Zahnprobleme in der Schwangerschaft - Ursachen & Pflegetipps

 

Zahnprobleme in der Schwangerschaft - Ursachen & PflegetippsDie Schwangerschaft kann eine der wunderschönsten Zeit des Lebens einer Frau sein. Es ist ein einmaliges Gefühl, wenn sich das Baby im Bauch bewegt oder zu sehen wie der Bauch stetig wächst. Keine Frage - eine Schwangerschaft bringt viele Veränderungen mit sich.


Durch die hormonelle Umstellung können aber nicht alle Frauen 9 Monate mit einem breiten Lächeln durch das Leben gehen. Viele Frauen klagen vermehrt über Zahnprobleme. Die meisten Frauen spüren die größten Veränderungen am Zahnfleisch.


Jedes Kind ein Zahn?

Vorab möchte ich Ihnen erst einmal die Angst vor der angeblichen Volksweisheit nehmen. Früher meinte man, dass jede Frau pro Kind einen Zahn verliert. Unsinn - kann man heute sagen. Früher war die Ernährung eine ganz andere und auch die Pflegemaßnahmen waren längst nicht so ausgereift wie heute.


Etwas Wahres ist dennoch dran: Der Bedarf an Mineralstoffen wächst in der Schwangerschaft enorm an. So ist zum Beispiel Kalzium für den Knochenbau und die Zähne zuständig. Das ungeborene Baby probiert den eigenen Bedarf ganz einfach über die Mutter zu decken. Wenn bei Ihnen dadurch ein Mangel entsteht, ist die Gefahr unter Zahnproblemen zu leiden, sehr erhöht. Zusätzlich zu der Nährstoffaufnahme sind eine anständige Zahnpflege und eine gute Mundhygiene enorm wichtig.



Erhöhtes Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen

Besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft leiden viele Frauen an Übelkeit und Erbrechen. Das ist nicht nur äußerst unangenehm, sondern auch ein Risikofaktor für die Zähne. Denn durch das ständige Erbrechen erhöht sich das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen.


Zahnfleisch am meisten betroffen

Viele Schwangere stellen die meisten Veränderungen am Zahnfleisch fest. Das Zahnfleisch ist in der Schwangerschaft stärker durchblutet und somit weicher und empfindlicher als normal üblich. Bei einigen werdenden Müttern bilden sich sogar richtige Zahnfleischwülste, diese verschwinden aber nach der Geburt genauso schnell, wie sie gekommen sind. In diesen Wülsten haben es aber Bakterien besonders leicht sich anzusiedeln. Die Folge sind dementsprechend Entzündungen.


Es gibt auch viele Frauen, die aus Angst das Zahnfleisch noch mehr zu schädigen, auf das regelmäßige Putzen verzichten. Ein angenehmes Gefühl ist es schließlich nicht, wenn es ständig blutet. Auch die Frauen, die sich häufig übergeben müssen, würden die Zahnbürste gern aus dem Bad verbannen, da diese noch zusätzliche Würgereize auslöst.


Wie unangenehm dies auch alles für Sie ist, die Zahnhygiene ist genauso wichtig, wie die gesunde Ernährung in der Schwangerschaft.


Keine Angst: Zahnarztbesuche wahrnehmen

Wenn das Zahnfleisch schmerzt und jede Berührung unangenehm ist, möchte man am liebsten niemanden an die Zähne lassen - schon gar nicht den Zahnarzt, der mit seinen Instrumenten an den Schmerzstellen zugange ist. Angst brauchen Sie hier nicht zu haben. Behandlungen sind heute, dank moderner Technik, längst nicht mehr so schmerzhaft wie noch vor 30 Jahren.

Sollten Sie dennoch zu den Angstpatienten gehören, sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt offen und ehrlich über Ihre Ängste. Gute Zahnärzte können nicht nur Löcher reparieren, Sie beraten auch umfassend und gehen auf die Sorgen Ihrer Patienten ein. Der aus dem TV bekannte Zahnarzt Dr. Nowak aus Berlin ist dafür ein Musterbeispiel. Er berät nicht nur aktiv in Gesundheitssendungen von ZDF, MDR & Co., er lebt gute Beratung auch auf seiner Website (siehe Hilfe bei Angst vor dem Zahnarzt).

Es steht also niemand mit seiner Angst alleine da. Nehmen Sie also all Ihren Mut zusammen und machen Sie einen Termin beim Zahnarzt.


Während der Schwangerschaft sollten Sie sogar mindestens 2 Termine wahrnehmen. Der erste Termin sollte zu Beginn stattfinden. Hier kann der Zahnarzt schon vorab kleine Makel beheben. So kann man größere Probleme schon weitestgehend im Vorfeld vermeiden.


Der zweite Kontrollbesuch folgt dann zwischen dem vierten und fünften Schwangerschaftsmonat. Diese Untersuchungen sind unbedingt einzuhalten. Das Problem ist nämlich, dass bei größeren Entzündungen und ähnlichem die Bakterienerreger in den Blutkreislauf gelangen und so Ihrem Baby schaden können. Frühgeburten sind hier nicht selten die Folge.



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Zahnpflegetipps während der Schwangerschaft

Zu Beschwerden und Entzündungen muss es aber erst gar nicht kommen, wenn Sie von Anfang an Ihre Zähne ausreichend pflegen und sich hier auch ein bisschen mehr Zeit nehmen als sonst.


❍ Weiche Zahnbürste verwenden

Gerade, wenn Ihr Zahnfleisch sehr gereizt ist und schnell anfängt zu bluten, sollten Sie eine weichere Zahnbürste benutzen. Wenn Sie in dem Erwachsenen-Sortiment nicht fündig werden, können Sie auch zu einer Kinderzahnbürste greifen. Durch die weichen Borsten wird das Zahnfleisch nicht so stark gereizt.


❍ Zahnbürste öfter mal wechseln

Umso länger Sie ein Zahnbürste verwenden, desto mehr Bakterien können sich in ihr vermehren. Wechseln Sie Ihre Zahnbürste also regelmäßig. Das ist besonders wichtig, wenn sich an Ihrem Zahnfleisch bereits Wülste gebildet haben.


❍ Zahnseide nutzen

Schwangere, die einen erhöhten Bedarf an Süßem in der Schwangerschaft haben, sollten darauf achten, dass auch die Zahnzwischenräume während der Schwangerschaft ausreichend gereinigt werden. Sehr empfehlenswert ist hier vor allem Zahnseide. Sie haben Probleme bei der Anwendung? Dieses Video zeigt Ihnen genau wie es geht.


Statt Zahnseide können Sie auch die kleinen Interdentalbürsten (hier erhältlich) verwenden. Diese sind besonders für die hinteren Zähne besser geeignet, wo Sie mit der Zahnseide nicht mehr so gut rankommen.


Professionelle Zahnreinigung durchführen lassen

Um einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen, ist es ratsam, dass Sie vor oder zu Beginn der Schwangerschaft eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen. Die fast einstündige Reinigung kann zum Ende hin noch einmal wiederholt werden.


» Tipp: Einige Krankenkassen wie beispielsweise die DAK übernehmen die Kosten bzw. zahlen einen Zuschuss für die professionelle Zahnreinigung während der Schwangerschaft. Fragen Sie einfach mal bei Ihrer Krankenkasse nach.

❍ Kein Stress bei der Pflege

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit bei der Zahnpflege. Putzen Sie Ihre Zähne bewusster. Achten Sie darauf, dass Sie auch wirklich jeden Zahn gründlich reinigen. Zu schnelle Putzaktionen führen nur zu Zahnfleischbluten oder anderen Verletzungen im Zahnfleisch. Damit legen Sie nur den Grundstein für die Bakterienvermehrung.


❍ Mundwasser für frischen Atem

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Mundwasser wird von vielen Frauen gern verwendet - einfach wegen des guten Atems. Aber das richtige Mundwasser kann sogar die Ursache von Zahnfleischentzündungen bekämpfen.


In meiner Schwangerschaft habe ich von meiner Zahnärztin das Meridol Mundwasser (hier mehr dazu) empfohlen bekommen. Das Mundwasser ist ohne Alkohol und hat als einziges Mittelchen dafür gesorgt, dass meine Wülste sich so nach und nach zurück gebildet haben.


Dieses Mundwasser kann man auch einfach mal so zwischendurch verwenden, wenn man mal wieder so einen komischen Belag auf der Zunge hat.


❍ Auf eine gesunde Ernährung achten

Süßigkeiten, Eis, Chips und Schokolade - die Killer für unsere Zähne. Auch wenn Sie derartige Gelüste verspüren, halten Sie die Menge in Maßen. Greifen Sie lieber mal zu einem Apfel oder einer Banane. Und wenn Sie von dem Süßen doch nicht die Hände lassen können, dann putzen Sie danach die Zähne.


Besonders wichtig ist in der Schwangerschaft die Aufnahme von Kalzium, das in Käse und Milch enthalten ist. Das ist nicht nur für Ihre Zähne gut, sondern auch für die Entwicklung Ihres Babys.


❍ Tipp zum Schluss

Frauen, die häufig Erbrechen, möchten den "Geschmack" natürlich so schnell es geht aus dem Mund bekommen. Vorsicht, wenn Sie Ihre Zähne gleich nach dem Erbrechen putzen, schädigt die Zahnbürste beim Putzen den empfindlichen Zahnschmelz. Warten Sie in etwa eine halbe Stunde. Bis diese halbe Stunde um ist, können Sie aber zu Mundwasser greifen und den Mund ausspülen.









Alle Tipps und Ratschläge wurden bestmöglich recherchiert.
Sie ersetzen jedoch in keinem Fall eine ärztliche Beratung oder Untersuchung! Bei gesundheitlichen Problemen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.