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Angst vor HIV: Wann ist ein Test nötig und sinnvoll?

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Die Angst vor HIV: Wann ist ein Test nötig und sinnvoll?
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Die Gründe warum eine Angst besteht sich mit dem HI-Virus infiziert zu haben, sind unterschiedlich. Ein Test kann Licht ins Dunkle bringen, doch der richtige Zeitpunkt ist wichtig.

Es sind oft nur kurze Augenblicke, die das Leben gravierend verändern. Ein Sechser im Lotto oder die Geburt eines Kindes gehören zu den positiven Momenten. Eine wilde Partynacht oder eine traumhafte Kreuzfahrt sicherlich auch. Wenn da nicht der eine kleine Moment der Unvernunft gewesen wäre. Eine leidenschaftliche Nacht mit ungeschütztem Sex kann das Leben ebenso verändern, wie ein Unfall mit anschließender Behandlung in einem AIDS-Land unter zweifelhaften, hygienischen Voraussetzungen. Es gibt viele Situationen, in denen eine Ansteckungsmöglichkeit besteht. Ein HIV-Test kann Aufschluss geben und die quälenden Zweifel beenden. Doch wie oft und wann ist so ein Test sinnvoll?

HIV Schnelltest – erster Schritt gegen die Ignoranz

Kaum eine Erkrankung breitet sich so stark aus, nur weil die Menschen vor ihr Angst haben. Die Scham ist oftmals größer als die Vernunft. Das ist einer der wesentlichen Gründe, warum AIDS immer wieder Menschenleben kostet. Durch Ignoranz und Verdrängung breitet sich das HI-Virus weltweit aus, obwohl es bereits gute Behandlungsmöglichkeiten und damit Chancen gibt, die Krankheit einzudämmen. Der Weg in die Klinik oder zur Beratungsstelle und damit in die Öffentlichkeit ist für viele Betroffene unüberwindbar. Eine Alternative bieten diskrete HIV Schnelltests, die ganz einfach online zu bestellen sind. Sie kommen innerhalb weniger Tage direkt ins Haus in einer neutralen Verpackung. Ein Schnelltest kann in wenigen Minuten Aufschluss geben und die Unsicherheit nehmen. Die Angst verfliegt bei einem negativen Ergebnis sofort und das Leben geht entspannt weiter.

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Klinische Tests zur Bestätigung bei positiven Ergebnissen

Leider fällt nicht jeder Test negativ aus. Wer sich angesteckt hat, erhält das befürchtete, positive Ergebnis. Doch selbst das hat Vorteile und ist der Vogel-Strauß-Politik in jedem Fall vorzuziehen. Der Patient kann sich direkt in Behandlung begeben und zugleich sein Umfeld vor einer Ansteckung bewusst schützen. Doch nach einem positiven Schnelltest ist zunächst ein klinischer HIV-Test an der Reihe, der für hundertprozentige Sicherheit bezüglich des Ergebnisses sorgen sollte. Erst wenn dieser nach einigen Tagen das Ergebnis HIV-positiv bestätigt, ist die Ansteckung mit dem HI-Virus nachgewiesen. Der offene Umgang mit der Erkrankung ist einer der wichtigsten Faktoren für die Eindämmung der Epidemie. Die Scham über die HIV-Infektion sollte nicht so hoch sein, dass der HIV-Träger deswegen sein Leben oder das anderer riskiert.

Risikokontakte und Situationen mit erhöhter Ansteckungsgefahr

Die Ansteckung mit dem HI-Virus erfolgt durch ungeschützten Sex und das zumeist bei schwulen Männern. So nimmt die Öffentlichkeit Aids häufig immer noch wahr und vermeintlich Betroffene schämen sich deswegen. Sicherlich ist die Homosexualität nach wie vor eine der größten Risikogruppen für das HI-Virus. Aber auch Heterosexuelle sind betroffen. Ob ungeschützter Sex oder geplatztes Kondom, die Gründe variieren, die Ansteckungsgefahr jedoch ist die Gleiche. Drogenabhängige infizieren sich über verunreinigte Nadeln oder beim Beschaffungssex. Ganz entgegen aller Klischees kann sich jeder mit dem HI-Virus infizieren. Der treue Familienvater ebenso wie ein Kind oder sogar Baby, das den Virus unfreiwillig mit der Muttermilch aufnehmen kann. Manchmal genügt ein unachtsamer Moment am falschen Ort, um Zweifel über eine potenzielle Ansteckung aufkommen zu lassen. Das kann ein Autounfall im Ausland sein oder ein gut gemeinter Erste-Hilfe-Einsatz ohne Schutzhandschuhe oder Beatmungsmaske bei anderen Personen. Aber auch eine Krankenschwester kann sich versehentlich während ihrer Arbeitszeit mit einer Patientennadel stechen.

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Wie lange nach einer potenziellen Ansteckung sind HIV-Tests sinnvoll?

Nach bestimmten Situationen, aber auch aufgrund bestimmter Symptome, kann ein Test notwendig sein. HIV-Schnelltests weisen frühestens 21 Tage nach einer Ansteckung die Antikörper zu HIV-1 und HIV-2 nach. Bei vielen Menschen ist dieser Zeitraum zu kurz und daher bringt der Schnelltest erst drei Monate nach der eventuellen Infektion gesicherte Ergebnisse. So sollte ein negativer Frühtest nach drei Monaten sicherheitshalber wiederholt werden. AIDS-Beratungsstellen, das Gesundheitsamt oder Ärzte führen auch Labortests durch. Diese funktionieren rund sechs Wochen nach dem Kontakt, da sie Antigene und Antikörper gegen HIV nachweisen. Ein früherer Test kann einen Nachweis für HIV-positiv bringen, muss es aber nicht.

Wie oft ist ein HIV-Test zu wiederholen?

Risikopersonen sollten sich in regelmäßigen Abständen testen lassen. Die Deutsche Aids-Hilfe empfiehlt Männern, die mit wechselnden Männern ungeschützten Verkehr haben, einmal jährlich einen prophylaktischen HIV-Test. Auch heterosexuelle Männer, die regelmäßig Sex ohne Kondom haben, gehören zur erhöhten Risikogruppe. Drogensüchtige, die nicht auf Safer Use achten, sollten ebenfalls regelmäßig einen Test machen. Wer mit einem HIV-Infizierten zusammenlebt, der sich nicht behandeln lässt, kann bei einem abgerutschten Kondom oder in ähnlicher Situationen eventuell zur HIV-Prophylaxe PrEP greifen und später einen Kontrolltest machen.

HIV-Test bringt Sicherheit

Bei allen anderen Personen ist der HIV-Schnelltest auf Verdacht und zur Sicherheit rund drei Monate nach dem eventuellen Kontakt mit HIV optimal. Manchmal sprechen Krankheitssymptome für eine mögliche Aids-Erkrankung, ohne dass der Patient sich an die Ansteckungssituation erinnern kann. Dann können zwei Tests in Folge mit drei bis zwölf Monaten Abstand sinnvoll sein. Ein HIV-Test bringt Sicherheit für den Träger ebenso wie für seine Familie, Freunde und das gesamte Umfeld. Daher ist lieber ein Test zu viel anzuraten, als einer zu wenig.