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Aggressive Bakterien als Ursache für Zahnfleischrückgang

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Zahnfleischrückgang
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Bei der Mundhygiene ist nicht nur das Zähneputzen wichtig, auch das Zahnfleisch sollte beobachtet und Entzündungen rechtzeitig behandelt werden.

Das Zahnfleisch ist weder gerötet, noch blutet es beim Zähneputzen. Also kein Grund zur Sorge? Nicht immer bedeutet dies, dass das Zahnfleisch tatsächlich gesund ist und keine entzündlichen Prozesse vorliegen. Nur der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt kann eine Zahnfleischerkrankung und ihre oft dramatischen Folgen zuverlässig ausschließen. Denn ist eine Zahnfleischentzündung im fortgeschrittenen Stadium, sind die bereits vorhandenen Schäden nicht mehr reversibel.

Typische Symptome einer Zahnfleischentzündung

Ein typisches Symptom von entzündetem Zahnfleisch ist gelegentliches oder sogar regelmäßiges Zahnfleischbluten. Da jedoch bei Rauchern dieser Bereich geringer durchblutet ist, zeigt sich dieses Warnsignal oft zu spät oder gar nicht. Ein wichtiger Grund, die regelmäßigen Termine beim Zahnarzt auf jeden Fall wahrzunehmen, verrät Dr. Rudolf Hocheneder, Zahnarzt aus München, auf seiner Webseite. Denn die zu diesem Zeitpunkt der Erkrankung vorhandene Gingivitis ist hervorragend und mit einfachen Mitteln zu behandeln.

Unbehandelt entzündet sich das Zahnfleisch immer mehr, schwillt an und ist oft stark gerötet. Rund um den Zahnhals bilden sich sogenannte Taschen. Über diese dringen die Bakterien zum Kieferknochen vor. Das Zahnfleisch geht immer weiter zurück und freiliegende Zahnhälse sind ein massives Warnsignal einer Parodontose. Wird diese ebenfalls nicht behandelt, bildet sich eine Parodontitis mit massivem Zahnfleischrückgang, Abbau des Kieferknochens und Zahnverlust aus.

Wo liegen die Ursachen für Zahnfleischentzündungen

Die Ursache für Zahnfleischrückgang bilden bakterielle Beläge an den Zähnen. Diese siedeln sich aus verschiedensten Gründen in Form der Plaque, eines bakteriellen Belags, an. In diesem Belag finden kontinuierliche Zerfalls- und Stoffwechselprozesse statt, bei denen die entzündungsfördernden Bakterien freigesetzt werden. Nur eine gründliche Zahnhygiene und die richtige Putztechnik können dies verhindern.

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Oft tritt ein leichter Zahnfleischrückgang im Zusammenhang mit bestimmten Grunderkrankungen auf. Dazu zählen beispielsweise Leukämie oder Diabetes mellitus. Auch in der Schwangerschaft besteht ein höheres Risiko für entzündetes Zahnfleisch. Medikamente können genauso dazu beitragen wie das Rauchen. Auch die erbliche Vorbelastung für Zahnfleischentzündungen konnte nachgewiesen werden.

Die einzige vorbeugende Maßnahme ist eine konsequent durchgeführte Mundhygiene, der regelmäßige Kontrollbesuch beim Zahnarzt und bei Risikopatienten die vom Zahnarzt empfohlene professionelle Zahnreinigung.

Wenn entzündetes Zahnfleisch nicht behandelt wird

Ist das Zahnfleisch entzündet und erfolgt keine Behandlung, durchläuft ein Patient drei Stufen der Erkrankung. In der ersten Stufe handelt es sich um die sehr gut behandelbare Gingivitis, die sich unbehandelt zur Parodontose mit einhergehendem Rückgang des Zahnfleisches, Zahnfleischtaschen und frei liegenden Zahnhälsen äußert. Verzichten Sie zu diesem Zeitpunkt immer noch auf einen Termin beim Zahnarzt, wandern die Bakterien tief in den Kieferknochen ein.

Entzündliche Prozesse sorgen für den Abbau des Knochenmaterials und eine damit einhergehende Lockerung der Zähne. Massive Zahnschmerzen treten in diesem Stadium sehr häufig auf. Denn die locker im Knochenbett sitzenden Zähne reiben kontinuierlich am Knochen. Suchen Sie erst zu diesem Zeitpunkt den Zahnarzt auf, ist die Rettung der gelockerten Zähne oft nicht mehr möglich. Sie müssen entfernt und mit Zahnersatz ersetzt werden. Zahnersatz in Form von Implantaten ist oft die einzige Lösung.

Zahnfleischentzündung konsequent behandeln

Die dramatischen Folgen einer Zahnfleischentzündung sind vielen Menschen nicht bewusst. Denn wäre dies der Fall, würden die Betroffenen mit Sicherheit das eigene Verhalten ändern. Daher ist die Aufklärung über dieses Thema so wichtig. Stellt Ihr Zahnarzt trotz regelmäßiger Kontrollbesuche und einwandfreier Mundhygiene trotzdem die Diagnose „Zahnfleischentzündung“, ist das Problem zumeist gut behandelbar.

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Der erste Schritt nach einer diagnostizierten Entzündung des Zahnfleisches ist die professionelle Zahnreinigung und die Statuserhebung. Dazu vermisst der Zahnarzt die Tiefe eventuell vorhandener Zahnfleischtaschen und prüft den Lockerungsgrad der Zähne. Erst dann entscheidet er über den weiteren Behandlungsverlauf. Dieser reicht von der vorübergehenden Behandlung mit Chlorhexamedgel bis zur invasiveren Parodontose-Behandlung. Weist der Labortest einen bestimmten Bakterientyp nach, ist im Vorfeld eine Antiobiotika-Therapie erforderlich.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Zahnfleischschwund

Ist das Zahnfleisch entzündet, können Sie die zahnärztlichen Maßnahmen zusätzlich mit Hausmitteln und Homöopathie unterstützen. Die adstringierende Eigenschaft von Salbeitee wirkt sich positiv auf das Zahnfleisch aus. Eine regelmäßig durchgeführte Mundspülung mit Salbeitee wirkt entzündungshemmend. Auch Kamillentee, das Einreiben mit Teebaumöl oder mit Kokosöl kann sinnvoll sein.

Sind Sie ein Freund homöopathischer Maßnahmen, empfehlen Experten die Einnahme von Calcium Fluoratum.

Konsequente Mundhygiene verhindert Zahnfleischentzündungen

Der wichtigste Beitrag ist die konsequente und vor allem korrekt durchgeführte Mundhygiene. Zu harte Zahnbürsten sind genauso wenig geeignet wie zu weiche Bürsten. Im Idealfall nutzen Sie elektrische Zahnbürsten mit mittelharten Bürstenköpfen. Elektrische Zahnbürsten entfernen Zahnbeläge wesentlich effektiver und nachhaltiger als normale Zahnbürsten.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt über die korrekte Putztechnik und mit welchem Zubehör Sie Ihre Mundgesundheit ideal fördern. Er nimmt sich gerne die Zeit dafür und berät Sie ausführlich.