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So beeinflusst die Zahngesundheit den gesamten Körper

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Zahngesundheit und Immunsystem
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Eine gründliche Zahnpflege ist unerlässlich, um Entzündungen im Mundraum vorzubeugen. Denn diese können sich auch auf die anderen Organe ausweiten.

Paracelsus sagte einst vor hunderten von Jahren: „An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch“. Was auf den ersten Blick vielleicht absurd klingt, ist gar nicht so abwegig. Denn Forscher haben herausgefunden, dass es eine Wechselwirkung zwischen unseren Zähnen und unseren Organen gibt. So können Entzündungen im Mundraum diverse körperliche Probleme verursachen.

Im Folgenden erfahren Sie, wie sich eine schlechte Zahngesundheit auf unsere Gesundheit auswirken kann. Darüber hinaus habe ich für Sie einen Überblick über Maßnahmen zum Erhalt der Zahngesundheit.

Zusammenhang Zähne und Gesundheit

Dauern Entzündungen im Mundraum – sowohl an den Zähnen als auch am Zahnfleisch – länger an, vermehren sich die Krankheitserreger enorm und können über die Blutbahn in den gesamten Körper gelangen und Schäden an Organen verursachen.

Entstehung von Zahnkrankheiten

Im Mundraum tummeln sich Milliarden von Bakterien – auf der Zunge, den Zähnen und der Schleimhaut. Die meisten dieser Bakterien sind nicht schädlich und beeinflussen unsere Gesundheit nicht negativ. Durch mangelnde Mundhygiene vermehren sich jedoch die schädlichen Bakterienarten massiv. Als Folge bildet sich ein dichter Belag auf Zähnen und Zunge. Dadurch kommt es nicht nur zu Mundgeruch, sondern auch zu Zahnstein, der diverse Erkrankungen nach sich ziehen kann:

5 Beispiele für Erkrankungen wegen schlechter Zähne

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Gelangen die Krankheitserreger in die Blutbahn, verringern Sie die Elastizität der Blutgefäße. Dadurch wird das Herz-Kreislauf-Systen beeinträchtigt und das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, steigt erheblich.

Darüber hinaus können die Erreger auch direkt im Herzen erhebliche Schäden anrichten. So können sie eine Entzündung der Herzinnenhaut – als eine Endokarditis – hervorrufen.

Erektionsstörungen

Erektionsstörung
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Taiwanesische Forscher von der „Taipei Medical University“ stellten einen Zusammenhang zwischen einer bakteriellen Entzündung im Mundraum und einer erektilen Dysfunktion fest. Denn die Erreger können auch die Endothelzellen schädigen, die sich an der Innenseite der Blutgefäße befinden und dafür sorgen, dass diese ausgefüllt werden. In den Schwellkörpern würde dies dann dazu führen, dass der Penis nicht mehr (richtig) steif wird.

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Lungenerkrankungen

Eine bakterielle Entzündung im Mundraum erhöht das Risiko, an Atemwegsleiden wie COPD (chronic obstructive pulmonary disease – chronisch obstruktive Lungenerkrankung) oder Lungenentzündung zu erkranken. Die Infektion erfolgt, wenn die Bakterien inhaliert werden.

Tipp: Besonders gefährdet sind Personen mit Zahnprothesen. Denn oft werden die Prothesen falsch gereinigt oder falsch gelagert.

Kopf-, Nacken-, und Rückenschmerzen

Kommt es zu einer Entzündung eines Zahnes, ist diese meist mit Schmerzen verbunden. Kaut man infolge dessen nur noch auf der anderen Seite, entstehen Dysbalancen im Kausystem. Die Fehlstellung im Kiefer beeinflusst wiederum die Haltung von Kopf und Wirbelsäule. Die Folge sind Fehlbelastungen, die Verspannungen im ganzen Körper nach sich ziehen. Dadurch entstehen oft Symptome wie Spannungskopfschmerz, Rückenschmerzen oder auch Nackenverspannungen. Viele Betroffene leiden auch unter Hüft- und Kniebeschwerden.

Depressionen

Hätten Sie gedacht, dass Entzündungen im Körper eine depressive Verstimmung oder gar eine richtige Depression verursachen können? Durch entzündliche Prozesse kann die Aktivität bestimmter Enzyme im Körper verstärkt werden, welche die Serotoninproduktion behindern und Stoffe bilden, die depressive Verstimmungen fördern können.

Serotonin ist besser bekannt als Glückshormon. Es reguliert unsere Gefühlswelt und lässt uns gute Laune verspüren. Zugleich sorgt es dafür, dass wir entspannt sind und gut schlafen. Zudem wirkt es Depressionen vor.

Dabei spielt es keine Rolle, wo im Körper sich die Entzündung befindet. Ein kranker Zahn kann dafür schon ausreichen.

Übrigens: Eine Depression kann nicht nur die Folge, sondern auch der Grund für schlechte Zähne sein. Hier entsteht oft ein echter Teufelskreis:

Teufelskreis: Depression und kranke Zähne
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Zahnkrankheiten vorbeugen

Den meisten Entzündungen im Mund können Sie mit der richtigen Pflege der Zähne und des Zahnfleisches vorbeugen.

Zähne putzen

Perfekt wäre es, wenn Sie sich nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen würden. Lässt sich das nicht realisieren, sollten Sie Ihre Zähne zumindest morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen für mindestens drei Minuten gründlich putzen. Zusätzlich sollten Sie Ihre Zahnzwischenräume reinigen. Hierfür eignen sich neben Zahnseide und Interdentalbürsten auch Mundduschen.

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Achtung: Beachten Sie, dass der Verzehr von Zitrusfrüchten und Säften den Zahnschmelz angreift und die Zähne daher nicht unmittelbar danach geputzt werden sollten.

Für die richtige Pflege Ihrer Zähne ist es wichtig, dass Sie nicht einfach wild drauf los putzen. Wie Sie Ihre Zähne mit einer manuellen Zahnbürste oder elektrischen Zahnbürsten richtig putzren, zeigt Ihnen das folgende Video:

Mundspülung verwenden

Ein optimales Reinigungsergebnis bekommen Sie, wenn Sie zusätzlich zum Zähneputzen eine Mundspülung benutzen. Denn sie reduziert den Zahnbelag. Außerdem verschafft sie Ihnen nach einer Mahlzeit schnell wieder einen frischen Atem. Achten Sie bei der Wahl des Mundwassers aber darauf, dass es keine chemischen Zusätze enthält. Greifen Sie am besten zu einem Kräutermundöl.

Tipp: Alternativ kann auch eine Spülung mit warmem Meerwasser oder Xylit die Bakterien im Mund eindämmen.

Zahnfreundliche Ernährung

Sowohl zuckerhaltige als auch säurehaltige Lebensmittel können den Zahnschmelz nachhaltig schaden. Solche Lebensmittel sollten Sie ihren Zähnen zu Liebe weitestgehend meiden. Auch Weizenmehlprodukte und Kaffee sollten Sie nur in Maßen genießen und anschließend schnellstmöglich die Zähne putzen.

Es gibt aber auch Lebensmittel, die Ihren Zähnen sogar gut tun. Dazu gehören neben Milchprodukten, Karotten und Brokkoli auch grüner Tee und Vollkornprodukte. Zum einen regen sie die Speichelbildung an. Zum anderen kräftigt das vermehrte Kauen Ihr Zahnfleisch.

Zahnpflege durch den Zahnarzt

Die beste Zahnpflege ist nutzlos, wenn Sie nicht regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Denn nur er kann sehen, ob Ihre Zähne in Ordnung sind. Durch die halbjährlichen Untersuchungen kann er zudem mögliche Schäden an den Zähnen rechtzeitig erkennen und behandeln.

Professionelle Zahnreinigung

Zusätzlich zu den Kontrolluntersuchungen bieten viele Zahnärzte auch eine professionelle Zahnreinigung an. Dabei entfernt der Zahnarzt alle weichen und festen Belege sowie Bakterien auf und zwischen den Zähnen sowie in den Zahnfleischtaschen. Anschließend poliert er Ihre Zähne glatt und flouridiert sie, um sie robuster gegen Zucker und Säure zu machen.

Leider sind professionelle Zahnreinigungen nicht im Leistungsspektrum der Krankenkassen enthalten. Diverse Versicherungen bieten aber eine spezielle Versicherung zur Zahnerhaltung an und übernehmen die Kosten für solche Reinigungen – je nach Leistungsumfang voll oder anteilig.


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