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Thai-Massage – Hintergrund, Ablauf und Wirkung der exotischen Massageform

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Thaimassage
Eine Thaimassage lockert den gesamten Körper. © sovv / stock.adobe.com

Thai-Massagen schenken dem Körper wunderbare Entspannung. Worum es sich bei dieser Ganzkörpermassage genau handelt, können Sie in diesem Artikel lesen.

Auch wenn sie in Deutschland nicht so bekannt ist wie andere Massagepraktiken, hat die Thai-Massage bereits viele Anhänger, die von dieser Art Massage ganz begeistert sind. Obwohl die Thai-Massage hierzulande eher zu den Wellness-Massagen zählt, reicht ihre Wirkung über die einer reinen Wellnessmassage weit hinaus. Doch was macht die Thai-Massage so besonders?

Definition und Ursprung

Eine Thai-Massage besteht aus verschiedenen Massage-Techniken, die Druckpunktmassagen aber auch Dehn- und Streckpositionen in sich vereint.

Druck an den verschiedenen Körperstellen wird dabei mit dem Handballen, Ellenbogen, Knien oder Füßen erzeugt. Für bestimmte Dehnungen und Streckungen wird der Patient vom Therapeuten auch in entsprechende Positionen gesetzt oder gezogen beziehungsweise hineingedehnt.

Die Thai-Massage hat ihren Ursprung in Indien, wo sie im 5. Jahrhundert v. Chr. wahrscheinlich vom indischen Arzt Jivakar Kumar Bhaccha ins Leben gerufen wurde. Ob es sich bei der heutigen Thai-Massage tatsächlich um die ursprüngliche Form handelt, kann nicht eindeutig geklärt werden, da es über viele Jahrhunderte hinweg immer wieder zu Bränden und Eroberungen kam, bei denen Originalmanuskripte zerstört wurden. Zumal es anfangs auch nur mündliche Überlieferungen gegeben hat, bevor die Schriftsprache hinzukam.

Weltbild der Thai-Massage

Ähnlich dem Ayurveda liegt der Thai-Massage die Annahme zugrunde, dass der menschliche Körper von Energiebahnen durchdrungen ist, die während einer Massage behandelt werden.

Druckpunktmassage
Druckpunktmassage mit den Ellbogen. © Kzenon / stock.adobe.com

Daneben hat eine traditionelle Thai-Massage auch den Anspruch, Muskeln zu lockern, die Durchblutung der Organe zu verbessern und dem Patienten so zu einem verbesserten Körpergefühl zu verhelfen und für inneren Frieden und Entspannung zu sorgen.

Ablauf

Eine traditionelle Thai-Massage findet auf dem Boden statt, der dementsprechend mit einer Matte oder Ähnlichem gepolstert ist. Der Patient liegt dabei nicht die ganze Zeit auf dem Rücken. Vielmehr muss er sich nach Anweisung der Masseurin in verschiedene Positionen begeben, welche die Drehungen und Dehnungen und somit die Lockerung der Muskulatur unterstützen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Massagearten bleibt der Patient bei einer Thai-Massage angezogen. Es wird auch weniger mit Ölen massiert, eher geht es darum, den gesamten Körper mithilfe verschiedener Techniken zu lockern.

Abgrenzung zu erotischen Massagen

Eine traditionelle Thai-Massage hat nichts mit einer erotischen oder sogenannten Tantra-Massage gemein und ist mit dieser nicht zu verwechseln. Missverständnisse diesbezüglich haben sich in der Vergangenheit leider immer wieder ergeben, unter anderem auch weil Anbieter erotischer Massagen oft das Wort „Thai“ im Namen führten.

Seriöse Anbieter erkennen

Thai-Massagen zählen in Deutschland nicht zu den Therapiemaßnahmen, die per Rezept verschrieben werden, sodass man sich selber um einen entsprechenden Therapeuten kümmern muss.

Inzwischen gibt es in fast jeder Großstadt Angebote zur traditionellen Thai-Massage, so in München beispielsweise Phatchari Thai Massage. Die Therapeutin für Thai-Massage bietet Ganzkörpermassagen oder auch Teilmassagen wie die Rückenmassage mit therapeutischem Schwerpunkt an. Diese kann besonders dann hilfreich sein, wenn andere Massagen oder Rückenübungen keine Besserung verschaffen.

Weitere Anlaufpunkte können das Telefonbuch oder die Gelben Seiten sein. Auch Online-Branchenverzeichnisse geben Auskunft.

Zertifikat

Traditionelle Thai-Massage werden üblicherweise in Thailand gelernt und sollten mit einem Zertifikat nachgewiesen werden können. Inzwischen gibt es aber auch in Deutschland einige Anbieter, die Schulungen rund um die Thai-Massage vermitteln.

Haftpflicht

Neben traditioneller Thai-Massage werden oft auch Fußreflexzonen und Aroma-Ölmassagen angeboten. Aber ungeachtet dessen, wie groß das Angebot an verschiedenen Massagen ist, muss eine Betriebshaftpflichtversicherung vorliegen, die im Schadensfall einspringt.

Kleidung

Wie bei Physiotherapeuten auch kleiden sich Massage-Therapeuten entsprechend unauffällig und diskret. Das kann durchaus in traditionellen oder farbenfrohen Gewändern geschehen. Zu knappe Bekleidung hingegen wird von seriösen Therapeuten vermieden.

Der Thai-Spa-Verband hat weitere Kriterien aufgelistet, anhand derer Sie ein seriöses Thaimassage-Studio erkennen.

Die Wirkung einer Thai-Massage

Eine Thai-Massage weist neben entspannenden Massagegriffen immer einen kraftvollen und dynamischen Aspekt auf, der unter anderem die Atmung und somit die Sauerstoffversorgung im Körper positiv unterstützt.

Verschiedene Dreh- und Dehnpositionen, die an verschiedene Yoga-Übungen angelehnt sind, helfen dem Körper, beweglicher und geschmeidiger zu werden und können nachhaltig die Körperhaltung verbessern, wenn sie regelmäßig angewendet werden.

Dehnung bei einer Thaimassage
Dehnposition bei einer Thaimassage. © Yakobchuk Olena / stock.adobe.com

Ansonsten werden wie bei klassischen Massagen auch die Durchblutung und der Stoffwechsel angeregt und der Abtransport von Stoffwechselprodukten unterstützt. Zudem empfinden viele Menschen alleine die Berührungen als wohltuend und heilsam.

Unterschied zu anderen Massagen

Auch wenn die Thai-Massage in Thailand sogar in Krankenhäusern eingesetzt wird, verfolgt sie in Deutschland nur selten einen medizinischen Zweck. Dennoch kann sie bei verschiedenen Beschwerden als Heilbehandlung eingesetzt werden, wie zum Beispiel bei Rücken- und Knieschmerzen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Hauptsächlich aber geht es bei der Thai-Massage darum, Körper und Seele in Einklang zu bringen und die Tiefenentspannung zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die klassische Massage eher daran, schmerzende Körperstellen zu behandeln und die Funktionalität wieder herzustellen.

Während bei der klassischen Massage der Patient fast unbeteiligt und passiv die Massage entgegennimmt, wird der Körper des Patienten bei der Thai-Massage wesentlich mehr mit einbezogen. Auch durch die Einnahme verschiedener Positionen unterstützt der Patient so das Geschehen.

Kontraindikationen

Grundsätzlich steht diese Massage allen gesunden Menschen offen. Wer viel im Sitzen arbeitet und zu Verspannungen neigt, kann enorm von einer Thai-Massage profitieren.

Wie auch bei herkömmlichen Massagen sollte unter anderem bei folgenden Krankheiten von einer Massage abgesehen werden:

  • frische Operationen,
  • ausgeprägtes Krampfadergeschehen,
  • Bandscheibenprobleme,
  • Fieber,
  • akuten Infektionen.