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Echinokokkose – Auswirkungen von Fuchsbandwurm und Hundebandwurm auf den Menschen

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Fuchsbandwurm
© Zerbor - Fotolia.com

Beim Fuchsbandwurm und Hundebandwurm handelt es sich um Parasiten die sich im Darm ihrer Endwirte – in der Regel bei Füchsen und Hunden – ausbreiten und niederlassen. Wenn die Eier der Parasiten in den menschlichen Körper gelangen, können sich diese dort zu Larven weiterentwickeln und dann die Erkrankung Echinokokkose auslösen.

Bandwürmer nutzen meistens einen Endwirt und einen oder auch mehrere Zwischenwirte. Der Endwirt sorgt für die Ausscheidung der Bandwurmeier über seinen Kot Menschen können als Zwischenwirt für den Fuchsbandwurm, den Echinococcus multilocularis, und Hunde für den Hundebandwurm, den Echinococcus granulosus, als Zwischenwirt dienlich sein. Wenn die Eier beispielsweise über die Nahrung aufgenommen werden, ist eine Infektion mit den Parasiten gegeben. Sind die Parasiten in den menschlichen Körper gelangt, können sie die zystische Echinokokkose durch den Hundebandwurm und die alveoläre Echinokokkose durch den Fuchsbandwurm auslösen.

» Was sind Hunde- und Fuchsbandwurm?
» Entwicklung der Echinokokkose
» Folgen von Fuchs- und Hundebandwurm
» Echinokokkose – Wie findet die Übertragung statt?
» Symptome für Fuchsbandwurm und Hundebandwurm
» Wie wird der Hunde- und Fuchsbandwurm diagnostiziert?
» Wie verläuft die Infektion mit dem Hunde- oder Fuchsbandwurm?
» Wie wird der Befall mit dem Hundebandwurm und Fuchsbandwurm therapiert?
» Der Infektion mit Fuchs- und Hundebandwurm vorbeugen & Geht das?

Was sind Hunde- und Fuchsbandwurm?

Beim Fuchsbandwurm handelt es sich um den Echinococcus multilocularis und beim Hundebandwurm um den Echinococcus granulosus. Beide sind Parasiten, die beim Menschen die Echinokokkose auslösen können.

  1. Die alveoläre Echinokokkose
    Bei der alveoläre Echinokokkose handelt es sich um eine schwere Erkrankung, die durch den Fuchsbandwurm ausgelöst wird.
  2. Die zystische Echinokokkose
    Bei der zystischen Echinokokkose handelt es sich um eine Infektion, die durch den Hundebandwurm ausgelöst wird.

Sowohl der Fuchsbandwurm als auch der Hundebandwurm gehören zu den Plattwürmern, die auch als Plathelminthen bekannt sind. Die Parasiten leben als ausgewachsene Bandwürmer im Endwirt, hier genau in dessen Darm. Meistens sind der Fuchs und der Hund von diesem Parasiten befallen. De Parasiten erreichen eine Länge von mehreren Millimetern. Sie haften sich mit ihrem Kopf fest an die Darmwand des Endwirtes. Dazu sind de Parasiten mit Saugnäpfen sowie einem Hakenkranz am Kopf ausgestattet. An den Kopf selbst schließen sich die Glieder, die sogenannten Proglottiden, an. Jeder Bandwurm ist sowohl mit männlichen als auch weiblichen Geschlechtsorganen ausgestattet, daher sind Bandwürmer Zwitter.

Entwicklung der Echinokokkose

Der Bandwurm wechselt innerhalb seiner Entwicklung vom Ei bis hin zur Larve mehrfach seinen Wirt. Es wird also ein sogenannter Wirtswechsel vorgenommen. Beim Fuchsbandwurm wie auch beim Hundebandwurm kann der Mensch als Zwischenwirt dienen. Wenn ein Mensch die Eier des Bandwurmes über seine Nahrung aufnimmt, können sich die Larven in ein bestimmtes Stadium weiterentwickeln – die Verwandlung in die sogenannten Finnen findet statt. Das Larvenstadium ist für die Entstehung der Echinokokkose beim Menschen verantwortlich. Weil befallene Menschen aber die Larven nicht auf den eigentlichen Endwirt weitergeben können, dient der Mensch als sogenannter Fehlwirt.

Die Echinokokkose, die durch den Hunde- und Fuchsbandwurm ausgelöst wird, zählt zu den sogenannten Zoonosen. Bei einer Zoonose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die über den natürlichen Weg vom Tier auf den Menschen übertragen wird.

Die Infektion mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

Folgen von Fuchs- und Hundebandwurm

Durch den Hundbandwurm wird die zystische Echinokokkose ausgelöst, während der Fuchsbandwurm für die alveoläre Echinokokkose verantwortlich ist. Bei beiden Erkrankungen sind spezielle Larven der Bandwürmer die Auslöser.

Folgen der zystische Echinokokkose (Hundebandwurm)

Bei der zystischen Echinokokkose handelt es sich um die Infektion, die durch den Hundebandwurm übertragen wird. Aber auch Schafe, Kamele und Schweine können mit diesem Bandwurm infiziert sein.

Ist der Mensch mit dem Hundebandwurm infiziert, dann setzt sich die Larve bevorzugt in dessen Leber fest. Die Larve kann sich aber auch in der Lunge und in seltenen Fällen im Gehirn fixieren. Nun findet eine Entwicklung der zystischen Echinokokkose statt. Im Zielorgan der Parasiten wird eine große Zyste ausgebildet, also eine Blase, die mit einer Flüssigkeit gefüllt ist. Diese Zyste ist der Auslöser für die Beschwerden. Die Infektion mit dem Hundebandwurm macht sich bemerkbar, wenn die Zyste so weit angewachsen ist, dass sie beginnt, gesundes Gewebe zu verdrängen. Die Zyste kann einen Durchmesser von 20 Zentimetern aufweisen und auch noch größer werden. Der Aufbau der Zyste ist charakteristisch. Die äußere Hülle der Zyste bildet sich aus dem Bindegewebe des befallenen Menschen oder des Tieres. Im Innern bilden sich innerhalb des Wachstums kleinere Tochterzysten, die Kopfanlagen aufweisen. Deshalb bezeichnet man diese auch als Brutkapseln. Sie entsprechen genau den Finnen des Rinderbandwurms beziehungsweise des Schweinebandwurms.

Folgen der alveolären Echinokokkose (Fuchsbandwurm)

Bei der Infektion mit dem Fuchsbandwurm wird die alveoläre Echinokokkose auf den Menschen übertragen. Diese Fuchsbandwurm-Infektion kann auch bei Mäusen und anderen Kleintieren auftreten und sie erkranken lassen.

Auch bei dem Befall durch den Fuchsbandwurm sind es die Larven, die für die Echinokokkose verantwortlich sind. Das Zielorgan dieser Larven ist die Leber. Die Larve wuchert in das Gewebe der Leber ein und zerstört es Stück für Stück. Genau diese fortschreitende Zerstörung der Leber sorgt für die Krankheitszeichen, die mit dieser Parasitenerkrankung verbunden sind. Im Gegensatz zu den Larven des Hundebandwurms bildet der Fuchsbandwurm keine einzelne und sich ständig vergrößernde Zyste, sondern eher sehr viele kleine Zysten. Diese Bläschen oder auch Alveolen, die einen Durchmesser von wenigen Millimetern bis zu zwei Zentimetern aufweisen, zerstören das Lebergewebe Stück für Stück. Daher ist es sehr schwierig, den Erreger für diese Erkrankung chirurgisch zu beseitigen.

Echinokokkose – Wie findet die Übertragung statt??

Der Wirtswechsel ist es, der den Fuchsbandwurm und den Hundebandwurm in den Körper des Menschen einschleust. Bandwürmer wechseln innerhalb ihrer Entwicklung vom Ei über die Larve bis zum endgültigen Bandwurm mehrere Wirte. Als Endwirt der Parasiten dienen Fuchs und Hund, in seltenen Fällen auch Katzen.

  • Der Endwirt scheidet die gereiften Eier der Bandwürmer aus. Der Zwischenwirt nimmt diese Eier dann wiederum auf. Beim Hundebandwurm sind es vor allem Schafe und Kamele, Schweine und Rinder, die als Zwischenwirte dienen. Beim Fuchsbandwurm sind es sowohl Mäuse als auch andere Kleinnagetiere, die als Zwischenwirte infrage kommen.
  • Bei den Parasiten kann auch der Mensch als Zwischenwirt dienen. Im Darm des Zwischenwirtes schlüpfen dann die sogenannten Onkosphären, die Hakenlarven, aus. Diese durchbohren die Wand des Darms und verteilen sich dann über den Blutkreislauf.
  • Im Zielorgan fixieren sie sich dann und entwickeln sich in ein späteres Larvenstadium, die Finne. Die Finnen sind letztlich die Auslöser für die Erkrankung der Zwischenwirte. Die Übertragung der Finnen auf die Endwirte geschieht durch den Verzehr von Fleisch, das Finnen beinhaltet.
  • Im Darm des Endwirtes entwickelt sich dann aus der Finne ein Fuchs- oder Hundebandwurm. Und dann beginnt der Entwicklungsrhythmus wieder von vorn.

Der Mensch ist als Zwischenwirt für den Fuchsbandwurm ein sogenannter Fehlwirt, weil die Finnen durch den Menschen nicht an den eigentlichen Endwirt gelangen, in dem sie sich zu ausgewachsenen Bandwürmern entwickeln können.

Ursachen für die Übertragung

Die Ursachen für die Übertragung der Wurmeier in den Körper des Menschen sind im Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gekochtem Fleisch, im Verzehr von ungewaschenen Beeren und Pilzen, im direkten Kontakt zu Hunden, Füchsen, Wölfen oder Katzen oder im Kontakt mit verseuchter Erde zu suchen.

Eine Übertragung des Fuchsbandwurms oder auch des Hundebandwurms vom Menschen auf einen anderen Menschen ist nicht möglich. Die Ansteckung von befallenen Menschen ist als Ursache für eine Neuerkrankung an Parasiten für andere Menschen damit ausgeschlossen.

Symptome für Fuchsbandwurm und Hundebandwurm

Wenn eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder dem Hundebandwurm erfolgt ist, zeigen sich die Symptome der Erkrankung oftmals erst nach Jahren.

Symptome beim Fuchsbandwurm

Ist der Befall mit dem Fuchsbandwurm, dem Echinococcus multilocularis, gegeben, finden sich Larven fast immer nur in der Leber. Dort verursachen sie die alveoläre Echiokokkose, die oftmals jahrzehntelang keine eindeutigen Symptome verursacht. Die Larve wuchert innerhalb des Gewebes der Leber und zersetzt es dabei zunehmend. Wenn beim Menschen ein Nachweis einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm gegeben ist, dann ist die Zerstörung des Lebergewebes oftmals schon sehr weit vorangeschritten. Die am häufigsten auftretenden Anzeichen für die Infektion mit dem Fuchsbandwurm sind sehr unspezifisch ausfallende Beschwerden im Oberbauch.

Symptome beim Hundebandwurm

Die ersten Symptome der Infektion mit dem Hundebandwurm, dem sogenannten Echinococcus granulosus, sind dann gegeben, wenn die von der Larve verursachte Zyste so groß ausfällt, dass gesundes Gewebe verdrängt wird. Die Symptome, die dann von der zystischen Echinokokkose ausgelöst werden, hängen zum einen vom betroffenen Organ, zum anderen von der Größe der Zyste ab.

Die Leber ist sehr häufig – und zwar in 70 Prozent der Fälle – von den Parasiten betroffen. Dabei sind Beschwerden wie Druckgefühl im Oberbauch, Oberbauchschmerzen und Gelbsucht sowie Müdigkeit zu verzeichnen. In einigen Fällen – etwa 20 Prozent – ist auch die Lunge von den Parasiten befallen. Dann können Atembeschwerden und Husten auftreten.

Wie wird der Hunde- und Fuchsbandwurm diagnostiziert?

Die Diagnose einer Echinokokkose erfolgt mittels Ultraschall, Computertomographie oder MRT. Weiterhin können, durch eine Blutentnahme, spezifische Antikörper im Blut des Betroffenen nachgewiesen werden. Wenn keine Antikörper nachweisbar sind, ist das aber noch kein Nachweis dafür, dass keine Infektion gegeben ist.

Eine Biopsie (Gewebeprobe) kann einen Befall mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm nicht absichern. Bei einem solchen Eingriff kann der Arzt die Zysten verletzen, die durch die Bandwurmlarven erzeugt wurden. Die Folge wäre, dass sich dann Erreger im gesamten Körper ausbreiten und dort weiterentwickeln.

Wie verläuft die Infektion mit dem Hunde- oder Fuchsbandwurm?

Ist eine Infektion mit dem Hunde- oder dem Fuchsbandwurm gegeben, dann hängt der Verlauf der Erkrankung von einigen unterschiedlichen Faktoren ab.

  • Wichtig für den Verlauf ist, wie viele Zysten sich bereits gebildet haben und wie groß sie sind.
  • Weiterhin ist es von Bedeutung, welches Organ befallen ist.
  • Außerdem ist das Alter des Betroffenen entscheidend.
  • Zudem stellt sich die Frage, ob die Parasiten operativ entfernt werden können.

Große Zysten, die klassisch für die vom Hundebandwurm verursachte zystische Echinokokkose sind, lasen sich sehr viel leichter operativ entfernen als die leinen Bläschen namens Alveolen, die durch den Fuchsbandwurm ausgelöst werden. Ernsthafte Komplikationen können auftreten, wenn der Operateur während des Eingriffs eine Zyste versehentlich verletzt. Geschieht dies, dann können die Parasiten massenweise entweichen und sich im Körper weiterentwickeln. Zudem besteht die Gefahr, dass sich durch das freigesetzte Gewebe des Bandwurms im Körper ein anaphylaktischer Schock entwickelt.

Nach der Therapie des Fuchsbandwurms kommt es gerade im weitern Verlauf oftmals zu Rückfällen.

Wie wird der Befall mit dem Hundebandwurm und Fuchsbandwurm therapiert?

Die Infektion mit dem Hunde- oder dem Fuchsbandwurm macht unterschiedliche Therapieansätze notwendig. Dabei ist es wichtig, welches Stadium der Echinokokkose durch die Parasiten bereits erzielt wurde. Die Behandlung sollte nur in spezialisierten Zentren erfolgen.

Wurde eine Echinokokkose festgestellt, kann eine operative Behandlung vorgenommen werden, um die Parasiten zu entfernen. Die stellt in der Regel eine komplette Heilung in Aussicht. Als zusätzliche Therapie können auch Medikamente gegen den Fuchs- oder Hundebandwurm eingesetzt werden. Dies geschieht auch dann, wenn eine Operation nicht in Frage kommt. Die medikamentöse Behandlung gegen die Parasiten kann mit den Wirkstoffen Mebendazol oder Albendazol durchgeführt werden. Diese Mittel können das Wachstum der Parasiten entweder hemmen oder komplett verhindern.

Behandlung des Hundebandwurms

Die Infektion mit dem Hundebandwurm, die sogenannte zystische Echinokokkose, wird mit einer operativen Entfernung der Bandwurmlarven bekämpft. Dazu darf der Operateur innerhalb des Eingriffs aber keinesfalls die Zystenwand verletzen, um eine Ausbreitung und Weiterentwicklung der Parasiten zu verhindern. Durch die Freisetzung einer großen Menge von Bandwurmgewebe kann sich im Körper ein anaphylaktischer Schock ergeben.

Behandlung des Fuchsbandwurms

Ist eine Erkrankung mit den Erregern des Fuchsbandwurms gegeben, also die sogenannte alveoläre Echinokokkose, dann fällt die chirurgische Entfernung deutlich schwieriger aus als beim Hundebandwurm. Gerade dann, wenn der Befall bereits fortgeschritten ist, kann eine Operation sich als sehr schwierig erweisen. Oftmals ist es auch so, dass die Zysten bedingt durch ihre geringe Größe nicht operativ entfernt werden können. In diesen Fällen erfolgt die medikamentöse Langzeittherapie, die sich über Jahre oder sogar das gesamte Leben hinziehen kann.

Der Infektion mit Fuchs- und Hundebandwurm vorbeugen & Geht das?

Einem Befall durch den Fuchsbandwurm oder den Hundebandwurm kann man sehr effektiv vorbeugen.

  • Essen Sie kein rohes oder nicht ausreichend gekochtes Fleisch.
  • Verzehren Sie keine ungewaschenen Pflanzen oder Beeren, wie Waldbeeren, Salat, Gemüse oder Fallobst. Auch Pilze können durch den Kot von infizierten Tieren verunreinigt worden sein.
  • Sehr wichtig ist ein hygienischer Umgang mit möglicherweise infizierten Endwirten. Nach dem direkten Kontakt mit Katzen, Hunden oder Füchsen sollten unbedingt gründlich die Hände gewachsen werden.
  • Haustiere regelmäßig entwurmen lassen.
  • Lassen Sie bei der Zubereitung von Lebensmitteln Vorsicht walten. Die Eier von Fuchs- und Hundebandwurm lassen sich durch gründliches Kochen von Speisen abtöten. Einfrieren von Lebensmitteln hilft aber nicht beim Abtöten der Parasiten.
  • Eine Impfung, die vor der Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm schützt, gibt es derzeit noch nicht.

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