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Studie belegt: Einweghandschuhe eine Gefahr für unsere Haut

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Einweghandschuhe gefährlich
© Szakaly - Fotolia.com

Einweghandschuhe sind in vielen Bereichen tagtäglich im Einsatz und auch unverzichtbar. In der Medizin, im Labor, in der Lebensmittelindustrie und sogar im Haushalt nutzen viele Frauen die Einweghandschuhe. Was viele aber nicht wissen? Einweghandschuhe können krank machen. Das belegt eine Studie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden.

In dieser Studie wurden 800 Fälle von Reinigungskräften mit Hauterkrankungen ausgewertet. Das Ergebnis ist unzureichend. Der Gummi-Zusatz Thiuram und die Chemikalien in den Desinfektionsmitteln, wie beispielsweise Formaldehyd und Glyoxal, sind für Hautreizungen und Allergien zuständig.

➤ Einweghandschuhe im Hausgebrauch

Immer mehr Frauen greifen auf die billigen Einweghandschuhe aus dem Discounter zurück, um die Haut vor Putzmittel und Haushaltschemikalien zu schützen. Oft gibt es mindestens 100 Stück für einen ganz schmalen Taler. Das reicht erstmal für das nächste Jahr, denken sich viele. Das Problem dieser billigen Einwegschuhe ist aber einfach, dass Sie aus Naturlatex bestehen und für den Hausgebrauch völlig ungeeignet sind. Das dünne Gummi kann zwar Bakterien und Viren fernhalten, aber die Chemikalien aus den Reinigungsmitteln können bequem durchdringen. Schwere Hautirritationen können so noch mehr provoziert werden.

Für den medizinischen Bereich sind diese Handschuhe zwar zu gebrauchen, aber auch nur dann, wenn die Mitarbeiter keine Allergie gegen Latex oder aber andere Gummichemikalien haben.

Besser sind in diesem Fall Einweghandschuhe aus Nitril (gefunden auf www.engelbert-strauss.de). Diese sind nicht viel teurer, bieten aber der Haut einen deutlichen besseren Schutz. Zudem sind sie robuster und strapazierfähiger.

➤ Unterziehhandschuhe für mehr Schutz

Besonders im Reinigungsbereich bleiben die Handschuhe oft länger auf der Haut. Das bringt dann auch die Hände darunter zum Schwitzen, was Reizungen und Irritationen noch mehr fördert.

In diesem Fall ist es besser auf Unterziehhandschuhe aus Baumwolle, die den Schweiß aufsaugen, zurückzugreifen (günstig bei www.Amazon.de). Diese gibt es zwar nicht im 100er Pack, aber sie können regelmäßig in die Waschmaschine gesteckt werden und sind somit immer wieder verwendbar.

Studie der Uni Greifswald

Die Universität Greifswald hat eine durch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (kurz: BGW) beauftragte Studie durchgeführt. Hierbei sollten 18 Stationsangestellte drei Monate lang die Unterziehhandschuhe testen und bewerten (Aktuelle Forschungsergebnisse unter www.bgw-online.de).

Wer denkt, dass das Anziehen der Handschuhe deutlich länger in Anspruch nimmt, der irrt sich. Die Tester und Testerinnen haben den Mehraufwand als sehr gering eingestuft. Insgesamt waren 95 Prozent der Studienteilnehmer mit den Baumwollhandschuhen zufrieden. Sie lobten den passgenauen Sitz und das angenehme Tragegefühl. 90 Prozent derjenigen Teilnehmer gaben an, dass die Handschuhe ihre Haut gut bis sehr gut geschützt haben.

Zudem lohnen sich die Baumwollschutzhandschuhe auch finanziell. Durch die Mehrfachnutzung kann man mit einem Preis von unter 0,50 Euro rechnen. Bei der Studie waren die Handschuhe auch nach 3-monatiger Nutzung noch voll gebrauchsfähig.

Tipps der BGW

Damit die Handschuhe auch richtig angewendet werden, empfiehlt die BGW die betreffenden Personen ausgiebig über die Nutzung der Überziehhandschuhe zu informieren. Zudem sollten die geeigneten Einsatzbereiche fest vereinbart werden. Bei allgemeinen Pflegetätigkeiten sind sie sehr zu empfehlen, in Bereichen mit einem erhöhten Bedarf an Feingefühl, braucht es laut BGW etwas Übung. Als letzten Punkt spricht die Genossenschaft die Logistik an. Es muss im Vorfeld genau klar sein, wo die Unterziehhandschuhe hinterlegt sind, bzw. wo sie für die Wäsche abgeworfen werden.

➤ Tipps für häusliche und berufsbedingte Putzarbeiten

Ob beruflich oder auch im Haushalt – die Hände müssen bei der täglichen Arbeit geschützt werden. Hier einige Tipps, mit denen Ihre Hände auch noch nach der Arbeit schön und gepflegt aussehen.

  • Tipp 1:

    Pflegen Sie Ihre Hände regelmäßig mit geeigneten Schutz- und Pflegecremes. Ihr Hautarzt oder Ihre Apotheke des Vertrauens kann Ihnen bei der Suche nach einem geeigneten Produkt behilflich sein. (Lesetipp: Welche Hauptpfelgemittel sind optimal?)

  • Tipp 2:

    Wenn Sie Ihre Hände waschen, sollten Sie zu schonenden Seifen greifen. Am besten ohne Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe.

  • Tipp 3:

    Im Falle von Hautreizungen sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen, der die Ursache abklären und eine geeignete Therapie einleiten kann. Unterschätzen Sie Hautreizungen nicht. Gehen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig zu Arzt, schließlich sind unsere Hände eines der wichtigsten Werkzeuge an unserem Körper.

  • Tipp 4:

    Wer schon von Natur aus empfindliche Haut hat, sollte sich nicht zu oft die Hände waschen. Und wenn, dann nur lauwarmes Wasser statt heißem Wasser verwenden.

  • Tipp 5:

    Schützen Sie Ihre Hände auch in den Handschuhen. Dafür am besten die Hautschutzcreme auftragen. Nach der Arbeit dann erst die Pflegecreme anwenden.

  • Tipp 6:

    Im medizinischen Bereich sind einfache Einweghandschuhe kaum wegzudenken. Achten Sie darauf nur Handschuhe zu verwenden, die unbedingt ohne den Zusatzstoff Thiuram sind.