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Corona-Infektion nachweisen – die Unterschiede zwischen PCR- und Schnelltests

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Verschiedene Corona-Tests.
Unterschiedliche Covid-Tests. © silvapinto / stock.adobe.com

Corona-Tests gibt es viele verschiedene. Lesen Sie hier, worin die Unterschiede zwischen PCR-, Schnell- und Antigentests bestehen?

Während der Pandemie wurde in Betrieben, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen großflächig getestet, um Corona-Infektionen rechtzeitig zu erkennen. Neben strengen Hygienevorschriften und dem Tragen von FFP-Masken gehörte das flächendeckende Testen zum bundesweiten Gesamtkonzept, um die Pandemie einzudämmen. Nicht immer war klar, um welche Art Test es sich handelte und die Vielzahl an unterschiedlichen Tests brachte zusätzliche Verwirrung.

Was für Corona-Tests es gibt und für welchen Zweck sie gedacht sind, darüber wollen wir in diesem Artikel aufklären.

Corona immer noch aktuell

Auch wenn es vor allem in den Medien um Corona ruhiger geworden ist, gibt es nach wie vor Menschen, die sich damit anstecken und oft mit heftigen Covid-Symptomen das Bett hüten müssen. Um sich davor zu schützen, nutzen viele immer noch Corona-Tests und können so im Ernstfall die Infektionskette unterbrechen. Doch welche Corona-Tests bietet der Markt aktuell?

Welche Corona-Tests gibt es?

Die derzeit gängigen Corona-Tests lassen sich in zwei Gruppen einordnen. Einmal gibt es die PCR-Tests und dann die sogenannten Schnell- oder Antigentests, auch PoC-Test genannt.

» Antigen-, Schnelltests

Das zugrunde liegende Prinzip eines Schnelltests ist, das mögliche Infektionen innerhalb von 15 Minuten nach Probeentnahme angezeigt werden. Diese Tests müssen nicht im Labor ausgewertet werden und wurden zuletzt vor allem in Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen eingesetzt.

Die ersten Schnelltests kamen in den lokalen Testzentren der Städte und Gemeinden zur Anwendung und waren für die Eigenanwendung noch nicht ausgereift. Doch dank erfolgreicher Weiterentwicklung konnten Schnelltests zum Schluss auch im Heimgebrauch genutzt werden. Inzwischen gibt es sie in vielen Apotheken, Drogerien und Supermärkten zu kaufen.

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Schnelltests gibt es in verschiedenen Ausführungen, die unterschiedlich gehandhabt werden. Auch wenn die Bezeichnung Antigen-Test vermuten lässt, dass dadurch bestimmte Antigene nachgewiesen werden, ist das nicht der Fall. Vielmehr werden mit Schnell- oder Antigentests bestimmte Proteine aus der Hülle des Virus nachgewiesen.

Die Probeentnahme erfolgt dabei auf verschiedenen Wegen:

» tiefer Nasenabstrich

Hierbei wird ein langes Wattestäbchen in die Nase eingeführt und aus dem hintere Nasenbereich ein Abstrich entnommen. Die Anwendung empfiehlt sich vor allem für geschulte Personen.

Mann testet sich auf Corona.
Nasenabstrich in Eigenanwendung. © Paolese / stock.adobe.com

» vorderer Nasenabstrich

Beim vorderen Nasen-Abstrich, den jeder selber durchführen kann, wird eine Sekretprobe aus dem vorderen Nasenbereich entnommen.

» Rachenabstrich

Der Rachenabstrich wiederum entnimmt Speichel aus dem Rachenbereich und kann ebenfalls selbstständig durchgeführt werden.

» Spucktest

Der Spucktest stellt eine Alternative zu den Abstrichen dar. Stattdessen wird Sekret aus dem hinteren Hals- bzw. Rachenbereich ausgespuckt, das für die Testung verwendet wird.

» Lolli-Test

Wer keinen Abstrich möchte, aber auch keinen tiefsitzenden Schleim auswerfen kann, der kann auf Lolli-Tests zurückgreifen. Dabei wird wie bei einem Lutscher an einem Wattestäbchen gelutscht, das dann für die weitere Testung dient.

Mussten für jede Testmethode bisher entsprechende Testkits besorgt werden, gibt es inzwischen auch Testkits, die multifunktional anwendbar sind. So zum Beispiel der Lifecosm Schnelltest, mit dem Testungen auf vier verschiedene Arten möglich sind. Er erlaubt nämlich den tiefen und vorderen Nasenabstrich, den Rachenabstrich und den Lolli-Test. Damit entfällt der Kauf vieler verschiedener Tests. Das Testkit weist darüber hinaus eine 100 %-ige Sensitivität aus, was bedeutet, dass bei richtiger Anwendung falsch negative Ergebnisse nahezu ausgeschlossen sind.

» PCR-Tests

Der PCR-Test gilt nach wie vor als die zuverlässigste Testmethode, kann aber nicht mal einfach so durchgeführt werden. Stattdessen wird dem Betroffenen von medizinischem Fachpersonal ein tiefer Nasenabstrich entnommen. Eine Probeentnahme im Rachen ist auch möglich, aber nicht ganz so effektiv. Diese Probe wird dann in ein Labor geschickt, aufbereitet und ausgewertet. Bis dem Getesteten das Ergebnis vorliegt, können aber mitunter einige Tage vergehen, vor allem wenn ein Wochenende dazwischenliegt.

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PCR-Test im Labor.
PCR-Tests werden im Labor ausgewertet. © tilialucida / stock.adobe.com

PCR-Tests sind nach wie vor ein wichtiges Instrument zur sicheren Diagnosestellung bei einer möglichen Corona-Infektion. Um diese zu bestätigen oder auch um Anwendungsfehler oder falsch positive Ergebnisse auszuschließen, werden aktuell PCR-Tests oft erst dann eingesetzt, wenn zuvor ein Schnelltest ein positives Ergebnis brachte.

Sensitivität

Die Sensitivität gibt Auskunft darüber, ob und wie gut ein Schnelltest eine Corona-Infektion erkennt. Es handelt sich dabei also um die Trefferquote. Um eine Infektion mittels Schnelltest nachweisen zu können, braucht es eine gewisse Virenlast im Körper des Betroffenen. Darunter ist zu verstehen, wie aktiv das Virus im Körper ist und wie sehr es sich vor allem im Nasen-Rachenbereich, der Abstrichzone, vermehrt hat.

Da die meisten Schnelltest immer noch auf die Erkennung von Infektionen bei hoher und sehr hoher Virenlast ausgelegt sind, testen sie bei nur geringer Virenlast oft negativ.

Eine Sensitivität von 100% besagt also, dass alle Infizierte vom Schnelltest erkannt werden.

Aus diesem Grunde sollten auch nur Antigen- oder Schnelltests verwendet werden, die eine hohe Sensitivität aufweisen. Meist ist diese auf der Verpackung aufgedruckt.

Aber auch beim Paul-Ehrlich-Institut kann man sich über die Sensitivität von Schnelltests erkundigen.

Abschließend ist zu erwähnen, dass mit Antikörper-Tests sowie einer Genom-Analyse weitere Möglichkeiten zur Covid-Testung zur Verfügung stehen. Diese sind aber allesamt nicht für die Eigenanwendung oder die schnelle Anwendung vor Ort geeignet.