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Zähneknirschen bei Kindern – Ursachen & Behandlungstipps

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Zähneknirschen Kind
© coldwaterman - Fotolia.com

Nanu, was ist denn das für ein Geräusch, das da durch das Babyphone zu hören ist? Hat es etwa eine Störung? Wohl eher nicht, denn was viele nachts bei ihren lieben Kleinen zu hören bekommen, ist schlicht und einfach das Knirschen der Zähne (medizinisch als Bruxismus bezeichnet). Sie werden sich jetzt bestimmt fragen, wie das denn bei Kindern der Fall sein kann, die noch gar nicht so richtig Zähnchen haben. Aber es ist wirklich so: schon wenn die ersten Zähne gerade einmal so herauslugen, beginnen viele Babys mit dem Zähneknirschen.
Und der Grund dafür ist ganz einfach: Zähne sind etwas ganz Neues für die Kleinen und diese gilt es natürlich auszuprobieren. Zähneknirschen ist also ein ganz normales Entwicklungsphänomen in den ersten drei Lebensjahren. Spätestens wenn alle Zähne da sind, hört das aber wieder auf. Knapp 30 Prozent der Kinder werden aber Wiederholungstäter und fangen ein paar Jahre später wieder mit dem Zähneknirschen an. In diesem Fall hat es allerdings nichts mit der Entwicklung zu tun. Deshalb gilt es hier die Ursachen für das Knirschen zu erforschen und eine Lösung für das Problem zu finden.

Ursachen für das Zähneknirschen bei Kindern

Knirscht ein Kind in der Nacht ab und zu einmal mit den Zähnen, dann ist das nicht weiter schlimm und auch nicht besorgniserregend. Wenn Kinder allerdings vermehrt knirschen oder gar jede Nacht, dann sollten Sie etwas dagegen unternehmen. Durch das Knirschen kann es nämlich zu weiteren Problemen kommen. Gemeint sind:

Aber warum knirschen Kinder überhaupt mit den Zähnen? Das kann verschiedene Ursachen haben. Die meisten Kinder knirschen beispielsweise unbewusst, wenn sie sich eventuell stark auf etwas konzentrieren. Aber auch Angst, emotionale Probleme, Zahnfehlstellungen oder Stress können eine Ursache sein. Finden Sie die Ursache für das Zähneknirschen heraus, werden sie auch eine Lösung für das Problem finden.

Behandlungstipps gegen das Zähneknirschen bei Kindern

➤ Tipp 1 – Knirschverhalten beobachten:

Zunächst einmal sollten Sie das Knirschverhalten Ihres Kindes beobachten. Dabei gilt es zu klären:

➨ Tritt das Knirschen nur nachts auf oder nur am Tag?
➨ Knirscht Ihr Kind jede Nacht mit den Zähnen oder nur ab und zu mal?

Tritt das Knirschen am Tag auf, dann wird es Ihr Kind ganz unbewusst machen. Zum Beispiel etwa, wenn es sich stark auf etwas konzentriert. In diesem Fall sollten Sie Ihr Kind immer wieder darauf hinweisen.

Tritt das Knirschen hingegen nur mal ab und zu in der Nacht auf, kann Stress oder Anspannung (z.B. Umzug, erster Schultag) die Ursache sein. Das Problem sollte sich dann aber schnell wieder von alleine regeln.

➤ Tipp 2 – über Probleme sprechen/zum Psychologen gehen:

Knirscht Ihr Kind jede Nacht und bemerken Sie nebenbei auch noch, dass es am Tag z.B. traurig ist, Angst vor der Schule hat oder sehr gestresst ist, dann reden Sie mit Ihrem Kind darüber. Sie werden wohl selbst am besten wissen, wie gut es tut, mit jemandem über seine Probleme, Ängste und Sorgen zu reden. Und besonders Kinder brauchen jederzeit eine Schulter, an der sie sich ausweinen können.

Sollte Ihr Kind komplett dicht machen, überhaupt nicht mit Ihnen reden wollen oder immer sagen, das alles gut ist, obwohl sie sehen, dass es ihm/ihr schlecht geht, sollten Sie mal über einen Besuch beim Psychologen nachdenken. Denn ist die Seele gesund, wird auch das Zähneknirschen aufhören.

➤ Tipp 3 – Beißschiene anfertigen lassen:

Gibt es keine Anzeichen für emotionale bzw. psychische Probleme, dann können Sie mit einer Beißschiene gegen das Zähneknirschen vorgehen. Dabei handelt es sich um eine Kunststoffschiene, die Sie zum Beispiel beim Zahnarzt anfertigen lassen können. Alternativ dazu gibt es aber auch im Handel Beißschienen für Knischer zu kaufen, die Sie ganz einfach selber anpassen können (siehe z.B. die Produkte von Solubrux).

➤ Tipp 4 – Zahn- und Kieferfehlstellungen behandeln lassen:

Hat Ihr Kind eine Zahn- oder Kieferfehlstellung (unter dem Punkt „Kiefer“ werden hier die häufigsten Fehlstellungen vorgestellt), dann sollten Sie diese von einem Kieferorthopäden behandeln lassen. Auch sie können eine Ursachen für das Zähneknirschen sein. Der Kieferorthopäde wird eine geeignete Therapie gegen die Zahn- oder Kieferfehlstellung auswählen und dann entscheiden, ob eine zusätzliche Behandlung gegen das Zähneknirschen (z.B. mit einer Beißschiene) notwendig ist.

➤ Tipp 5 – Entspannungsübungen durchführen:

Entspannungsübungen können auch ein sehr gutes Mittel gegen das Zähneknirschen sein. Auch kleinere Kinder finden zum Beispiel schon Spaß an Yoga. Ansonsten können auch autogenes Training, Fantasiereisen (tolle Geschichten dafür finden Sie hier) oder Entspannungsgeschichten dazu beitragen, um sich zu entkrampfen und jeglichen Stress zu vergessen. Tanzen ist für viele Kinder übrigens auch sehr entspannend.

➤ Tipp 6 – zur Ergotherapie gehen:

Wenn Sie keinen Draht zu Entspannungsübungen, Yoga und Co. haben, können Sie mit Ihrem Kind auch zu einem Ergotherapeuten gehen. Dieser wird die Gründe für das Zähneknirschen erforschen und entsprechende Behandlungsmaßnahmen erarbeiten.