Start Familie

Frühjahrsmüdigkeit – Symptome und praktische Tipps

150
0
TEILEN
Frühjahrsmüdigkeit - Syptome und praktische Tipps
© Antonioguillem - Fotolia.com

Draußen wird es wärmer und die ersten intensiven Sonnenstrahlen kündigen nun die warme Jahreszeit an. Auch wenn man annehmen könnte, dass nun alle Menschen bester Stimmung sind und sich darüber freuen, dass der kalte und dunkle Winter ein Ende hat, ist oftmals genau das Gegenteil der Fall. Sehr viele Menschen leiden unter der Frühjahrsmüdigkeit.

Es ist nämlich keineswegs so, dass sich der Organismus auf die helle und warme Jahreszeit problemlos umstellen kann. Bei vielen Menschen braucht der Körper einfach Zeit für eine Umgewöhnung vom Winter auf Sommer. Diese Umstellungsphase kann durchaus bis zu einem Monat in Anspruch nehmen.

Statistisches zur Frühjahrsmüdigkeit

Viele Menschen fühlen sich allein mit dem Problem Frühjahrsmüdigkeit. Fakt ist allerdings, dass rund 54 Prozent der Männer und etwa 60 Prozent aller Frauen in den Monaten März bis Mai starke Frühjahrsmüdigkeit zu verzeichnen haben. Tagsüber sehr schlapp und müde zu sein, wenn die letzten Spuren des Winters verblassen, ist somit keine Seltenheit, sondern eher weit verbreitetes Problem vieler Menschen.

Die medizinische Forschung hat zwar inzwischen Ansätze, warum die Frühjahrsmüdigkeit bei vielen Menschen mit Beginn der warmen Jahreszeit Einzug hält, allerdings sind die Ursachen für die Frühjahrsmüdigkeit bis heute noch nicht vollständig erforscht. Die Gründe für Abgeschlagenheit, Wetterfühligkeit, Schwindel und Kreislaufprobleme werden weiterhin untersucht.

Gründe für Frühjahrsmüdigkeit

» Hormonelle Gründe
Mediziner vermuten, dass für die Frühjahrsmüdigkeit nicht zuletzt eine hormonelle Umstellung im Körper verantwortlich ist. Das Sonnenlicht bewirkt, dass das Hormon Serotonin in größerer Menge produziert wird. Dieses Hormon hat eine stark stimmungsaufhellende Wirkung. Allerdings ist im Frühjahr im Körper auch noch eine große Menge vom Hormon Melatonin vorhanden. Dieses Hormon ist in den Wintermonaten verstärkt im Körper vorhanden, wird bei Dunkelheit produziert und ist für einen gesunden und tiefen Schlaf verantwortlich.

Im Frühling ist es genau die Kombination dieser beiden Hormone im Körper, die zu einer Frühjahrsmüdigkeit führt. Beide Hormone sind sehr aktiv im Körper, wirken allerdings genau gegensätzlich.

» Niedriger Blutdruck
Ein weiterer Aspekt für die Frühjahrsmüdigkeit liegt darin, dass sich bei Wärme die Blutgefäße weiten. Die Folge ist, dass der Blutdruck im Organismus nun fällt. Die Folge des Blutdruckabfalls ist, dass man sich sehr schlapp und müde fühlt.

» Das Gefühl krank zu werden
Bei der Frühjahrsmüdigkeit handelt es sich um keine Krankheit im klassischen Sinne. Trotzdem kann der Betroffene durch die Frühjahrsmüdigkeit in seinem Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt sein. Nicht selten stellt sich somit auch das Gefühl ein, dass aufgrund der Niedergeschlagenheit und auch der Müdigkeit eine Krankheit im Anzug ist.

» Zu wenige Vitamine
Nicht zuletzt spielt die Ernährung bei der Frühjahrsmüdigkeit eine erhebliche Rolle. Gerade im Winter nehmen die meisten Menschen weniger Obst und Gemüse zu sich. So fehlen in der Ernährung dann häufig wichtige Mineralstoffe und Vitamine. Die Folge dieser Mangelernährung sind Abgeschlagenheit und Müdigkeit.

» Wetterumstellung
Die Wetterumstellung ist natürlich eine Belastung und gerade dann, wenn der Winter besonders hart und kalt ausgefallen ist, stellen die steigenden Temperaturen an den Organismus hohe Anforderungen. Die Reserven des Körpers sind im wahrsten Sinne des Wortes aufgebraucht. Der Körper braucht einige Zeit, um sich langsam von der dunklen an die helle Jahreszeit zu gewöhnen. Mindestens einen Monat Zeit sollte man sich also einräumen, bis der Organismus sich wieder umgestellt hat. Erst dann wird die ausreichende Menge an Serotonin im Körper produziert. Im Gegenzug dazu sinkt der Melatoninspiegel erheblich ab und es besteht wieder ein gesundes Gleichgewicht zwischen diesen beiden Hormonen.

Frühlingsgefühle statt Frühjahrsmüdigkeit?

Erwiesen ist inzwischen, dass bei Männern, Frühling und Sommer, das Hormon Testosteron mit einem um 30 Prozent erhöhten Anteil zum Herbst oder Winter im Blut vorhanden ist. Dass allerdings die berühmten Frühlingsgefühle aufgrund dieses erhöhten Testosteronspiegels förmlich ausbrechen, konnte bisher nicht belegt werden. Ein Zusammenhang zwischen dem Testosteronanteil im Blut und der sexuellen Aktivität ist längst nicht so stark gegeben, wie der Volksmund dies behauptet. Und auch die Fruchtbarkeit erhöht sich nicht durch einen höheren Gehalt an Testosteron.

Testosteron ist auch im weiblichen Blut vorhanden, hier allerdings in deutlich geringerer Menge. Während bei Männern der Spiegel des Testosterons von der Jahreszeit beeinflusst wird, ist es bei Frauen der Fall, dass der Monatszyklus den Gehalt an Testosteron im Blut bestimmt.

Die berühmten Frühlingsgefühle, die angeblich die Frühjahrsmüdigkeit besiegen, sind also eher der Kategorie Märchen als wissenschaftlichen Erkenntnissen zuzuordnen.

Symptome für Frühjahrsmüdigkeit

Die Frühjahrsmüdigkeit äußert sich bei den unterschiedlichen Menschen auch sehr verschieden. Die wichtigsten Symptome für Frühjahrsmüdigkeit sind:

  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • fast ständig präsente Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • häufige Gereiztheit
  • Kreislaufschwäche
  • Schwindelgefühle
  • ein intensives Krankheitsgefühl

3 Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit

1. Sonne und Frischluft
So schwer es auch fällt, Aktivität ist genau die richtige Lösung, um der Frühjahrsmüdigkeit zu begegnen. Reichlich frische Luft und Sonne helfen dabei, dass der Körper in ausreichendem Maße und auch schneller das Serotonin produzieren kann, das für den wachen und ausgeschlafenen Zustand des Körpers verantwortlich ist.

2. Viel Bewegung
Viel Bewegung bringt zudem den Kreislauf in Schwung und verhindert, dass der Blutdruck auf Grund des hohen Gehaltes an Melatonin im Blut, auch tagsüber im Keller bleibt. Nehmen Sie sich also unbedingt die Zeit für viel Bewegung an frischer Luft.

3. Gesunde Ernährung
Auch in der Ernährung lässt sich einiges tun, damit der Körper aus dem Winterschlaf erwacht. Die Ernährung sollte jetzt wieder leichter und frischer gestaltet werden. Mehr Obst und Gemüse, dafür allerdings ein geringerer Gehalt an Kohlenhydraten in der Ernährung bringt den Kreislauf in Schwung. Kohlenhydrate werden langsamer verdaut, belasten den Organismus stärker und steigern damit die Erschöpfung. Nudeln, Brot, Kartoffeln und Reis sollten in nur geringen Mengen auf den Tisch kommen. Anstelle des schweren Schweinebratens sind gerade bei der Frühjahrsmüdigkeit Fisch und Geflügel eine bessere, weil weniger belastende, Wahl für die Ernährung.

Jahreszeitliche Ernährung nach dem Saisonkalender

Ernährungsexperten sind sich inzwischen auch sicher, dass eine jahreszeitliche Ernährung die Frühjahrsmüdigkeit reduzieren kann. Studien haben ergeben, dass die Frühjahrsmüdigkeit mit der zunehmenden Verfügbarkeit aller Lebensmittel zu jeder Jahreszeit zugenommen hat. Unsere Großeltern und Ur-Großeltern haben sich noch gezwungenermaßen nach dem Saisonkalender ernährt. Zitrusfrüchte waren selten und Erdbeeren im Dezember absolut nicht vorstellbar.

Heute ist es dagegen so, dass alle Lebensmittel und besonders Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit und bei Bedarf auch in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Sowohl exotische Früchte und Gemüsesorten, als auch heimische Produkte können rund um das Jahr gekauft und verzehrt werden. Ernährungsexperten gehen inzwischen davon aus, dass nicht zuletzt diese Ernährung dazu führt, dass der Organismus das natürliche Auf und Ab der Jahreszeiten nicht mehr nachvollziehen kann.

» Saisonale Ernährung mit dem Obst- und Gemüseabonnement
Ein Saisonkalender kann dabei helfen, die richtigen Obst- und Gemüsesorten zur richtigen Jahreszeit auf den Tisch zu bringen und damit nicht nur eine ökologisch wertvolle Ernährung zu gewährleisten, sondern darüber hinaus dem Körper auch wieder die richtigen Impulse bezüglich der Jahreszeiten zu vermitteln. Besonders einfach lässt sich saisonale Ernährung mit einem Obst- und Gemüseabonnement von Bio-Anbietern, beispielsweise von bringmirbio.de, umsetzen. Wer sich einmal wöchentlich seinen Obst- und Gemüsekorb nach Jahreszeit liefern lässt, ernährt sich automatisch saisongerecht, unterstützt dabei auch noch die Umwelt, denn die Produkte stammen überwiegend aus dem heimischen Umfeld.

Frühjahrsmüdigkeit nimmt kein Ende – Was tun?

Während bei den meisten Menschen die Frühjahrsmüdigkeit sich zwischen März und Mai abspielt, dabei über einen oder maximal zwei Monate den Körper belastet, leiden einige Menschen deutlich länger oder auch wesentlich intensiver an den Symptomen der Frühjahrsmüdigkeit.

Wenn die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten anhalten oder wenn die Ausmaße so stark sind, dass das Alltagsleben stark beeinträchtigt wird, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Nicht selten steht dann nämlich hinter der vermeintlichen Frühjahrsmüdigkeit tatsächlich ein so genanntes Chronisches Erschöpfungssyndrom oder aber auch eine Depression. Beide Erkrankungen haben nichts mit der Frühjahrsmüdigkeit gemeinsam, bringen aber trotzdem ähnliche Beschwerden mit.

Auch eine Schilddrüsenunterfunktion, die sogenannte Hyperthyreose, kann für die vermeintliche Frühjahrsmüdigkeit verantwortlich sein. Ebenso wie eine chronische Müdigkeit (Fatigue).

Immer dann, wenn die Leistungsfähigkeit stark sinkt, der Alltag intensiv beeinträchtigt wird oder der Erschöpfungszustand länger anhält, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine andere Ursache vorliegt als die Frühjahrsmüdigkeit.

Biorhythmus und Frühjahrsmüdigkeit

Der Mensch in der industriell geprägten Welt ignoriert schon lange den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus seines Organismus. Weiterhin sorgt künstliches Licht für eine Beeinträchtigung des natürlichen Biorhythmus und der Bildung der Hormone Melatonin und Serotonin. Die Unabhängigkeit von Tag und Nacht hat aber auch ihren Preis, denn sie beeinflusst den natürlichen Biorhythmus stark.

» Beeinflussung durch künstliches Licht
Künstliches Licht sorgt dafür, dass im Körper weniger Melatonin ausgeschüttet wird. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Blauanteil in diesem künstlichen Licht sehr hoch ausfällt. Das führt unter anderem dazu, dass sich bei den meisten Säugetieren die Geburtenraten mit der Saison verändern, während dies bei den Menschen in den letzten Jahrhunderten nicht mehr zu verzeichnen ist. Bis ins 16. Jahrhundert hinein wurden auch beim Menschen im Frühjahr mehr Kinder geboren als in der restlichen Jahreszeit. Rechnerisch wurde damit dann vermehrt im Juni des Vorjahres der Nachwuchs gezeugt. Heute dagegen ist der Anteil an Geburten im Frühjahr etwa gleich hoch wie in den übrigen Jahreszeiten.

» Obst ja, aber saisonbedingt
Für den Menschen ist der Einfluss des Lichtes auf den natürlichen Biorhythmus damit ähnlich kontraproduktiv für die Vermeidung der Frühjahrsmüdigkeit wie auch die Ernährung rund um das Jahr mit allen zur Verfügung stehenden Obst- und Gemüsesorten. Der Körper hat schlichtweg verlernt, sich in die natürlichen Jahreszeiten einzufügen.

» Schichtarbeit beeinflusst Biorhythmus
Je mehr der Mensch entgegen seinem Biorhythmus lebt – also beispielsweise auch durch Schichtarbeit – umso intensiver kann die Frühjahrsmüdigkeit ausfallen.

Was kann man im Alltag gegen Frühjahrsmüdigkeit tun?

Was auch immer die Auslöser für die Frühjahrsmüdigkeit sind – eines ist sicher: Jeder kann aktiv etwas gegen die Frühjahrsmüdigkeit tun. Hilflos ausgeliefert ist diesem Phänomen niemand.

  • Sonne tanken wann immer es geht
    Der Tagesablauf sollte nach Möglichkeit nach der Sonne ausgerichtet werden. Früh aufstehen und früh ins Bett gehen sorgen dafür, dass möglichst viel Sonne und damit Sonnenlicht getankt wird. Dabei muss man sich nicht zwingend direkter Sonnenstrahlung aussetzen. Allein schon der Aufenthalt im Freien und indirekte Sonneneinstrahlung beziehungsweise der Lichteinfluss der Sonne haben ausreichende Wirkung.
  • Auch bei Kälte ab in die Sonne
    Auch wenn es noch kühl ist, ist es sehr sinnvoll, sich der spätwinterlichen Sonne bereits so häufig wie möglich auszusetzen. Wer die richtige Kleidung wählt, kann die wintermüden Glieder in die Sonne strecken, ohne dabei zu frieren.
  • Viel Bewegung, am besten draußen
    Viel Bewegung an frischer Luft hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit. Ersetzt werden kann diese leider nicht durch die Bewegung in Räumlichkeiten, denn hier fehlt der wichtige Einfluss der Sonne. Positiv ist allerdings, dass schon regelmäßige Spaziergänge oder aber kleine Runden mit dem Fahrrad ihre Wirkung tun. Allerdings sind auch Aktivitäten im Innenbereich für den Kreislauf wichtig. Gelegentlich die Treppen zu laufen und den Fahrstuhl außer Acht zu lassen, kann den Kreislauf in Schwung bringen.
  • Wechselduschen am Morgen
    Auch wenn es etwas gewöhnungsbedürftig ist, kalt-warme Wechselduschen am Morgen sind sehr günstig für die Anregung des Kreislaufs.
  • Vitamine statt FastFood
    Auch von innen will der Körper verwöhnt werden. Zwar sind Schokolade und FastFood auf den ersten Blick Balsam für die Seele – generell begünstigen sie die Frühjahrsmüdigkeit aber eher, weil sie den Organismus belasten. Frische Kost mit vielen Vitaminen dagegen unterstützt den Organismus und auch die zahlreichen Prozesse, die für einen perfekten Stoffwechsel verantwortlich sind.
  • Kleine Mahlzeiten, dafür aber mehrfach
    Die Ernährung sollte eher mehrere kleine als drei große Mahlzeiten beinhalten. Dabei sollten die kleinen Mahlzeiten aber wirklich klein ausfallen. Diese Ernährungsregel sollte am besten über das gesamte Jahr beherzigt werden, ist aber gerade dann sehr wichtig, wenn der Organismus durch den Wechsel der Jahreszeiten ohnehin schon belastet ist.
  • Freunde treffen statt Zurückgezogenheit
    Wenn schlechte Laune und Niedergeschlagenheit sich bereit machen, sollte man sich lieber nicht in die eigenen vier Wände zurückziehen. Anstelle dessen Freunde zu aktivieren oder wenigstens ein erfreuliches Telefonat mit einem guten Freund oder einer Freundin zu führen, kann die Stimmung schnell wieder in Schwung bringen. Gemeinsame Unternehmungen im Freien helfen dann der Seele schneller wieder auf die Sprünge
  • Lassen Sie Farbe in Ihr Leben
    Auch farbenfrohe Kleidung oder ein farbiger Anstrich der eigenen vier Wände kann die Stimmung heben.
  • Ausreichend schlafen
    Zeitig schlafen zu gehen und dabei ausreichend Schlaf zu bekommen ist ein weiteres Hilfsmittel gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Wenn nötig hierzu die Fenster abdunkeln (Jalousie, Rollo).

Wer sehr viele Probleme mit der Umstellung von der kalten Jahreszeit und damit der entsprechenden Hormonproduktion hat, kann sich auch einer Lichttherapie unterziehen. Allerdings reichen hierfür die im Handel üblichen Lichtquellen nicht aus. Die Lichttherapie sollte beim Arzt angesprochen werden, der dann auch hilfreiche praktische Tipps für die Bekämpfung der Frühjahrsmüdigkeit geben kann.