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Erste Hilfe bei Kindern funktioniert anders als bei Erwachsenen

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Erste Hilfe beim Kind
© OLJensa - Fotolia.com

Verschluckte Gegenstände, Verbrennungen, Stürze oder Vergiftungen – die Liste an kindlichen Unfällen ist lang und in vielen Fällen kann eine korrekt durchgeführte erste Hilfe den Kleinen das Leben retten. Eltern sollten sich diesbezüglich informieren und fortbilden, denn die Ersthilfe bei Kindern unterscheidet sich deutlich von der ersten Hilfe bei Erwachsenen.

Heimlich Handgriff

Eine wichtige und doch immer wieder gebrauchte Methode in der ersten Hilfe bei Kindern ist der so genannte „Heimlich Handgriff“. Wenn sich verschluckte Gegenstände durch die Rückenklopfmethode nicht aus der Luftröhre des Kindes heraus befördern lassen, kann dieser Handgriff die Rettung vor dem Ersticken darstellen. Dabei wird der Brustkorb des Kindes von hinten umfasst und mit Ruck gedrückt, wobei ein künstlich hervorgerufener Hustenstoß den Fremdkörper herauskatapultiert. Generell sollte jeder, der Kinder hat oder mit Kindern arbeitet, diesen Handgriff erlernen und beherrschen.

Wiederbelebung

Die Maßnahmen zur Wiederbelebung unterscheiden sich bei Kindern ebenfalls vom Vorgehen bei erwachsenen Personen mit einem Herz-Lungen-Stillstand. Je kleiner die Kinder sind, desto kürzer sind die Intervalle zwischen Herz-Massage und Beatmung, außerdem erfolgt die Beatmung über Mund und Nase. Die Herz-Massage wird bei Säuglingen in der Regel nur mit zwei Fingern durchgeführt. Das richtige Verhalten für eine Wiederbelebung von Kindern können Sie in speziellen Kursen erlernen, die zum Beispiel vom Roten Kreuz oder von den Maltesern angeboten und generell allen Eltern empfohlen werden.

Wundversorgung

Stark blutende Verletzungen erfordern Maßnahmen der ersten Hilfe, die bei Kindern auch etwas anders durchzuführen sind. Kinder erleiden bei einem hohen Blutverlust schneller einen Kreislaufkollaps als Erwachsene, so dass es sehr wichtig ist, eine vorhandene starke Blutung möglichst rasch durch einen Druckverband zu stillen, wobei die Wunde nicht abgebunden werden darf. Hinzu kommt noch die richtige Lagerung der kleinen Patienten, die je nach Lage der Verletzung unterschiedlich vorgenommen werden sollte. Generell sollten Sie bei Unsicherheiten immer die Beine des betroffenen Kindes hochlegen, um den Kreislauf zu stabilisieren. Bei stark blutenden Kopfverletzungen dagegen sollte eine Lagerung mit erhöhtem Oberkörper vorgenommen werden.

Beruhigen und Trösten dürfen nicht fehlen

Neben dem allgemeinen Handwerkszeug der ersten Hilfe bei Kindern ist es für sie als Erwachsene sehr wichtig, eine beruhigende und tröstende Funktion zu übernehmen, um die psychische Belastung zu reduzieren und zudem auch Schockzustände möglichst zu vermeiden. Bewahren Sie bei einem Unfall oder einem Vorkommnis, das erste Hilfe erfordert, zunächst immer Ruhe, alarmieren Sie den Notarzt und leiten Sie die entsprechenden Maßnahmen ein. Dabei ist es für Kinder immer sehr wichtig, dass Sie ihnen das Gefühl vermitteln, von der Situation nicht überfordert zu sein und alles unter Kontrolle zu haben. Begleiten Sie das Kind im Rettungswagen und bleiben Sie auch im Krankenhaus wenn möglich in seiner Nähe.