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Migräne natürlich behandeln – Wie Sie mit Hausmitteln & Co. für Linderung sorgen

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Migräneattacke
© ALDECAstudio / stock.adobe.com

Wer unter Migräne leidet, der hat es wirklich nicht leicht. Denn Medikamente alleine helfen meist nicht bei einer Attacke. Erfahren Sie hier, wie Sie auf natürliche Weise für Linderung sorgen.

Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft e.V. sind weltweit circa eine Milliarde Menschen von Migräne betroffen. Davon leiden allein in Deutschland schon 18 Millionen Menschen unter Migräneattacken. Dazu gehören vor allem Frauen. Laut der Schmerzklinik Kiel leiden 32 Prozent der Frauen, aber „nur“ 22 Prozent der Männer unter Migräne. Dabei treten laut der Schmerzklinik sowohl bei Frauen als auch bei Männern um das 30ste Lebensjahr herum vor allem Migräneattacken auf. Aber auch Kinder sind betroffen. Das hat wiederum eine skandinavische Studie aus den sechziger Jahren ergeben. Zwar ist diese Studie schon ziemlich alt, neue Untersuchungen ergeben in der Regel aber immer wieder das gleiche. Betroffen waren laut Studie:

  • 2,5 Prozent der 7- bis 9jährigen Kinder
  • 4,6 Prozent der 10- bis 12jährigen Kinder
  • 5,3 Prozent der 13- bis 15jährigen Kinder

Jahre später hat sich gezeigt, dass es zu einer Verdreifachung der Migränehäufigkeit in diesem Lebensalter gekommen ist. Zudem kommt Migräne gehäuft familiär vor.

Warum reichen Medikamente zur Behandlung alleine nicht aus?

Das Problem: Es gibt zwar wirksame Medikamente, welche die Häufigkeit und Intensität der Schmerzattacken reduzieren, sie können aber nicht komplett die Entstehung von Migräne verhindern. Denn bei Migräne handelt es sich nicht einfach nur um irgendeine Form von Kopfschmerzen, sondern um eine neurologische Erkrankung. Und die muss individuell behandelt werden.

Migräne-Medikamente helfen in der Regel gegen die hämmernden Kopfschmerzen und die damit verbundenen Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Sehstörungen. Sie können eine Migräneattacke aber nicht verhindern. Außerdem sorgen sie bei vielen Patienten selbst für unangenehme Begleiterscheinungen. Deshalb ist es sinnvoll die natürlichen Mittel und Behandlungsmethoden zu kennen, die bei Migräneattacken für Linderung sorgen.

Wann spricht man von Migräne?

Migräne
© Henrie / stock.adobe.com

Viele Menschen können nicht unterscheiden, ob sie an Kopfschmerzen oder Migräne leiden. Es gibt jedoch einige Symptome, die deutlich auf eine Migräne hindeuten. Dazu gehören:

  • Kopfschmerzattacken, die zwischen 4 Stunden und 3 Tage dauern
  • Kopfschmerzen sind pulsierend oder stechend
  • Schmerzen besonders im Bereich von Stirn, Schläfen und Augen
  • Übelkeit mit Erbrechen
  • Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Gerüche
  • Sehstörungen (Aura) z.B. Flimmersehen oder Sehen von Zickzack-Linien
  • gestörtes Sprachvermögen (Aphasie)
  • Empfindungsstörungen (z.B. Kribbeln)

Natürlich müssen nicht alle Symptome auftreten. Viele Menschen leiden beispielsweise nicht unter der so genannten Aura. Werden die übrigen Beschwerden jedoch nicht durch frische Luft besser und behindern die Kopfschmerzen Ihre üblichen Tätigkeiten wie Arbeit, Schule und Freizeit erheblich, dann leiden Sie höchstwahrscheinlich unter Migräne.

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Diese natürlichen Mittel verschaffen bei Migräneattacken Linderung

Wenn Sie merken, dass sich eine Migräneattacke anbahnt, dann sollten Sie schnell handeln. Denn so können Sie die Attacke abschwächen bzw. eventuell sogar komplett verhindern. Dabei helfen vor allem diese natürlichen Mittel:

❍ Tee:

Viel trinken ist sehr wichtig. Vor allem, wenn Sie unter Migräne leiden, da sich durch die Flüssigkeitszufuhr die Durchblutung im Gehirn verbessert. Vor allem bei einer Migräneattacke sollten Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Am besten eignen sich hier Tees mit Kamillenblüten, Ingwer, Gewürznelke, Johanniskraut, Zitronensaft und/oder Zimt. Und so werden sie zubereitet:

→ Kamillenblütentee:

Übergießen Sie für eine Tasse Tee zwei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten mit kochendem Wasser. Anschließend zehn Minuten ziehen lassen.

→ Pfefferminztee:

Pfefferminztee hilft auch bei einer Migräneattacke. Trinken Sie am besten einen Tee aus frischen Blättern. Dazu 4-5 Minzblätter in eine Tasse geben und mit kochendem Wasser übergießen. Anschließend zehn Minuten ziehen lassen.

→ Ingwertee:

Übergießen Sie für eine Tasse Tee etwas kleingeschnittenen Ingwer mit kochendem Wasser. Anschließend 15 Minuten ziehen lassen.

→ Grüner Tee mit Gewürznelken, Zimt und Zitronensaft:

Kochen Sie sich eine Kanne grünen Tee und geben Sie dort zwei Gewürznelken und etwas Zimt und Zitronensaft dazu.

→ Johanniskrauttee:

Übergießen Sie für eine Tasse Tee einen Teelöffel des frischen oder getrockneten Krauts mit 200 Milliliter kochendem Wasser. Anschließend zehn Minuten ziehen lassen.

❍ Espresso mit Zitrone:

Das klingt vielleicht nach einer etwas komischen Kombination, aber Espresso mit Zitrone ist ein sehr bewährtes Mittel gegen Migräne. Bereiten Sie einfach eine Tasse Espresso zu und pressen Sie den Saft einer halben Zitrone hinein.

Das im Espresso enthaltene Koffein blockiert die Bildung eines Enzyms, welches für die Ausschüttung von Botenstoffen zur Schmerzweiterleitung über die Nerven wichtig ist. Die Folge: Sie spüren die Schmerzen nicht mehr so stark. Der Zitronensaft verstärkt diese Wirkung.

❍ Pfefferminzöl:

Pfefferminzöl ist ein altbewährtes Hausmittel bei Kopfschmerzen. Dementsprechend hilft es also auch bei einer akuten Migräneattacke. Verteilen Sie einfach etwas Öl auf Ihren Schläfen und massieren Sie diese anschließend mit leicht kreisenden Bewegungen. Anschließend noch den Nacken damit massieren.

Wichtig:
Wenn Sie ein hochkonzentriertes reines Pfefferminzöl verwenden, sollten Sie es nicht pur auf Ihre Haut auftragen, da dies zu Hautirritationen führen kann. Wenn Sie es nutzen möchten, dann sollten Sie es vorher mit einem hochwertigen pflanzlichen Öl mischen.

Nutzen Sie am besten von vornherein ein Pfefferminzöl, welches so dosiert ist, dass Sie es direkt auf die Haut auftragen können.

❍ CBD Öl:

CBD Öl hilft auch sehr gut gegen Migräne. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der aus der Hanfpflanze Cannabis Sativa gewonnen wird. Die Anwendung von CBD Öl hat rein gar nichts mit dem Konsum von Cannabis zu tun. Für die rauschähnlichen Zustände ist schließlich der Wirkstoff THC zuständig. Und dieser befindet sich nicht in CBD Öl. Sie können es also bedenkenlos bei einer Migräneattacke nutzen. Es ist deshalb vor allem gut geeignet, weil es schmerzlindernd und entspannend wirkt.

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Anwendung:
Träufeln Sie einfach einige Tropfen unter die Zunge. Ihr Körper nimmt das Cannabidiol dann direkt über die Schleimhäute auf.

Worin der Unterschied zwischen CBD und THC liegt, wird im nachfolgenden Video noch einmal etwas genauer erklärt:

❍ Homöopathie:

Auch homöopathische Mittel können gegen die Beschwerden während einer Migräneattacke helfen. Dabei ist es egal, ob Sie die Mittel in Form von Tabletten, Flüssigextrakt oder Globuli zu sich nehmen. Homöopathische Mittel gegen Migräne eignen sich dabei vor allem in den Potenzen D6 und D12.

Als Grundlage zur Einnahme empfiehlt sich:

  • 3 mal täglich 5-12 Tropfen
  • 3 mal täglich 1 Tablette
  • 3 mal täglich 5 Globuli

Als Mittel zur Wahl gegen Migräne eignen sich vor allem:

  • Belladonna D6
  • Nux vomica D6
  • Haplopappus D3
  • Cyclamen D6
  • Iris D6

Es kann sich also lohnen eine kleine homöopathische Hausapotheke anzulegen.

❍ Schüßler-Salze:

Mit Schüßler-Salze können Sie auch gegen die Migräne ankämpfen. Dabei handelt es sich um homöopathisch aufbereitete Mineralsalze. Sie unterstützen sanft die Regulation des Mineralstoffhaushalts und bringen ihn wieder ins Gleichgewicht. Es empfiehlt sich bei Migräne grundsätzlich eine Einnahme von drei bis sechs Mal am Tag jeweils eine Tablette. Empfohlene Schüßler-Salze bei Migräne sind beispielsweise:

  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12
  • Nr. 4 Kalium chloratum D6
  • Nr. 8 Natrium chloratum D6
  • Nr. 19 Cuprum arsenicosum D6

Im Akutfall einer Migräne hat sich vor allem die „Heiße Sieben“ bewährt. Dazu 10 Tabletten von Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum in einem Glas mit heißem Wasser auflösen und in kleinen Schlucken trinken.

❍ Akupressur:

Bei einer Migräneattacke hilft Akupressur auch sehr gut. Dabei wird mit den Fingern Druck auf bestimmte Punkte ausgeübt. So lassen sich Schmerzen und andere körperliche Beschwerden lindern. Empfehlenswerte Akupressurpunkte bei Migräne sind:

→ Yintang Punkt:

Akupressur an der Stirn bei Migräne
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Dieser Punkt befindet sich zwischen den Augenbrauen, wo der Nasenrücken zur Stirn übergeht. Drücken Sie diesen Akupressurpunkt circa eine Minute lang.

→ Zan Zhu Punkt:

Akupressur bei Migräne
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Diese Punkte befinden sich im inneren, oberen Augenwinkel. Also unter dem oberen knöchernen Rand der Augenhöhle direkt neben der Nasenwurzel. Üben Sie mit den Zeigefingern auch hier eine Minute lang sanften Druck auf diese beiden Punkte aus. Positiver Nebeneffekt: Bei Schnupfen kann die Massage sogar die Verstopfung der Nase lösen.

→ Hegu:

Akupressur an der Hand bei Migräne
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Dieser Punkt liegt zwischen Daumen und Zeigefinger. Drücken Sie an beiden Händen tief und fest jeweils über mindestens eine Minute diesen Punkt.

In diesem Video erfahren Sie, welche Druckpunkte bei Kopfschmerzen und Migräne auch noch Linderung verschaffen:


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