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Kind ist ständig krank – Ursachen & Tipps bei Infektanfälligkeit

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Mutter pflegt krankes Kind
© Tomsickova / stock.adobe.com

Da hat das Kind endlich den Schnupfen überstanden, schon kommt es mit einer Magen-Darm-Grippe aus dem Kindergarten zurück. Kinder sind eben sehr infektanfällig. Doch warum?

Wer ein Kind hat – vor allem, wenn es das erste ist – hat häufig das Gefühl, dass es ständig oder sogar dauerkrank ist. Das ist nicht nur für die Kleinen eine starke Belastung, sondern natürlich auch für die Eltern. Schließlich ist die Anzahl der Kinderkrankentage begrenzt. Und dann kommt natürlich auch noch das schlechte Gewissen dem Arbeitgeber gegenüber auf. Denn wer möchte sich schon wieder wegen dem Kind krankmelden müssen, wenn es doch gerade erst vor zwei Wochen schon krank war?

Eltern stecken hier in einer wahren Zwickmühle. Denn nicht nur die Kinder selbst leiden unter den Erkrankungen, auch die Eltern haben oftmals daran zu knabbern. Zum einen müssen sie nicht nur mit ansehen, wie es ihrem Liebling schlecht geht, sie selbst kommen auch oftmals aufgrund der Belastung an ihre Grenzen. Kein Wunder, dass da bei vielen Eltern der Gedanke aufkommt „Ist es normal, dass mein Kind so oft krank ist?“. Wie oft wirklich „normal“ ist und wie Sie das Immunsystem Ihres Kindes stärken können, haben wir nachfolgend einmal zusammengetragen.

Wie häufig und warum werden Kinder so oft krank?

Bei Kindergartenkindern gelten laut der Gemeinschaftspraxis für Kinder und Jugendmedizin Dr. med. Stephan von Koskull und Christian Becker zehn bis zwölf einfache Erkältungen im Jahr als normal. Sicherlich, sind das wirklich viele Erkrankungen, dennoch sind daran weder eine Abwehrschwäche noch ein erkranktes Immunsystem schuld. Das Immunsystem hat lediglich noch nicht alle Krankheitserreger kennengelernt und ist somit sehr empfänglich für diese. Erwachsene haben schon so einige Infektionen durchgestanden und sind deshalb gegen viele Erreger immun. Das Immunsystem von Kindern muss hingegen erst lernen Krankheitserreger abzuwehren. Erst mit zehn Jahren haben Kinder dann das gleiche Immunsystem wie Erwachsene.

Vor allem, wenn die Kinder in die Kinderkrippe oder zu einer Tagesmutter/-vater kommen, scheint es, als würde das Kind dauerhaft krank sein. Das liegt schlichtweg daran, weil Ihr Kind zuhause gut behütet war und mit sehr wenigen Krankheitserregern in Kontakt gekommen ist. In Krippe, Kindergarten und bei einer/einem Tagesmutter/-vater wimmelt es hingegen nur so von Keimen. Spielen die Kleinen nun zusammen, können diese schnell von einem Kind zum anderen übertragen werden. Außerdem: kleine Kinder nehmen ständig etwas in den Mund. Keime haben somit also auch sehr leichtes Spiel. Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Christof Metzler hat hierzu ein passendes Video erstellt:

Welche Erkrankungen treten am häufigsten auf?

Zu den häufigsten Erkrankungen, die Krippen- bzw. Kindergartenkinder mit nach Hause bringen, gehören in der Regel:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Fieber
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Magen-Darm-Grippe
  • Hand-Fuß-Mund-Krankheit
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Aber auch die lange Zeit verschwundene Krätze kommt in den letzten Jahren immer wieder zum Vorschein. Verursacht wird diese stark juckende und sehr ansteckende Krankheit von Krätzmilben, die sich durch die obere Hautschicht „graben“ und dort Eier sowie Kot ablegen. Und auch Kopfläuse treten nun wieder verstärkt in Kitas und Schulen auf.

Unsere Tipps bei Infektanfälligkeit

❍ Tipp 1 – Stillen:

Stillen hat viele Vorteile für Säuglinge. Denn die Muttermilch enthält laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Wirkstoffe, die nicht nur gegen Bakterien wirken, sondern auch Entzündungen hemmen und das Immunsystem Ihres Kindes stärken. Die Nationale Stillkommission (NSK) am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt daher Säuglinge mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich zu stillen. Das ist allerdings nur eine Empfehlung. Wie lange eine Mutter stillt bzw. ob sie überhaupt stillt, bleibt natürlich ganz ihr überlassen.

❍ Tipp 2 – gesunde Ernährung:

Achten Sie auf eine gesunde und vor allem abwechslungsreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, viel Obst und Gemüse sowie auch gesunden Fetten und Fisch. Verzichten Sie zudem auf Fertigprodukte und kochen Sie lieber selbst. Wenn in der Woche die Zeit dafür fehlt, dann kochen Sie am Wochenende einfach immer etwas mehr und frieren Sie einen Teil davon ein. So haben Sie immer gesunde Mahlzeiten für die ganze Familie im Haus – eben auch, wenn es mal schnell gehen muss.

Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Kind genügend trinkt, damit die Schleimhäute nicht austrocknen. Laut ÖKO-TEST sollten Kleinkinder ab einem Jahr ungefähr 600 Milliliter am Tag trinken. Kinder zwischen vier und zehn Jahren einen Liter und Jugendliche circa 1,5 Liter. Am gesündesten sind natürlich Wasser sowie ungesüßte Früchte- und Kräutertees.

❍ Tipp 3 – Bewegung an der frischen Luft:

Familie macht Herbstspaziergang
© gpointstudio / stock.adobe.com

Kinder gehören an die frische Luft. Auch wenn es draußen richtig kalt ist. Der Wechsel zwischen Wärme und Kälte härtet Ihr Kind nämlich ab. Ziehen Sie es also warm an und lassen Sie es draußen toben. Das stärkt nicht nur die Abwehrkräfte Ihres Kindes, es kann sich auf diese Art und Weise auch richtig „auspowern“ und Stress abbauen. Sie schlagen somit also gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

❍ Tipp 4 – für genügend Schlaf sorgen:

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind genügend schläft. Denn ist es nicht ausgeruht, zerrt das an den Kräften der Kleinen und schwächt somit auch das Immunsystem. Denn auch das Immunsystem benötigt mal eine Pause. Im Schlaf kann es sich erholen und so das Risiko für Infektionskrankheiten minimieren. Gesunder Schlaf ist also sehr wichtig.

❍ Tipp 5 – Hände regelmäßig waschen:

Händewaschen ist das A und O, um sich vor Bakterien, Viren und Keime zu schützen. Hierzu nicht nur klares Wasser, sondern immer auch Seife benutzen und die Hände gründlich circa 20 Sekunden lang waschen. Dabei nicht den Handrücken und die Zwischenräume der Finger vergessen. Anschließend die Hände gut abtrocknen, denn Feuchtigkeit ist der ideale Nährboden für Keime.

❍ Tipp 6 – nicht zu stark heizen:

Trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus. So haben Erreger leichtes Spiel. Heizen Sie in der kalten Jahreszeit daher nicht zu stark und lüften Sie regelmäßig. Denn frische Luft befeuchtet die Schleimhäute. Lüften Sie deshalb drei- bis viermal täglich für etwa fünf bis zehn Minuten.

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Im Schlafzimmer sollte die Heizung am besten komplett ausgeschaltet werden. Sollte es Ihnen zu kalt sein, dann sorgen Sie wenigstens für eine Luftbefeuchtung gegen das Austrocknen der Schleimhäute.

❍ Tipp 7 – Kinder richtig anziehen:

Wenn Kinder ständig krank sind, neigen Eltern dazu sie zu warm anzuziehen. Das führt dann oft dazu, dass die Kleinen schneller schwitzen und sich dementsprechend auch schneller erkälten. Kleiden Sie Ihr Kind daher nach dem Zwiebelprinzip ein. Bedeutet genau, dass Sie Ihrem Liebling mehrere Lagen übereinander anziehen sollten. So können Sie immer mal eine Lage ausziehen, wenn es Ihrem Kind zu warm wird.

Was können Eltern für sich tun?

Mutter ist erschöpft
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Wenn Kinder ständig krank sind, ist das für Eltern oftmals eine starke Belastung. Denn geht es den Kleinen schlecht, leiden die Eltern meist mit. Aber nicht nur das. Sie selbst und auch Ihre anderen Kinder können sich natürlich anstecken und krank werden. Und dann kommt obendrein ja immer noch eine unangenehme Aufgabe auf die Eltern zu: Wie erklärt man nämlich seinem Arbeitgeber, dass man nun schon wieder ausfällt?

Viele trauen sich schon gar nicht mehr selbst zum Arzt zu gehen, wenn sie ständig wegen ihrem Kind krankgeschrieben sind. Zu groß ist einfach die Angst, dass der Arbeitgeber schlecht über einen denken könnte. Doch das ist natürlich der total falsche Weg. Sie müssen sich auch um Ihre Gesundheit kümmern. Geht es Ihnen schlecht, dann gehen Sie also zum Arzt. Denn nur zu oft haben unbehandelte Erkrankungen schlimme Folgen. Ihr Arbeitgeber hat dann nichts davon, wenn Sie aufgrund dessen noch länger ausfallen.

➭ Unser Tipp:

Wenn Ihr/e Kind/er oder auch Sie selbst sehr oft krank sind, dann hilft hier ein Gespräch mit Ihrem Haus- oder Kinderarzt. Denn dieser kann Ihnen eine Mutter-Kind- bzw. Vater-Kind-Kur verordnen. Die familienfreundliche Krankenkasse BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER steht Ihnen beispielsweise bei der Beantragung einer Mutter- bzw. Vater-Kind-Kur zur Seite und hilft Ihnen auch dabei die passende Kureinrichtung zu finden. Dort wird Ihnen dann erklärt bzw. gezeigt, wie Sie Ihr Immunsystem stärken können. Außerdem wird dort auch analysiert, was genau Ihr Immunsystem so sehr schwächt. Sie bzw. Ihr Kind werden auf der Kur medizinisch und psychologisch betreut bzw. wird Ihr Kind pädagogisch betreut, wenn es Sie auf die Kur begleitet.

Fazit:

Wie Sie nun also erfahren haben, ist Ihr Kind nicht unnormal oft krank. Es stärkt in den ersten Lebensjahren lediglich sein Immunsystem. Doch auch, wenn es noch so anstrengend und belastend sein kann, so denken Sie immer daran: Jeder Infekt trainiert das Immunsystem und schafft somit die Basis für ein gesundes Leben. Außerdem ist es in der Regel auch so, dass Kinder, die viele Infekte durchstehen mussten, später viel weniger krank sind. Die vielen Infekte in der Kindheit haben also nicht nur ihre Nachteile.