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Herzrhythmusstörungen – Wann sind sie gefährlich?

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Herzrythmusstörungen
© Kzenon - Fotolia.com

Unser Herz schlägt jeden Tag ungefähr 100.000 Mal und kann mit einem Motor verglichen werden, der unseren Körper antreibt. Gelegentlich kommt das Herz aus dem Takt. Es schlägt zum Beispiel zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig, dann spricht man von so genannten Herzrhythmusstörungen. Diese können vollkommen harmlos sein, sie können aber auch in lebensbedrohlichen Formen auftreten und sollten daher immer von einem Arzt abgeklärt werden.

Formen der Herzrhythmusstörungen:
Im Allgemeinen werden Herzrhythmusstörungen nach dem Ort ihrer Entstehung (im Vorhof oder in der Herzkammer) und der Herzfrequenz eingeteilt. Körperliche Anstrengung, Krankheiten oder Medikamente können das Herz ebenfalls langsamer oder schneller schlagen lassen, ohne dass dies krankhaft ist.

Tachykardien
Bei den so genannten Tachykardien schlägt das Herz schneller als normal. Sogar im Ruhezustand ist ein Puls von mehr als 100 Schlägen pro Minute vorhanden. Tachykardien entstehen im Vorhof des Herzens. Dabei gibt es sowohl gefährliche als auch ungefährliche Tachykardien.

Bei den Tachykardien sind die so genannte supraventrikuläre Tachykardie und das WPW-Syndrom in der Regel ungefährlich. Bei der supraventrikulären Tachykardie entstehen im Vorhof zusätzliche Impulse, die das Herz schnell jagen lassen. Dieses Herzrasen hält in der Regel mehrere Minuten bis Stunden an und tritt plötzlich auf. Beim WPW-Syndrom besteht seit Geburt eine zusätzliche Reizleitung zwischen Vorhof und Herzkammer, was zu Tachykardien führt.

Lebensbedrohlich können dagegen das Vorhofflimmern und die ventrikuläre Tachykardie sein. Ein Vorhofflimmern liegt dann vor, wenn es zu sehr schnell aufeinander folgenden, ungeordneten Impulsen vom Vorhof an die Herzkammer kommt. Als Folge können sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden, die sich lösen und zu Embolien etwa einem Schlaganfall führen können. Die so genannte ventrikuläre Tachykardie bezeichnet eine gefährliche Herzrhythmusstörung, bei der in der Herzkammer zusätzliche Impulse entstehen, die das Herz sehr schnell und zunehmend uneffektiv schlagen lassen.

Das Kammerflimmern ist im Prinzip die gefährlichste aller Rhythmusstörungen des Herzens. Es kann durch eine ventrikuläre Tachykardie ausgelöst werden. Das Herz schlägt in diesem Fall nicht mehr richtig, sondern zuckt mehr als 300 Mal pro Minute unkoordiniert. Das Blut wird nicht mehr weiter gepumpt, so dass dieser Zustand auch als funktioneller Herzstillstand bezeichnet wird.

Bradykardien
Auch die so genannten Bradykardien können in bestimmten Fällen ein Kammerflimmern hervorrufen. Bei einer Bradykardie schlägt das Herz sehr langsam und der Puls liegt bei weniger als 60 Schlägen pro Minute.

Bei der Sinusknoten-Dsyfunktion ist zum Beispiel die Funktion des Sinusknotens (der natürliche Rhythmusgeber der Herzens) gestört oder blockiert, wodurch ein verlangsamter Herzschlag entsteht. Liegt dagegen ein Herzblock vor, ist die Weiterleitung des Erregungsimpulses verzögert oder gehemmt, so dass das Herz zu langsam schlägt.

Extrasystolen
Weitere Rhythmusstörungen des Herzens sind die so genannten Extrasystolen (Extraschläge). Dabei handelt es sich um plötzlich auftretende Herzschläge, die außerhalb des regelmäßigen Grundrhythmus liegen und zu einem unregelmäßigen Herzschlag führen.

Risikofaktoren und Symptome für Herzrhythmusstörungen
Für die verschiedenen Herzrhythmusstörungen existieren bestimmte Risikofaktoren, die deren Auftreten begünstigen können. Dazu gehören zum Beispiel Herzerkrankungen wie Herzklappenfehler, Herzschwäche, Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Herzmuskelentzündung. Aber auch das Alter, Übergewicht, Diabetes, Drogen- und Alkoholkonsum können Herzrhythmusstörungen verursachen.

Manche Menschen empfinden die Störungen ihres Herzrhythmus als sehr bedrohlich, während andere diese kaum wahrnehmen. Dennoch gibt es bestimmte Symptome, die bei Herzrhythmusstörungen auftreten und auch Auskunft darüber geben, ob diese gefährlich sind. Typisch sind zum Beispiel Herzrasen, Herzstolpern, Schwindel, Schwäche, Brustschmerzen, Atemnot, Leistungsabfall, Sehstörungen oder ein Aussetzen des Pulses. Auch Bewusstlosigkeit kann auftreten.

Wenn solche oder ähnliche Beschwerden auftreten, sollte auf jeden Fall immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Beschwerden abklären zu lassen. Durch ein EKG (Aufzeichnen der Herzströme) und andere Methoden wie zum Beispiel die Ultraschalluntersuchung des Herzens und Laboruntersuchungen kann der Arzt letztendlich diagnostizieren, ob eine Herzrhythmusstörung vorliegt und ob diese etwa durch Medikamente oder andere Therapien behandelt werden muss.