtisch sitzt, sollte seinen Arbeitsplatz ergonomisch einrichten; ein rückenfreundlicher Stuhl sowie die richtige Höhe des Tischs und der passende Abstand zum Bildschirm sind wichtig.

➜ Richtig beugen und heben

Dabei gilt, niemals aus dem Rücken heben. Für das Heben schwerer Lasten besser in die Knie gehen und den Rücken dabei gerade halten.

➜ Entspannungsverfahren

Bei Verspannungen, aber auch um den Stress abzubauen, sind wohltuende Massagen, Yoga oder Autogenes Training zu empfehlen.

Treten trotz aller Präventionsmaßnahmen einmal Rückenschmerzen auf, müssen Betroffene nicht gleich zum Arzt. Ein Arztbesuch ist in der Regel dann erforderlich, wenn die Rückenschmerzen anhalten oder sich die Beschwerden verschlimmern. Der Arzt wird eine genaue Untersuchung und Diagnose anstellen, bevor er eine geeignete Therapie empfiehlt.