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Ohrenschmerzen – Ursachen und Behandlung

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Hörsturz
© Picture-Factory - Fotolia.com

Wer schon einmal Ohrenschmerzen gehabt hat, der weiß, wie unangenehm und beeinträchtigend diese sein können. In den meisten Fällen gehen diese Schmerzen vom Ohr selbst aus, sie können aber auch bis in das Kiefergelenk oder den Mund- und Rachenbereich ausstrahlen. Dabei können die Auslöser für die quälenden Schmerzen ganz unterschiedlicher Natur sein, und es gibt unterschiedliche Faktoren, die Ohrenschmerzen bedingen. Dazu gehören zum Beispiel Verletzungen, Entzündungen oder auch Tumoren.

Oft lösen Entzündungen die Schmerzen aus

Die häufigste Ursache für Ohrenschmerzen ist meist eine Entzündung des äusseren Gehörgangs, eine so genannte Otitis externa, oder auch eine Entzündung des Mittelohres, die als Otitis media bezeichnet wird. Die Otitis externa ist in der Regel eine Infektion der Haut des Gehörgangs mit Bakterien, bei der dieser zuschwellt. Die Schwellung drückt dann auf den Gehörgangsknochen und verursacht meist große Schmerzen. Eine Behandlung muss effektiv mit Antibiotika oder auch mit Kortison behandelt werden. Neben den Bakterien können auch Pilze die Auslöser der Infektion sein. Eine zu gut gemeinte Ohrhygiene, bei der die empfindliche Haut des Gehörgangs oder auch das Trommelfell mit Wattestäbchen verletzt werden, bietet den Erregern oft Eintrittsstellen. Gehörgangsentzündungen treten zudem vermehrt im Sommer auf, wenn beim Baden Wasser ins Ohr gerät. Dieses kann aggressive Keime enthalten und dann die so genannte Badeotitis auslösen.

Mittelohrentzündung (Otitis media)

Die Otitis media oder Mittelentzündung ist vor allem bei Kindern verbreitet. Es handelt sich um eine bakterielle Infektion des Mittelohres. Diese kann sich entwickeln, wenn das Mittelohr durch eine Verstopfung der Ohrtrompete nicht mehr ausreichend belüftet wird. Die Ohrtrompete mündet in den Nasen-Rachenraum und kann zum Beispiel durch Nasenpolypen blockiert sein. Bei einer Infektion des Mittelohres entsteht Eiter, welcher großen Druck ausübt, da er nicht abfließen kann. Wenn der Eiter durch eine Therapie mit Antibiotika, durch einen Abfluss in den Rachenraum oder auch durch das Platzen des Trommelfells mit Abfluss aus dem Ohr verschwindet, lassen auch die Ohrenschmerzen deutlich nach. Nach einer Therapie mit Antibiotika kann sich das Mittelohr regenerieren und auch das Trommelfell kann wieder zuwachsen.

Infektion der Ohrmuschel

Eine Infektion der Ohrmuschel kann ebenfalls starke Schmerzen im Ohrenbereich auslösen und ist sehr leicht an einer starken Rötung und an einer Schmerzempfindlichkeit der Ohrmuschel zu erkennen. Eine solche Infektion muss ebenfalls mit Antibiotika von einem HNO-Arzt behandelt werden.

Weitere Ursachen: Ohrenschmalz oder Zahnprobleme

Der Gehörgang wird in vielen Fällen auch durch Ohrenschmalz verschlossen, was sich in einer Hörminderung und in Schmerzen äußern kann. Eine Spülung des Gehörgangs kann diesen von Ohrenschmalz befreien, manchmal wird auch das Einsetzen von so genannten Paukenröhrchen nötig.

Auch Zahnschmerzen können als Schmerzen in den Ohren empfunden werden, beispielsweise bei Entzündungen von Zähnen oder auch im Bereich des Kiefers. Kiefergelenksbeschwerden oder Zahnfehlstellungen sind ebenfalls in der Lage, ein Schmerzgefühl im Ohr auszulösen, so dass bei ungeklärten Ohrenschmerzen auch die Zähne mit in Betracht gezogen werden sollten.

Die richtige Ohrhygiene ist wichtig

Um vor allem durch Entzündungen des Gehörgangs oder des Mittelohrs hervorgerufenen Ohrenschmerzen vorzubeugen, sollte man Wattestäbchen grundsätzlich nicht für die Ohrhygiene verwenden. Im Normalfall verfügt das Ohr über die Fähigkeit der Selbstreinigung und Ohrenschmalz dient als natürlicher Schutz für den empfindlichen Gehörgang. Er sollte nur dann fachgerecht entfernt werden, wenn er den Gehörgang verstopft und Hörprobleme verursacht.

Eine Untersuchung gibt Aufschluss über die Ursachen

Generell hilft eine allgemeine Untersuchung beim HNO-Arzt dabei, den Ursachen von Ohrenschmerzen auf den Grund zu gehen und im Anschluss die passende Therapie einzuleiten. Neben einer Anamnese gehören die Betrachtung des inneren und des äußeren Ohres zu einer solchen Untersuchung, ebenso wie die so genannte Tubenfunktionsprüfung (Test der Durchgängigkeit der Ohrtrompete), die Audiometrie (Hörtests verschiedener Art) sowie möglicherweise auch eine Röntgenuntersuchung. Die Behandlung richtet sich dann letztendlich nach der festgestellten Ursache der Ohrenschmerzen.