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Rauschpfeffer als Heilpflanze | Inhaltsstoffe und deren Wirkung

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Heilpflanze Rauschpfeffer
© Rafael Ben-Ari - Fotolia.com

Der botanische Name von Rauchpfeffer ist Piper methysticum. Es handelt sich dabei um einen in der Südsee angebauten Pfefferstrauch, den Kava-Kava. Dessen Wurzel können entweder gekaut oder in Stücke geschnitten und gegessen oder aber zu einem Tee zubereitet werden. Rauschpfeffer wirkt entspannend und krampflindernd. Über Rauschpfeffer ins alte Europa berichteten unter anderem der Seefahrer James Cook, sowie der Naturforscher Johann Georg Forster.

In kleinen Dosen eingenommen wirkt Rauschpfeffer stimulierend, mittlere Dosen verursachen einen euphorisches Zustand und hohe Dosen führen dann schon zu einem so genannten stuporösen Zustand. In Deutschland wurde Rauchspfeffer schon seit den 1960er Jahren in geringer Dosierung als Psychopharmakon in der Geriatrie eingesetzt. Im Sommer 2002 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Zulassung für Kava-Kava-Produkte nach Berichten über schwere Leberschäden (es gab auch einige Todesfälle) zurückgezogen.

Die entsprechenden Präparate sind daraufhin vom Markt genommen worden, mit Ausnahme der homöopathischen Präparate bis D4. Es ist zur Zeit noch nicht geklärt, ob allein die Inhaltsstoffe oder aber das Zusammenwirken mit bekannten Leberzellgiften (wie zum Beispiel weitere Medikamente, oder Alkohol), bzw. die Beimischungen oder Verunreinigungen der Präparate die Ursache für die beobachteten Leberschädigungen waren.

In seltenen Fällen der Anwendung war es im Übrigen zu einer seelischen Abhängigkeit gekommen, oder zu körperlichen Entzugssymptomen. Vor dem Entzug der Zulassung fielen die Präparate nicht unter die Verschreibungspflicht. Anstelle von Rauschpfeffer, bzw. Kava-Kava kann man bei auftretenden Unruhe- und Angstzustände stattdessen hoch dosierte Kombinationen aus Baldrian, Passionsblume und Hopfen einnehmen.

Die Präparate wurden in der Regel hauptsächlich als Einschlafhilfe angewendet. Rauschpfeffer hat gegenüber von herkömmlichen Schlafmitteln den Vorteil, dass es frei ist von Nebenwirkungen, die den Verwender "benebeln“.

Rauschpfeffer wurde vor dem Entzug der Zulassung auch eingesetzt für eine bessere Krankheitsverarbeitung bei HIV/Aids und Krebs. Von den polynesischen Eingeborenen wird Rauschpfeffer nach wie vor angewandt. Sie bereiten daraus ein Getränk, das in mäßigen Dosen genossen, eine entspannende und leicht euphorisierende Wirkung hat.