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E-Zigarette: Wirklich gesünder als herkömmliche Zigaretten?

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E-Zigarette vs Zigarette
© tibanna79 / stock.adobe.com

Dampfen erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Aber sind E-Zigaretten wirklich eine gute Alternative zu herkömmlichen Zigaretten?

E-Zigaretten erfreuen sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt daran, dass immer mehr Raucher versuchen, darüber vom Rauchen loszukommen. Durch ihren Ruf, weniger schädlich zu sein als herkömmliche Zigaretten sprechen sie zudem auch Nichtraucher an, die damit ihre ersten Erfahrungen machen.

Aber sind E-Zigaretten wirklich eine gute Alternative zur Zigarette? Noch gibt es noch keine Langzeitstudien über die gesundheitlichen Auswirkungen des Dampfens. Aber diverse Studien belegen, dass der Konsum von E-Zigaretten weniger schädlich ist als das Rauchen.

Unterschied Aufbau und Funktionsweise Zigarette und E-Zigarette

Herkömmliche Zigaretten bestehen aus vier Komponenten: dem Filter, dem Tabak und dem Paper. Zündet man sich eine Zigarette an, verbrennt zum einen das Papier und zum anderen der Tabak. Dabei wird giftiger Qualm freigesetzt, den Raucher inhalieren.

E-Zigaretten gibt es in ganz verschiedenen Ausführungen, aber der Aufbau ist immer gleich:

Aufbau E-Zigarette
© Frank Eckgold / stock.adobe.com

Anders als bei herkömmlichen Zigaretten findet bei der E-Zigarette kein Verbrennungsprozess statt. Viel mehr wird das Liquid mit Hilfe des Coils zu einem Aerosol verdampft, welches inhaliert wird. Daher spricht man bei E-Zigaretten auch nicht vom Rauchen, sondern vom Dampfen.

Als Liquid bezeichnet man die Flüssigkeit, die in den Tank der E-Zigarette gefüllt und anschließend verdampft wird. Es besteht aus einem aromafreien Basisliquid, dem ein Aroma und gegebenenfalls Nikotin zugesetzt sind.

Das Basisliquid besteht aus Glycerin (VG für Vegetable Glycerine)  und Propylenglycol (PG). Je nach Anforderung an die Flüssigkeit gibt es Basen mit unterschiedlichen Verhältnissen zwischen VG und PG. Dabei gilt, dass das Liquid durch einen höheren Anteil von VG dickflüssiger wird. Es gibt aber auch reine Basen – als nur mit VG oder PG.

Inhaltsstoffe in Zigaretten und E-Zigaretten

Herkömmliche Zigarette

Der Rauch einer Zigarette enthält etwa 4.800 Chemikalien, von denen etwa 90 erwiesenermaßen krebserregend wirken und das Erbgut der Zellen irreversibel schaden können. Zu diesen gehören unter anderem Arsen, Blei, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und Nitrosamine.

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Neben den krebserregenden Stoffen enthält der Rauch auch Bestandteile, die die krebserregende Wirkung dieser Stoffe verstärken können. Dazu kommen mindestens 250 giftige Stoffe, die zu Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen führen können.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe in Zigaretten und dem Zigarettenrauch:

  • Nikotin
    Nikotin ist der Bestandteil im Tabak, der abhängig macht. Er wird in der Wurzel der Pflanze produziert und in die Blätter abgelagert. Er dient als natürliches Insektizid. Bereits geringe Mengen sind für den Menschen giftig.
  • Teer
    Bei der Verbrennung von Tabak entsteht Teer. Dieser setzt sich als zähflüssiger Niederschlag in den Atemwegen ab und färbt die (Raucher-)Lunge mit den Jahren schwarz. Zudem verklebt er die Innenauskleidung Atemwege, wodurch eine wichtige Barriere gegen Schadstoffe, Schmutz und Krankheitserreger verloren geht. Dadurch werden Raucher anfälliger für Atemwegserkrankungen wie Asthma, Bronchitis oder COPD. Zudem enthält Teer krebserregende Bestandteile, die auch ein Filter nicht zurückhalten kann.
  • Kohlenmonoxid
    Im Zigarettenrauch ist auch Kohlenmonoxid enthalten, welches den Sauerstoff im Blut verdrängt. Um die Unterversorgung der Organe auszugleichen, reagiert der Körper mit einer erhöhten Herzfrequenz und damit mit einem erhöhten Blutdruck.

Um das Rauchen zu erleichtern, mischt die Tabakindustrie dem Rohtabak hunderte von Zusatzstoffen unter. Auch wenn die Zusatzstoffe nicht von vornherein gefährlich sind, so entstehen durch das Verbrennen zum Teil hochgiftige Substanzen entstehen. Einer dieser Zusätze ist Zucker. Er wird dem Tabak zugesetzt, um den strengen Tabakgeschmack zu überdecken. Bei der Verbrennung entsteht krebserregendes Acetaldehyd.

Übrigens: Viele Raucher kommen ohne professionelle Hilfe nicht von der Nikotinsucht los. Vielen hilft deshalb noch eine Hypnose zur Raucherentwöhnung, wie sie zum Beispiel das Hypnose-Institut CARLO FARADAY ® in Bremen anbietet

E-Zigarette

E-Zigarette mit Liquid
© M.Dörr & M.Frommherz / stock.adobe.com

Bei der E-Zigarette wird ein Gemisch aus verschiedenen Chemikalien verdampft. Wie bereits erwähnt, zählen dazu neben den Bestandteilen der Base – dem Propylenglycol und den Glycerin – auch Aromen und Nikotin:

  • Propylenglycol
    Propylenglycol  ist eine farblose, klare und nahezu geruchlose und feuchtigkeitsbindende Flüssigkeit, die durch eine chemische Reaktion aus Propylenoxid gewonnen wird.  Es findet in vielen Hygieneartikeln Anwendung – so zum Beispiel in Zahnpasta oder Deo. Drüber hinaus wird Propylenglycol als Lebensmittelzusatzstoff (E 1520) verwendet.
  • Glycerin
    Glycerin ist eine farb- und geruchlose Flüssigkeit, aus Propylen gewonnen wird. Es findet ebenfalls Anwendung als Lebensmittelzusatz (E 422).
  • Nikotin
    Beim Nikotin handelt es sich um eine ölige und farblose Flüssigkeit, die sich an der Luft schnell braun färbt. Wie bereits erwähnt, wird es in der Wurzel von Pflanzen als natürliches Insektizid produziert und ist für den Menschen giftig.
  • Aromen
    Aromen verleihen dem Liquid seinen individuellen Geschmack. Diese unterscheiden sich nicht von den Aromen, die wir beim Backen verwenden oder die von der Lebensmittelindustrie verwendet werden.
  • Destilliertes Wasser
    Einigen Liquids ist in geringen Mengen auch destilliertes Wasser beigefügt. Es sorgt dafür, dass das Liquid dünnflüssiger wird und dadurch besser nachließen kann.
Lesetipp:  Nikotinsucht & Test der Abhängigkeit & Möglichkeiten zur Raucherentwöhnung

Alle im Liquid offiziell enthaltenen Inhaltsstoffe sind in der Europäischen Union zugelassen und stellen keine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit dar. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Liquids ordnungsgemäß angewendet werden.

Tipp: Da es immer mal wieder vorkommen kann, dass unzulässige Stoffe für die Herstellung der Liquids verwendet werden, sollten Sie darauf achten, diese nur von seriösen Herstellern zu beziehen.

Tipp zum Wechsel von der Zigarette zur E-Zigarette

Vielen Rauchern ist die gesundheitsschädigende Wirkung der Zigarette mehr als bewusst. Für sie stellt der Wechsel von der herkömmlichen zur E-Zigarette einen guten Weg dar, um von der Zigarette loszukommen und endlich Nichtraucher zu werden.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein kompletter Umstieg nur dann funktioniert, wenn man die richtige Nikotinstärke seines Liquids wählt. Daher ist es ratsam, sich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen. Gemessen am täglichen Zigarettenkonsum kann so die nötige Nikotinmenge im Liquid bestimmt werden.

Wenn Sie nicht nur von der Zigarette weg wollen, sondern auch Ihre Nikotinsucht bekämpfen möchten, sollten Sie nach und nach die Nikotinmenge in Ihrem Liquid verringern. So ist es mir gelungen, innerhalb von nur vier Monaten meine Sucht loszuwerden.