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Tinnitus & Wenn der Ton im Ohr zur Krankheit wird

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Tinnitus
© andriano_cz - Fotolia.com

Vielleicht kennen Sie das auch & sie haben ein Konzert oder eine andere Veranstaltung mit lauter Musik besucht und nehmen danach in einer ruhigen Umgebung ein lästiges Klingeln und Pfeifen in den Ohren war. In den meisten Fällen verschwindet diese Erscheinung nach einigen Stunden von selbst wieder, doch bei manchen Menschen bleiben die Ohrgeräusche dauerhaft. In solchen Fällen spricht man von einem Tinnitus.

Tinnitus & worum handelt es sich?

Der Tinnitus ist eine Erkrankung, die sich vornehmlich durch Geräusche auf einem Ohr oder auch auf beiden Ohren äußert, wobei diese in ihrer Lautstärke ganz unterschiedlich sein können. Manche Menschen nehmen die Geräusche nur sehr leise und lediglich in einer ruhigen Umgebung wie zum Beispiel nachts im Bett wahr, bei anderen sind sie permanent sehr laut und machen sogar ein normales Hören schwierig. Über die Ursachen des Tinnitus ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig. Generell geht man davon aus, dass durch laute Geräusche und andere Ursachen wie zum Beispiel dauerhafter Stress die feinen Haarzellen im Innenohr schlecht durchblutet werden und letztendlich absterben. Die Haarzellen sind normalerweise die Sinneszellen im Ohr, welche die aufgenommenen Geräusche als Reize an das Gehirn weiterleiten. Verringert sich nun die Durchblutung oder sterben die Zellen gar ab, entsteht eine irreführende Reizweiterleitung an das Gehirn, welche zu den Geräuschen führt. Psychische Faktoren sollen die Entstehung eines Tinnitus ebenfalls beeinflussen.

Die Behandlungsmethoden sind vielfältig

Die Behandlung eines Tinnitus hängt von verschiedenen Komponenten ab. Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie sich beim Auftreten von Ohrgeräuschen, die auch nach mehr als zwölf Stunden unvermindert anhalten, sofort in ärztliche Behandlung begeben. Je schneller diese nämlich erfolgt, umso größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Geräusche ganz wieder verschwinden. Warten Sie dagegen erst mehrere Tage ab, bevor Sie einen Arzt aufsuchen, ist die Behandlung des Klingelns und Pfeifens in den Ohren meist deutlich schwieriger. Das hängt damit zusammen, dass bei einer schnell erfolgenden Therapie durchblutungsfördernde Medikamente in Form von Infusionen verabreicht werden können, die dafür sorgen, dass sich die schlecht oder kaum noch durchbluteten Haarzellen im Ohr wieder erholen und normal funktionieren. Sie werden also quasi vor dem Absterben gerettet. Erfolgt eine solche Therapie allerdings zu spät, sind die Zellen in den meisten Fällen schon abgestorben, und es stellen sich kaum noch Erfolge ein.

Therapie mit Überdruck

Wenn eine Infusionstherapie bei Ihnen keine nennenswerte Verbesserung erzielt hat, gibt es aber dennoch zahlreiche weitere Methoden der Behandlung des Tinnitus. In den meisten Fällen bessern sich durch diese die Symptome deutlich. Manche Mediziner empfehlen zum Beispiel die Behandlung in einer Überdruckkammer. Durch die dort herrschenden Druckverhältnisse soll eine Normalisierung der Situation im Innenohr herbeigeführt werden. Bei manchen Patienten scheint diese Methode tatsächlich zu helfen, andere verspüren keinerlei Veränderungen.

Psychologische Kniffe reduzieren den Tinnitus

Ein großes Problem bei Tinnitus ist die Tatsache, dass sich die Geräusche nicht messen lassen, es handelt sich dabei lediglich um subjektiv empfundenen Lärm in den Ohren, der bei jedem anders ausfallen kann und auch von jedem unterschiedlich wahrgenommen wird. Dementsprechend sollte auch eine Therapie mit psychologischen Maßnahmen zum Einsatz kommen, wenn Medikamente nicht helfen. Diese kann den Betroffenen zum Beispiel vermitteln, dass sie lernen, die Geräusche zu überhören und ihre Wahrnehmung anders fokussieren. Entspannungstherapien und die Reduktion von Stress sind ebenfalls wichtig, da dieser bei der Entstehung von Tinnitus eine wichtige Rolle spielt.

Erfolge wurden auch mit einem neuartigen Gerät erzielt, welches eine Art Gegengeräusch zum Tinnitus produziert, das diesen quasi auslöschen soll. Das Gehirn gewöhnt sich dabei an das Gegengeräusch und der Tinnitus wird nach mehreren Anwendungen von den Patienten meist deutlich leiser empfunden als vorher.