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Vorsorgeuntersuchung – welche wichtig ist und Ihnen zusteht

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Vorsorgeuntersuchung
© Daniel Ernst / stock.adobe.com

Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung schwerer Krankheiten wie Krebs, sind wichtig und sollten regelmäßig gemacht werden – die meisten zahlt die Kasse.

Je früher schwerwiegende Krankheiten erkannt werden, desto höher die Heilungschancen. Auch wenn dies nicht bei Krebs im Endstadium zutrifft, können durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine Vielzahl anderer Krankheiten früher erkannt und somit gezielt behandelt werden.

Screening, wie diese Untersuchungen in der Fachsprache heißen, werden je nach Alter des Patienten von der Gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Kostenübernahme rechnet der Arzt ab, der Patient muss sich nicht darum kümmern. Trotzdem lassen Patienten immer noch wichtige Vorsorgeuntersuchungen „sausen“, weil es oftmals schwierig und zeitaufwendig ist, einen Termin beim Haus- oder Facharzt zu vereinbaren. Was viele Menschen nicht wissen, seit einiger Zeit ist es möglich, seinen ganz persönlichen Arzttermin online zu buchen. Die Praxis hat gezeigt, wer erst einmal einen Termin hat, nimmt diesen auch wahr.

Allgemeine Gesundheitsuntersuchung

Alter: zwischen 18 und 34 Jahren
Hierbei werden einmalig Fragen zu Vorerkrankungen (Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herzerkrankungen), auch innerhalb der Familie, gestellt und gegebenenfalls durch den Arzt Ratschläge zur Vorbeugung gegeben. Es erfolgt eine komplette körperliche Untersuchung, ebenso wie die Messung des Blutdrucks. Auch die Auffrischung von Impfungen ist bei dieser Vorsorge Thema.

Check up ab 35 Jahren

Ab dem 35. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte alle drei Jahre Anspruch auf einen kostenlosen Check up beim Hausarzt. Dabei soll geklärt werden, ob der Patient einer bestimmten Risikogruppe angehört. Ein Bluttest und andere Untersuchungen geben Aufschluss darüber, ob sich bereits Anzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlaganfall zeigen. Auch auf eventuelle Stoffwechselstörungen oder Autoimmunerkrankungen wird der Patient bei dieser Vorsorgeuntersuchung getestet.

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Mit steigendem Alter werden die Vorsorgeuntersuchungen detaillierter, sowohl für Frauen als auch Männer. Welche unbedingt wahrgenommen werden sollte, besprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt, der Sie im Bedarfsfall an den entsprechenden Facharzt überweist.

Darmkrebsvorsorge ab 50 / 55 Jahre

Für die Früherkennung von Dickdarmkrebs gibt es zwei Methoden.

➔ Stuhluntersuchung

Der Patient muss eine Stuhlprobe abgeben, die auf nicht sichtbares Blut untersucht wird. Bereis ab 50 Jahren kann diese Vorsorgeuntersuchung sowohl von Männern, als auch von Frauen wahrgenommen, und alle zwei Jahre wiederholt werden.

➔ Darmspiegelung

Gehören Sie zur Risikogruppe Darmkrebs bringt eine Darmspiegelung mehr Aufschluss als eine Untersuchung des Stuhls. Die Früherkennung wird von einem Spezialisten (Gastroenterologe) durchgeführt, der eine an einem Schlauch befestigte winzige Kamera in den Darm schiebt und so Auffälligkeiten wie Polypen erkennen kann. Gesetzlich Versicherte haben zweimal innerhalb von 10 Jahren Anspruch auf diese Untersuchung.

Mammographie für Frauen ab 50

Mammographie Brustkrebs
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Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust zur Früherkennung von Brustkrebs. Ab dem 50. Lebensjahr werden Frauen persönlich angeschrieben und zu einem Mammographietermin eingeladen. Die Untersuchung sollte ab da alle zwei Jahre wiederholt werden. Beim Abtasten der Brust durch den Gynäkologen oder der Frau selbst, können nicht alle Brustkrebsherde erkannt werden. Daher wird jeder Frau empfohlen, die Mammographie wahrzunehmen. Dabei werden die Brüste zwischen Plexiglasplatten gedrückt und von mehreren Seiten geröntgt. Wird bei diesem Brustscreening frühzeitig Krebs festgestellt, bestehen meist gute Heilungschancen.

Prostatakrebsvorsorge ab 45

Gesetzlich versicherte Männer ab 45 haben einmal im Jahr Anspruch auf eine kostenlose Untersuchung der Prostata. Zur Früherkennung von Prostatakrebs tastet der Urologe die Genitalien des Mannes einschließlich Lymphknoten in der Leistengegend ab. Leider ist nicht zu hundert Prozent sicher, dass der Arzt bei der Tastuntersuchung einen eventuellen Krebs erkennt. Als kostenpflichtige Alterantive kann deshalb noch ein sogenannter PSA-Test durchgeführt werden. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Prostatkrebs hinweisen, muss es aber nicht. Die Früherkennungsmethode wird daher nicht von allen Ärzten als sinnvoll empfunden.

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Hautkrebs-Screening

Hautkrebs Screening
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Ein gründliches Hautkrebs-Screening kann Hautkrebs zwar nicht verhindern, aber frühzeitig entdecken. Lassen Sie diese Untersuchung von einem erfahrenen Dermatologen durchführen. Bereits ab dem 35. Lebensjahr wird das Sreening von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Wer Auffälligkeiten an seiner Haut feststellt oder familiär vorbelastet ist, sollte die Früherkennungsuntersuchung auf jeden Fall in Anspruch nehmen. Der Spezialist untersucht mittels einer Lupe den kompletten Körper, einschließlich Kopfhaut, Gesäß und Geschlechtsteile.

Augeninnendruck-Messung

Diese Vorsorgeuntersuchung wird etwas stiefmütterlich behandelt, weil Menschen, die keine Seh- oder Augenprobleme haben, so gut wie nie zum Augenarzt gehen. Um Grünen Star (Glaukom) zu erkennen ist allerdings eine Messung des Augeninnendrucks erforderlich, die ab dem 40. Lebensjahr erfolgen sollte. Glaukom verursacht keine Schmerzen, daher wird es vom Patienten selbst nicht erkannt.

Bei der Messung des Augeninnendrucks wird die Hornhaut des Auges flach gedrückt, woraus sich ein Wert in mmHg ergibt. Normal sind 16 bis 21 mmHg, ein erhöhter Augeninnendruck kann ein Indiz für Grünen Star sein. Die Vorsorgeuntersuchung zählt zu den sogenannten IGeL- Leistungen der Krankenkassen und muss selbst bezahlt werden – Kosten liegen etwa zwischen 20 und 40 Euro.


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