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Medizinische Ursachen für spröde Lippen: Das können die Auslöser sein

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Medizinische Ursachen für spröde Lippen
© Eric Fahrner - Fotolia.com

Spröde Lippen sehen nicht nur unschön aus, sie verursachen oft auch große Schmerzen. Man sollte dieses Problem nicht unterschätzen, denn meist steckt sogar eine medizinische Ursache dahinter.

Die Lippen sind ein Teil des Mund-Rachenraumes und daher auf die Feuchtigkeit angewiesen. Im Winter oder im Hochsommer kann es jedoch schnell dazu kommen, dass die Lippen austrocknen. Das ist zwar unangenehm, heilt aber meist schnell wieder von alleine. Leiden Sie öfter unter spröden Lippen, kann jedoch auch eine medizinische Ursache vorliegen. Es ist deshalb sehr wichtig, abzuklären, warum es zum Austrocknen der Lippen kommt. Welche medizinischen Ursachen es gibt, nachfolgend einmal etwas genauer erklärt.

Die häufigsten Ursachen für spröde Lippen im Überblick

Flüssigkeitsmangel:

Wie bereits erwähnt, sind die menschlichen Lippen auf die Flüssigkeit im Körper angewiesen. Haben Sie die Angewohnheit wenig zu trinken, muss Ihr Körper sich die vorhandene Flüssigkeit gut einteilen. Um lebenswichtige Organe weiterhin gut zu versorgen, spart der menschliche Organismus die Flüssigkeit an anderen Stellen ein. Die Lippen sind hier die erste Stelle, die auf Flüssigkeit verzichten muss.

Außerdem hat eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme eine weitere Wirkung auf den Körper. Die Speichelproduktion wird gehemmt. Da die Lippen aber genau auf diese Flüssigkeit angewiesen sind, reagieren sie sehr empfindlich, wenn nicht mehr genug Speichel vorhanden ist. So kommt es sehr schnell zu spröden, trockenen Lippen.

Psychische Probleme:

Psychische Probleme sind ein sehr großes Problem für den menschlichen Organismus. Um zu verstehen, warum dadurch trockene Lippen entstehen, müssen Sie die Anatomie des Menschen etwas kennen. Das Nervensystem besteht aus zwei Komponenten, dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Je nachdem in welcher Situation wir uns befinden, ist entweder der Sympathikus oder der Parasympathikus aktiver. Der Parasympathikus ist in der Nacht aktiv, wenn wir Menschen uns in Ruhe befinden. In dieser Zeit wird die Magen-Darm-Funktion erhöht und der Speichelfluss wird angeregt.

Der Sympathikus hat vor vielen Hundert Jahren den Menschen dabei geholfen, vor bissigen Tieren zu fliehen. Er ist dafür verantwortlich, dass das Adrenalin steigt und die lebenswichtigen Organe besser mit Blut versorgt werden. In dieser Situation denkt wohl kein Mensch ans Essen, daher ist es nicht notwendig, dass Magen oder Darm vermehrt arbeiten. Heutzutage ist diese Funktion nicht mehr notwendig, jedoch ist der Sympathikus sehr aktiv, wenn wir uns in einem Stresszustand befinden. Leidet ein Mensch unter psychischen Problemen und ist somit hohem Stress ausgesetzt, arbeitet der Sympathikus auf Hochtouren. Die Speichelbildung wird reduziert und spröde Lippen sind vorprogrammiert. Menschen mit psychischen Problemen stehen unter Dauerstress und leiden daher häufiger an trockenen, spröden Lippen.

Infektionen:

Infektionen sind eine weitere Ursache für spröde Lippen. Hauptsächlich Infektionen im Mundbereich trocknen die Lippen zunehmend aus. Die häufigste Infektion ist das Herpes Simplex Virus, welches auch als Fieberblase bekannt ist. Dieses Virus breitet sich meist an der Unterlippe aus und trocknet so die gesamten Lippen aus. Auch ein Pilzbefall der Wangen kann spröde Lippen verursachen.

Bakterien führen eher selten zu trockenen Lippen. Für den Mund-Rachen-Lippenbereich sind hauptsächlich Viren sehr gefährlich.

Allergien:

Viele Menschen leiden an Allergien. Egal, ob Lebensmittel, Pollen oder verschiedene Kosmetika. Allergien können überall am Körper auftreten. An den Lippen machen sich vor allem Lebensmittelallergien und Pollenallergien bemerkbar. Sie trocknen aber nicht nur die Lippen aus, sondern machen sich auch durch Brennen und Jucken bemerkbar.

Bei einer Allergie an den Lippen spricht man vom oralen Allergiesyndrom. Eine Heilung gibt es bislang nicht. Der betroffene Mensch kann das entsprechende Allergen lediglich meiden und sich einer Hyposensibilisierung unterziehen, um die Allergie etwas einzudämmen und weniger anfällig für spröde Lippen zu sein.

Eisenmangel:

Eisen ist ein wichtiges Element, welches für den menschlichen Körper lebensnotwendig ist. Es befindet sich im Hämoglobin, dem Farbstoff des roten Blutkörperchens und ist für den Sauerstofftransport zuständig. Sollte ein Eisenmangel die Ursache für trockene Lippen sein, wird dieser meist erst sehr spät erkannt. Zwar lässt sich ein Eisenmangel im Blutbild ganz leicht diagnostizieren, aber die wenigsten Menschen denken an die Möglichkeit, dass dies die Ursache sein könnte. Eine erhöhte Aufnahme von Eisen aus der Nahrung oder eines Eisenpräparates kann trockenen, rissigen Lippen helfen, schnell wieder zu heilen.

Erkältung:

Die Erkältung ist neben dem Klima, eine sehr häufige Ursache für spröde Lippen. Hat sich ein Mensch erkältet und leidet an Husten und Schnupfen, so spürt man diese Symptome meist im gesamten Mundbereich. Der Mund fühlt sich trocken und pelzig an. Das liegt am verminderten Speichelfluss. Viren und Bakterien neigen dazu, den Speichelfluss zu hemmen, um nicht zu schnell aus dem Mund gespült zu werden. Die Erreger können an der trockenen Schleimhaut besser haften. Da nun auch die Lippen nicht mehr feucht genug gehalten werden können, reißen diese auf.

Sind die Lippen bereits so rissig, dass sie bluten, ist dies das Paradies für die Erreger. Hier können sie sich bestens ernähren und weiter ausbreiten. Daher ist es gerade bei einer Erkältung sehr wichtig, die Lippen zu pflegen und möglichst feucht zu halten.

Mundatmung:

Bei einem Schnupfen oder auch beim nächtlichen Schnarchen neigt der Mensch dazu, durch den Mund zu atmen. Das hat zur Folge, dass der Mundbereich austrocknet und die Lippen auch nicht mehr befeuchtet werden. In weiterer Folge reißen die Mundwinkel ein und die Lippen werden spröde. Das passiert zwar nicht sofort, aber eine Nacht mit Schnupfen reicht aus, um am nächsten Tag mit schmerzenden Lippen aufzuwachen. Auch hier ist es besonders wichtig, die Lippen entsprechend zu pflegen.