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Zähne putzen & Zahnpflege – 17 Irrtümer der Zahngesundheit

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Zahnpflege: 3 Tipps für egsunde und weiße Zähne
© W. Heiber Fotostudio - Fotolia.com

Zahnpflege und Zahngesundheit sind sehr wichtig, um lange die natürlichen Zähne zu erhalten. Allerdings existieren auch viele Fehlinformationen und fast schon Mythen, was die Gesundheit der Zähne und die richtige Pflege angeht.

  1. Die elektrische Zahnbürste reinigt am besten
  2. Zum Zahnazrt nur wenn es weh tut
  3. Zucker ist der Auslöser für Zahnschäden
  4. Auf Zucker verzichten bedeutet gesunde Zähne
  5. Tee schädigt die Zähne
  6. Zahnspülungen ersetzen das Zähneputzen
  7. Zahncremes für weiße Zähne sind gute Zahnpflegemittel
  8. Je mehr schrubben, desto sauberer die Zähne
  9. Erst Zähne putzen, dann das Zahnfleisch pflegen
  10. Eine harte Zahnbürste härtet das Zahnfleisch ab
  11. Brauner Zucker ist besser für die Zähne als weißer
  12. Milchzähne putzen und pflegen ist nicht so wichtig
  13. Der Apfel nach dem Essen ersetzt das Zähneputzen
  14. Kaugummi statt Zahnbürste
  15. Alle Menschen brauchen irgendwann ein Gebiss
  16. Schlechte Zähne sind erblich bedingt
  17. Zuckerfrei bedeutet ohne Zucker

Die elektrische Zahnbürste reinigt am besten

Die elektrische Zahnbürste wird als die wahre und beste Variante für die Zahnpflege gelobt. Auch wenn die elektrische Zahnbürste bedingt durch ihre vielen Umdrehungen im Putzvorgang schneller ist als die Handzahnbürste, kommt es auch hier auf die richtige Technik an. Mit einer guten Putztechnik lässt sich die Plaque auf den Zähnen auch mit der Handzahnbürste perfekt entfernen. Wichtig ist der regelmäßige Tausch der Zahnbürste, denn daran hapert es leider bei vielen Bundesbürgern trotz relativ geringer Kosten immer noch. Einmal monatlich sollte die Zahnbürste gewechselt werden. Wer eine Infektion wie Erkältung oder Mandelentzündung hatte, sollte die Zahnbürste auch nach auskurierter Erkrankung austauschen, um eine erneute Infektion zu vermeiden. Mit der richtigen Technik und einer Zahnbürste, die intakt ist, kann auch die Handzahnbürste beste Reinigungsergebnisse liefern, wie Plaquemessungen in Tests ergeben haben.

Zum Zahnarzt nur wenn es weh tut

Der Zahnarztbesuch ist erst notwendig, wenn Schmerzen vorhanden sind. Ein gravierender Irrtum, denn wenn der Zahn erst schmerzt, ist der Nerv bereits von Karies betroffen. Wichtig für optimale Zahngesundheit ist es, dass eine regelmäßige Kontrolle der Zähne erfolgt. Dabei sollten Kinder im Abstand von sechs Monaten dem Zahnarzt vorgestellt werden, während Erwachsene die Kontrolle der Zähne mindestens einmal jährlich durchführen lassen sollten. Hintergrund für die kleineren Zeitfenster der Zahnkontrolle bei Kindern ist die Tatsache, dass der kindliche Zahnschmelz noch weicher ist und daher schneller von Karies zerfressen werden kann. Regelmäßige Kontrolle hilft, Zahnschäden schnell zu erkennen und kleinere Reparaturen vornehmen zu können, während zu langes Warten größere Schäden an den Zähnen verursacht, die auch umfassendere Sanierungsarbeiten notwendig machen.

Zucker ist der Auslöser für Zahnschäden

Auch wenn die verbreitete Ansicht herrscht, dass Zucker die Zähne schädigt, ist dies in dieser Form nicht richtig. Der Zucker bietet lediglich den Bakterien, die für die Zahnzerstörung verantwortlich sind, die Nahrung. Der Zucker wird zu Milchsäure abgebaut und liefert damit die Nahrung für die zahnzerstörenden Bakterien. Dabei ist aber nicht nur Zucker ein Nährstoff für die Bakterien, sondern generell alle kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel. Die Ansicht, dass ein Apfel am Abend das Zähneputzen ersetzen kann, ist auf Basis dieser Erkenntnisse auch hinfällig. Auch im Apfel befindet sich Zucker, wenn auch Fruchtzucker. Und auch diese Kohlenhydrate werden von den Bakterien als Nahrung genutzt. Die Aussage, dass Zucker Zahnschäden verursacht, sollte also durch die Aussage, dass kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel den zahnzerstörenden Bakterien Nahrung liefern, ersetzt werden.

Auf Zucker verzichten bedeutet gesunde Zähne

Auch wenn Eltern ihren Kindern immer wieder predigen, dass der Verzicht auf Zucker die Zähne schont, ist es dennoch allein durch den Verzicht auf Zucker nicht möglich, Zahnschäden zu verhindern. Nicht nur der Zucker bietet den zahnzerstörenden Bakterien die notwendige Nahrung, sondern auch andere kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel. Auch Obst, Brot oder Nudeln liefern damit die Nahrung, die zu Milchsäure umgesetzt wird und die den Zahnschmelz angreift. Generell sollte die Ernährung nicht übermäßig viele Kohlenhydrate enthalten und zudem sollte besonders nach Mahlzeiten mit Kohlenhydraten die Zahnreinigung besonders gründlich ausfallen.

Tee schädigt die Zähne

Wahr ist, dass Tee die Zähne stärker verfärbt als beispielsweise Kaffee. Die Ableitung daraus, dass er die Zähne deshalb mehr schädigt, ist falsch. Im Gegenteil: Tee hat viele Inhaltsstoffe, die sich auf die Zahngesundheit positiv auswirken. Neben dem Fluorid, das eine Härtung des Zahnschmelzes unterstützt, sind im Tee auch noch Enzyme enthalten, die der Umwandlung von Stärke in Zucker im Wege stehen und die damit die Kariesbildung reduzieren können.

Zahnspülungen ersetzen das Zähneputzen

Noch immer herrscht die verbreitete Meinung, die übrigens durch die Werbung oftmals unterstützt wird, dass eine gute und regelmäßige Zahnspülung mit einem geeigneten Produkt die Zahnbürste ersetzen kann. Zwar ist es – beispielsweise auf Autoreisen – sinnvoller, die Zahnspülung zu verwenden als überhaupt keine Zahnpflege zu betreiben. Einen Ersatz für die Zahnbürste stellt die Zahnspülung aber keinesfalls dar. Als sinnvolle Ergänzung sind Zahnspülungen gut geeignet, zumal sie Bakterien im Mundraum stark reduzieren können. Ein Ersatz für die Zahnbürste sind sie dennoch nicht, da die mechanische Reinigung mit den Borsten zum einen eine gründlichere Reinigung der Zähne und eine Massage des Zahnfleisches darstellt und zum anderen gerade die mechanische Reinigung den oftmals hartnäckigen Zahnbelag nur gründlich entfernt. Und weitgehend plaquefreie Zähne und Zahnfleisch stellen die Basis für gesunde Zähne und möglichst wenige Kariesbakterien dar. Unterwegs darf es gern einmal die Zahnspülung sein – aber die Zahnbürste ist weiterhin das Pflegeinstrument Nummer Eins für die Zähne.

Zahncremes für weiße Zähne sind gute Zahnpflegemittel

Zahncremes für weiße Zähne sind immer weiter verbreitet. Kaum jemand setzt nicht zwischendurch auf die aufhellende Wirkung dieser Zahncremes. Eine dauerhafte Lösung sind diese Zahncremes allerdings nicht, denn die aufhellenden Zahncremes basieren auf dem höheren Anteil an Schleifkörpern in der Zahncreme. So wird zwar der Belag, der die Verfärbungen der Zähne bewirkt, besser entfernt. Allerdings findet diese intensive Reinigung zulasten des Zahnschmelzes statt, denn dieser wird durch die intensiv reinigenden Zahncremes auch stärker abgeschmirgelt. Besonders stark ist der Abrieb übrigens dann, wenn säurehaltige Lebensmittel oder aber Getränke wie Limonaden vor der Verwendung der Zahnweißcremes verzehrt wurden. Als Lösung zwischendurch sind die Zahncremes in Ordnung, als dauerhafte Reinigungsmittel aber keine Lösung. Hier kann die einmalige professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt die bessere Lösung sein.

Je mehr schrubben, desto sauberer die Zähne

Wer glaubt, dass alleiniges intensives Schrubben die Zähne besser reinigt, befindet sich im Irrtum. So intensiv das alleinige Schrubben auch ausfallen kann – die beste Reinigung bietet immer noch die richtige Technik. Und die braucht nicht einmal übermäßig viel Kraftaufwand. Richtig Zähneputzen heißt daher, langsam und sanft, aber in kreisenden und gleichmäßigen Putzbewegungen die Zähne zu reinigen. Wer dagegen intensiv schrubbt und das Zahnfleisch regelmäßig verletzt, riskiert eine Freilegung der Zahnhälse, damit Zahnhalskaries und im schlimmsten Falle auch eine fortschreitende Parodontose.

Erst Zähne putzen, dann das Zahnfleisch pflegen

In erster Linie die Zähne zu putzen und dem Zahnfleisch dann noch etwas Zusatzpflege zu gönnen, ist die falsche Art der Zahnpflege. Ebenso wie die Zähne muss auch das Zahnfleisch eingehend gereinigt und auch massiert werden. Nur so erzielt man eine komplette Entfernung von Plaque und eine Massage und damit Abhärtung des Zahnfleisches. Die richtige Regel für das Zähneputzen heißt immer noch “von Rot nach Weiß” putzen – also vom Zahnfleisch zu den Zähnen hin die Bürste bewegen.

Eine harte Zahnbürste härtet das Zahnfleisch ab

Vor Jahren noch galt die Regel, dass eine besonders harte Zahnbürste das Zahnfleisch sehr gut abhärtet. Inzwischen ist diese These widerlegt. Richtig ist die mittelharte bis weiche Zahnbürste für die Zahnpflege. Eine zu harte Zahnbürste – oftmals auch noch in Kombination mit zu hartem Schrubben der Zähne – kann Verletzungen am Zahnfleisch verursachen. Hier wird der Parodontitis und der sich daraus entwickelnden Parodontose Vorschub gewährt, wenn die Zahnbürste zu hart ausfällt.

Brauner Zucker ist besser für die Zähne als weißer

Bei braunem Zucker handelt es sich um weniger intensiv gereinigten Rohrzucker. Dieser Zucker bringt zum einen nur unwesentlich mehr Vitamine und Nährstoffe mit sich, zum anderen hat er genau die gleichen Eigenschaften wie alle stark kohlenhydrathaltigen Speisen – nämlich die, den Kariesbakterien Nährstoffe zu liefern.

Milchzähne putzen und pflegen ist nicht so wichtig

Wenn Milchzähne krank sind, ist das nicht so schlimm, denn sie werden ja ohnehin durch die bleibenden Zähne ersetzt werden. Dies sind Aussagen, die viele Eltern treffen. Allerdings ist diese Information falsch. Fakt ist, dass Kariesbakterien zum einen bereits im Babyalter über das Zahnfleisch in die noch nicht gewachsenen, aber dennoch im Kiefer eingelagerten Zähne Schäden anrichten können. Weiterhin können Kariesbakterien, die die Milchzähne befallen, auch Schädigungen in den wiederum im Kiefer bereits angelegten bleibenden Zähnen hinterlassen. Neben der Kettenreaktion, die sich durch die Weitergabe von Karies von den Milchzähnen an die bleibenden Zähne ergibt, ist es auch so, dass die Milchzähne die Platzhalter für die bleibenden Zähne darstellen. Ein gerades und gut gestaltetes bleibendes Gebiss ist darauf angewiesen, dass die Milchzähne so lange wie möglich an ihrem Platz verweilen und der durch das Wachstum der bleibenden Zähne herausgedrückt werden. Ein schon im Vorhinein ausgefallener Milchzahn kann diese Platzhalterfunktion natürlich nicht mehr einnehmen. Somit sind Zahnfehlstellungen oftmals auch die Ursache für zu früh ausgefallene oder wegen Kariesbefall entfernter Zähne. Wer bei Kindern ganz sicher gehen möchte, sollte die Zahnpflege schon vor dem Wachstum der ersten Milchzähen beginnen. Neben einer Belagentfernung ist hier der Vorteil gegeben, dass sich das Kind bereits in jüngstem Alter an die richtige Zahnpflege gewöhnt. Noch mehr Informationen gibt die Inititiative Kiefergesundheit e.V. auf ihrer Homepage www.milchzahnseite.de.

Der Apfel nach dem Essen ersetzt das Zähneputzen

Schön wäre es, wenn der Apfel die Zahnbürste ersetzen könnte. Wahr ist diese These allerdings nicht. Zwar kann der Apfel oberflächliche Zahnbeläge direkt nach dem Essen teilweise entfernen. In schwierigen Bereichen, die oftmals von Karies befallen werden, nämlich beispielsweise in den Zahnzwischenräumen, kann der Apfel aber nicht ausreichend reinigen. Weiterhin greift die Säure im Apfel die Zähne an und der im Apfel enthaltene Zucker bietet den Kariesbakterien darüber hinaus auch noch Nahrung. Somit ist die Zahnreinigung durch den Apfel nicht gewährleistet. Wichtig ist es übrigens auch, nach Genuss von säurehaltigen Nahrungsmitteln mit dem Zähneputzen etwa 30 Minuten zu warten. Durch die Säure wird der Zahnschmelz kurzfristig aufgeweicht und erst nach etwa einer halben Stunde hat sich dieser wieder soweit stabilisiert, dass die Zahnbürste nicht unnötig viel Zahnschmelz abtragen kann.

Kaugummi statt Zahnbürste

Wer denkt, mit Kaugummi den Griff zur Zahnbürste ersetzen zu können, irrt – zumindest im Hinblick auf die Zahngesundheit. Zwar bietet der Kaugummi ein frisches Gefühl im Mund und auch die Säurewerte innerhalb des Mundraumes werden schneller wieder normalisiert. Eine Reingungsfunktion wie die Zahnbürste liefert der Kaugummi entgegen den Versprechungen der Werbung allerdings nicht. Zahnbeläge werden vom Kaugummi nicht ausreichend entfernt und der einzig positive Effekt ist hier die Anregung des Speichelflusses zur Neutralisierung von Säuren im Mund.

Alle Menschen brauchen irgendwann ein Gebiss

Auch wenn die Tatsache verbreitet ist, dass ältere Menschen dritte Zähne haben, so ist diese These nicht wirklich wahr. Grundsätzlich sind die Zähne auf eine Stabilität für das gesamte Leben ausgerichtet – richtige Pflege vorausgesetzt. Wer sich also um seine Zahngesundheit bemüht und auch die Ernährung optimal gestaltet, kann seine Zähne sehr wohl ein ganzes Leben erhalten und sich damit die oftmals lästigen Dritten ersparen. Mussten größere Lücken dennoch mit einer Prothese aufgefüllt werden, kann man sich auf freizeitfreunde.de Tipps zur Pflege und zum Tragekomfort der Dritten holen.

Schlechte Zähne sind erblich bedingt

Leider ist dieses Argument eher Ausrede als Wahrheit. Forscher haben inzwischen herausgefunden, dass ein gewisses Risiko zur Kariesbildung genetisch bedingt ist. Allerdings überwiegen die Faktoren Pflege, Ernährung, Lebensstil sowie auch das Alter über den genetischen Voraussetzungen. Wer alles richtig macht, kann trotz Elternteilen mit schlechten Zähnen ein Leben lang gesunde und gute Zähne haben.

Zuckerfrei bedeutet ohne Zucker

Viele Nahrungsmittel werden damit beworben, dass sie zuckerfrei sind. Gerade Eltern halten diese Lebensmittel dann für besonders sinnvoll, weil sie ihre Kinder so weitgehend zuckerfrei und damit zahnfreundlich ernähren können. Das ist aber leider ein Trugschluss, der durch falsche Werbemaßnahmen oftmals auch noch geschürt wird. Fakt ist, dass Zucker in Lebensmitteln in vielen Formen vorhanden ist. Allein der Verzicht auf die reine Zugabe von Industriezucker macht die Lebensmittel damit noch nicht zuckerfrei – auch wenn in der Werbung oftmals unterstrichen wird, dass dem Lebensmittel kein Industriezucker zugefügt wurde. Auch Fruchtzucker, Traubenzucker, natürlich enthaltener Milchzucker und Malzzucker sind Zuckerarten, die allerdings gesetzlich nicht im engen Sinne als Zuckerarten definiert werden. Wenn Lebensmittel damit beworben werden, dann können Verbraucher lediglich sicher sein, dass kein Rohzucker zugefügt wurde. Andere Zuckerarten, die von gesetzlicher Seite her nicht deklariert werden müssen, bieten Kariesbakterien aber ebenso Nahrung.