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Das Pfeiffersche Drüsenfieber & Übertragung über den Speichel

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Pfeffersches Drüsenfieber
© Henrie - Fotolia.com

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine häufig auftretende Viruserkrankung und wird auch als infektiöse Mononukleose oder Kusskrankheit bezeichnet. Sie wird durch das Epstein-Barr Virus hervorgerufen, wobei Kinder und Jugendliche am häufigsten betroffen sind. Das Virus wird vor allem über den Speichel und durch Tröpfcheninfektionen übertragen, wobei jugendliche Pärchen sich häufig beim Küssen infizieren, was auch den Namen „Kusskrankheit“ hervorgebracht hat. Bei Kindern unter zehn Jahren verläuft die Krankheit normalerweise ohne die Ausprägung von Symptomen. Bei Erwachsenen treten in den meisten Fällen grippeähnliche Symptome auf, nur selten kommt es zu Komplikationen.

Man schätzt, dass etwa 95% aller Menschen sich bis zum 30. Lebensjahr mit dem Virus infizieren, wobei die Krankheit nur einmal im Leben auftritt. Es gibt langgezogene Krankheitsverläufe, die sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken können, was allerdings nur selten vorkommt. Noch einige Wochen nachdem die Patienten Symptome der Krankheit gezeigt haben, ist das Virus über den Speichel an nicht immune Personen übertragbar. Nach einer Ausheilung kann es zudem immer wieder zu einer Reaktivierung der Viren kommen, da diese lebenslang im Körper verbleiben. Von diesen Reaktivierungen bemerkt der Mensch normalerweise nichts, er scheidet aber erneut Viren über den Speichel aus und kann Personen anstecken.

Krankheitsverlauf

Die Erkrankung befällt in der Regel die Lymphknoten, sie kann aber auch die Leber, die Milz und das Herz mit einschließen. Im Allgemeinen beträgt die Inkubationszeit der Erkrankung bei Kindern zwischen 7 und 30 Tagen, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 4 und 7 Wochen. Nach der ersten Infektion mit dem Virus beginnt die Krankheit meist mit grippeähnlichen Beschwerden und Fieber, wobei die Lymphknoten an Hals, Nacken, selten auch unter den Achseln und an den Leisten anschwellen. Bei den meisten Patienten kommt es zudem zu einer sehr schmerzhaften Halsentzündung bzw. Mandelentzündung. In zehn Prozent der Fälle kann es zu Komplikationen wie zum Beispiel zu einer Infektion der Mandeln mit Streptokokken, zu Gehirnentzündung, infektiöser Blutarmut, Leberschwellung, Milzschwellung, Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung, Nierenentzündung oder Gelbsucht kommen, so dass ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden kann.

Auch chronische Verläufe sind möglich

Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann in seltenen Fällen auch einen chronischen Verlauf nehmen, bei dem die Betroffen über Monate oder sogar Jahre unter Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, depressiven Verstimmungen, Antriebsschwäche und chronischen Schwellungen der Lymphknoten leiden. Insgesamt ähnelt das chronische Krankheitsbild dem chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS), wobei das Eppstein-Barr-Virus auch im Zusammenhang mit der Entstehung dieses Syndroms diskutiert wird.

Weiterhin wird vermutet, dass das Virus bei der Entstehung von seltenen Tumoren des Rachenraumes, seltenen Lymphomen und Multipler Sklerose beteiligt sein könnte, was jedoch bisher nicht eindeutig belegt werden konnte.

Behandlung des Pfeiferschen Drüsenfiebers

Ein spezielles Medikament gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber gibt es bislang nicht. Es sollte auf die Aufnahme von viel Flüssigkeit geachtet werden, vor allem beim Auftreten von Fieber. Hier kann auch die Einnahme fiebersenkender Mittel angebracht sein. Körperliche Schonung und Bettruhe sind ebenfalls wichtig, um chronische und langwierige Verläufe der Krankheit möglichst zu verhindern. Weiterhin muss bei einem zusätzlichen bakteriellen Infekt z.B. mit Streptokokken die Gabe von Antibiotika erfolgen. Generell sollten Sie bei dieser Erkrankung einen Arzt aufsuchen, damit dieser Komplikationen von vorneherein erkennen und behandeln kann.

Das Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle

Der Zustand des Immunsystems ist bei einer Infektion mit dem Virus sehr wichtig, denn nicht immer kommt diese überhaupt zum Ausbruch. Ein Auftreten der Krankheit hängt letztendlich von der Menge der Erreger und dem Immunsystem ab, so dass nicht alle Kontaktpersonen eines Betroffenen auch zwangsläufig erkranken müssen.

Maßnahmen wie zum Beispiel eine gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf, wenig Stress, Bewegung und Sport sowie Abhärtung etwa durch Saunieren oder Kneippanwendungen stärken das menschlichen Immunsystem und können dabei helfen, ein Ausbrechen der Krankheit zu verhindern oder einen milden Verlauf herbeizuführen. Weiterhin sind sie auch bei der Regeneration nach der Erkrankung sinnvolle Maßnahmen.